News und Termine

Wie viel Klimastaat?

In den Klimawissenschaften passieren Fehler, so wie überall. Eine neue Arbeit von Rasmus Benestad und Kollegen untersuchte jetzt, was die Zunft aus den Fehlern der Vergangenheit lernen könnte. Und gleich im ersten Satz unterläuft den Autoren offenbar ein blöder Rechenfehler…:

Learning from mistakes in climate research
Among papers stating a position on anthropogenic global warming (AGW), 97 % endorse AGW. What is happening with the 2 % of papers that reject AGW?

Den Rest des Abstracts ersparen wir ihnen, weil es sich um ein lupenreines Aktivistenpaper unter Beteiligung von bekannten Protagonisten wie Dana Nuccitelli und Stephan Lewandowsky handelt.

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Jasper von Altenbockum am 10. April 2019 in der FAZ:

Wie viel Klimastaat?
Ist der Klimawandel tatsächlich der Grund für neue Regeln – oder fungiert er nur als Vehikel für altbekannte Regelungswut? Im Poesiealbum des „Klimakabinetts“ sollte jedenfalls ein bestimmter Spruch zu finden sein.

Es ist in der Klimapolitik nicht immer ganz klar, was Henne, was Ei ist. Hat der Klimawandel dazu geführt, dass sich ganz bestimmte ordnungspolitische Vorstellungen durchsetzen? Oder sind es diese Vorstellungen, die den Klimawandel nur als Vehikel benutzen, um sich durchsetzen zu können? Der Klimawandel eignet sich deshalb so gut als Vehikel, weil er keine Nische unserer Existenz in Ruhe lässt. Das Netz der Politik, das ihn aufhalten soll, reicht von der Energiepolitik über die Landwirtschaft bis in die Gesellschaftspolitik, ja stellt sogar demokratische Willensbildung zur Disposition. Gut geeignet ist der Klimawandel auch deshalb, weil mit seiner Hilfe Untergangsvisionen heraufbeschworen werden können, die Skepsis, Widerspruch und Kompromisse als fahrlässig und unverantwortlich erscheinen lassen – siehe die Schüler-Demonstrationen. Gerechtfertigt ist angesichts des drohenden Weltuntergangs vielmehr alles.

Weiterlesen auf faz.net

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Die Basler Zeitung berichtete am 31. März 2019 über eine Schmährede von Roger Köppel über den Klimahype:

[...] Roger Köppel trat ans Rednerpult und thematisierte den Klimawandel. Das Thema stand nicht auf der Liste der geplanten Referate. Doch Köppels spontane Worte begeisterten die Massen: Rhetorisch geschickt machte er sich zuerst über den Klima-Hype lustig, um dann gleich anzuhängen, dass die SVP nicht gegen Umweltschutz sei. Man sei nur gegen jene, die den Klimawandel missbrauchten. «Gegen den Missbrauch der Kinder durch ihre links-grünen Lehrer», zum Beispiel. Schliesslich brachte Köppel den Schenkelklopfer vom SVP-Logo. Es sei das einzige grüne Logo, bei dem nicht rot zum Vorschein komme, wenn man daran kratze. Das sass. Tosender Applaus. Mit seiner Schmährede gegen den Klima-Hype sprach Journalist Köppel offenkundig vielen Parteigängern aus dem Herzen.

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Axel Burkart bespricht in Videos den Klimaalarmismus:

 

 

WWF liegt falsch: In Wirklichkeit lieben es Rentiere warm und hassen die Kälte

Immer wieder liest man, dass der Klimawandel die armen Länder am härtesten betrifft. Bob Tisdale hat auf WUWT die armen mit den reichen Ländern bzw. der Temperaturentwicklung verglichen. Das Fazit: Die Temperaturen haben sich in den armen Ländern in der Regel weniger stark geändert als in den reichen Ländern. Hier mit vielen Kurvenabbildungen nachzulesen. So richtig überraschend kommt dies nicht, da viele reichere Länder in mittleren Breiten liegen, wo die Erwärmung wegen der “polaren Amplifikation” stärker ausfällt als in den niederen Breiten…

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Bjorn Lomborg Ende November 2018 auf Shine:

Where’s the beef? Ask green campaigners

Christiana Figueres, the former United Nations official responsible for the 2015 Paris climate agreement, has a startling vision for restaurants of the future: Anyone who wants a steak should be banished. “How about restaurants in 10-15 years start treating carnivores the same way that smokers are treated?” Figueres suggested during a recent conference. “If they want to eat meat, they can do it outside the restaurant.” In case you have missed this development: Eating meat is fast becoming as repellant as smoking to many green campaigners. It is behavior to be discouraged or even banned.

That’s because your hamburger is being blamed for climate change. Meat production — especially raising cattle — emits methane and requires carbon-dioxide-intensive inputs. In the breathless language of recent reporting, a “huge reduction in meat-eating is essential” to avoid “climate breakdown.” I have been a vegetarian my entire adult life because I don’t want to kill animals, so I can empathize with the interest in promoting less meat in our diets. But I want to make sure the science is right. When you look beyond the headlines, those arguing for banishing meat-eaters from restaurants and calling on everyone to change their diets are often cherry-picking the data while ignoring basic facts.

Weiterlesen auf Shine

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Paz-online.de am 19. Dezember 2018:

Wilderer und der Klimawandel bedrohen wilde Rentiere
Die Zahl der wilden Rentiere sinkt. In den vergangenen Jahren ist ihre Zahl auf weltweit 2,9 Millionen Tiere geschrumpft. Den Rentieren machen Wilderei und der Klimawandel zu schaffen. [...] Die weltweite wildlebende Rentier-Population ist in den vergangenen 25 Jahren auf etwa 2,9 Millionen Tiere geschrumpft. Das teilt die Umweltstiftung WWF in ihrem neuen Rentier-Report mit. [...] Es gebe wahre Rentier-Massaker, sagt Eva Klebelsberg, Referentin für die Russische Arktis beim WWF Deutschland. „Die Geweihe werden zu Pulver verarbeitet und vor allem in China als Heilmittel verkauft. Zungen sind als Delikatesse gefragt.

Das wollen wir genauer wissen. Welcher Klimaparameter macht den Rentieren – neben den Wilderern – hier angeblich zu schaffen? Paz-online schreibt unter Berufung auf den WWF:

Darüber hinaus macht den Tieren der Klimawandel zu schaffen. Im arktischen Frühjahr ziehen die Rentiere mit ihren frisch geborenen Kälbern aus der waldreichen Taiga nach Norden in die baumlose Tundra. Viele Kälber sterben, wenn sie die eiskalten Flüsse durchschwimmen müssen – anstatt wie früher über das zugefrorene Wasser laufen zu können. An den Flüssen lauern zudem auch die Wilderer. Eisdecken auf dem Schnee (durch gefrorenen Regen) machen es den Rentiere schwer, Futter zu finden. Der WWF fordert daher auch im Sinne der Rentiere einen ambitionierten Klimaschutz, der das 1,5-Grad-Ziel einhalten kann.

Rentiere lieben die Wärme und hassen die Kälte, suggeriert der WWF. Aber stimmt das? Wir schauen in die vorindustrielle Vergangenheit und staunen: Das Gegenteil ist der Fall. Die Rentiere im arktischen Franz Josef Land hatten ihre größte Population dort vor einigen Jahrtausenden im Mittelholozän, als es dort etwa 1°C wärmer war als heute. Eine darauffolgende Kältephase löschte die Rentierpopulation damals aus. Nachzulesen bei Forman et al. 2000:

The Holocene occurrence of reindeer on Franz Josef Land, Russia
Reindeer are absent historically on the high Arctic islands of Franz Josef Land, Russia. However, shed antlers are common on unglaciated forelands on Hooker, Scot Keltie and Alexandra Land Islands in the archipelago. Radiocarbon dating of 19 new antler remains combined with seven ages reported previously demonstrate the presence of reindeer between c. >6400 and 1300 cal. BP. Reindeer probably occupied Franz Josef Land for much of the Holocene reflecting sufficient forage associated with summer air temperatures 1°C warmer than today and retracted glaciers and snowfields. A prominent neoglacial advance at c. 1000 cal. BP is coincident with inferred extinction of reindeer. Late twentieth-century warming and associated glacier retraction may provide environmental conditions for the immigration of reindeer to Franz Josef Land and other high Arctic areas, similar to earlier in the Holocene.

 

Alexander von Humboldt: Was würde er wohl zur heutigen Klimadebatte sagen?

Beitrag im schweizerischen Tagesanzeiger vom 15. März 2019:

Der erste Klimaschützer
Alexander von Humboldt hat unser Verständnis von der Welt revolutioniert. Ein Trip auf einen Vulkan in den Anden, wo er sich Erkenntnisse qualvoll erwanderte.

Alexander von Humboldt war einer der großen Naturforscher, das ist klar. Aber wie kommt der Autor des Berichts darauf, dass von Humboldt ein “Klimaschützer” gewesen sein könnte? Hat er bereits damals vor den Treibhausgasen gewarnt? Nein. Offensichtlich liegt hier eine gewollte Verwechslung vor, denn von Humboldt war viel eher Naturfreund, Umweltschützer und Naturforscher. Alexander von Humboldt wurde vor 250 Jahren geboren, da wird man noch mehr von ihm dieser Tage lesen. Aber ist es gerechtfertigt, ihn vor den aktuellen Klimahysteriekarren zu spannen? Der Autor des Beitrags tut letztendlich genau das, was schon andere vor ihm getan haben, nämlich von Humboldt für seine persönlichen Zwecke zu instrumentalisieren. Im Artikel heißt es:

Dort, wo [A. v. Humboldt] im 20. Jahrhundert überhaupt eine Rolle spielte, hat man ihn so umgedeutet, wie man ihn brauchte. Die Nationalsozialisten versuchten, ihn als Welteroberer und Herrenmenschen zu instrumentalisieren. In der DDR wurde er zum Vordenker des Sozialismus stilisiert. In Westdeutschland haben ihn viele als abenteuerlustigen Kräutersammler verkannt, dort stand er im Schatten seines staatstragenden Bruders und Bildungsreformers Wilhelm.

Der geistige Kurzschluss im Artikel könnte durch von Humboldts Gletscherforschung in Südamerika verursacht worden sein. Im Jahr 1802 untersuchte er z.B. Antisana-Gletscher in den ecuadorianischen Anden, zu dem es im Artikel heißt

Der Antisana-Gletscher ist allein in den vergangenen 20 Jahren um 350 Meter geschmolzen. Am Ende des Schneefelds stand die Berggruppe plötzlich vor einer fast senkrechten Wand, die es unmöglich machte weiterzugehen. Bevor Humboldt umdrehte, stellte er noch einmal seine Geräte auf. Das Quecksilber im Barometer zeigte 14 Zoll, 11 Linien an, er befand sich folglich auf 5407 Metern über dem Meeresspiegel.

Muss jeder Gletscherforscher automatisch ein Vertreter der Klimaalarmlinie sein? Nein. Denn die Rekonstruktionen der Andengletscher belegen auch bedeutende Rückzugsphasen in vorindustrieller Zeit, zuletzt vor 1000 Jahren zur Zeit der Mittelalterlichen Wärmeperiode. Nachzulesen z.B. in einer Klimakartierung von Lüning et al. 2019. Das pdf der Arbeit können Sie kostenlos hier herunterladen (frei verfügbar bis 30. Mai 2019).    

Der Artikel im Schweizerischen Tagesanzeiger schließt in einem schrägen Aktivistentonfall, den sich Alexander von Humboldt sicher verbeten hätte, wenn man ihn heute noch hätte fragen können:

In Zeiten, in denen weder der Multilateralismus noch der Multikulturalismus mehr selbstverständlich erscheint, steht der radikale Multilateralist und Multikulturalist Alexander von Humboldt plötzlich wie ein Prophet da. Und wenn selbst der Präsident der Vereinigten Staaten den menschengemachten Klimawandel leugnet, obwohl wir längst auf einen Klimanotstand zusteuern, dann wirken die zwei Jahrhunderte alten Schriften Humboldts auf alarmierende Weise aktuell.

In die Welt gesetzt wurde diese alberne Idee durch ein Buch der Historikerin Andrea Wulf, welches wie folgt im Wikipedia-Artikel über Humboldt zitiert wird:

„Durch Abholzungen war das Land dort unfruchtbar geworden, der Wasserstand des Sees war gefallen, und nach dem Verschwinden des Buschwerks hatten heftige Regenfälle die Böden von den umliegenden Berghängen gewaschen. Als Erster wies Humboldt darauf hin, dass der Wald die Atmosphäre mit Feuchtigkeit anreichern und kühlen könne – und sprach von der großen Bedeutung der Bäume für die Wasserspeicherung und den Schutz vor Bodenerosion.“

Er habe davor gewarnt, dass Menschen sich mit unvorhersehbaren Folgen für „kommende Geschlechter“ in die Natur einmischen. (Wulf 2016, S. 24.) Diese schwache Begründung für einen angeblichen “Klimaschützer” Humboldt wurde vor dem Tagesanzeiger schon von einigen anderen Publikationen aufgegriffen, z.B. der Welt und Bild.

Übrigens müssen die an diesen Artikeln beteiligten Journalisten durchaus realisiert haben, wie wenig überzeugend diese Charakterisierung von Humboldt begründet werden kann, und haben in allen drei Texten darauf verzichtet, genauer zu erklären, warum Humboldt der erste Klimaschützer gewesen sein soll. Ihnen genügte das Generieren einer reißerischen und irreführenden Überschrift, mit der sie billig ihre tagtägliche “Klimaalarm-Propaganda-Pflicht” erfüllen konnten.

 

Die Sonne im März 2019 und eine Umweltsünde im Namen des Klimas

Von Frank Bosse und Fritz Vahrenholt

Unser Zentralgestirn befindet sich im tiefen Minimum der Fleckenaktivität. Es dauert bereits 18 Monate an, seit dem Oktober 2017 stieg die mittlere monatliche SSN (für SunSpotNumber) nicht über 20 an. Im vergangenen Monat betrug sie 9,5 und war damit ebenfalls unterdurchschnittlich für den Monat 124 des Zyklus. Im Mittel über alle Zyklen wäre eine SSN von 30 zu erwarten gewesen, wir sahen also nur 33% davon.

Abb. 1: Die Fleckenaktivität des aktuellen Solaren Zyklus (SC) 24 (rot) im Vergleich zu einem mittleren Zyklus, errechnet aus den monatlichen SSN- Zahlen der bisher  vollendeten 23 Zyklen (blau) und der über weite Strecken recht ähnliche Zyklus 5.

 

Wie ordnet sich das gegenwärtige solare Geschehen in die systematisch beobachtete Vergangenheit seit dem Zyklus 1 mit Start im Jahre 1755 ein? Der Vergleich der Zyklen untereinander:

Abb. 2: Die Abweichungen vom Mittelwert (blau in Abb.1), aufsummiert über die Zykluslänge von nunmehr 124 Monaten. Der aktuelle Zyklus steht auf einem „gefestigten“ Platz 3 bei den Zyklen mit sehr geringer Fleckenaktivität.

 

Sehr deutlich sieht man den „Absturz“ seit der überdurchschnittlich aktiven Phase der Sonne zwischen Zyklus 17 (Beginn 1933) und dem Zyklus 23 (Ende 2008). Die große Frage betrifft wie immer die Zukunft. Die solaren polaren Felder gehen seit ihrem Höchstwert von 64 centi Gauss, die bis Juli 2018 gemessen wurden, allmählich zurück. Der festgestellte Maximalwert deutet auf einen kommenden im Vergleich zu SC24 leicht stärkeren Zyklus 25 hin, jedoch wird er wiederum unternormal stark werden. Wie lang könnte das Minimum noch andauern? Werfen wir einen Blick auf die Dauer der bisher beobachteten 23 Zyklen:

Abb. 3: Die Dauer in Monaten der bisherigen Zyklen. Der gegenwärtige Zyklus steht bei 124 Monaten, der Mittelwert beträgt 134 Monate.

 

Dem aufmerksamen Beobachter fällt auf, dass es einen Zusammenhang zwischen der Dauer eines Zyklus und der Stärke des folgenden (vgl. Abb.2) geben könnte. Dem ist tatsächlich so:

 

Abb. 4: Der Zusammenhang zwischen Dauer des Zyklus und der Stärke des Folgezyklus wenn man so vorgeht wie in Abb.2 erläutert. Je kürzer der einzelne Zyklus desto stärker der folgende. Der ermittelte Trend ist statistisch hoch signifikant (P=0,00014). Die Streuung der Einzelwerte ist trotzdem recht hoch.

 

Auf der Grundlage der recht sicheren Vorhersage (polare Felder) einer Stärke des folgenden Zyklus etwa vergleichbar mit dem SC 15, sagt der Trend aus Abb.4 eine Dauer des aktuellen Zyklus von 140 +-4 Monaten mit 95% Sicherheit voraus.  Das würde bedeuten, dass das Minimum noch 16 Monate, also bis August (Unsicherheit März…Dezember)  2020 andauern sollte. Jede Vorhersage ist schwierig wenn sie die Zukunft betrifft, wir sind jedoch in guter Gesellschaft von einigen Experten, die sage und schreibe 61 „Prädiktoren“ auswerteten.  Wir benutzten nur zwei.

 

Die Holzofen- Heuchelei

Die Angst vor der Klima- Katastrophe treibt schon mächtige Blüten. Fossile Brennstoffe sind des Teufels, sie erzeugen bei ihrer Verbrennung CO2 und das treibt unseren blauen Planeten früher oder später in Richtung Venus !  Es gibt nun neunmalkluge, die „fossil“ wörtlich nehmen und empfehlen, mit Holz zu heizen, das wäre ja „nachwachsend“ und lag nicht in der Erde. So zu lesen  beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Die Biomasse wird „zum Wohle des Klimas“ staatlich gefördert: Feuert mit Holz, und ihr werdet belohnt mit Fördermitteln. Sollte die Verbrennung von Holz dem Klima nutzen und der Umwelt gut tun?

In der Wissenschaft wird dies selbstverständlich stark  infrage gestellt.  Holz hat eine vergleichbar geringe Energiedichte und erzeugt pro kW  Wärme zunächst deutlich mehr CO2 als dies fossile Brennstoffe tun. Für dutzende Jahre erhöht sich also der CO2- Ausstoß ohne Not. Ehe gerodete Wälder so nachwachsen, dass sie ihrer Rolle als CO2- Senke (gesunder Wald bindet CO2 aus der Luft) im Kohlenstoffkreislauf umfänglich gerecht werden können, vergehen 40-60 Jahre. Anders ausgedrückt : bei einem 60 jährigen Baum, der gefällt und verbrannt wir, dauert es erneut 60 Jahre bis die Menge freigesetzten CO2 vom nachgepflanzten Baum wieder aufgenommen worden ist. Holzverbrennung ist also nicht klimaneutral, der CO2-Gehalt wird in den nächsten Jahrzehnten mehr erhöht als durch die Verbrennung von Braun-oder Steinkohle!

Darüber hinaus würde das Abholzen des symbolträchtigen deutschen Waldes sicherlich viel Widerstand in der Bevölkerung generieren. So wird für die Produktion von Holz-Pellets halt kräftig in Osteuropa  gerodet und das Holz hierher transportiert. Wie man es dort mit der Aufforstung hält, ist leicht vorstellbar. Systematisch wird also am Ende mehr CO2 erzeugt durch Abholzung und Schwächung der CO2- Senke Wald. Vielleicht sollte man diese einfache, in der Wissenschaft längst vollzogene Herleitung einmal dem „wissenschaftlichen Beirat“ der Bundesregierung vorlegen? Das wird wohl nicht viel nutzen. Denn eine ganze Industrie hat sich gebildet, die es sich mithilfe des Scheinarguments „Klimaschutz“ gut gehen lässt. „Agenturen“ preisen ihre Dienste an und zeigen, wie viel man sparen kann wenn man mit Holz heizt.

Dabei wird in Wirklichkeit nicht nur dem Klima geschadet, sondern vor allem der Umwelt. Jeder Holzofen ist eine staatlich subventionierte Dreckschleuder. Wurden die Vorgaben für Gas/Ölheizungen zu Recht immer strenger und die Emissionen reduziert, so ist dies mit Holzöfen praktisch nicht machbar. Sie erzeugen alle mehr oder weniger gigantische Mengen an Feinstaub, verglichen mit jeder anderen Heiztechnologie. Der empfohlene Einbau von Filtern etc. ist nur ein Feigenblatt, die Technologie an sich  ist dreckig.

Feinstaub? Klingelt es bei Ihnen weil Sie vielleicht im Zusammenhang mit Dieselabgasen sensibilisiert sind? In der öffentlichen Wahrnehmung sind es doch die Fahrzeuge, die stillgelegt gehören, damit wir gesund atmen können! Der Meteorologe und (wieder) Talkmaster Jörg Kachelmann warnt seit Monaten via Twitter vor Holzöfen, Kaminen usw. und prangert die krank machende Umweltsünde an. Wir wollten das überprüfen. In Berlin werden (noch) die Stundenwerte auch für Feinstaub veröffentlicht, in manchen anderen Regionen wurde das inzwischen eingestellt und man bekommt nur noch Tagesmittelwerte. Der Tagesgang ist aber das, was die Quelle von Feinstaub verraten kann. Wir haben auf besonders belastete (windstille) Tage geschaut:

Abb. 5: Der Tagesgang für Feinstaub an der Messstation Berlin- Friedrichshagen während der windstillen Tage 21.3.-23.3. 2019.

 

Hier ist völlig eindeutig, dass es der Verkehr kaum sein kann. Wenn alle zu Hause sind, nach 20:00 Uhr, steigt der Feinstaubgehalt an und  ist über Nacht so hoch wie zu keiner anderen Tageszeit. So ein Verlauf ist mit dem Autoverkehr nicht zu erklären! Viel wahrscheinlicher ist, dass die Kamine und Holzöfen angeworfen werden nach Feierabend und über Nacht kokeln.

Der Grenzwert für Feinstaub beträgt 50µg/m³ Luft und die Holzfeuerung machte an den betrachteten Tagen etwa 50% davon aus. Auch der Verkehr erzeugt Feinstaub, wenn aber die Hälfte schon von völlig unnützen Holzfeuerstellen erbracht wird, braucht man sich über Überschreitungen nicht zu wundern. Sie würden ohne Holzöfen kaum passieren. Der verstörte Dieselbesitzer müsste über Fahrverbote nicht besorgt sein. So aber zittert er vor der nächsten Klage der „Deutschen Umwelthilfe“, der die Gerichte regelmäßig mehr oder weniger unwillig folgen.

Wieso ist es ausgerechnet immer wieder die  „Deutsche Umwelthilfe“, die so um das Wohl unserer Atemluft besorgt ist? Sie ist beteiligt am Projekt „Clean Heat“, das sich für das Heizen mit Holz verwendet und darauf verweist, man könne dies ein bisschen weniger dreckig gestalten. Auf der einen Seite also werden die für die Atemluft insgesamt recht unwirksamen Fahrverbote für Dieselautos durchgedrückt, auf der anderen Seite am Fördertopf kräftig mitverdient. Und zwar zu Lasten der Umwelt, auf Kosten der Gesundheit aller! So ähnlich sieht es auch der unlängst erschienene Bericht der unabhängigen Kommission der Akademie der Wissenschaften. Sie schreibt unter Empfehlungen:

„Für die weitere Feinstaubreduktion ist nicht nur an den Verkehr zu denken. Es empfiehlt sich daher eine bundesweite, ressortübergreifende Strategie zur Luftreinhaltung, die neben Stickstoffdioxid sowie primärem und sekundärem Feinstaub weitere Schadstoffe und Treibhausgase aus allen Quellen berücksichtigt – darunter auch Landwirtschaft und Holzfeuerung.“ (S.9)

und:

“Die Zahl von Holzöfen hat aufgrund staatlicher Förderprogramme in den letzten Jahren stark zugenommen. Holzöfen (Einzelraumfeuerstellen) emittieren im Alltagsbetrieb häufig deutlich mehr Feinstaub als auf dem Typenschild angegeben. Dazu tragen unter anderem minderwertige Brennstoffe, falsches Anfeuern mit starker Rauchentwicklung und ein schlecht regulierter Verbrennungsprozess bei. Auch wenn nur noch emissionsärmere Öfen installiert werden dürfen und ältere Modelle stillgelegt werden, rangiert ihr Anteil an den direkten Emissionen von PM2,5 inzwischen deutlich über dem von Verbrennungsmotoren. Der Beitrag der Holzöfen zur Immission ist regional und saisonal stark unterschiedlich. In Wohngebieten mit vielen Holzöfen werden vor allem in den Abendstunden sehr hohe PM2,5-Immissionswerte gemessen. Über Feinstaub hinaus tragen Holzöfen auch zur Belastung mit Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) bei.“ (S.45)

Das ist wohl ziemlich eindeutig. Holzöfen verpesten die Umwelt mehr mit Feinstaub (deutlich gefährlicher als NOx) als Verbrennungsmotoren, auch wenn „emissionsärmere“ Anlagen installiert werden. Das ganze Holzheizgedöns ist klimatisch bedenklich wie oben gezeigt und eine einzige Umweltbelastung, die von skrupellosen Geschäftemachern verursacht wird. Unvollständige Verbrennung bei Temperaturen unterhalb 800 Grad generiert aus Chlorid im Holz Dioxine, dies gilt erst recht, wenn in der offenen Feuerstelle Abfälle auch noch kostengünstig „entsorgt“ werden. Das ist alles schon lange bekannt, nichts passiert. Ein neuer „schleichender“ Dioxinskandal?

Auch der Bericht der Akademie der Wissenschaften mit den klaren Worten zur Holzfeuerung ging durch viele Medien, leider ohne diese klaren Worte zu erwähnen. Auch in der aktuellen Berichterstattung über neue Forderungen des Umweltbundsamtes zur Reduktion von Feinstaub wird reflexartig auf Dieselfahrzeuge gezeigt, die größere und völlig unnütze Sünde jedoch mit keinem Wort erwähnt.  Wir holen das hier gerne nach.

Warum die Bundesregierung hier nicht entschlossen  handelt bleibt unklar. Auf die Einflüsterungen von naseweisen „Klimapäpsten“ hatte sie gehört. Nach Biogas aus Mais und Palmöl  (nicht CO2 -neutral) und dem Wahnsinn mit dem Biosprit aus Getreide, ist das der dritte Fall, wo es heißt: klimaneutral gedacht und Umwelt kaputt gemacht. Es wird Zeit, dem gemeingefährlichen Unsinn der Holzverbrennung ein Ende zu setzen. Wie wär es mit dem Ausstieg aus der Holverbrennung bis 2030? „Scientists for future“, bitte übernehmen Sie!

 

Potsdamer Erinnerungslücken bei der Klimageschichte

Der Deutschlandfunk arbeitet eng mit Vertretern der alarmistischen Klimalinie zusammen, so auch in einem Beitrag vom 29. März 2019, in dem der PIK-Mann Stefan Rahmstorf erklärt:

 „Da werden dann Dinge behauptet, dass es im Holozän, also in den letzten 10.000 Jahren schon mal global mehrere Grad wärmer gewesen sein soll als heute. Was einfach wissenschaftlich falsch ist. Und wenn man nach den Belegen fragt, kommen Standardbehauptungen der Klimaskeptiker, die schlichtweg falsch sind.“

Wer sich ein wenig in der Klimageschichte auskennt, muss bei dieser Rahmstorf-Aussage schmunzeln. Denn das sogenannte ‘Holozäne Thermische Maximum’ (HTM) vor 8000 Jahren war eine sehr warme Phase während der es an vielen Orten der Erde um ein oder mehr Grad wärmer war als heute. Die belegen eine Vielzahl von Fallstudien aus aller Welt. Eine globale Synthese hingegen gibt es noch nicht. Diese Lücke nutzt Rahmstorf geschickt und zitiert daher indirekt eine viel kritisierte Studie von Marcott et al. 2013, die eine nur geringe Erwärmung im HTM suggeriert. Jene Autoren wählten jedoch vor allem Studien aus den Meeresgebieten, während sie das Land weitgehend aussparten. Insofern ist Rahmatorfs Argument nicht stichhaltig, die Grundlage nicht belastbar.

Auszug aus der Informationsseite “Klimawandel in Deutschland“:

[Betrachtet] man den Referenzzeitraum auf die letzten 10.000 Jahre, so wird klar, dass es eine ganze Reihe von Warm- und Kältephasen in vorindustrieller Zeit gegeben hat. In der Wissenschaft wird hier von klimatischen Millenniumszyklen gesprochen, da sich die Änderungen im Takt von 1000-2000 Jahren ereigneten. Die Zyklen sind aus allen Erdteilen beschrieben worden und könnten zumindest einen Teil ihres Antrieb aus der schwankenden Sonnenaktivität beziehen. Andere Forscher nehmen einen klimasysteminternen Puls an.

Eine derartige Millenniumszyklik wurde auch in der sauerländischen Bunkerhöhle von einer Gruppe um Jens Fohlmeister nachgewiesen. Rhythmische Änderungen in den Sauerstoffisotopen in Tropfsteinen zeigen über die vergangenen 11.000 Jahre einen fortlaufenden natürlichen Klimawandel, bei dem das System zwischen warm/feucht und kalt/trocken schwankte (Abb. 1). Der Wechsel zwischen der Kältephase der Völkerwanderungszeit, MWP und Moderner Wärmeperiode ist in der Höhlenrekonstruktion gut erkennbar.

Eine besonders warme Phase stellte das sogenannte Holozäne Thermische Maximum (HTM) dar, das sich in der Zeit 8000-5500 Jahre vor heute ereignete. Kühl & Moschen 2012 rekonstruierten die Temperaturen dieser Klimaepisode für das Dürre Maar anhand von Pollen. Es zeigte sich, dass die Temperaturen in der Eifel damals um mehr als ein Grad über dem heutigen Wärmeniveau lagen (1990-2017, Abb. 1), bzw. fast zwei Grad, wenn man das kühlere Referenzintervall 1961-1990 zum Maßstab nimmt.

Die Juli-Temperaturen der Eifel lagen während des HTM bei 18,0-18,5°C, wohingegen an der nächstgelegenen Wetterstation Manderscheid im DWD-Referenzintervall 1961-1990 ein Juli-Durchschnittswert von 16,3°C gemessen wurde (Kühl & Moschen 2012). Temperaturen ähnlich dem heutigen Niveau wurden auch in einer Tropfsteinstudie aus der Hölloch Höhle in den Bayerischen Alpen für HTM und Mittelalterliche Wärmeperiode (MWP) nachgewiesen (Wurth et al. 2004).

Der Antrieb der bedeutenden vorindustriellen Temperaturschwankungen in Deutschland und anderen Teilen der Erde wird in der Wissenschaft noch diskutiert. Vieles deutet auf eine Beteiligung der Sonne sowie Ozeanzyklen hin. Hierfür spricht auch eine Studie des Geoforschungszentrums Potsdam (GFZ) zum Meerfelder Maar in der Eifel. Bei ihrer Analyse stießen die Forscher auf eine abrupte Klimaverschlechterung die vor knapp 2800 Jahren begann und fast 200 Jahre andauerte. Die Wissenschaftlergruppe um Celia Martin-Puertas konnte in ihrer Arbeit zeigen, dass die Abkühlungsphase zeitgleich zu einer solaren Schwächephase verlief.

 

Abbildung 1: Natürliche Klimaschwankungen im Sauerland während der vergangenen 11.000 Jahre, rekonstruiert auf Basis von Sauerstoffisotopenschwankungen (δ18O) von Tropfsteinen der Bunkerhöhle. Einheit in Promille der Sauerstoffisotope. CWP=Moderne Wärmeperiode (Current Warm Period), MWP=Mittelalterliche Wärmeperiode, DACP=Kälteperiode der Völkerwanderungszeit (Dark Ages Cold Period), RWP=Römische Wärmeperiode. Alterskala zeigt Jahre vor 1950 (Years BP, before ‚present‘=1950). Daten von Fohlmeister et al. 2012, heruntergeladen von https://www.ncdc.noaa.gov/paleo/study/20589

 

Gletscherschwund: Hätten Sie’s gemerkt?

Von Uli Weber

In der öffentlichen Klimadebatte arbeiten Wissenschaft und Medien offenbar eng zusammen. Ihre individuellen Beiträge sind zunächst eher harmlos und entwickeln ihre klimareligiöse Wirkung erst gemeinsam beim interessierten Betrachter, wenn vorsichtige wissenschaftliche Formulierungen auf steile Überschriften treffen. Die „Fridays for Future“-Schülerdemonstrationen erhalten nicht nur eine hohe mediale und öffentliche Aufmerksamkeit, sondern sie werden auch begleitet von immer neuen alarmierenden Berichten über Gletscherschwund und Meeresspiegelanstieg. Im Teletext von RTL wurde beispielsweise am 8. April 2019 gemeldet, „Gletscherschwund nimmt stark zu“:

 

Abbildung: Screenshot vom RTL Teletext am 8. April 2019 um 22:48 Uhr

 

Ein zunehmender Gletscherschwund ist zunächst eine sehr aufrüttelnde wissenschaftliche Aussage. Und diese Aussage ruft bei einem interessierten und wohlinformierten Bundesbürger sofort Assoziationen von schneefreien Hochgebirgen und überschwemmten Pazifikinseln hervor. Schließlich hat ja jeder von uns bereits in Medienberichten die unterschiedlichsten Bilder von abschmelzenden Gletschern und Überschwemmungskatastrophen gesehen, manch einer hat solche Ergebnisse oder Ereignisse sogar schon einmal selber direkt vor Ort miterlebt. Und wenn wir uns jetzt genügend gegruselt haben, dann schauen wir uns einmal die hier vermittelte Faktenlage etwas genauer an:

Aussage: Gletscherschwund nimmt stark zu

Meeresspiegelanstieg: 1 Millimeter / Jahr

Gletscherschwund: 335 Milliarden Tonnen Eis / Jahr

Überschlagsrechnung: Die Erdoberfläche ist zu 70,7 Prozent mit Wasser bedeckt, das sind etwa 361 Millionen Quadratkilometer, von denen allein etwa 321 Millionen Quadratkilometer auf die Ozeane entfallen. Und auf dieser Fläche steigt das Wasser nun um 1 Millimeter pro Jahr. Die Fläche von 321 Mio. qkm multipliziert mit 1mm Meeresspiegelanstieg ergibt ein jährliches Volumen von 321 Milliarden Kubikmetern, was bei 1Tonne (=1.000kg) pro Kubikmeter in etwa dem dort angegebenen jährlichen Gletscherschwund entspricht.

Das war’s auch schon, wenn also 335 Milliarden Tonnen Eis pro Jahr abschmelzen, steigt der Meeresspiegel global um einen Millimeter, basta! Wie gerade gezeigt wurde, ist diese Berechnung zwar richtig, aber völlig trivial. Es fehlt hier also jeglicher Beweis für die Kernaussage der obigen Horrormeldung, nämlich für einen stark zunehmenden Gletscherschwund.  

Aber es kommt noch viel schlimmer: Denn der natürliche Meeresspiegelanstieg wird üblicherweise mit knapp 2 mm /Jahr angegeben, Wikipedia nennt beispielsweise 1,7 mm/Jahr für den Zeitraum zwischen 1901 und 2010 und durchschnittlich 3,2 mm pro Jahr im Zeitraum von 1993 bis 2010. Die Angabe eines deutlich höheren 17-jährigen Durchschnitts zum Ende der Messperiode für einen 109-jährigen Durchschnittswert, der ja bereits denselben Zeitraum mit überdeckt, weist zunächst einmal auf einen vorliegenden Datenkonflikt hin.
Eine aktuelle Abbildung für den Meeresspiegelanstieg findet sich dann beispielsweise auf EIKE:

Abbildung zum Meeresspiegelanstieg aus dem Artikel „‚Klima-Status-Bericht-2018/19‘ : Klima-Alarmisten in Nöten !“ von Klaus-Eckart Puls am 9. April 2019 auf EIKE

 

Und nun wird auch klar, warum auf Wikipedia zwei Durchschnittswerte für den globalen Meeresspiegelanstieg angegeben werden, nämlich einerseits Pegelmessungen für den Zeitraum zwischen 1901 und 2010 und andererseits Satellitenmessungen für den Zeitraum von 1993 bis 2010; allerdings hatte man dort einfach „vergessen“, explizit auf den messtechnischen Unterschied zwischen diesen beiden Datensätze hinzuweisen und sich stillschweigend eines Äpfel&Birnen-Vergleichs bedient.
Dramatisch ist hier aber allein die Tatsache, dass die Wissenschaft seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht in der Lage gewesen sein soll, die Diskrepanz zwischen Pegel- und Satellitendaten abschließend auszuräumen. Es wäre ein Zeichen von allerhöchster wissenschaftstechnischer Inkompetenz, wenn diese Differenz der Satellitenmessungen von etwa 100 Prozent gegenüber den langjährigen Pegelmessungen tatsächlich noch immer nicht aufgeklärt worden sein sollte. Und als einziger Grund dafür bietet sich die Vermutung an, dass der kürzere Datensatz systembedingt fehlerbehaftet ist; aber offenbar sind diese Satellitendaten mit 3,2 mm/Jahr so schön alarmierend, dass man eine solche Illusion für den zu missionierenden Durchschnittsbürger unbedingt aufrechterhalten muss…

Anmerkung: Der Autor hatte den Eindruck gewonnen, dass offenbar bei der Satellitenaltimetrie zur Meeresspiegelermittlung die Daten von zwei getrennten Meßsystemen zunächst addiert werden, was bei der Übertragung einer solchen Datenmenge zunächst ja auch Sinn machen würde, weil dadurch der Datenstrom halbiert wird. Allerdings müssten diese Daten an irgendeiner Stelle des weiteren Bearbeitungsweges dann noch durch „2“ geteilt werden, was aber anscheinend unterbleibt. Es könnte sich bei dieser Diskrepanz zu den Pegelmessungen also um einen ganz einfachen Bearbeitungsfehler aus der Frühzeit der Satellitenmessungen handeln, von dem man sich aus alarmistischen Gründen jetzt nicht mehr ohne Gesichtsverlust lösen kann. Dagegen kommt Thomas Wysmuller in seinem Vortrag auf der 12. Internationale EIKE-Klima- und Energiekonferenz (IKEK-12) am 23. und 24. November 2018 zu dem Ergebnis, dass in den Berechnungsmodellen für die Meeresspiegelermittlung aus Satellitendaten die glaziale isostatische Korrektur (GIA) mit einem falschen Vorzeichen angebracht wird und sich dadurch der Schmelzwassereffekt verdoppelt. Aber wie dem auch sei, eine korrekte Bearbeitung der globalen Satellitenmessungen würde in beiden Fällen deren aktuelle Ergebnisse zum globalen Meeresspiegelanstieg in etwa halbieren und damit auf die Größenordnung der langjährigen Pegelmessungen zurückführen.

Zwischenergebnis: Mit den Fakten aus der fraglichen RTL Teletext-Nachricht vom 8. April 2019 hätte sich der globale Meeresspiegelanstieg also aktuell halbiert oder gar gedrittelt, was die zugrunde liegende Veröffentlichung der „Forscher aus Zürich“ aber sicherlich so nicht vermitteln wollte.

Nach einiger Recherche konnte schließlich die Originalquelle für die Aussage aus dem RTL Teletext ermittelt werden. Es handelt sich offenbar um den NATURE- Artikel  von Zemp et al. (2019) „Global glacier mass changes and their contributions to sea-level rise from 1961 to 2016”. Dort heißt es im Abstract, Zitat mit Hervorhebungen:

Here we use an extrapolation of glaciological and geodetic observations to show that glaciers contributed 27 ± 22 millimetres to global mean sea-level rise from 1961 to 2016. Regional specific-mass-change rates for 2006–2016 range from −0.1 metres to −1.2 metres of water equivalent per year, resulting in a global sea-level contribution of 335 ± 144 gigatonnes, or 0.92 ± 0.39 millimetres, per year.”

Damit werden die Informationen aus der RTL Teletext-Nachricht vom 8. April 2019 zunächst einmal bestätigt, allerdings nur durch das 10-jährige Mittel im Zeitraum 2006–2016. Die Gletscherschmelze zwischen 1961 und 2016 soll dagegen einen Beitrag von 27 ± 22 Millimeter zum globalen Meeresspiegelanstieg geliefert haben; das wären für diesen Datensatz rein rechnerisch also 0,49mm jährlich, allerdings wegen eines verstärkten Anstiegs 2006–2016 mit einer deutlichen Tendenz zu noch geringeren Werten für den Zeitraum bis 2006 sowie einer völlig unsinnigen Fehlerschwankung.

Auffällig sind hier zunächst zwei völlig unterschiedlich lange Datensätze mit gleichem Enddatum, wie wir das ja bereits aus Wikipedia kennen. Zemp et al. (2019) wollen also einen Anstieg der Gletscherschmelze für den Zeitraum 2006-2016 gegenüber 1961-2016 ermittelt haben und bleiben dabei ausgerechnet den ihre Argumentation stützenden niedrigeren jährlichen Vergleichswert für den Zeitraum 1961 bis 2016 schuldig. Üblicherweise ist echte Wissenschaft immer bestrebt, eindeutig nachvollziehbare Beweise für eine konkrete Aussage beizubringen, und dazu gehören in diesem Fall nun einmal direkt vergleichbare Jahreswerte. Und anstatt die beiden benutzten Zeitreihen direkt auf einander abgestimmt zu haben und daraus dann ihre Argumentation schlüssig und reproduzierbar abzuleiten, heißt es bei Zemp et al. (2019), Zitat mit Hervorhebungen:

Although statistical uncertainty ranges overlap, our conclusions suggest that glacier mass loss may be larger than previously reported. The present glacier mass loss is equivalent to the sea-level contribution of the Greenland Ice Sheet, clearly exceeds the loss from the Antarctic Ice Shee, and accounts for 25 to 30 per cent of the total observed sea-level rise.”

Die Formulierung „our conclusions suggest“ heißt übersetzt „unsere Schlussfolgerungen schlagen vor (besser: legen nahe)“, und selbst die nachfolgende Kernaussage von Zemp et al. (2019) zur konkreten Gletscherschmelze bleibt dann noch im Konjunktiv. Im Bergbaumilieu würde man eine solch überschwere sprachliche Sicherheitsausrüstung als „zugebundene Hose plus Gürtel und Hosenträger“ bezeichnen. Nicht etwa die „vorgelegten Daten beweisen“ oder „weisen (wenigstens) darauf hin“, sondern persönliche „Schlussfolgerungen schlagen (eine Möglichkeit) vor“.

Am Ende stellt die Forschergruppe um Zemp also fest, ihre Schlussfolgerungen legen nahe, der Gletscherschwund könne größer sein als bisher berichtet – also ausdrücklich nicht, dass ihre Daten tatsächlich die medial verbreitete Schlagzeile beweisen, dass der momentane Gletscherschwund größer ist als bisher berichtet wurde.

Von daher ist den Nachrichtenmachern von RTL Teletext der Konjunktiv im Schlußsatz ihrer Meldung vom 8. April 2019 hoch anzurechnen, denn sie hatten die Kernaussage von Zemp et al. (2019) offenbar richtig verstanden – aber wer von den Lesern hat’s wohl überhaupt bemerkt oder gar zutreffend eingeordnet?

Abschlussfrage: Was unterscheidet seriöse Journalisten und Wissenschaftler von käuflichen Mietmäulern?

Antwort: !vitknujnoK reD  (<= hier bitte von rechts mit dem Lesen beginnen)

Am Ende dieser Analyse muss man nämlich feststellen, dass sowohl die Nachrichtenmacher als auch die betreffenden Wissenschaftler der interessierten Öffentlichkeit eine haarsträubend falsche Schreckensmeldung korrekt im Konjunktiv vermittelt hatten. Beide können also überhaupt nichts dafür, wenn ein alarmierter Betrachter zu der völlig irrigen Annahme kommen sollte, der globale Gletscherschwund würde tatsächlich stark zunehmen.

 

Vom Entstehen der Klimareligion

Lesenswerter Beitrag von Thomas Spahn am 7. April 2019 auf Tichys Einblick:

Es begann nicht mit Thunberg: Vom Entstehen der Klimareligion

Das Entstehen einer neuen Religion begann in einer Zivilisation, die aufgrund der moralischen Brüche ihrer Geschichte alle Voraussetzungen in sich trug, die neue Religion begierig in sich aufzunehmen.

Noch wirkt es eher satirisch, wenn Kritiker den Kult um die schwedische Autistin Greta Thunberg mit Heiligenverehrung vergleichen, wenn eine Scheinheilige wie Kathrin Göring-Eckardt Thunberg zu einer Prophetin verklärt und Skeptiker von einer „Klimareligion“ sprechen, der sich vor allem junge Menschen unreflektiert anschließen, dafür mit Vorsatz und als Zeichen ihres Widerstandes gegen was auch immer mit Segen ihrer Eltern ihre Ausbildung schwänzen.

Anhänger des neuen Kultes reagieren daher auch überaus gereizt, werden sie auf diese Entwicklung angesprochen. Dem Hinweis darauf, dass das Diktat der Klimarettung sich auf der metaphysischen Ebene religiöser Heilserwartungen bewege, wird mit Hinweis auf die vorgebliche Wissenschaftlichkeit der Klimaanalytiker begegnet. Nichts habe der Einsatz für den „Klimaschutz“ zu tun mit irrationalen Weltvorstellungen – alles hingegen mit einer wissenschaftlich-sachlichen Betrachtung der Wirklichkeit.

Weiterlesen auf Tichys Einblick

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Anfang Oktober 2018 stellte der IPCC seinen neuen Sonderbericht zum 1,5-Grad-Ziel vor. Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass die Gutachterprotokolle und Antworten der Autoren gleichzeitig veröffentlicht werden, um die Qualitätssicherung des Berichts zu dokumentieren. Nicht so beim IPCC. Der ließ zunächst einmal genüsslich die Medienlawine abrollen. Selbst ein halbes Jahr nach Veröffentlichung des Berichts sind die Gutachterprotokolle noch immer nicht online, schauen Sie selbst (Stand 10.4.2019. Wir berichteten bereits hier an dieser Stelle.

Auch anderen ist dieser Transparenz-Mangel bereits aufgefallen. Am 3. April 2019 berichtete Izuru in seinem Blog über den Fall:

Half a Year

I’m a couple days early with this, but I wanted to get this posted so I don’t forget. Half a year ago (on October 7th, I believe), the IPCC announced the publication of its Special Report on Global Warming of 1.5°C. Along with this announcement was a major media blitz to get people to look at the report. In response to this, I asked a natural question, when would the IPCC release the draft versions of the report and the reviewer comments on those drafts? The IPCC had said it’d release that material when it published the report, but in response to my question, the IPCC said:

[...]

It’s now been about four more months, half a year since the IPCC engaged in its media blitz about the publication of this report, and the IPCC still hasn’t released any of the material it said it’d release when it published the report. Is the IPCC ever going to publish this material? If it doesn’t, would anyone care? I’m not sure. Nobody seems to care the IPCC blatantly lied during its media campaign.

*The changes go far beyond simple copy-editing, with entire paragraphs being changed, deleted or even created from scratch. Not only was this fact hidden from the public, no explanation has been provided as to how such changes are reviewed since there was no opportunity for outside reviewers to comment on them.

Ganzen Beitrag hier lesen.

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Beitrag von Winfried Wolf am 5. April 2019 auf den Nachdenkseiten:

Lassen Sie uns doch mal über Verkehr reden – Teil 3: Sackgasse Elektromobilität
Die Weltautobranche erlebte in jüngerer Zeit mehrere ökonomische und Glaubwürdigkeitskrisen. Ein Ausweg bot dabei immer: eine neue Reformidee. Katalysator. SwatchCar. Biosprit. Und jetzt das Elektro-Auto. Allen diesen „inneren Reformen“ der Autogesellschaft gemein ist: Am Ende wurden die Zahl der Autos auf dem Planeten erhöht, die Auto-Dichte in den Metropolen gesteigert, die Umwelt, das Klima und die Gesundheit von Hunderten Millionen Menschen stärker belastet. Dabei sind gerade die Versprechungen der „Elektromobilität“ tönern. Sie werden in zehn Jahren ebenso Schall und Rauch sein wie bei den Versprechungen, die es bei den vorangegangenen Reformideen gab.

Weiterlesen auf den Nachdenkseiten

 

Mittlere globale Temperaturen steigen logarithmisch mit den CO2-Konzentrationen – nicht linear, wie vom IPCC behauptet

Von Otto Glinzer

Zuverlässige Extrapolationen in die Zukunft, ein wesentliches Anliegen der derzeitigen Klimaforschung, basieren auf der Fähigkeit, die bisherigen CO2-Konzentrations-bedingten Temperaturerhöhungen genau beschreiben und von natürlichen tempe­ratur­ver­än­dern­den Einflußgrößen wie Multidekaden-Oszillationen der Ozeane (im 20. Jahrhundert vor allem der AMO-Schwingung) unterscheiden zu können. Solche Überlegungen fehlen im IPCC-Report „Climate Change 2013 – The Physical Science Basis“ trotz seines Umfangs von 1550 Seiten. Auf Seite 60 wird der AMO-Einfluß abgetan mit den Worten the AMO is assessed with high confidence to have made little contribution to the GMST trend between 1951 and 2010 (considerably less than 0.1°C)“, und auf Seite 27 wird behauptet „Cumulative total emissions of CO2 and global mean surface temperature (GMST) response are approximately linearly related“.

Der IPCC setzt sowohl bei der Beschreibung der Gegenwart als auch bei seinen Zukunftsprognosen auf Simulationen, die er „model experiments“ (S. 79) nennt, obwohl für Dritte kaum nachvollziehbare Berechnungen aus Simulations-Modellen nichts mit echten physikalischen Experimenten und ihrer Aussagekraft zu tun haben. Nachvollziehbar und ohne Simulationen läßt sich aus den öffentlich zugänglichen Daten zu CO2-Emissionen, -Konzentrationen und mittleren globalen Oberflächen-Temperaturen herleiten, daß die globale Erwärmung nicht linear, sondern logarithmisch mit der atmosphärischen CO2-Konzentration (bzw. kumulativen CO2-Emissionen) zusammen­hängt.

 

Bild (a) zeigt, daß die mittleren globalen Temperaturen T um den vom IPCC behaupteten Zusammenhang T = m/1600 (m=kumulative CO2-Emissionen bis zum betrachteten Jahr) schwingen. Bild (b) verdeutlicht diese Schwingung durch Differenzbildung. Die Schwin­gung hat eine Periode von ca. 68 Jahren, schwingt aber nicht um die Null-Linie, sondern um eine schräg liegende Gerade, die durch gleitende Mittelwerte über die Periode der Schwingung erzeugt wurde.

In Bild (c) wurde die IPCC-Funktion T = m/1600 durch die logarithmische Funktion

(1) T = 3,1*ln(C/C0) (°C)

ersetzt, die 2017 ebenfalls den Wert 1°C angenommen hat (C=407 ppm, C0=295 ppm), als die kumulativen CO2-Emissionen 1600 Gt erreichten. Die dadurch erzeugte Multidekaden-Oszillation schwingt um die Null-Linie, und zwar vollkommen synchron zur „Atlantischen Multidekaden-Oszillation“ (AMO). Der AMO-FAQ-Seite der NOAA AOML Physical Oceanography Division kann man entnehmen, daß die AMO die globale Erwärmung überlagert, so wie es in Bild (c) verdeutlicht wird (grüne Kurve). Sie ist natürlichen Ursprungs und in Baumringen und Eisbohrkernen bis zu 1000 Jahre in der Vergangenheit beobachtbar.

Sowohl in Bild (b) als auch in Bild (c) ist zu erkennen, daß die Mittelwerte über je eine Schwingungsperiode von 68 Jahren (d.h. +-34 Jahre) – die bei einer gleichmäßigen Schwingung den Wert 0 haben müssen – ab ca. 1973 immer mehr ins Negative gehen. Darin kommt zum Ausdruck, daß neben der AMO auch die „Pazifische Dekaden-Oszillation“ (PDO) die globalen Temperaturen beeinflußt. In den 1990er Jahren ging der temperaturerhöhende Einfluß der AMO allmählich zurück, und die in einer negativen Phase befindliche PDO wurde dominant – siehe Publikation Steinman et al. (2015), in der die Erwärmungspause Anfang der 2000er Jahre ebenfalls auf die plötzliche Dominanz der PDO nach ca. 100 Jahren AMO-Dominanz in Zusammenhang gebracht wurde. Die rote Kurve der Perioden-Mittelwerte der in Bild (c) gelb dargestellten Multidekaden-Oszillation liegt zwischen ca. 1927 und 1973 exakt auf der Null-Linie; d.h. zwischen ca. 1895 und 2005 wurden die Temperaturmeßwerte von einer sehr gleichmäßigen Schwingung überlagert. Mittelwertbildung von Temperaturmeßwerten über je 68 Jahre eliminiert die überlagerte Schwingung, so daß man auf der Ebene dieser Periodenmittelwerte berechnen kann, welche Funktion mit welchen Parametern die globale Erwärmung optimal beschreibt: Es ist eindeutig der logarithmische Zusammenhang ln(C/C0) mit dem Faktor 3,1 +- 0,05 °c. Genaueres dazu findet man unter der Adresse cdatac.de.

Bild (d) zeigt das Ergebnis: Der von AMO und (ab 1995) PDO überlagerte logarithmische Zusammenhang beschreibt die mittleren globalen Temperaturen von 1855 bis heute sehr genau.

Formel (1) kann verwendet werden, um CO2-Konzentrationen Temperaturen zuzuordnen, die auf der Basis von Szenarien mit Hilfe des Bern Carbon Cycle Modells berechnet wurden. Das IPCC-Szenario RCP6.0 nimmt gleichbleibende Pro-Kopf-Emissionen von ca. 5 t CO2/Jahr an (den Wert, der seit ca. 1970 nahezu konstant blieb), beschränkt aber den Bevölkerungszuwachs bis 2100 auf 10 Milliarden. Unter diesen Umständen würde ca. 2045 die 1,5°-Grenze bei einer kumulierten CO2-Emission von ca. m=2750 Gt erreicht werden, und erst 2080 würde die 2°-Grenze bei m=4300 Gt geschnitten werden. Wenn man hingegen annimmt, daß weiterhin – wie seit 1970 – alle 12 Jahre eine Milliarde mehr Menschen auf der Erde leben, würde sich die Bevölkerungszahl bis 2100 fast auf 14,5 Mrd verdoppeln. Die 1,5°-Grenze würde weiterhin im Jahr 2045 bei m=2750 Gt erreicht werden, aber bereits 2070 würden 2°C globale Erwärmung gemessen werden (bei m=4200 Gt).

Der langsamere Temperaturanstieg infolge des logarithmischen Zusammenhangs verhindert also nicht das Überschreiten der in Paris propagierten 2°-Grenze; aber es bleibt mehr Zeit, sowohl für Gegenmaßnahmen als auch für Anpassungen an wärmeres Klima. Es besteht kein Grund zu Alarmismus und unüberlegtem Aktionismus.

„Klimaschutz“-Maßnahmen (wie der teure Verzicht auf CO2-Emissionen bei Energie-Gewinnung, Heizung, Verkehr usw.) haben eine ähnliche Problematik wie (einseitige) Abrüstung: Wenn nicht alle mitmachen, schwächt sich derjenige selbst, der in Vorleistung tritt, stärkt damit andere, verdrängt Emissionen in andere Länder, und für die Welt ist nichts gewonnen. Im Unterschied zum Abrüstungs-Dilemma gibt es jedoch eine Alternative: Verzicht auf CO2-Emissionen nicht als planwirtschaftlich durchgesetzte (Zwangs-)Maßnahme für einzelne Länder – was nichts bringt, weil fossile Energien dadurch für die Länder, die nicht mitmachen, konkurrenzlos günstig würden -, sondern als Folge einer Verdrängung vom Markt durch die Entwicklung billigerer und emissionsfreier Energiegewinnungsverfahren. Der Einsatz finanzieller Mittel für solche Entwicklungen wäre weitaus sinnvoller als die Finanzierung letztlich wirkungslosen und schädlichen Verzichts.

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Zuerst erschienen auf Climate Data Check

 

Die Greta-Frage: Sebastian Lüning im Interview bei JF-TV

Klimakrise oder Panikmache? Wieviel Klima macht der Mensch? Über diese “Gretchen-Frage” in der Klimadebatte führte Anfang April 2019 der JF-TV Filmemacher Marco Pino ein Interview mit dem Geowissenschaftler Sebastian Lüning, das passenderweise direkt vor dem Berliner Reichstagsgebäude stattfand. Hier das Interview:

 

 

Wenn Ihnen der Film gefallen hat, unterstützen Sie bitte den Filmemacher mit einer Spende via Paypal, denn das Thema bleibt spannend. Vielleicht in Zukunft mehr davon?

 

Aus Respekt vor den Schülerprotesten: Freitags alle Kohlekraftwerke abschalten!

Von Uli Weber

Hier bei uns verstopft der Kohlestrom das Stromnetz und deshalb kann dieses Netz nicht genügend alternative Energien speichern. Dadurch fällt wiederum die bereits fest eingepreiste CO2-Einsparung unserer EEG-Energiewende flach und Deutschland verfehlt seinen zwingend notwendigen Beitrag für das globale 1,5-Grad-Klimaziel. Nach Aussage der „Scientists for Future“ reichen die derzeitigen Maßnahmen zum Klima-, Arten-, Wald-, Meeres- und Bodenschutz bei Weitem nicht aus, um eine katastrophale Veränderung des 30-jährigen globalen Wetterdurchschnitts (= Klima) zu verhindern.

Und weil die Erwachsenen in den westlichen Industrienationen beim Klimaschutz völlig versagt haben, demonstrieren hier die Schüler jetzt jeden Freitag ganz spontan für eine klimagerechte Welt. Alle übrigen Schüler dieser Welt lernen inzwischen fleißig weiter, damit es ihnen später auch einmal so gut geht, wie diesen Schülern in den westlichen Industrienationen.

Also, liebe Kohlekommission, aus Respekt vor den „Fridays for Future“-Schülerprotesten sollten zukünftig an jedem Freitag die deutschen  Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, denn dadurch können wir alle nur dazulernen:

 

 

 

 

Der Beipackzettel zu „RESPEKT am Freitag“:

Martin Rhonheimer, Professor für Ethik: Hört nicht auf die Klimapopulisten!

Ethikprofessor Martin Rhonheimer analysierte am 7. April 2019 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung den Schülerklimastreik sowie die fragwürdige Verbandelung mit aktivistischen Klimawissenschaftlern. Absolut lesenswert:

Hört nicht auf die Klimapopulisten!

In der Klimafrage werden ständig Wissenschaft und Politik vermischt. Das ist gefährlich. Der Nobelpreis für Greta Thunberg wäre lächerlich. So sagt es Hans-Joachim Schellnhuber, Gründer des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung: Mit den Schülerstreiks für das Klima sei eine neue Epoche angebrochen. Es gebe nun zur Verhinderung, dass unser Planet gegen die Wand gefahren werde, einen „Schulterschluss zwischen der Wissenschaft und den Kindern, den Jugendlichen“.

[...]

Klimaforscher Schellnhuber erweist sich damit als politischer Agitator und das Ganze als eine sich selbst verstärkende Blase. Wenn, wie in den letzten Wochen geschehen, mehr 20000 Wissenschaftler – so viele Klimaspezialisten kann es allerdings gar nicht geben – sich mit dem Aufruf der Schülerin Greta Thunberg und der von ihr initiierten Klimastreik-Bewegung „Fridays For Future“ solidarisieren: dann ist das nicht nur ein absurder Tanz in einer gigantischen Blase, die immer mehr die öffentliche Meinung ergreift und, durch die Medien rückgekoppelt, sich dauernd selbst verstärkt. Es ist auch eine besonders bedenkliche Form von Populismus.

[...]

Verwerflich ist dieser Klimapopulismus, weil er Kinder und Jugendliche instrumentalisiert, die wie die meisten Bürger gar nicht imstande sind, die Zusammenhänge und Wahrscheinlichkeiten auch nur annähernd zu beurteilen. Sie werden von Wissenschaftlern aber dazu benutzt, um die in der Öffentlichkeit immer noch umstrittene und von vielen angezweifelte Behauptung eines weitgehend menschengemachten Klimawandels und einer durch die Politik zu verhindernden Klimakatastrophe einer weiteren öffentlichen Diskussion zu entziehen. Das ist der Wissenschaft unwürdig.

Leseempfehlung! Ganzen Artikel in der FAS lesen.

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Ebenfalls sehr gelungen ist ein Artikel von Wolfang Meins auf Achgut vom 6. April 2019:

Mit dem Panikorchester Richtung Eisberg

Dem Autor dieser Zeilen geht es ähnlich wie Greta Thunberg: Der Klimawandel lässt ihn einfach nicht los. Aber weder wartet auf ihn die Goldene Kamera noch gar der Friedensnobelpreis, was auch an den Fragen liegen mag, um die es hier geht.

Wie werden künftige Historikergenerationen das Phänomen Greta einordnen? Wie werden sie überhaupt den ganzen alarmistischen Rummel um Klimawandel, Klimakatastrophe und Klimarettung bewerten? Werden sie eine überzeugende Antwort auf die sich möglicherweise stellende Frage finden, wie es dazu kam, dass Deutschland ohne jeden äußeren militärischen Zwang und nicht etwa bloß freiwillig, sondern geradezu mit Begeisterung seine Energieversorgung und industrielle Basis ruinierte und schließlich mangels finanzieller Masse – verschärft durch vorhersehbare demographische Veränderungen, unkontrollierte Migration und Probleme, deren Existenz wir gegenwärtig noch nicht einmal erahnen – auch den Rundum-sorglos-Sozialstaat weitgehend abschaffen musste. Man wird sich dann gegebenenfalls fragen, welches Ereignis der point of no return war oder wann genau man in Berlin den Zug in Richtung Caracas bestiegen hat. 

Man wird sich auch fragen, wieso denn die zahllosen wissenschaftlichen Befunde und Alltagsbeobachtungen ignoriert, ja geleugnet wurden, die doch deutlich darauf hinwiesen, dass der Klimawandel sehr wahrscheinlich bei weitem nicht das ursprünglich befürchtete Ausmaß haben würde und der menschengemachte Anteil daran zwar vorhanden ist, aber in letztlich nicht maßgeblicher Größenordnung. Also, Fragen über Fragen und damit Zeit für zumindest einige Antworten. 

Historiker könnten später als mildernden Umstand anführen, dass Planen oder Prognostizieren von komplexen Situationen des Menschen Stärke eben nicht ist. Auch wenn das zweifelsohne zutrifft, ist dieses Argument stark zu relativieren. Denn wenn ein systematischer Knick in der Optik vorliegt, man alles durch die ideologische Brille wahrnimmt, helfen auch keine ansonsten noch so ausgefeilten prognostischen Anstrengungen, wie man anhand eines aktuellen Beispiels hier eindrücklich nachlesen kann.

Weiterlesen auf Achgut

 

Hans von Storch: “Selbst heute steht noch nicht fest, wie hoch genau der Temperaturanstieg ausfallen wird”

Das Drehbuch war so schön einfach gestrickt: Wissenschaftler, Fernsehmoderatoren und sogar die Bundeskanzlerin verbrüdern sich mit den klimastreikenden Schülern und sollten damit auch die letzten Zweifler an der großen gesellschaftlichen Klimatransformation überzeugen. Die plumpe Überzeichnung der Kampagne hat die meisten Bürger jedoch eher hellhörig gemacht: Erleben wir gerade eine der größten Hysteriewellen des noch jungen Jahrtausends? Da die Schüler selber noch gar nicht die Qualifikation für eine eigene wissenschaftliche Bewertung der Fakten besitzen, werden sie von außen beeinflusst und letztendlich gesteuert. Könnte es sein, dass wir eine Neuauflage des bekannten Märchens “Rattenfänger von Hameln” erleben?

Was wir nun brauchen, sind keine emotionalisierenden Latifs, Leschs oder Rahmstorfs, sondern vielmehr eine ausgewogene und nüchterne wissenschaftliche Darstellung der Fakten. Der Spiegel hat die Lücke erkannt und brachte bereits am 22. März 2019 ein hochinteressantes Interview mit dem Klimaforscher Bjorn Stevens, in dem er die großen verbleibenden Unsicherheiten der Klimamodelle beschreibt. Am 6. April 2019 hat der Spiegel in seiner Printausgabe nachgelegt und druckte ein ausgezeichnetes Interview mit dem Klimawissenschaftler Hans von Storch ab. Der Online-Text ist nur für Abonnenten zugänglich, der Gang zum Kiosk lohnt. Einige Auszüge:

Interview mit Klimaforscher Hans von Storch
“Die Welt wird deswegen nicht untergehen”

Die globale Erwärmung führt zu Alarmismus bei Forschern, sagt der Klimaexperte Hans von Storch.

[...]

VON STORCH: [...] selbst heute steht noch nicht fest, wie hoch genau der Temperaturanstieg ausfallen wird. Die Unsicherheiten sind nach wie vor beträchtlich. [...] Damals [in den Achtziger Jaren] ahnte man allenfalls, was auf die Menschheit zukommen könnte, aber es gab einander widersprechende Hypothesen zur Klimaentwicklung. Vergessen Sie nicht: Noch in den Siebzigern warnten viele Geologen eher vor einer neuen Eiszeit. Wahr ist, dass wir den Treibhauseffekt in der Theorie schon seit mehr als 100 Jahren kennen, doch galt er lange Zeit als vernachlässigbar. Denn Kohlendioxid allein macht ja gar keine große Erwärmung. Erst durch die verstärkende Rückkopplung mit dem Wasserdampf kommt es zu einem deutlichen Temperaturanstieg.

[...]

SPIEGEL: Sollten die Schüler, die derzeit freitags gegen den Klimawandel auf die Straße gehen, Grund zur Panik haben?

Storch: Nein. Wenn man das Problem lösen will, ist Angst ein schlechter Ratgeber. Gefüttert werden die Ohnmachtsgefühle leider auch durch jene Klimaforscher, die als Wahrheitsverkünder auftreten und vor der Apokalypse warnen. Solche Leute tun der Wissenschaft keinen Gefallen, weil sie die kritische Distanz zu ihrem Forschungsgegenstand aufgeben. Ein Forscher sollte seine Erkenntnisse stets als vorläufig präsentieren und muss bereit sein, sie auch über den Haufen zu werfen, wenn widersprechende Daten bekannt werden.

SPIEGEL: Gehen einige Forscher zu weit?

Storch: Ja. Ich habe den Eindruck, dass manche Kollegen den Politikern am liebsten haarklein vorschreiben würden, was sie zu tun und zu lassen haben, um die Welt zu retten. Das liefe auf eine Herrschaft der Experten hinaus und wäre vollkommen undemokratisch. Eine Gelehrtendiktatur würde zudem nicht zu besseren Lösungen führen, denn die meisten guten Wissenschaftler sind per se Fachidioten.

Ganzes Interview im Spiegel lesen.

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Für mehr Augenmaß in der Klimapolitik und eine stärkere Berücksichtigung der verbeibenden Modellunsicherheiten warb auch Sebastian Lüning am 3. April 2019 bei einem öffentlichen Fachgespräch vor dem Umweltausschuss des Bundestags. Lünings schriftliche Stellungnahme können Sie hier herunterladen (pdf hier).

 

 

Einen weiteren Video-Zusammenschnitt von Lünings Bundestags-Statements gibt es auf FMD’s TV Channel.

 

 

Prima Klima am Flughafen Genf

Bei der Forschung zum Klimawandel fallen oftmals „nebenbei“ Dinge auf, die, für sich allein genommen, meist nicht veröffentlicht werden. Dennoch sind sie interessant und lassen einen Blick „hinter die Kulissen“ zu. Dazu gehört z.B. die Erkenntnis, dass in den offiziellen (meist staatlichen) meteorologischen Institutionen auch nur mit Wasser gekocht wird. Will sagen, es ist interessant zu sehen, wie z.B. Klimadaten überhaupt zustande kommen. Und da fallen Dinge auf, die zum grübeln Anlass geben können. Hier gelangen Sie zu einem Beitrag von Hans-J. Dammschneider über die Messstation Genf/Schweiz: “Prima Klima am Flughafen Genf“.

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Die Hockeystick-Verwirrung sowie ClimateGate sind nun schon etliche Jahre her. Das Buch “The Hockeystick Illusion” von Andrew Montford ist Pflichtlektüre für jeden Kritiker des Klimaalarmismus. Wer es noch nicht getan hat, bitte unbedingt auf den Lesestapel legen.

Vor kurzem ist im Rahmen juristischer Informationsanfragen wieder ein ganzer Schwung an Klimaemail-Korrespondenz veröffentlicht worden. Aber so richtig großer Enthusiasmus will nicht aufkommen. Wer hat schon Lust, sich durch hunderte von alten Emails zu wühlen. Der Hockeystick ist sowieso schon tot und durch neuere Temperaturkurven abgelöst. Es ist zur Genüge bekannt, dass die bekannten Aktivistenwissenschaftler sich bemüht hatten, die vorindustriellen Wärmephasen kleinzurechnen. What’s new?

Wer trotzdem in die Korrespondenz von Michael Mann und Co-Autor Malcolm Hughes hineinschauen möchte, dem sei zunächst ein Artikel von David Schnare auf WUWT vom 10. Dezember 2018 empfohlen. Um es gleich vorwegzunehmen, bei Hughes handelt es sich um einen grundsoliden Wissenschaftler, wie Schnare feststellt. Insofern lohnt es sich eher beim damals jungen Kollegen Michael Mann hinzuschauen, der zur Zeit des Hockeysticks Doktorand war. Thema unter anderem “Hide The decline”. Hierzu passend der folgende Song:

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Eine gute Frage: Wie sollen Arbeitgeber mit kriminellen Klimaaktivisten umgehen, die sich über Gesetze hinwegsetzen und mit der Polizei in Konflikt geraten sind? (siehe Beitrag auf WUWT).

Möglichkeit A: Wohlwollend darüber hinwegsehen. Die Gesetzesverstöße wurden ja begangen, um die Welt zu verbessern

Möglichkeit B: Disziplinarische Maßnahmen, bis hin zur Kündigung, im Falle besonders starker Gesetzesverstöße.

Was meinen Sie dazu?

 

Verbleibende Unsicherheiten in der frühen Sonnenfleckenhistorie

In der Frühphase der Sonnenfleckenbeobachtung gab es leider einige Datenlücken, so dass der genaue Verlauf etwas unsicher ist. Das Southwest Research Institute untersucht diese Lücken und gab hierzu am 10. Dezember 2018 die folgende Pressemitteilung heraus:

Solar activity research provides insight into sun’s past, future

Andrés Muñoz-Jaramillo of Southwest Research Institute and José Manuel Vaquero of University of Extremadura have developed a new technique for looking at historic solar data to distinguish trustworthy observations from those that should be used with care. This work is critical to understanding the Sun’s past and future as well as whether solar activity plays a role in climate change.

“Scientists have been monitoring solar activity since Galileo made the first drawings in 1612 by counting sunspots and groups of sunspots,” said SwRI’s Muñoz-Jaramillo, a senior research scientist who is first author of a paper in Nature Astronomy outlining the research. “However, putting all observations in perspective is quite challenging due to wide-ranging observation techniques and telescope magnifications used. We see much more now and our understanding of what we see changes the way we count spots.” 

The team created a technique that takes all historic data gathered and digitized thus far and combines them visually, to provide a complete picture of the data we have and where are we missing information. Roughly every 11 years, the magnetic structure and activity of the Sun cycle between periods known as solar minimum and solar maximum. During solar maximum, the Sun emits high levels of solar radiation, ejects large amounts solar material and displays large numbers of intense sunspots, flares and other phenomena. During solar minimum, this activity is muted. Changes on the Sun cause effects in space, in the atmosphere and on Earth’s surface. 

The Sun also experiences century-long variations, including periods of abnormally low solar activity called grand minima. Maunder Minimum refers to a 70-year period between 1645 and 1715 when observations revealed thousands of days without sunspots. The term was the title of a 1976 paper that first identified these longer cycles, named for a husband-wife team of solar astronomers from the late 17th century. In contrast, modern observations typically record hundreds of days without sunspots over similar periods of time. 

“Scientists are investigating whether Maunder Minimum could serve as archetype of a grand minimum in magnetic activity for the Sun and other stars,” Muñoz said. However, data prior to, during and after the Maunder Minimum, is less reliable and lacks the precision and coverage of today’s measurements. Recent reevaluations of sunspot observations have yielded a conflicted view on the evolution of solar activity over the last 400 years.  

“Due to our lack coverage we don’t know if the Sun took decades to recover from the Maunder Minimum to the levels of solar activity we see today, or if it was quick as if a switch had been turned on,” Munoz said. “There is currently a team of experts from all over the world working hard to find the best way of combining these data. In the meantime, one has to be very careful when using historic sunspot data to study potential links between the Sun and changes in terrestrial climate, given that these effects would be complex and subtle. Our work uses historical data to provide context to users of these estimates that may not be aware of their limitations.”

“Visualization of the challenges and limitations of the long-term sunspot number record” was published Dec. 10 in Nature Astronomy. This work is part of an international effort to reconstruct solar activity levels during the last 400 years, led by the SILSO World Data Center and funded by the NASA Grand Challenge and Living with a Star programs, and other Spanish institutions.

Eine Diskussion der verschiedenen Sonnenflecken-Rekonstruktionen können Sie auch bei Nir Shaviv finden, mit Kommentierung von Willis Eschenbach.

 

Welchen Wert haben Umfragen, wenn man nur Aktivisten fragt?

Aktivistenumfrage auf Zeit Online am 11. Dezember 2018:

Wenn Klimaforscher die Welt regieren würden
Autos abschaffen, Wald aufforsten, vegetarisches Essen – was muss der Mensch sofort tun, um die Erderwärmung zu stoppen? Neun führende Forscher antworten auf ZEIT ONLINE.

Zu den “führenden Forschern” gehören leider vor allem Aktivisten, wie Michael Mann sowie Mitglieder von privaten Dekarbonisationsinitiativen. Gemäßigte Meinungen waren offenbar bewusst nicht dabei. Viele dieser Organisationen sind interessanterweise in Berlin angesiedelt, z.B. das Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change sowie das New Climate Institute. Über letzteres lesen wir auf dessen Webseite:

NewClimate Institute is a limited liability non-profit company (gGmbH). It was founded in November 2014, and is managed by six partners, who are its only shareholders. NewClimate Institute has offices in Cologne, Germany and Berlin, Germany.

Man bekommt fast den Eindruck, dass hier massenweise aus dem PIK- und Stiftungsumfeld massenweise gezielt “Institute” gegründet werden, um die Dekarbonisierung mit Auftragspapers und -Gutachten zu unterstützen. Im Zeit-Interview auch Friederike Otto (die mit dem Augenbrauen-Piercing), sowie der PIK-Mann Hermann Lotze-Campen (“Wir sollten den Fleischkonsum auf 600 Gramm pro Woche reduzieren”).

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Kennen Sie schon das Blog ScienceFiles? Dort erschien am 12.1.2019 der folgende Beitrag:

„Fanatischer Dogmatismus“: Deutsche Wissenschaft wohl weitgehend im Katastrophenmodus

Bei uns um die Ecke, in Bangor, an der dortigen Universität lehrt Raimund Karl Archäologie. Seit 2003 tut er das. Er ist, so kann man daraus schließen, wie wir real Welsh. Genau wie wir, kann er es jedoch nicht lassen, die Missstände, die er in Deutschland und vor allem in der deutschen Wissenschaft sieht, anzuprangern, und zwar mit deutlichen Worten: “Wider die zahmen Worte” heißt ein bemerkenswerter Beitrag, der in diesem Sinne von Raimund Karl verfasst und auf seinem Blog und Online Journal „Archäologische Denkmalpflege“ veröffentlicht wurde.

Karl beobachtet fanatischen Dogmatismus in der deutschen Wissenschaft. Das Besondere: seine Fanatiker finden sich in der Archäologie, nicht in den Sozialwissenschaften. Das ist aber auch der einzige Unterschied. Diesem einen Unterschied stehen viele Gemeinsamkeiten gegenüber, die die Fanatiker der Archäologie mit denen in den Sozialwissenschaften verbinden und die Zerstörung von Wissenschaft zu beider Projekt machen.

Wissenschaft, soviel zur Erinnerung, ist ein dem Erkenntnisfortschritt gewidmetes Projekt. Erkenntnis ist ein flüchtiges und vor allem temporäres Phänomen, einfach deshalb, weil man heute nicht wissen kann, was morgen entdeckt wird. Deshalb sind alle, die behaupten, sie wüssten genau, wie es sich in ihrer Wissenschaft verhält, Scharlatane, besser: religiöse Fundamentalisten, die vorgeben, was sie nicht wissen können:

Weiterlesen auf ScienceFiles – kritische Sozialwissenschaften.

Zwei Tage später brachte das Blog diesen Beitrag:

Neues Hochschul-Fach: Politische Agitation zum Kohleausstieg

Kennen Sie Eberswalde in Brandenburg? Wussten Sie, dass Eberswalde eine Hochschule hat, eine Hochschule für nachhaltige Entwicklung? Einmal ehrlich – Sie wussten das nicht und wenn doch, dann weil sie in unmittelbarer Nähe wohnen oder dort studiert haben. Wir jedenfalls, die wir uns täglich mit wissenschaftlichen Themen, Pressemeldungen und vielem anderen mehr aus dem Feld der Wissenschaft befassen, wir wussten bis heute nichts von der HNEE, der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde.

Wenn man als Hochschule etwas unter dem Radar fliegt und nicht die Hochschule ist, die Studierwilligen als erstes einfällt, wenn sie an einen Studienort denken, dann muss man sich etwas einfallen lassen. Früher haben Hochschulen versucht, durch Forschungsergebnisse in die Schlagzeilen zu kommen. Dann haben sie damit geworben, dass sie familienfreundlich und entsprechend zertifiziert sind.

Und nun präsentieren sich Hochschulen, die in die Schlagzeilen wollen, als Lehranstalt für politische Agitation. Und so ist der Präsident der Hochschule in Brandenburg, die so viele nicht kennen, zufrieden mit seinen Studenten, die in einem offenen Brief gerade den schnellstmöglichen Kohleausstieg gefordert haben:

Weiterlesen auf ScienceFiles

 

Fritz Vahrenholts Sonnenkolumne 03/19: Ein neues Klimamodell, das nichts taugt

3. April 2019

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Sonne war auch im Februar 2019 stark unternormal aktiv. An 26 Tagen des Monats waren keine Sonnenflecken sichtbar. Gleichwohl haben wir in den letzten Monaten einen leichten Anstieg der globalen Temperaturen zu verzeichnen, da wir uns mitten in einem schwachen El Nino befinden. Doch die Temperaturen liegen immer noch nur 0,34 °C oberhalb des langjährigen Mittels von 1998 bis 2010, wenn man die Satellitenmessungen zugrundelegt. Die durchschnittliche globale Erwärmung beläuft sich seit 1979 auf 0,13 °C pro Dekade, mehr als die Hälfte geringer als die Klimamodelle des IPCC berechnen.

Ein neues Klimamodell, das nichts taugt

Über 80 (!) Autoren haben kürzlich unter der Führung von Jean Christophe Golaz vom Lawrence Livermore National Laboratory ein neues (für den kommenden 6. Sachstandsbericht des IPCC produziert) Klimamodell entwickelt. Während bislang die Modelle an Hand einer Zeit ausgeprägter Erwärmung parametrisiert wurden (meistens zwischen 1976 und 2005) wird in der aktuellen Arbeit von Golaz et al (2019) ein anderer Weg beschritten: Es wurden die vorindustriellen Verhältnisse, wie sie um 1850 herrschten, zum Ausgangspunkt genommen.

Bis etwa 1955 schlägt sich das Modell ganz wacker mit dem „Tuning“ von 1850, wenngleich es die Erwärmung zwischen etwa 1925 und 1945 um ca. 0,4°C nicht abbildet. Danach läuft es dann aber  förmlich aus dem Ruder. Wir sehen eine Absenkung im Temperaturniveau um bis zu 0,5°C bis etwa 1996, danach eine Erwärmungsrate von über 0,5°C/Dekade. Dies zeigen die Beobachtungen nicht (s.Abb. 3 in diesem link).

Die Arbeit erklärt auch, wie es dazu kommt: Die Aerosole (sie kühlen durch Abschattung der Sonneneinstrahlung) haben eine viel zu große Wirkung im Modell und die Klimasensitivität gegenüber Treibhausgasen ist ebenfalls deutlich zu hoch. Das Problem, dass Modelle eine viel zu hohe Empfindlichkeit gegenüber Treibhausgasen durch ein zu großes (negatives) Aerosolforcing kompensieren, spricht auch Björn Stevens vom Max Planck Institut für Meteorologie Hamburg (MPI) hier an.

Es scheint ein grundsätzliches Problem aller Modelle zu sein, die die natürliche Variabilität nicht hinreichend berücksichtigen und die Temperaturentwicklung allein mit anthropogenen Einflüssen erklären wollen. So kommt am Ende auch Golaz et al. (2019) zu dem Ergebnis: Beides, der (negative) Antrieb durch Aerosole und die Klimasensitivität gegenüber Treibhausgasen (insbesondere CO2) sind in Modellen zu senken, um die jüngere Vergangenheit ab 1960 mit der notwendigen Präzision zu simulieren. Für den erklärten Zweck (die Entwicklung von Szenarien bis 2100- also in etwa 80 Jahren) entpuppen sich auch die neuesten „sophisticated“ Modelle damit als ungeeignet. Sie prognostizieren eine katastrophale Entwicklung auf Grund fehlerhafter Modelle, die mit der Wirklichkeit der letzten 50 Jahre wenig zu tun haben.

Greta und die Modellwelt

Greta und ihre deutschen follower speisen Ihre Forderungen nach einer sofortigen Beendigung unseres Lebenstil aus eben dieser falschen Modellwelt. Eigentlich müssten Klimaforscher, die die Unsauberkeit der Klimamodelle kennen, den Kinderkreuzzug in vernünftige Bahnen lenken,etwa mit Hinweis auf den Beitrag von Jochem Marotzke, der kürzlich im Spiegel zum Schluss kam, dass “unser verbleibendes CO2-Budget für das 1,5-Grad-Ziel wohl mindestens doppelt so groß wie gedacht ist.”
Aber der gleiche Marotzke unterstützt nun Fridays for future -Forderungen nach dem kurzfristigen Kohleausstieg bis 2030  in Deutschland. Nicht in China, wo der jährliche CO2-Zuwachs etwa so gross ist wie der Gesamtausstoss Deutschlands. Und Marotzke wird assistiert von den Klimaforschern Claussen, Schellnhuber, Rahmstorf, Latif, Mosbrugger, Stocker und Anders Levermann ( das ist derjenige, der im Wissenschaftsausschuss des Deutschen Bundestages behauptet hat, CO2 wäre ein gewinkeltes Molekül und daher ein Klimagas).  Hat wahrscheinlich auch am Freitag im Chemieunterricht gefehlt.

Neue Schlagzeilen zu den umweltfreundlichen Alternativen

Die Anzahl der Windkraftanlagen soll im Zuge der Energiewende verdoppelt bis verdreifacht werden , alle 2.7 km ein Windrad. Nun gibt es neue Warnungen zu den Umweltauswirkungen. Nach einer Modellanalyse des DLR von Ende 2018  suchen flugfähige Insekten (z.B. der Admiral, Marienkäfer) kurz vor der Eiablage hohe schnelle Luftströmungen auf, um sich vom Wind zu entfernten Brutplätzen tragen zu lassen. Die Strömungen liegen oberhalb 60 -100 m und treffen dort auf 200 Mio m² Rotorfläche. Ein Luftdurchsatz von 10 Mio km³, das ist mehr als das zehnfache des deutschen Luftraums (bis 200 m Höhe) wird durch die Rotoren gesogen.

1200 Tonnen Insekten werden durch die Rotoren vernichtet, das sind 1200 Milliarden Insekten. Das entspricht nach Abschätzung eines der Autoren der Größe der durch 40 Mio. PKW vernichteten Insekten. Bemerkenswerter Weise fallen der Rückgang der Fluginsekten und der Ausbau der Windkraftanlagen über eine Gesamthöhe von 100 m  bis 200 m vor 15 Jahren zusammen. Zufall ? Wir wissen es nicht. Die Forderung des Forschers : Abschalten der Windkraftanlagen von April bis Oktober bei Temperaturen über 10 °C. Für unsere Abgeordneten im Deutschen Bundestag : Das Bundesamt für Naturschutz hat bislang eine Untersuchung abgelehnt.

Vielleicht sollten sich unsere streikenden Schüler einmal mit diesem Thema im Unterricht befassen. Denn wenn sich die Befürchtung bewahrheiten sollte, geht es nicht nur um Fluginsekten, es geht um das gesamte Ökosystem. Der stumme Frühling, Silent Spring – ohne Chemie – einfach durch eine Energiewende ohne Technologiefolgenabschätzung. Es fing beim Mais und dem Biogas an und hört bei Windkraftanlagen auf. Wen es interessiert, der kann sich den Sachverhalt in meinem Vortrag vor dem Hamburger Hafen-Klub unter vahrenholt.net/publikationen (S.23-30) herunterladen.

Herzlichst
Ihr
Fritz Vahrenholt

 

Adaption an Klimawandel macht’s möglich: Maisernte in den USA steigt weiter an

Die Population der südafrikanischen Pinguine schrumpft. Experten sind sich einig, dass dies vor allem auf Überfischung zurückzuführen ist. Die BBC erklärte ihren Zuschauern jedoch, dass auch der Klimawandel maßgeblich beteiligt sei. Ein Zuschauer Paul Homewood entdeckte den Klimaalarm und beschwerte sich bei der BBC. Die schickte zunächst einen nichtssagenden Antwortbrief. Darauf wandte sich der Zuschauer an die nächsthöhergestellte Beschwerdestelle und bekam Recht.

Ein schönes Beispiel dafür, dass Beschwerden Sinn machen, wenn man sachlich und hartnäckig bleibt. Tun Sie es Homewood nach. Anregungen können Sie auf unserer Seite “Um Antwort wird gebeten” finden.

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Die Maisernte in den USA steigert sich von Jahr zu Jahr, und das obwohl sich das Klima doch eigentlich stetig verschlechtern soll. Wissenschaftler sind dem Enigma nachgegangen. Sie fanden Unglaubliches: Die Landwirte haben sich einfach an die wechselnden Bedingungen angepasst. Das Zauberwort lautet “Adaption”. Das macht Hoffnung. Nachzulesen auf WUWT.

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Was ist für die Menschheit günstiger? Adaption oder eine radikale Umstellung des aktuellen Wirtschaftssystem? Bjorn Lomborg und Jordan Peterson diskutieren:

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Noch ein Video, diesmal ein Vortrag zum Thema “Climate Science and the Myths of Renewable Energy” von Steve Goreham:

 

 

Skeptiker werden noch skeptischer, wenn Kommunikatoren Unwetter als vom Klimawandel erzeugt verkaufen

Wenn “Kommunikatoren” Unwetter als vom Klimawandel erzeugt verkaufen, dann erreichen sie nur die sowieso schon Gläubigen. Die Skeptiker werden noch skeptischer. Das ist die Kernaussage einer neuen Arbeit von Dixon et al. 2019:

Unintended Effects of Emphasizing the Role of Climate Change in Recent Natural Disasters
In 2017, the United States experienced a series of natural hazards (hurricanes, wildfires, and blizzards) that resulted in significant loss of life and property. Emphasizing the role of climate change in these events might offer an important tool for engagement, particularly with skeptical audiences. However, in a survey experiment (N = 1504) involving three different natural hazards – hurricanes, wildfires, and blizzards – we find that emphasizing the role of climate change in these hazards produced unintended effects for climate change skeptics. In particular, skeptics experienced resistance to the news article, which associated with reduced perceived hazard severity. These backfiring effects likely serve as a defensive mechanism used by skeptics to maintain their prior views of climate change, illustrating the challenges faced in communicating climate change to skeptical audiences. These findings offer additional insight for those attempting to communicate climate-related risk information to skeptical audiences.

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Vortrag von Prof. Werner Kirstein von 2017 zum Klimawandel hier.

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Versicherungen verdienen an der Angst ihrer Kunden. Im Berich der Extremwetterversicherungen gilt: Je stärker die Angst vor solchen Schäden, desto besser läuft das Versicherungsgeschäft, insbesondere wenn die Angst künstlich geschürt wurde. Denn dann gibt es weniger Schäden die auszugleichen sind, was die Profite doppelt fördert. Verlierer ist der leichtgläubige Versicherungskunde. Auf WUWT hat Roy Spencer eine fragwürdige Werbeaktion eines US-Versicherers als Beispiel für solche Praktiken vorgestellt. Die Versicherung lässt die Kunden glauben, die Sturmhäufigkeit wäre mittlerweile weit außerhalb der natürlichen Schwankungsbreite.

Lesetipps:

University of Toronto: Vielleicht sogar weniger Stürme durch Klimaerwärmung

Tornados seit 2010 immer seltener: Pazifische Ozeanzyklen steuern Sturmhäufigkeit

Neue Modellierungsergebnisse: Wirbelstürme werden in Zukunft wohl seltener und weniger intensiv

Mehr Blizzards in Nordamerika während solarer Schwächephasen

Entdeckung der University of Arizona in der Kleinen Eiszeit: Schwache Sonne – weniger Hurrikane

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ScienceFiles am 3. März 2019:

[...] Fast immer, wenn Politiker sich wissenschaftlicher Erkenntnisse bemächtigen, ist der Missbrauch gewiss. Erst wird die Theorie als Teil der eigenen Ideologie inkorporiert, dann wird sie zur Grundlage des gesellschaftlichen Heils erklärt, das die Politdarsteller gleich welcher Couleur zu bringen versprechen, dann werden Maßnahmen umgesetzt, Strukturen und Netzwerke der gegenseitigen Abhängigkeit geschaffen und am Ende ist eine Industrie vorhanden, deren Mitglieder ausschließlich auf Grundlage angeblicher wissenschaftlicher Ergebnisse stehen und dafür von Steuerzahlern fürstlich entgolten werden. Die Global Warming / Klimawandel-Industrie wurde bereits 2015 von der Washington Times als 1,5 Billionen US-Dollar: 1.500.000.000.000 US-Dollar-Industrie geschätzt.

Wenn sich derart immense wirtschaftliche Interessen mit einer angeblichen wissenschaftlichen Wahrheit verbinden und die angebliche wissenschaftliche Wahrheit, in deren Besitz man sich wähnt, zur Grundlage von inszenierten Kampagnen wie z.B. #FridaysForFuture oder dem Global Warming-Konferenz-Tourismus wird, wenn die angebliche wissenschaftliche Wahrheit genutzt wird, um Medien gleichzuschalten und eine öffentliche Mainstream-Meinung zu inszenieren, die jeden der zweifelt, zum Irren oder zum Verschwörungstheoretiker oder zu beidem erklärt, dann müssten bei Wissenschaftlern eigentlich alle Alarmglocken läuten [...]

Ganzen Artikel auf ScienceFiles lesen.

 

Dem Klimawandel zum Trotz: Ostsee könnte zurück in einen guten Zustand gelangen

Aus der Abteilung “gut zu wissen”: Ein Fünftel aller CO2-Emissionen in Los Angeles stammt aus Rasenflächen und von Golfplätzen, wie Eos im Dezember 2018 meldete:

One Fifth of Los Angeles’s CO2 Rises from Lawns and Golf Courses
Measurements of carbon-14 show that roughly 20% of carbon dioxide emissions in the Los Angeles Basin are likely due to the decay of plants in managed landscapes.

Weiterlesen auf Eos.

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Und noch eine Eos-Geschichte aus dem Dezember 2018: Forscher haben fossile Pinguinexkremente in der Antarktis gesammelt, um die Klimageschichte des Kontinents während der letzten Jahrtausende besser zu verstehen:

Penguin Poop Keeps a Record of Antarctic Glaciation
Scientists are digging up Adélie penguin guano to study millennia of Antarctica’s history.

Weiterlesen auf Eos.

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An der University of Washington passieren wundersame Dinge. Ein Kollege, der extremes klimaalarmistisches Gedankengut ablehnt, wurde nun öffentlich von der Unileitung gescholten. Aktivistische Studenten hatten ihn dort gemeldet, weil er ihren Aktivismus nicht mittrug. Die Freiheit der Forschungs hat offenbar ihre Grenzen, vor allem für jene Kollegen, die die Ideologie der akademischen Chefetage nicht teilen. Den ganzen Vorfall können Sie bei Judith Curry nachlesen.

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Pressemitteilung des Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde vom 14. Januar 2019:

Dem Klimawandel zum Trotz: Ostsee könnte zurück in einen guten Zustand gelangen

In dem größten Modellvergleich, der jemals für die Ostseeregion durchgeführt wurde, kam jetzt ein internationales Autorenteam um den Warnemünder Ozeanographen Markus Meier zu dem Ergebnis, dass ein guter Zustand der Ostsee-Umwelt erreicht werden kann, wenn die im Ostseeaktionsplan vorgesehenen Maßnahmen zur Reduktion der Nährstoff-Einleitung konsequent umgesetzt werden. Sie widersprachen damit der Ansicht, dass der Klimawandel generell ein Erreichen dieses Zieles unmöglich macht. Gleichzeitig bestätigten sie jedoch, dass bei unverändert hoher Nährstoffbelastung der Klimawandel für eine Verschärfung der Überdüngung sorgt.

Überdüngung zählt zu den größten Umweltproblemen der Ostsee. Sie befördert das Entstehen toxischer Algenblüten und führt zu Sauerstoffmangel-Regionen, in denen kein höheres Leben mehr existieren kann. Der Ostseeaktionsplan zielt daher explizit darauf ab, weniger Nährstoffe in die Ostsee einzutragen. Alle Anrainerstaaten haben sich auf dieses Ziel verständigt, aber die Umsetzung verläuft schleppend. In den letzten Jahren mehrten sich die Stimmen, die eine höhere Reduktionsrate forderten, da durch den erwarteten Klimawandel auch eine Verschärfung der Überdüngungsproblematik erwartet wird.

Vor diesem Hintergrund führte ein internationales Team von Modellierern aus Deutschland, Schweden, Finnland, Russland und Portugal eine Analyse von 58 so genannten Multi Model Ensemble Simulationen für die Ostseeregion im 21. Jahrhundert durch. Unter Berücksichtigung von Klimaszenarien, die der Weltklimarat (IPCC) für den fraglichen Zeitraum entwickelt hat, untersuchten alle Modelle die Auswirkungen einer konsequenten Umsetzung des Ostseeaktionsplans. Parallel wurde die Entwicklung bei unveränderten Eintragsmengen berechnet. Als Kontrolle dienten die Jahre 1980 bis 2005, für die Beobachtungswerte vorliegen. Je näher die Modellergebnisse für diesen Zeitraum an diese real gemessenen Werte herankamen, desto höher wurde die Verlässlichkeit der Modelle eingestuft. Zur Erfassung des Zustandes wurden die Variablen Sauerstoff, Salzgehalt und Temperatur sowie die Nährstoffe Stickstoff und Phosphor herangezogen.

Noch nie zuvor hatten so viele komplexe physikalisch-biogeochemische Modelle die Entwicklung der Ostsee durchgehend aus der Vergangenheit im Jahr 1960 über die Gegenwart bis in eine Zukunft im Jahr 2100 gerechnet. „Wir finden unter den Modellergebnissen solche, die die Referenzwerte der Jahre 1980 bis 2005 gut widerspiegeln“, fasst Markus Meier, Leiter der Sektion Physikalische Ozeanographie und Messtechnik am IOW, die Ergebnisse zusammen. „Diese Ergebnisse werten wir auch hinsichtlich der Projektionen in die Zukunft als verlässlich.“ Überraschend ergab sich jedoch, dass auch die Modelle, die einzeln von den Referenzwerten stark überweichen, in ihrer Gesamtheit einen Mittelwert aufweisen, der den Ergebnissen der verlässlichen Modelle entspricht. Offensichtlich kompensieren sich die unterschiedlichen Schwächen der Modelle am Ende. „Wir haben immer noch mit großen Unsicherheiten zu kämpfen. Aber insgesamt zeigen die Modellergebnisse, dass bei rigoroser Anwendung der im Ostseeaktionsplan ausgewiesenen Maßnahmen zur Reduktion von Nährstoffeinträgen auch unter veränderten Klimabedingungen ein guter Zustand für die Ostsee erreicht werden kann.“

Allerdings wird es einige Dekaden länger dauern, als ursprünglich angestrebt, bis der Erfolg eintritt. Markus Meier lässt keinen Zweifel daran, dass dem Klimawandel nicht mit Halbherzigkeit begegnet werden kann. „Wenn wir die Reduktionsziele nicht konsequent verfolgen, werden die Reaktionen auf den Klimawandel die Überdüngung und alle damit in Verbindung stehenden Umweltprobleme verschärfen.“

Der Modellvergleich ist unter dem Dach des Baltic Earth Programms (www.baltic-earth.eu/) und mit finanzieller Unterstützung des BONUS-Projektes Baltic App (Well-being from the Baltic Sea – applications combing natural sciences and economics) sowie des Schwedischen Forschungsrates für Umwelt-, Landwirtschaftsforschung und Raumplanung durchgeführt worden.

 

Demokratischer Diskurs im 21. Jahrhundert: Wer den Klimalarm nicht mitträgt, fliegt raus

Ein interessantes Phoenix-Video zum Kreuzzug der Kinder gibt es auf gloria.tv.

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Die UNO schloss Ende 2018 die kanadische Journalistin Sheila Gunn Reid vom polnischen Klimagipfel aus, auf Wunsch des kanadischen Premierministers:

KATOWICE–The United Nations banned journalist Sheila Gunn Reid of The Rebel Media from the UN COP24 “Climate Change” Conference in response to a request from the government of Canadian Prime Minister Justin Trudeau. In this interview with The New American magazine from outside the UN confab, the journalist gives us the background on how it happened, and notes that this says a lot about the Canadian government and the UN’s commitment to free speech and a free press.

 

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Auf der gleichen Konferenz verschafften sich einige Klimaskeptiker Gehör mit unorthodoxen Methoden:

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Oldie but Goldie: Report München berichtete über den Umgang des IPCC mit Kritikern: