News und Termine

Wolf im Schafspelz: Windparks und Fotovoltaikanlagen heizen die Klimaerwärmung an

Au weia. Neuesten Erkenntnissen zufolge, befeuern die vormals als Heilsbringer gefeierten Windparks und Fotovoltaikanlagen die Klimaerwärmung. Der Standard berichtete am 6. September 2018:

Windparks und große Fotovoltaikanlagen haben einen nicht zu unterschätzenden Effekt auf die Umgebung, in der sie stehen – so viel war bisher schon bekannt. So lieferten etwa frühere Studien Hinweise darauf, dass sich derartige Ökostromkraftwerke auf lokale Temperaturen und Luftfeuchtigkeitswerte auswirken können. Ob man dies gutheißen kann oder durch die Veränderungen regionale Schwierigkeiten zu erwarten sind, war bisher allerdings weitgehend unklar – eine Wissenslücke, die nach Meinung vieler Experten nicht unproblematisch ist: Immerhin tüftelt man rund um den Globus bereits an mehreren entsprechenden Megaprojekten.

Aber ganz so schnell gibt man die Anlagen dann doch nicht auf. Zwar heizen die Installationen die Atmosphäre auf, aber dafür bringen sie in der Sahara auch mehr Regen. Anders ausgedrückt: Zwar macht die Creme unschöne Pickel im Gesicht, dafür glänzt das Haar aber viel schöner:

Einen wichtigen Baustein zur Beantwortung dieser Fragen haben nun Forscher um Yan Li von der University of Illinois beigetragen. Ihre aktuelle Studie zeichnet erstmals ein detailliertes Bild davon, was massive Wind- und Solarinstallationen in einer Wüste wie der Sahara bewirken würden – und die positiven Effekte dürften tatsächlich überwiegen: Die Klimamodellierungen lassen lokal zwar auf leicht erhöhte Temperaturen schließen, gleichzeitig nehmen demnach aber auch die Niederschläge zu, was frisches Grün sprießen lässt, wo zuvor noch Ödland vorherrschte.

Weiterlesen im im Standard.

Bereits 2015 titelte Donnerwetter:

Immer weniger Wind durch immer mehr Windräder?

In Deutschland wird der Wind immer schwächer – mit erheblichen Auswirkungen. Meteorologen haben die ständig zunehmende Zahl von Windrädern als Ursache im Verdacht.

Durch Deutschland weht ein immer schwächerer Wind. Wurden beispielsweise in Osnabrück in den 1960er-Jahren noch im Jahresmittel Windgeschwindigkeiten von 3,7 Meter pro Sekunde gemessen, sind es inzwischen nur noch 3,2 m/s. Ein Rückgang von über 13 Prozent. An fast allen Wetterstationen im Binnenland, die die Meteorologen des Bonner Wetterdienstes Donnerwetter.de analysiert haben, sieht der Trend ähnlich aus. „An den meisten Orten hat die mittlere Windgeschwindigkeit sehr deutlich abgenommen“, berichtet Dr. Karsten Brandt. Und er hat einen Verdacht: „Wir glauben, dass die in den letzten 15 Jahren immer massiver ausgebauten Windkraftanlagen die Windgeschwindigkeit beeinflusst haben.“

Weiterlesen bei Donnerwetter

Pressemitteilung der University of Illinois at Urbana-Champaign vom 6. September 2018 (via Science Daily):

Large wind and solar farms in the Sahara would increase heat, rain, vegetation

Wind and solar farms are known to have local effects on heat, humidity and other factors that may be beneficial — or detrimental — to the regions in which they are situated. A new climate-modeling study finds that a massive wind and solar installation in the Sahara Desert and neighboring Sahel would increase local temperature, precipitation and vegetation. Overall, the researchers report, the effects would likely benefit the region.

The study, reported in the journal Science, is among the first to model the climate effects of wind and solar installations while taking into account how vegetation responds to changes in heat and precipitation, said lead author Yan Li, a postdoctoral researcher in natural resources and environmental sciences at the University of Illinois. “Previous modeling studies have shown that large-scale wind and solar farms can produce significant climate change at continental scales,” Li said. “But the lack of vegetation feedbacks could make the modeled climate impacts very different from their actual behavior.

The new study, co-led with Eugenia Kalnay and Safa Motesharrei at the University of Maryland, focused on the Sahara for several reasons, Li said. “We chose it because it is the largest desert in the world; it is sparsely inhabited; it is highly sensitive to land changes; and it is in Africa and close to Europe and the Middle East, all of which have large and growing energy demands,” he said. The wind and solar farms simulated in the study would cover more than 9 million square kilometers and generate, on average, about 3 terawatts and 79 terawatts of electrical power, respectively.

“In 2017, the global energy demand was only 18 terawatts, so this is obviously much more energy than is currently needed worldwide,” Li said. The model revealed that wind farms caused regional warming of near-surface air temperature, with greater changes in minimum temperatures than maximum temperatures. “The greater nighttime warming takes place because wind turbines can enhance the vertical mixing and bring down warmer air from above,” the authors wrote. Precipitation also increased as much as 0.25 millimeters per day on average in regions with wind farm installations.

“This was a doubling of precipitation over that seen in the control experiments,” Li said. In the Sahel, average rainfall increased 1.12 millimeters per day where wind farms were present. “This increase in precipitation, in turn, leads to an increase in vegetation cover, creating a positive feedback loop,” Li said.

Solar farms had a similar positive effect on temperature and precipitation, the team found. Unlike the wind farms, the solar arrays had very little effect on wind speed. “We found that the large-scale installation of solar and wind farms can bring more rainfall and promote vegetation growth in these regions,” Kalnay said. “The rainfall increase is a consequence of complex land-atmosphere interactions that occur because solar panels and wind turbines create rougher and darker land surfaces. “The increase in rainfall and vegetation, combined with clean electricity as a result of solar and wind energy, could help agriculture, economic development and social well-being in the Sahara, Sahel, Middle East and other nearby regions,” Motesharrei said.

Paper: Yan Li, Eugenia Kalnay, Safa Motesharrei, Jorge Rivas, Fred Kucharski, Daniel Kirk-Davidoff, Eviatar Bach, Ning Zeng. Climate model shows large-scale wind and solar farms in the Sahara increase rain and vegetation. Science, 2018; 361 (6406): 1019 DOI: 10.1126/science.aar5629

Mit zweierlei Maß messen, ein psychologisches Phänomen, dem auch Ökoaktivisten verfallen sind. Bäume an einer industriellen Braunkohlegrube sind unbedings schützenswert, während man die Bäume auf einsamen Bergrücken gerne für den Bau von Windkraftanlagen opfert. Die ruheliebende Fledermaus im Braunkohlewald wird lautlärmend mit 10.000 Demonstranten zu schützen gesucht, während man hohe Vogel-Opferzahlen an Windkraftanlagen als notwendiges Übel durchwinkt. Bernd Matthies ist der Sache im Tagesspiegel am 15. September 2018 nachgegangen:

Die einen und die anderen Bäume
Jeder Baum, der im Hambacher Forst gefällt wird, tut weh. Andererseits fällt jährlich deutlich mehr, um Platz für Windkraftanlagen zu machen. [...] Die mehrheitliche Meinung im Land scheint ziemlich eindeutig: Wer da gegen die eindeutige Rechtslage anrennt, tut das quasi, um die Welt zu retten, da darf man nicht so zimperlich sein in Sachen Gewalt. Andererseits fällt in Deutschland jedes Jahr nach überschlägigen Schätzungen deutlich mehr als ein Hambacher Forst, um im Wald Platz für Windkraftanlagen zu machen, und kein Mensch wirft deshalb mit Fäkalien und Steinen oder verbarrikadiert sich in Baumhäusern; allenfalls tritt mal ein Gemeinderat zurück. Und während sich die Hambacher Aktivisten erbost vor jedes geschützte Insekt stellen und die rare Bechsteinfledermaus – vorher nie gehört – zum Symbol ihres Kampfes erheben, lassen sie die zahllosen bekannteren Vögel, die von den Windkraftanlagen getötet werden, links liegen; die sterben für den gerade mal höheren Zweck, das ist halt Pech für sie, Kollateralschaden der Energiewende. [...]

Ganzen Kommentar im Tagesspiegel lesen.

Pressemitteilung der Deutschen Wildtierstiftung vom 12. September 2018:

Die schwarz-grüne Axt am Märchenwald
Deutsche Wildtier Stiftung: Rettet die Wälder in Hessen vor der Windkraft

Es war einmal: Die Gebrüder Grimm schickten Rotkäppchen und Hänsel & Gretel in den Deutschen Wald und machten Hessen damit weltbekannt. Doch die Jahre vergingen. Heute legt die Landesregierung ihre schwarz-grüne Axt an die Märchenwälder Hessens, um mit viel Wind den Wald in Energie zu verzaubern…

Das ist keine Märchenstunde! Gegenwärtig wird von Seiten des Landes mit einer Zielgröße von 2.300 bis 2.800 Anlagen auf den hessischen Windvorrangflächen, von denen etwa 80 Prozent im Wald stehen, gerechnet. So steht es in einem Faktenpapier der Landesregierung. Man geht von einer “verfügbaren Waldfläche von 550.000 bis 600.000 Hektar” aus.

“Windkraftanlagen auf die Höhenzüge deutscher Mittelgebirge zu bauen, bedeutet nicht nur Rodung von Bäumen. Intakte Ökosysteme werden zerschnitten, Böden versiegelt und Fundamente errichtet, um Windfabriken von der Höhe des Kölner Doms in den Wald zu stellen”, sagt Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung. “Der Verlust gewachsener Wälder für die Wildtiere ist unersetzbar.”

In Hessen können die Bürger längst nicht mehr ruhig schlafen. Sie kämpfen in rund 200 Bürgerinitiativen um ihre Wälder, die als Naherholungsgebiete der Allgemeinheit gehören. Doch in Hessen sollen bis 2019 insgesamt 25 Prozent des Stromverbrauchs mithilfe von Erneuerbaren Energien erzeugt werden. Das geht nur mit einem weiteren gigantischen Ausbau der Windkraft. “Bereits in den vergangenen zwei Jahren wurden von zehn genehmigten Windenergieanlagen neun im Wald gebaut”, kritisiert Prof. Vahrenholt. Der Wald und seine Tierwelt dürfen nicht zum Opfer der Energiewende werden. Im Bundesvergleich steht das kleine Bundesland bei der Windkraft im Wald mit 372 Windenergieanlagen hinter Rheinland-Pfalz (424 WEA) auf Platz zwei.

Sehen Sie hier den Windkraft-Filmspot der Deutschen Wildtier Stiftung, der ab 13. September in den hessischen Kinos läuft: https://youtu.be/ODFeuXZNifg

 

 

Niederländischer Filmemacher erhielt wegen klimakritischem Film anonyme Drohungen

Kürzlich erhielten wir Leserpost:

Guten Tag,

Im Zusammenhang mit Ihrem Blogartikel “Warme 1940er Jahre ließen Wein in Portugal früher reifen als heute” möchte ich auf einen Öko-Winzer und seinen Bericht über die diesjährige Weinlese aufmerksam machen. Seine Zufriedenheit über das diesjährige Wetter (zu heiß, zu trocken), müsste eigentlich jeden davon überzeugen, dass unsere derzeitige Witterung (für alle) besser ist, als während der kleinen Eiszeit vor nunmehr etwa 150 Jahren, die ja gern von den Klimafolgenforschern als Bezugspunkt für die Klimaerwärmung genommen und ausgeschlachtet wird. Mein Fazit: Ich freue mich auf den diesjährigen Riesling von der Mosel.
Mit freundlichen Grüßen

Schauen wir doch mal auf die Webseite des besagten Winzers:

Weinernte 2018: Winzerwunschwetter
[...] So warm, dass die mitgenommenen Gummibärchen für die Frühstückspause zu schmelzen beginnen und eine einheitliche Masse werden. Bisher haben wir noch nie eine solche Weinernte erlebt. Es herrscht bester Altweibersommer ohne jeglichen Regen, morgendlich angenehme, kühle Temperaturen und mittags hat, hitzebedingt, fast keiner Lust zum Arbeiten. Die Rieslingtrauben erfreuen sich noch nie da gewesener Gesundheit, dazu beste Qualität und es ist auch die bisher größte Weinernte, die wir ernten durften.

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Sie erinnern sich vielleicht an die letztjährige (2017) Doku Der Bauer und sein Klima. Dem Filmemacher Marijn Poels verweigerte das PIK damals ein Interview, weil man seine kritische und hinterfragende Art nicht schätzte. Im Dezember 2017 gab Poels ein hochinteressantes Interview, in dem er über die unerwartete Medienreaktion auf seinen Film sprach. Die Mainstream-Medien schwiegen beharrlich zum Film, während Poels von Aktivisten sogar anonyme Drohungen erhielt.

 

 

Siehe auch: Neuer Film von Marijn Poels: Weshalb Häretiker in einer freiheitlichen Gesellschaft dringend gebraucht werden

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Das Kalte-Sonne-Blog ist auch eine Art Nachschlagewerk, wenn man für Diskussionen Fakten braucht. Die thematische Übersicht zu den Blogartikeln wurde jetzt auf den neuesten Stand gebracht und kann auf www.klimaargumente.de eingesehen werden. Wer sich zum Klimawandel in Deutschland informieren möchte, kann dies auf www.klimawandel-in-deutschland.de tun.

 

Panne beim Weltklimarat: Neuer IPCC-Spezialbericht zum 1,5°C-Ziel blendet natürlichen Klimawandel komplett aus

Von Dr. Dietrich E. Koelle

Der neue  „Special Report“ des IPCC (Intergovernmental Panel for Climate Change) wurde offenbar vor allem publiziert, um die schwindende Klima-Hysterie am Laufen zu halten mit der unglaublichen Feststelllung, dass die gesamte globale Erwärmung der letzten Hundert Jahre von ca. 1°C “menschengemacht“ sei.

A1. Human activities are estimated to have caused approximately 1.0°C of global warming above pre-industrial levels, with a likely range of 0.8°C to 1.2°C. Global warming is likely to reach 1.5°C between 2030 and 2052 if it continues to increase at the current rate. (high confidence)

Die Begründung ist wieder einmal “confidence“, d.h. Glauben oder Vertrauen, aber keine Fakten, die normalerweise eine Hypothese bestätigen müssen. Andererseits bleibt die Hypothese ein Hirngespinst. Bisher war der, die oder das IPCC (je nach Übersetzung als Ausschuss, die Arbeitsgruppe  oder das Komitee, aber auf keinen Fall die hochstaplerische Bezeichnung „Klimarat“) nicht in der Lage, einen konkreten Beweis für die alleinige Verantwortung des CO2 für die beobachtete Erwärmung der letzten 150 Jahre zu liefern. Der fundamentale und immer noch nicht korrigierte Fehler der IPCC-Berichte ist die komplette Ignoranz der natürlichen Klima-Entwicklung, die es tatsächlich auch schon vor Existenz der Menschheit, ja seit Bestehen der Erde gibt. Dabei hatte die übergeordnete UN-Organisation UN-FCCC (The United Nations Framework Convention on Climate Change) schon 1992 offiziell festgestellt, dass Klimawandel aus zwei verschiedenen Elementen besteht:

(1) change of climate which is attributed directly or indirectly to human activity that alters the composition of the global atmosphere, which is addition to

(2) natural climate variability observed over comparable time periods.

Der entscheidende 2. Teil, der beschreibt, wie die globale Temperaturentwicklung ohne anthropogene Einflüsse verlaufen wäre, fehlt beim IPCC komplett. Dabei gibt es für die letzten 10.000 Jahre (seit dem Ende der letzten Eiszeit, bzw. für das Holozän als aktuelle Zwischeneiszeit) relativ gute und zahlreiche Klima-Daten. Dabei geht es nicht um die “natural variability“ (wie ENSO-Ereignisse oder Vulkanausbrüche), sondern um die nachgewiesenen regelmäßigen natürlichen Klimazyklen von 1000, 230 und 65 Jahren. Es gibt natürlich gute Gründe für den IPCC, dies besser nicht darzustellen. Fakt ist: Noch immer bewegt sich das Klima innerhalb der bekannten natürlichen Schwankungsbreite. Es ist kein Unterschied zu erkennen zwischen der heutigen Klimaentwicklung der letzten 150 Jahre und den 10.000 Jahren davor.

Vermutlich ist der CO2-Effekt sehr viel geringer als angenommen. Mutige Äußerungen in diese Richtung sind jedoch nur von Wissenschaftlern möglich, die keine berufliche Funktion mehr erfüllen. Ansonsten müssten sie mit harschen und persönlichen Angriffen ihrer Kollegen rechnen, die dem Klima-Dogma ihrer Regierungen und damit den IPCC-Behauptungen folgen müssen. Und auch Journalisten schreiben lieber vom „offiziellen“ IPCC-Bericht ab, als der Empfehlung von Immanuel Kant zu folgen („Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“)

Wer willens und imstande ist, sich mit der historischen Klima-Entwicklung unseres Planeten zu befassen, macht eine überraschende Entdeckung: sie ist beherrscht von einer Reihe langfristiger, mittelfristiger und kurzfristiger Klimazyklen. Für die letzten 8000 Jahre sind dies insbesondere die Zyklen mit einer Frequenz von 1000 bis 1070 Jahren (Eddy-Zyklus), 230 Jahren (Suess/deFries-Zyklus) und der sogenannte Ozean-Zyklus mit 60-65 Jahren. Diese Zyklen haben solare und astrophysikalische Ursachen, die kein Mensch beeinflussen kann.

Die Erforschung der Klima-Historie (Klima-Paläontologie) ist bei den Klima-Instituten stark unterentwickelt, aus verschiedenen Gründen. Einer ist sicher, dass der hochgespielte „anthropogene Klimawandel“ attraktiver und finanziell einträglicher ist. Mit alarmistischen Klima-Warnungen ist man in den Medien hochwillkommen. Dagegen ist die Klima-Historie natürlich langweilig. Wen interessiert es schon, dass es vor 1000 Jahren wärmer war als heute, dies aber bei einem CO2-Anteil von nur 230 ppm (heute 400 ppm). Auch nicht gerade ein Argument für einen CO2-Einfluss.

Aber nochmals konkret zur IPCC-Behauptung „der Anstieg von 1°C in den letzten 100 Jahren sei komplett durch anthropogene Treibhausgase (CO2) verursacht“. Man könnte hierzu die Anti-These aufstellen, dass dieser Anstieg komplett auf den natürlichen Klimazyklen beruhe, die schon seit 8000 Jahren zu beobachten sind:

–Der Ozean-Zyklus war die nachgewiesene Ursache des globalen Temperaturrückganges um 0,4°C zwischen 1940 und 1975. Anschließend ist die Temperatur zwischen 1975 und 2007/2010 wieder um 0,3 bis 0,4° gestiegen und hat jetzt wieder seinen neuen Abwärtstrend begonnen. Erste Anzeichen sind zu erkennen (2018 keine NW-Passage mehr möglich, zuviel Eis; neuer Minustemperatur-Rekord in der Antarktis mit -89,6°C).

–Der 230-Jahreszyklus hatte sein Minimum zwischen 1880 und 1900  und erreichte sein neues Maximum zwischen  2000 und 2015 mit einem Temperatur-Anstieg von ca.0,4°C.

–Der 1000-Jahre-Zyklus hatte sein letztes Minimum zwischen den Jahren 1500-1700, auch „Little Ice Age“ genannt und erreichte sein aktuelles Maximum zwischen den Jahren 2000 und 2020. Rechnet man den Anteil des Anstieges in den letzten 100 Jahren, ergeben sich ca. 0,3°C. In den nächsten 400 Jahren wird wieder ein Abfall um ca.2°C erfolgen.

Zusammengenommen, könnte der Temperaturanstieg von ca. 1° in den letzten 100 Jahren durch den gleichzeitigen Anstieg der drei natürlichen Zyklen mit einem kombinierten Effekt von 1 bis 1,1°C weitgehend erklärt werden. Der Einfluss des CO2-Antieges geht ensprechend zurück. Es ist sehr seltsam und nicht verständlich, wie es möglich ist, dass der IPCC diese simplen Fakten schlicht ignoriert, um seine ideologische Hypothese mit allen Mitteln und Tricks zu verteidigen.

 

Trotz Meeresspiegelanstieg: Fläche der Tuvaluinseln hat sich in den letzten Jahrzehnten um 3% vergrößert

Die Südseeinseln gehen unter. Schickt uns schnell Geld und Visa für Australien und die USA! Viele Medienberichte verkürzen die Problematik des Meeresspiegelanstiegs und ihren Effekt auf die pazifischen Koralleninseln auf diese Kernbotschaften. Dabei bleibt die Wissenschaft auf der Strecke. Da Koralleninseln aus lebendigen Organismen bestehen, die seit jeher dem Meeresspiegel hinterherwachsen, “schwimmen” die Inseln wie Schiffe an der Meeresoberfläche. Wenn der Meeresspiegel hochgeht, wachsen auch die Korallen mit. Das lernt man bereits im Geographieunterricht in der Schule.

Paul Kench und Kollegen haben nun die Küstenlinien sämtlicher 101 Inseln von Tuvalu für die letzten 40 Jahre anhand von Satellitenbildern vermessen. Das Resultat: Die Landfläche ist in diesem Zeitraum um knapp 3% gewachsen, und das trotz eines recht starken regionalen Meeresspiegelanstiegs von 4 mm pro Jahr. Hier der Abstract der Arbeit, die im Febuar 2018 in Nature Communications erschien:

Patterns of island change and persistence offer alternate adaptation pathways for atoll nations
Sea-level rise and climatic change threaten the existence of atoll nations. Inundation and erosion are expected to render islands uninhabitable over the next century, forcing human migration. Here we present analysis of shoreline change in all 101 islands in the Pacific atoll nation of Tuvalu. Using remotely sensed data, change is analysed over the past four decades, a period when local sea level has risen at twice the global average (~3.90 ± 0.4 mm.yr−1). Results highlight a net increase in land area in Tuvalu of 73.5 ha (2.9%), despite sea-level rise, and land area increase in eight of nine atolls. Island change has lacked uniformity with 74% increasing and 27% decreasing in size. Results challenge perceptions of island loss, showing islands are dynamic features that will persist as sites for habitation over the next century, presenting alternate opportunities for adaptation that embrace the heterogeneity of island types and their dynamics.

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Plumper Klimaalarm in den OÖ-Nachrichten am 30. August 2018:

Klimawandel: “Alle Fichten im Wald werden sterben”

Bauer Jürgen Hutsteiner sieht nur kranke Nadelbäume. “Wir müssen handeln”, sagt er.

“Aus heutiger Sicht hat er eine riesige Dummheit begangen”, sagt Jürgen Hutsteiner. Als Bub ist der Landwirt aus Steyr neben seinem Vater im Wald gestanden, als dieser den Kahlschlag wieder mit Fichtensetzlingen aufforstete. Nach 30 Jahren ragen die Bäume, deren von der Möbelindustrie gefragtes Holz sich profitabel an die Sägen verkaufen lässt, hoch auf. Die Wipfel aber sind kahl, auf Angsttrieben baumeln noch grüne Zapfen. “Das ist das letzte Kapitel”, sagt Hutsteiner, “die fortwährende Trockenheit und Erwärmung der vergangenen Jahre setzt den Bäumen zu, sie sind zu sehr geschwächt, wenn sie dann der Borkenkäfer befällt.” Was der Käfer nicht schafft, das erledigt der nächste Orkan mit Windwürfen. Hutsteiner hat den Fichtenbestand in seinem Forst bereits abgehakt: “Es wird diese Baumart bald hier nicht mehr geben.”

Weiterlesen in den OÖ-Nachrichten

Kurzer Faktencheck:

1) Erwärmung der letzten Jahre: Richtig, es ist wärmer geworden. Aber in den letzten Jahrtausenden war es immer wieder so warm wie heute.

2) Trockenheit: Klimawandel in Österreich: Dürren ohne Langzeittrend

3) Orkane: Die ZAMG schreibt dazu:

Der Mythos der stürmischen Gegenwart

Um 1990 herum gaben eine Reihe von Sturmereignissen Anlass zur Sorge, das Sturmklima würde sich aufgrund der steigenden Temperaturen generell turbulenter gestalten. Seither ist die Sturmtätigkeit aber wieder zurückgegangen und um 1900 – also vor dem Einsetzen des vom Menschen verstärkten Treibhauseffekts – waren die Zeiten stürmischer.

Messreihen der Windgeschwindigkeit sind mit großer Vorsicht zu genießen: Die exakte Messung von Böen ist schwierig, lange Zeitreihe sind selten und aufgrund der starken kleinräumigen Unterschiede ist eine Homogenisierung nicht möglich. Erst seit den 1980er-Jahren wird die Windgeschwindigkeit allmählich automatisch registriert, es verwundert also nicht, dass oft vom stärksten, je an einer gewissen Station gemessenen Sturm die Rede ist – die Messreihen sind zu kurz.

Fazit: Bauer Jürgen Hutsteiner mangelt es an Kenntnissen und muss zur Klimawandel-Nachschulung

 

Premierminister von Samoa: Klimaleugner in Irrenanstalten einweisen

In Österreich gab es dieses Jahr (2018) einen heißen Sommer, wie die OÖ-Nachrichten am 31. August 2018 meldeten:

In Oberösterreich war es in diesem Jahr am heißesten

Es war der viertwärmste Sommer der 252-jährigen Messgeschichte: Um 2,0 Grad lagen die Tagesmittelwerte bundesweit über jenen der Jahre 1981 bis 2010, meldete gestern die ZAMG. Nur 2003, 2015 und 2017 waren noch heißer. In den meisten Regionen gab es bis zu dreimal so viele Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad. Und der Hotspot des Klimawandels war heuer Oberösterreich.

Nicht zum ersten Mal, “denn schon 2015 lagen wir im Hitze-Ranking vorn”, sagt Andreas Drack, Klimaschutzbeauftragter des Landes OÖ. Allein der August war heuer um 4,2 Grad zu warm. Das Jahresmittel übertraf den “Normalwert” in Oberösterreich um 2,4 Grad, gleichauf mit Wien und mehr als in allen übrigen Bundesländern.

Weiterlesen in den OÖ-Nachrichten

Unerwähnt bleibt, dass es in den letzten Jahrtausenden in Österreich bereits mehrfach so warm wie heute war. Siehe unseren Beitrag “Klimawandel in Österreich: So veränderte sich die Temperatur

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Verrückte Klimadebatte. Der IPCC gab kürzlich Sprechanweisungen für seine angeschlossenen Wissenschaftler heraus (siehe “Handbuch mit 28 Seiten: Sprechanweisungen des IPCC für Wissenschaftler“). Nun hat auch die klimaskeptische Seite nachgelegt. Das Video “How to debate a climate alarmist” warnt vor den schlimmsten Fallen:

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Der Premierminister von Samoa, Tuilaepa Sailele, will endlich Klimaausgleichzahlungen sehen. Da die Gelder noch nicht so üppig sprudeln, macht sich nun Nervosität breit. In einem Video schlägt Sailele vor, alle Klimaleugner in Irrenanstalten unterzubringen.

Details bei WUWT

Siehe auch unsere Beiträge “Marschallinseln im Pazifik besonders vom Klimawandel betroffen? In den letzten 2000 Jahren fiel dort der Meeresspiegel um anderthalb Meter” und “Südseeinseln trotzen dem Meeresspiegelanstieg: UNO weist Klimaschadensersatzansprüche der pazifischen Inselstaaten ab“.

 

Wissenschaft im Selbsttest: Wenn Forscher falsch liegen

Es ist leider eine weit verbreitete Marotte in den Medien, alle Naturkatastrophen augenblicklich als Folge des Klimawandels zu stellen. Was die Wenigsten wissen: Den Zusammenhang zwischen Extremwetter und Klimawandel sieht nicht einmal der IPCC, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Ein neues Buch von Roger Pielke Jr. befasst sich mit der Thematik in kritischer Weise. Bereits seit Jahren schaut Pielke den Versicherungskonzernen und Alarmwissenschaftlern auf die Finger. Lesetipp!

The Rightful Place of Science: Disasters & Climate Change

 

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Skandal im EU-Parlament. Ein Parlamentarier hat doch tatsächlich behauptet, Schwankungen der Sonnenaktivität und damit verbundene Änderungen der kosmischen Strahlung könnten das Erdklima beeinflussen. Auch wenn dies die Erkenntnisse von hunderten von begutachteten Fachpublikationen widerspiegelt,  hätte der Parlamentarier wissen sollen, dass es nicht gestattet ist, diese Ergebnisse im Parlament zu erwähnen.

Siehe auch “Durchbruch in der Klimaforschung: So lässt die Sonne die Wolken tanzen

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Alfred Brandenberger zu Nachhaltigkeit und Stromversorgung in Norwegen. Viel Spaß beim Stöbern.

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Deutschlandfunk (DLF) am 21. August 2018:

Climate Attribution: Den Klimawandel greifbar machen
Ob Hitzewelle, plötzlich auftretender Hagel oder Starkregen: Mittlerweile gibt es sogar ein eigenes Forschungsfeld, das untersucht, ob und inwieweit diese Wetterextreme durch den Klimawandel bedingt sind. Es nennt sich „Climate Attribution“.

Weiterlesen beim Deutschlandfunk

Klima-Alarmisten ärgern sich sehr darüber, dass man beim Extremwetter keine klaren Tendenzen erkennen kann und haben jetzt ihre einzige “Wunderwaffe” gegen diese “unbequeme Wahrheit” in Stellung gebracht: Klima-Computermodellierungen! Statt sich mit den real existierenden Wetterdaten begnügen zu müssen, berechnet man nach dem guten alten GIGO-Prinzip von Computermodellierungen, wie viel weniger extrem das Wetter wäre, wenn nur das “böse anthropogene CO2″ nicht in der Atmosphäre gekommen wäre… Allerdings ist der Ansatz offensichtlich ein krasser Zirkelschluss. Es ist überaus praktisch, dass man ganz grundsätzlich niemals beweisen können wird, ob sich das Klima und das Extremwetter in einer realen Welt ohne fossiles CO2, wirklich so verhalten hätte, wie in der Computermodell-Welt  berechnet. Derartige Ansätze sind auf keine Weise falsifizierbar und damit beliebig.

Passend dazu ein zweiter DLF-Beitrag, diesmal vom 28. August 2018:

Wissenschaft im Selbsttest: Wenn Forscher falsch liegen
Eine neue wissenschaftliche Studie weckt Zweifel an der Aussagekraft wissenschaftlicher Studien. Forscher des Center for Open Science haben die Ergebnisse sozialwissenschaftlicher Studien überprüft, die in renommierten Fachmagazinen publiziert wurden. Das Ergebnis ist ernüchternd: Oft war der behauptete Effekt nicht nachweisbar.

Weiterlesen beim DLF

 

“Phlogiston”: Geschichte eines wissenschaftlichen Irrtums

Stöbern Sie doch mal auf Klaus Alpens Webseite Fragen und Antworten zum Klimawandel, dort hat der Autor eine Vielzahl interessanter Beobachtungen zusammengestellt.

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Der Green Climate Fund soll viele Milliarden an Klimaausgleichszahlungen in der Welt verteilen, insbesondere in den ärmeren Ländern. Aber ganz so rund läuft es offenbar nicht. Im Sommer 2018 trat der Exekutivdirektor des Funds plötzlich zurück. Offizieller Grund: “Unaufschiebbare persönliche Gründe”. Was ist da los? Willis Eschenbach rechnete auf WUWT vor, dass alle Projekte des Green Climate Fund zusammen die globale Erwärmung voraussichtlich um 0.0015°C bremsen werden, wenn man die aktuelle vom IPCC angesetzte CO2-Erwärmungswirkung ansetzt.

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Vor einem Jahr schockten Aktivisten die Welt mit Bildern eines sterbenden Eisbären, ein angebliches Klimawandelopfer. Schnell wurde jedoch klar, dass dies eine fabrizierte Geschichte war, ein Lügenmärchen zur Förderung der “guten Sache”. Im Lauf der Zeit kamen immer mehr Verfehlungen der Autoren ans Licht, wie Susan Crockford am 29. August 2018 in der Financial Post erläutert:

The real story behind the famous starving polar-bear video reveals more manipulation

Opinion: New facts have emerged from the filmmaker behind the cruel and deliberate exploitation of a dying bear in quest to advance climate change agenda

Weiterlesen in der Financial Post.

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In der Wissenschaft hat es stets auch Irrwege gegeben. Eine dieser Sackgassen ist das “Phlogiston”. In Wikipedia lesen wir:

Phlogiston (von griech. φλογιστός phlogistós ,verbrannt‘) ist eine von Georg Ernst Stahl eingeführte hypothetische Substanz, von der man im späten 17. und im 18. Jahrhundert vermutete, dass sie allen brennbaren Körpern bei der Verbrennung entweicht sowie bei Erwärmung in sie eindringt. Die Phlogistontheorie war bei der Deutung von Reduktions- und Oxidationsvorgängen und dem unterschiedlichen Potenzial verschiedener Verbindungen (in moderner Sichtweise ihr Redoxpotential) hierfür von Bedeutung und aus Sicht der Zeitgenossen erfolgreich. In den 1770er Jahren erschienen erste Widerlegungen, und man begann, die Rolle des Sauerstoffs bei Verbrennungsvorgängen näher zu beschreiben und zu quantifizieren. Die Phlogistontheorie, die von etwa 1700 bis 1775 die vorherrschende chemische Lehre war, wird daher seit langem zu den wissenschaftlichen Irrtümern gezählt[1] und als überholtes wissenschaftliches Paradigma[2] ihrer Zeit gesehen.

Weiterlesen in Wikipedia

Als der berühmte französische Chemiker Antoine Laurent de Lavoisier den Verfechtern des Phlogiston widersprach, wurde er vom “Establishment” dafür heftig bekämpft. Dieses “wissenschaftliche” Verteidigungsmuster findet auch in der heutigen Zeit noch häufige Verwendung.

Oszillierendes Klima: Bond-Zyklen in Marokko entdeckt

Sein Name war Bond, Gerard Bond. Im Jahr 2001 veröffentlichte er zusammen mit Kollegen in Science ein Paper, dessen enormer Wert wohl erst mit einigen Jahrzehnten Verspätung von der Fachwelt voll realisiert werden wird:

Persistent Solar Influence on North Atlantic Climate During the Holocene
Surface winds and surface ocean hydrography in the subpolar North Atlantic appear to have been influenced by variations in solar output through the entire Holocene. The evidence comes from a close correlation between inferred changes in production rates of the cosmogenic nuclides carbon-14 and beryllium-10 and centennial to millennial time scale changes in proxies of drift ice measured in deep-sea sediment cores. A solar forcing mechanism therefore may underlie at least the Holocene segment of the North Atlantic’s “1500-year” cycle. The surface hydrographic changes may have affected production of North Atlantic Deep Water, potentially providing an additional mechanism for amplifying the solar signals and transmitting them globally.

Lüning & Vahrenholt (2016) haben die Literatur intensiv nach den Bond-Zyklen durchforstet und ihren Klimaeffekt auf allen sieben Erdteilen entdecken können:

The Sun’s Role in Climate

Millennial-scale climate variability is a globally well-established Holocene phenomenon described for all oceans and continents. Cycles are known from upper, middle, and lower latitudes, encompassing all climate zones from the Arctic to the tropics. The amplitude of the observed temperature fluctuations is often more than 1°C and thus has a similar or even greater range than the warming that has occurred since the Little Ice Age. Furthermore, many of these Holocene, natural climate fluctuations show the same level of abruptness as the 20th-century warming.

A common characteristic of many of the documented millennial climate fluctuations is their good match with solar activity changes, as well as a North Atlantic climate record by Bond et al. (2001). Besides solar activity changes, internal millennial ocean cycles may have contributed to the observed climate oscillations. Both solar and internal climate system autocyclical drivers are not yet fully implemented in the current climate models, which still do not manage to reproduce the variable Holocene climate development. Yet successful hindcast capability is generally considered a prerequisite that qualifies models to be used for modeling of future climate.

This chapter reviews Holocene millennial-scale climate fluctuations as reported in 64 papers worldwide. Future research needs to attempt a detailed correlation of the existing Holocene climate curves, complemented by additional data sets filling gaps in currently poorly documented regions. A good understanding of global Holocene millennial- and centennial scale climate variability and its possible solar forcing is required as a calibration basis for a new generation of climate models that should have the objective to reliably reproduce past climate change before attempting detailed future simulations.

Im August 2018 berichteten nun Zielhofer und Kollegen über eine Bond-Zyklik im Hydroklima Marokkos:

Western Mediterranean hydro-climatic consequences of Holocene iceberg advances (Bond events)
Gerald C. Bond established a Holocene series of North Atlantic ice rafted debris events based on quartz and hematite stained grains recovered from subpolar North Atlantic marine cores. These so-called ‘Bond events’ document nine large-scale and multi-centennial North-Atlantic cooling phases that might be linked to a reduced thermohaline circulation. Regardless of the high prominence of the Holocene North Atlantic ice rafted debris record, there are critical scientific comments on the study: the Holocene Bond curve has not yet been replicated in other marine archives of the North Atlantic and there exist only very few palaeo-climatic studies that indicate all individual Bond events in their own record. Therefore, evidence for consistent hydro-climatic teleconnections between the subpolar North Atlantic and distant regions is not clear. In this context, the Western Mediterranean region reveals key hydro-climatic sites for the reconstruction of a teleconnection with the subpolar North Atlantic. In particular, variability of Western Mediterranean winter precipitation might be the result of atmosphere-ocean coupled processes in the outer-tropical North Atlantic realm.

Based on an improved Holocene δ18O record from Lake Sidi Ali (Middle Atlas, Morocco) we correlate Western Mediterranean precipitation anomalies with North Atlantic Bond events to identify a probable teleconnection between Western Mediterranean winter rains and subpolar North Atlantic cooling phases. Our data show a noticeable positive correlation between Western Mediterranean winter rain minima and Bond events during the Early Holocene and an opposite pattern during the Late Holocene. There is evidence for an enduring hydro-climatic change in the overall Atlantic atmosphere-ocean system and the response to external forcing during the Mid-Holocene. Regarding a potential climatic anomaly around 4.2ka (Bond event 3) in the Western Mediterranean, a centennial-scale winter rain maximum is generally in phase with the overall pattern of alternating ‘wet and cool’ and ‘dry and warm’ intervals during the last 5,000 years.

Bonds Entdeckung hat vermutlich eine ähnliche Bedeutung für die Klimawissenschaften, wie die Plattentektonik in der Geologie. Erst lange nach Alfred Wegeners Tod war die Fachwelt bereit, das Konzet der wandernden Kontinente anzuerkennen. Leider wird auch Gerard Bond den Durchbruch seiner Theorie nicht mehr erleben. Er starb viel zu früh im Jahr 2005 in New York.

Siehe auch unsere Beiträge “Die Plattentektonik setzt sich durch: Lehren für die Klimadebatte” und “Kontinentalverschiebung und Klimawandel: Die wundersame Wiederholung der Wissenschaftsgeschichte“.

 

Schottland-Klima der letzten 800 Jahre: Vorindustrielle Wärmephasen geben Rätsel auf

Wie ordnen sich die heutigen Temperaturen in den klimahistorischen Kontext ein? Dies ist eine der Hauptaufgaben der heutigen Klimaforschung. Eine Forschergruppe um Milos Rydval legte nun eine Rekonstruktion der Sommertemperaturen in Schottland für die vergangenen 800 Jahre vor. Grundlage hierfür waren Baumringuntersuchungen. Überraschenderweise fanden die Wissenschaftler, dass das heutge Wärmeniveau in Schottland bereits mehrfach in der Vergangenheit erreicht und sogar teilweise überschritten wurde. Diese Hitzeperioden ereigneten sich im 14., 16. und 18. Jahrhundert und erstreckten sich über jeweils über mehrere Jahrzehnte (Abb. 1). Dazwischen lagen Kältephasen, die gut in den Kontext der Kleinen Eiszeit passen. Hier der Abstract der Arbeit die im November 2017 im Fachblatt Climate Dynamics erschien:

Reconstructing 800 years of summer temperatures in Scotland from tree rings
This study presents a summer temperature reconstruction using Scots pine tree-ring chronologies for Scotland allowing the placement of current regional temperature changes in a longer-term context. ‘Living-tree’ chronologies were extended using ‘subfossil’ samples extracted from nearshore lake sediments resulting in a composite chronology >800 years in length. The North Cairngorms (NCAIRN) reconstruction was developed from a set of composite blue intensity high-pass and ring-width low-pass filtered chronologies with a range of detrending and disturbance correction procedures. Calibration against July–August mean temperature explains 56.4% of the instrumental data variance over 1866–2009 and is well verified. Spatial correlations reveal strong coherence with temperatures over the British Isles, parts of western Europe, southern Scandinavia and northern parts of the Iberian Peninsula. NCAIRN suggests that the recent summer-time warming in Scotland is likely not unique when compared to multi-decadal warm periods observed in the 1300s, 1500s, and 1730s, although trends before the mid-sixteenth century should be interpreted with some caution due to greater uncertainty. Prominent cold periods were identified from the sixteenth century until the early 1800s—agreeing with the so-called Little Ice Age observed in other tree-ring reconstructions from Europe—with the 1690s identified as the coldest decade in the record. The reconstruction shows a significant cooling response 1 year following volcanic eruptions although this result is sensitive to the datasets used to identify such events. In fact, the extreme cold (and warm) years observed in NCAIRN appear more related to internal forcing of the summer North Atlantic Oscillation.

 

Abbildung 1: Rekonstrution der Juli-August-Temperaturen in Schottland für die vergangenen 800 Jahre auf Basis von Baumringen. Quelle: Rydval et al. 2017.

 

Warme 1940er Jahre ließen Wein in Portugal früher reifen als heute

Portugal hat eine lange Weintradition. Der Wein braucht viel Sonne und warme Temperaturen, um zu reifen. Dabei schwankt der Erntezeitpunkt von Jahr zu Jahr. Je wärmer es während der Wachstumsperiode ist, desto früher kann geerntet werden. Diesen statistisch robusten Zusammenhang hat sich nun portugiesisch-US-amerikanisches Forscherteam zunutze gemacht. Sie haben sich durch die Erntebücher in Nordwestportugal gearbeitet und die Schwankungen in der Erntezeit akribisch bis 1836 erfasst. Auf Basis des Temperaturzusammenhangs konnten sie die mittleren Maximaltemperaturen für den Zeitraum März bis August rekonstruieren.

Das Ergebnis war überraschend: In Abweichung zur allgemeinen globalen Klimaerwärmung, gibt es in Nordwestportugal keinen Trend  bei den mittleren Maximaltemperaturen. Allerdings treten langspannige Temperatur-Oszillationen auf, die die Autoren mit Ozeanzyklen und Änderungen der Sonnenaktivität in Verbindung bringen. Hier der Abstract der Arbeit von Moreno et al. 2016:

Grape harvest dates as indicator of spring-summer mean maxima temperature variations in the Minho region (NW of Portugal) since the 19th century

This paper reports a climatic reconstruction approach for the Minho region (NW of Portugal) using grape harvest dates (GHD) as proxy of surface air temperature. This new GHD series was built based on the records from a set of local and regional newspapers (1854–1978) and the annuals of a Wine Producers Cooperative (1978–2010). The strong inverse correlation between Minho GHD and the mean maxima temperatures of the preceding March to August months (GSTmax), registered at the Braga weather station for the overlap period 1941–2009, allowed a reconstruction, with associated statistical uncertainties, of the regional GSTmax back to 1856. These were then used to characterize the main climatic episodes in the region during the last 154 years. The most noticeable feature that emerges from the comparison of the Minho GSTmax with the global annual average temperatures of Jones et al. (2013) is that these regional temperatures, in clear contrast with the global warming observed from around 1990 onwards, show no noteworthy increasing trend. The influence of climatic variability was examined also in terms of the relations between GSTmax (1950–2009) and the main meteorological teleconnection patterns affecting the North Atlantic European sector where the Minho region is included. Data support the hypothesis that persistent positive modes of spring-summer Scandinavian (SCA) and summer East Atlantic/Western Russia patterns triggered lower GSTmax, especially in the 60s–80s. The search for solar imprints in the Minho region climate identified the SCA mode as a promising connection between the two, since it is significantly inversely correlated with both, the TSI and the GSTmax. Like in other traditional European viticultural regions, the Minho GHD have shown to be a valuable tool for understanding the interactions between large-scale circulation modes and regional/local climatic conditions. Besides it will deliver a reliable assessment of climatic proxies from geological record, like tidal marsh benthic foraminifera assemblages.

Hier die Temperaturrekonstruktion aus dem Paper:

Abbildung: Rekonstruktion der Entwicklung der mittleren Maximaltemperatur (März-August) in Nordwestportugal auf Basis von Weinernte-Zeitpunkten. Aus: Moreno et al. 2016.

Hat Napoleon die Schlacht in Waterloo wegen eines indonesischen Vulkanausbruchs verloren?

Am 16. August 2018 starb die Soul-Sängerin Aretha Franklin an Krebs. Ihr Künstlerkollege Stevie Wonder geht davon aus, dass letztendlich der Klimawandel die Krebskrankheit von Aretha Franklin hervorgerufen hat. Noise 11 berichtete am 19. August 2018:

Wonder drew a line between the increase of cancer and the ignorance of global warming. “I just feel that all these various diseases that we have and all that is happening in the world in part is because there are those who don’t believe in global warming, don’t believe that what we do affects the world,” he said. “Heat affects the world and affects us. I just hope that people will grow up out of the foolishness and know that we all, by how we think, how we view, how we treat others, we will never unlock the key until we truly let go of the hatred, the bigotry, the evilness, the selfishness. We do that and we can unlock some of those things that keep us in this place”.

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Einmal mehr haben die Klimamodelle versagt. Diesmal haben sie ein großes Eisloch in der Arktis übersehen, wie Spiegel Online am 24. August 2018 meldete:

Polarforschung Was ist los in der “Region des letzten Eises”?
Laut Klimamodellen gilt der Ozean nördlich von Grönland als Rückzugsort des letzten Arktiseises. Doch derzeit klafft dort ein großes Loch. Forscher sind irritiert.

Weiterlesen auf Spiegel Online

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Im Sommer 1815 erlebte Napoleon sein Waterloo. Seine Armee blieb im Schlamm stecken. Klimaforscher des Imperial College London wollen jetzt herausbekommen haben, wehalb es damals so regnerisch war: Schuld soll der indonesische Vulkan Tambora haben, der damals ausbrach. Das College gab am 22. August 2018 per Pressemitteilung die aufsehenerregnden Forschungsergebnisse bekannt:

Napoleon’s defeat at Waterloo caused in part by Indonesian volcanic eruption

Electrically charged volcanic ash short-circuited Earth’s atmosphere in 1815, causing global poor weather and Napoleon’s defeat, says new research.

Historians know that rainy and muddy conditions helped the Allied army defeat the French Emperor Napoleon Bonaparte at the Battle of Waterloo. The June 1815 event changed the course of European history. Two months prior, a volcano named Mount Tambora erupted on the Indonesian island of Sumbawa, killing 100,000 people and plunging the Earth into a ‘year without a summer’ in 1816. Now, Dr Matthew Genge from Imperial College London has discovered that electrified volcanic ash from eruptions can ‘short-circuit’ the electrical current of the ionosphere — the upper level of the atmosphere that is responsible for cloud formation.

The findings, published today in Geology, could confirm the suggested link between the eruption and Napoleon’s defeat. Dr Genge, from Imperial’s Department of Earth Science and Engineering, suggests that the Tambora eruption short-circuited the ionosphere, ultimately leading to a pulse of cloud formation. This brought heavy rain across Europe that contributed to Napoleon Bonaparte’s defeat. The paper shows that eruptions can hurl ash much higher than previously thought into the atmosphere — up to 100 kilometres above ground.

Dr Genge said: “Previously, geologists thought that volcanic ash gets trapped in the lower atmosphere, because volcanic plumes rise buoyantly. My research, however, shows that ash can be shot into the upper atmosphere by electrical forces.” A series of experiments showed that that electrostatic forces could lift ash far higher than by buoyancy alone. Dr Genge created a model to calculate how far charged volcanic ash could levitate, and found that particles smaller than 0.2 millionths of a metre in diameter could reach the ionosphere during large eruptions.

He said: “Volcanic plumes and ash both can have negative electrical charges and thus the plume repels the ash, propelling it high in the atmosphere. The effect works very much like the way two magnets are pushed away from each other if their poles match.” The experimental results are consistent with historical records from other eruptions.

Weather records are sparse for 1815, so to test his theory, Dr Genge examined weather records following the 1883 eruption of another Indonesian volcano, Krakatau. The data showed lower average temperatures and reduced rainfall almost immediately after the eruption began, and global rainfall was lower during the eruption than either period before or after. He also found reports of ionosphere disturbance after the 1991 eruption of Mount Pinatubo, Philippines, which could have been caused by charged ash in the ionosphere from the volcano plume.

In addition, a special cloud type appeared more frequently than usual following the Krakatau eruption. Noctilucent clouds are rare and luminous, and form in the ionosphere. Dr Genge suggests these clouds therefore provide evidence for the electrostatic levitation of ash from large volcanic eruptions. Dr Genge said: “Victor Hugo in the novel Les Miserables said of the Battle of Waterloo: ‘an unseasonably clouded sky sufficed to bring about the collapse of a World.’ Now we are a step closer to understanding Tambora’s part in the Battle from half a world away.”

 

Ideologische Übernahme: Deutsche Wikipedia droht im Desaster zu enden

Offener Brief von Michael Klein und Arne Hoffmannan an Jimmy Wales, Mitbegründer von Wikipedia:

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Feindliche, ideologische Übernahme: Deutsche Wikipedia droht im Desaster zu enden

Lieber Jimmy Wales,

wir schreiben Ihnen diesen offenen Brief, weil wir besorgt sind: Die deutsche Wikipedia ist in großer Gefahr. Die deutsche Wikipedia steht in der Gefahr, ein kompletter Fehlschlag zu werden, denn eine relativ große Anzahl ausschließlich ideologisch motivierter Personen, denen es nicht um die Verbreitung von korrekten Informationen geht, sondern darum, die eigene Ideologie als Information verpackt zu verbreiten, hat sich bei der deutschen Wikipedia eingenistet und droht die Wikipedia zu übernehmen. Die Folgen sind bereits jetzt katastrophal: Die deutsche Wikipedia ist immer weniger eine Informationsquelle, die korrekte und verlässliche Informationen bereitstellt. Die deutsche Wikipedia ist eine Quelle für ideologisch verbrämte Fehlinformationen.

Wir schreiben diesen offenen Brief gemeinsam und bringen entsprechend unsere je unterschiedlichen Erfahrungen in diesen offenen Brief ein. Das ist einmal die Erfahrung eines Wissenschaftlers, der sich täglich mit Fragen wissenschaftlicher Korrektheit und der Bewertung wissenschaftlicher Arbeiten beschäftigt, es ist einmal die Erfahrung eines Journalisten, der zum Ziel einer Kampagne aus Hass und Verleumdung auf Wikipedia geworden ist, deren Ziel darin besteht, seine Reputation zu zerstören.

Wir haben die deutsche Wikipedia über den Zeitraum einiger Monate hinweg beobachtet. Die Analyse, die die Grundlage dieses Offenen Briefes bildet, basiert entsprechend auf einer ausreichend großen Anzahl von Beobachtungen, sie ist daher geeignet, Ihnen einen sehr guten Einblick in die Verhältnisse, wie sie derzeit bei Wikipedia Deutschland herrschen, zu geben. Unsere Datenbasis erlaubt es uns, Ihnen sehr genau aufzuzeigen, was bei Wikipedia in Deutschland in höchsten Maße “faul” ist, und sie ist ausreichend um die im Folgenden gezogenen Schlußfolgerungen zu stützen. Wir sind jederzeit bereit, Ihnen die Belege für unsere Aussagen in vollem Umfang zur Verfügung zu stellen, verzichten aber an dieser Stelle darauf, da dies ein Offener Brief und kein Offenes Buch werden soll.

Wo die erheblichen Probleme der deutschen Wikipedia liegen, kann am Beispiel von vier gegenseitig verschränkten und sich gegenseitig verstärkenden Prozessen deutlich gemacht werden, aus wiederum eine sich selbst verstärkende Schleife resultiert, die, wenn sie nicht angehaltet wird, letztlich das Ende der deutschen Wikipedia bedeuten wird: Denn wird sie nicht angehalten, dann wird die Wikipedia zu einer Geheimgesellschaft, zu einem Kult degenerieren, in dem eine kleine Clique von die selbe Ideologie teilenden Administratoren darüber wacht, dass die Realität, wie sie nur außerhalb der ideologisch verklärten Sichtweise vorkommt, nicht Einzug in Wikipedia-Artikel hält. Diese Dystopie, ist leider zu real, denn eine Vielzahl von Personen, denen nichts ferner ist als der Geist, in dem Sie die Wikipedia gegründet haben, der Geist, der zum Ziel hatte, eine Vielzahl unterschiedlicher Menschen mit ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten an einem gemeinsamen Projekt arbeiten zu lassen, hat sich bereits in der Wikipedia eingenistet. Diese Ideologen wollen keine breite Informationsbasis, sondern eine Basis zur Verbreitung ihrer höchst eigenen Ideologie. Nichts könnte weiter vom Geist, in dem die Wikipedia gegründet wurde, entfernt sein.

Die vier gegenseitig verschränkten und sich gegenseitig verstärkenden Prozesse, die letztlich zum Ende der Wikipedia führen werden, sind die folgenden:

  • Das Fehlen jeglicher Form von Kriterien, die das Auffinden von Information und das Schreiben von Artikeln strukturieren.
  • Die daraus resultierende Selektivität vieler, wenn nicht der meisten Artikel in Wikipedia.
  • Die feindliche Übernahme der Wikipedia durch Ideologen, die durch die zuvor beschriebenen Prozesse erleichtert wird.
  • Die negativen Anreize für bzw. das Abschrecken von fähigen, potentielle/n Autoren, die zur Wikipedia beitragen wollten, darauf aber aufgrund der ideologischen Infizierung der Wikipedia verzichten, sowie die Verschwendung von Humanressourcen und die Lähmung von Ressourcen in so genannten Editier-Schlachten.

Das Fehlen eines kohärenten Sets von Kriterien

Die Erstellung einer Enzyklopädie ist in erster Linie eine Aufgabe, die eine ausgereifte und verlässliche Methode benötigt, die es ermöglicht, korrekte, verlässliche und repräsentative Informationen zu finden. In anderen Worten: Die Erstellung einer Enzyklopädie erfordert Menschen, die fähig und – wichtiger nocht – bereit sind, Informationen auszuwählen, die ein korrektes Bild vom im Artikel bearbeiteten Gegenstand vermitteln. Um Informationen aufzuspüren, die korrekt, verlässlich und repräsentativ sind, ist es notwendig, dann, wenn man alleine an einem Artikels arbeitet, etwas vom Gegenstand des Artikels zu verstehen. Sind mehrere Autoren an der Erstellung eines Artikels beteiligt, dann ist es notwendig, dass sich alle Autoren auf einen Katalog gemeinsamer Kriterien verpflichten, die es gewährleisten, dass das ausgewählte Material im Hinblick auf seine Korrektheit, Verlässlichkeit und Repräsentativität geprüft werden kann, ein Katalog, der die Basis dafür bereitstellt, eine Übereinkunft über den Inhalt eines Artikels zu erzielen. Im Moment gibt es in der deutschen Wikipedia keinerlei Kriterien, die diese Leistung erbringen könnten. Dies ist nirgends so deutlich wie bei den regelmäßig stattfindenden Editier-Schlachten.

Selektivität der Artikel

Das Fehlen von Kriterien, die die Auswahl von Informationen anleiten, schlägt sich in einer Vielzahl von Artikeln in der deutschen Wikipedia nieder, die nicht einmal rudimentäre Ansprüche an Verlässlichkeit, Fairness und Anstand erfüllen. Diese Artikel bestehen aus zusammengeklaubten Informationen, von denen nur der Autor weiß, warum er diese Informationen und keine anderen ausgewählt hat. In vielen Fällen sind diese Artikel ein Zerrbild der Realität, das bei denen, die es besser wissen, erst mit Lachen gutiert wird, bevor es der Anlass für Ärger über den Unsinn ist, der von der Wikipedia zugemutet wird. Diejenigen, die es nicht besser wissen, sind den Fehlinformationen in den entsprechenden Artikel schutzlos ausgeliefert und eine entsprechend leichte Beute für Ideologen aller Couleur. Was für die Reputation der Wikipedia schlecht ist, wenn z.B. in Beiträgen zu wissenschaftlichen Themen haarsträubende Falschdarstellungen enthalten sind, wird in seiner negativen Wirkung noch verstärkt, wenn im Text zitierte wissenschaftliche Autoren und deren Forschungsergebnisse oder deren theoretische Beiträge falsch dargestellt sind. Es wird fatal, wenn die Artikel Personen aus dem öffentlichen Leben zum Gegenstand haben. Dann wird die deutsche Wikipedia zum Boden, auf dem unfaire Behandlung, die an Hass grenzt oder die Grenze zur Gehäassigkeit längst überrschritten hat, dann wird die Wikipedia zum Schlachtfeld für ideologische Krieger.

Ideologische, feindliche Übernahme

Weil die Kriterien, die die Auswahl von Informationen anleiten, fehlen, ist es Ideologen ein Leichtes, Informationen, die ihre Weltsicht bestätigen, in einen Artikel einzufügen und andere Informationen, die der eigenen Weltsicht widersprechen, zu unterschlagen. Durch die Selektivität der Auswahl und Unterdrückung von Informationen machen diese Ideologen die deutsche Wikipedia zu einer Plattform der politischen Agitation und Propaganda. Um dabei möglichst erfolgreich zu sein, formen sie eine Art “geheime Gesellschaft”, die die Anonymität der Autorenschaft bei Wikipedia ausnutzt, um versteckt hinter Pseudonymen (z.B. “schwarze Feder” oder “Fiona Baine”) ideologische Kriegsführung zu betreiben und sich oftmals durch Nutzung multipler Pseudonyme gleich noch einen Startvorteil gegenüber Konkurrenten zu verschaffen.

Diese Ideologen nutzen Wikipedia als Plattform, um diejenigen, die sie als ideologische Feinde betrachten, mit Schmähungen, Beleidigungen und Verächtlichmachungen zu überziehen. Diese typische deutsche Form des Umgangs, ist für nicht-deutsche Beobachter schwer verständlich zu machen. Daher wollen wir Ihnen an dieser Stelle mit ein paar Beispielen aus Wikipedia-Artikeln einen “Gechmack” davon geben, was in der deutschen Wikipedia zwischenzeitlich normal ist. In Artikeln in der deutschen Wikipedia werden Menschen als “homophob” abgestempelt, ihre Arbeit wird als “Mist” diskreditiert, sie werden als Personen dargestellt, die ihre Großmutter verkaufen würden, wenn sie dadurch einen Vorteil erheischen könnten und vieles mehr, das die Grenze des Anstands und die Grenze des fairen Umgangs deutlich hinter sich lässt. Regelmäßig ist nicht die wissenschaftliche oder sonstige Lebensleistung von Autoren der Gegenstand von Artikeln in der Wikipedia, sondern deren politische Einstellung, die ebenso regelmäßig dann, wenn sie nicht der Einstellung des jeweiligen Wikipedia-Autoren entspricht, verächtlich gemacht wird. Mit andere Worten: Viele Wikipedia-Artikel sind recht gut darin ad-hominem Bewertungen abzugeben, aber ziemlich schlecht darin, dem Leser Informationen zu vermitteln.

Die beschriebene Behandlung von Menschen in Wikipedia-Artikeln ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Wir wissen, dass diese Form von Fehlverhalten für Menschen, die sich außerhalb des deutschen Kulturraumes befinden, nicht nachvollziehbar ist, aber es beschreibt dennoch die Verhältnisse, wie sie in der deutschen Wikipedia herrschen, Verhältnisse, die sich in schriftlichen Äußerungen niederschlagen, die hart an der Grenze zum Straftatbestand, wie er in den entsprechenden Paragraphen für Verleumdung und üble Nachrede niedergelegt ist, verlaufen.

Abschreckung fähiger Autoren und Editier-Schlachten

Das für die Wikipedia typische Mentoren-System, die Art, wie Wikipedia funktioniert, wie Artikel zu Stande kommen, die Arbeitsweise, die in der Frühphase der Wikipedia Garant schnellen Wachstums und Verantwortlicher für den Erfolg von Wikipedia war, dieses System ist heute zur größten Gefahr für den Fortbestand der Wikipedia geworden. Vor allem in Ländern wie Deutschland, in denen die Regeln von Fairness und Anstand nicht wie im angelsächsischen Raum für den Umgang miteinander vorausgesetzt werden können, führt das entsprechende System direkt in den Abgrund. Das Fehlen von Kriterien, eine daraus sich ergebende Selektivität der Artikel, die feindliche Übernahme der Editier-Funktionen durch Ideologen schreckt fähige und motivierte Personen von einer Mitarbeit in Wikipedia ab. Wir wissen von Wissenschaftlern, die sich großer internationaler Bekanntheit erfreuen, die führende Kapazität in ihrem Feld sind, im Marquis Who is Who in the World aufeführt sind, und die auf Einladung von Wikipedia-Autoren Beiträge für die Wikipedia erstellt haben. Die entsprechenden Beiträge haben es nie bis zur Veröffentlichung in der Wikipedia geschafft, denn ihr Inhalt hat die Wirklichkeit beschrieben, wie sie wirklich ist und nicht das ideologische Zerrbild dargestellt, dass die entsprechenden Wikipedia-Autoren erwartet haben. Dass die entsprechenden Wissenschaftler nach ihren Erfahrungen von einer Mitarbeit in Wikipedia absehen, dürfte keiner weiteren Erwähnung bedürfen.

Der ideologische Krieg in der Wikipedia ist mittlerweile so alltäglich, dass es ein Leichtes wäre, wenn man es denn wollte, die dadurch verloren gehende Zeit in Hunderten von Arbeitsstunden zu quantifizieren. Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, was in der deutschen Wikipedia mittlerweile normal geworden ist, genügt es, sich eines der gesellschaftspolitischen Themen vorzunehmen und entweder den Reiter “Diskussion” oder “Versionengeschichte” anzuwählen. Selbst für hartgesottene Leser sind die Schimpftiraden und der öffentliche Umgang der Wikipedia-Autoren miteinander und mit Kritik noch etwas, das sie schockieren kann. Zudem zeigt ein Blick in die Versionengeschichte, dass der Krieg zwischen Ideologen und denen, die mehr an der ursprünlichen Idee der Wikipedia ausgerichtet sind, in vollem Gange ist. Beide Lager sind in ihren Positionen eingegraben und freuen sich daran, die Änderungen der jeweils anderen Seite innerhalb kürzester Zeit rückgängig zu machen – wer mehr Zeit und Pseudonyme hat, nicht wer mehr Wissen und Kenntnisse hat, gewinnt diesen Krieg.

Gibt es wirklich jemanden, der denkt, dass Prozesse, wie die beschriebenen der deutschen Wikipedia keinen erheblichen und vielleicht auch irreparablen Schaden zufügen? Gibt es wirklich jemanden, der denkt, die Grabenkriege, die die Wikipedia zur Zeit auszeichnen, sind nicht dazu geeignet, willige und fähige Mitarbeiter innerhalb kürzester Zeit von einer Mitarbeit Abstand nehmen zu lassen? Gibt es wirklich jemanden, der nicht glaubt, dass die beschriebenen Prozesse über kurz oder lang das Ende der deutschen Wikipedia bedeuten werden?

Nein.

Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, diesen Offenen Brief zu schreiben. Die deutsche Wikipedia steht in höchster Gefahr die fünfte Kolonne welcher Ideologie auch immer zu werden. Es ist an der Zeit, dem Treiben Einhalt zu gebieten, und der beste Weg dazu, die deutsche Wikipedia aus den Klauen von Ideologen zu befreien, besteht darin, nur noch namentlich bekannte und mit ihrem Namen Verantwortung übernehmende Autoren Artikel für die Wikipedia schreiben und bearbeiten zu lassen. Derzeit ist es für anonyme Autoren ein Leichtes, andere mit ihrem Hass zu überziehen. Wären die enstprechenden Autoren namentlich bekannt, müssten sie für das, was sie schreiben, mit ihrem Namen einstehen, die Anzahl der Beleidigungen und Verächtlichmachungen in den Artikeln der Wikipedia würde in dem Maße sinken, in dem die Qualität der Artikel steigt, denn nicht nur macht es vorsichtiger, wenn man mit seinem Namen für etwas steht, die Verantwortungsübernahme mit dem eigenen Namen sorgt auch dafür, dass die Artikel, für die man verantwortlich zeichnet, besser recherchiert und somit qualitativ besser sind.

Wir hoffen, Sie nehmen diesen Offenen Brief in der Weise auf, in der er gemeint ist, als eindringlicher Ruf nach einschneidenden Maßnahmen bei der deutschen Wikipedia, als Ruf von zwei besorgten Menschen, die große Sympathien für den Geist haben, in dem die Wikipedia einst gegründet wurde.

Michael Klein
Arne Hoffmann

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Zuerst erschienen auf ScienceFiles am 29.7.2012

 

Neuer Film von Marijn Poels: Weshalb Häretiker in einer freiheitlichen Gesellschaft dringend gebraucht werden

Spiegel Online am 10. August 2018:

Kommentar zum Klimawandel: Die Stunde der Apokalyptiker

Warum wir auf den Klimawandel nicht mit Panik reagieren sollten.

Von Olaf Stampf

Artikel auf Spiegel Online lesen (für Abonnenten)

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In Nordostchina ist etwas Ungewöhnliches passiert. Seit 20 Jahren wollen die Temeraturen einfach nicht mehr ansteigen. Ein Forscherteam um Xiubao Sun ist dem Phänomen nachgegangen. Hier der Abstract der Arbeit, die im Juli 2018 im Fachblatt Theoretical and Applied Climatology erschienen ist:

A remarkable climate warming hiatus over Northeast China since 1998
Characteristics and causes of global warming hiatus (GWH) phenomenon have received much attention in recent years. Monthly mean data of land surface air maximum temperature (Tmax), minimum temperature (Tmin), and mean temperature (Tmean) of 118 national stations since 1951 in Northeast China are used in this paper to analyze the changes of land surface air temperature in recent 64 years with an emphasis on the GWH period. The results show that (1) from 1951 to 2014, the warming trends of Tmax, Tmin, and Tmean are 0.20, 0.42, and 0.34 °C/decade respectively for the whole area, with the warming rate of Tmin about two times of Tmax, and the upward trend of Tmean obviously higher than mainland China and global averages; (2) in the period 1998–2014, the annual mean temperature consistently exhibits a cooling phenomenon in Northeast China, and the trends of Tmax, Tmin, and Tmean are −0.36, −0.14, and −0.28 °C/decade respectively; (3) in the GWH period, seasonal mean cooling mainly occurs in northern winter (DJF) and spring (MAM), but northern summer (JJA) and autumn (SON) still experience a warming, implying that the annual mean temperature decrease is controlled by the remarkable cooling of winter and spring; (4) compared to the global and mainland China averages, the hiatus phenomenon is more evident in Northeast China, and the cooling trends are more obvious in the cold season; (5) the Northeast China cooling trend occurs under the circulation background of the negative phase Arctic Oscillation (AO), and it is also closely related to strengthening of the Siberia High (SH) and the East Asian Trough (EAT), and the stronger East Asian winter monsoon (EAWM) over the GWH period.

Nach einer rasanten Erwärmung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, sind die Temperaturen in den letzten 20 Jahren wieder deutlich gefallen. Die Autoren beobachten einen Zusammenhang mit der Arktischen Oszillation (AO), einem prominenten Ozeanzyklus.

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Marijn Poels (“Der Bauer und sein Klima“) hat einen neuen Film produziert: “Paradogma – a personal journey why true liberty needs heretics“. In gewisser Hinsicht ist dies eine logische Fortsetzung zu seinem ersten Film. In seinem neuen Werk erweitert Poels die Diskussion und greift mehrere gesellschaftlicheThemen auf. Er befürwortet eine offene Debatte, wobei gegensätzliche Ansichten frei diskutiert werden müssen. Der Film hatte seine Premiere am 19. September 2018 in Berlin, und wurde kurz darauf auch in Maastricht gezeigt. Eine Filmbesprechung gibt es hier (auf Niederländisch).

Die offizielle Webseite des Films ist hier. Dort schreibt der Filmemacher:

Director statement

“The confirmation of your own paradigm over and over again makes you stop thinking. Being skeptical about your view and open up to other worldviews or opinions can be confronting and even offended. But in any case it’s the only way in which we can learn, understand and grow up, together”.

– Marijn Poels

 

 

 

Neues Zentrum in Schweden zur Erforschung von Klimaleugnern eingerichtet

Die schwedische Chalmers University of Technology eröffnete kürzlich ein wichtiges neues Zentrum zur Erforschung des Klimawandels. Das Zentrum trägt den wohklingenden Namen CEFORCED, was für Centre for Studies of Climate Change Denialism steht. Erfoscht werden sollen alle Arten des irrigen Widerstandes gegen die vorherrschende Klimaalarm-Denkrichtung. Wie kann es sein, dass noch nicht alle Wissenschaftler und Bürger gleichgeschaltet sind und sich noch immer gegen die Katastrophenszenarien und die daraus folgende Große Transformation sträuben?

Das Zentrum wird vierzig weltbekannte Leugnerjäger zusammenführen, die gemeinsam nach Geistesdefekten bei Klimaskeptikern suchen werden. Traditionell handelt es sich bei den Leugnern um alte Männer aus dem Bereich der Ölindustrie, erläutert das Zentrum. CEFORCED wird aber auch an anderer Stelle nach Leugnern suchen. Gerade in der heutigen Zeit der Aufklärung ist es besonders wichtig, dass Abweichler systenatisch identifiziert und katalogisiert werden. Die Zeiten von Kritik – egal ob berechtigt oder unberechtigt – sollten nun endlich der Vergangenheit angehören. Es ist unklar, ob CEFORCED auch in der Technologieentwicklung tätig wird. Vorstellbar wären neue Methoden der Gehirnwäsche, um einen endgültigen Klimakonsens einzuleiten.

Hier die Meldung, in der die Chalmers University of Technology am 21. August 2018 ihr großartiges neues Zentrum der Weltöffentlichkeit vorstellt:

Centre for Studies of Climate Change Denialism (CEFORCED)

With Chalmers University of Technology, Sweden, as a hub, the world’s first global research network looking into climate change denial has now been established. 

Scientific and political awareness of the greenhouse effect and human influence on the climate has existed for over three decades. During the 1980s, there was a strong environmental movement and a political consensus on the issue, but in recent years, climate change denial – denying that changes to the climate are due to human influence on the environment – has increased which makes the case for understanding why this is so.   

The comprehensive project: “Why don’t we take climate change seriously? A study of climate change denial”, is now collecting the world’s foremost researchers in this area. In the project, the network will examine the ideas and interests behind climate change denial, with a particular focus on right-wing nationalism, extractive industries, and conservative think tanks. The goal is to increase understanding of climate change denial, and its influence on political decision-making, but also to raise awareness among the general public, those in power, research institutes, and industry. 

Right-wing nationalism’s links to climate change denial are a relatively unresearched topic, but Environmental Sociology recently published an article where Hultman and his research colleagues show the connections between conservatism, xenophobia, and climate change denial, through a study in Norway.  

Through the new research project, a unique international collaborative platform for research into climate change denial, Centre for Studies of Climate Change Denialism (CEFORCED), will be established, which will connect around 40 of the world’s foremost scientific experts in the area and pave the way for international comparisons. The platform builds upon the world’s first conference in the subject, which Hultman and Professor Riley Dunlap of Oklahoma State University organized in 2016.

An important foundation of the project will be a broad, interdisciplinary view of climate change denial, linking together different disciplines such as geopolitics, environmental psychology, technological history, environmental sociology, gender research, environmental history, energy policy, environmental humanism and technology and science studies. 

“We do not dismiss climate change denial as something limited to, for example, powerful, older men with strong connections to the fossil-fuels industry – even if such organized groups do play important roles. Knowledge of climate change and its causes has been around for a long time, so firstly, we also need to understand the type of reactions and everyday denials that explain why we don’t take the greenhouse effect seriously – even when we see the consequences in front of our eyes.”

Three main focuses

  • Right-wing nationalism:The project will map right-wing nationalist parties in Europe and their arguments around climate change denialism. Among other things, Twitter and other internet discussion groups will be analyzed.
  • Extractive industries:The project will undertake a historical investigation into Sweden’s extractive industries –what they have learned about climate change, and how they have acted, as well as connecting knowledge to international studies into the debate.
  • Conservative think tanks:The project maps out how conservative thinktanks in Sweden analyze and communicate around climate, as well as their connections to lobby groups of similar character.

Weiterlesen bei Chalmers University of Technology

Wer gehört jetzt zu den 40 Leugnerjägern? Im Artikel taucht Literatur von Naomi Oreskes auf. Sie ist eine lupenreine Aktivistin. Leiter des Zentrums ist Martin Hultman. Hier sind vier seiner neuesten Papers:

Krange, O. Kaltenborn, B.& Hultman, M. (2018). “Cool Dudes in Norway: Climate Change denial among conservative Norwegian Men”, Environmental Sociology.

Hultman, M., Björk A. & Viinikka, T. (upcoming publication). “Far-right and climate change denial. Denouncing environmental challenges via anti-establishment rhetoric, marketing of doubts, industrial/breadwinner masculinities enactments and ethno-nationalism.”. In Contemporary Environmental Communication by the Far Right in Europe ed. Forchtner, Kølvraa & Wodak London: Routledge.

Anshelm, J., & Hultman, M. (2014). A green fatwā? Climate change as a threat to the masculinity of industrial modernity, NORMA: International Journal for Masculinity Studies, 9(2), 84-96.
Anshelm, J., & Hultman, M. (2014). Discourses of global climate change: apocalyptic framing and political antagonisms, Routledge, London.

Beim Lesen der Abstracts der Papers kommen einem die Tränen…

 

Der „Glaubensvektor“ zeigt ins Mittelalter

Von Uli Weber

Die modernen Naturwissenschaften hatten sich einstmals parallel zur Aufklärung entwickelt. Man könnte dabei auch von einem „Urknall“ des Wissens sprechen, wobei sich dieses Wissen aus antiken Erkenntnissen über die Naturgesetze kontinuierlich, manchmal aber auch mit sprunghaften Paradigmenwechseln (Evolution, Relativitätstheorie, Plattentektonik, etc.) weiterentwickelt hatte. Der stetige Erkenntnisgewinn, also der „Erkenntnisvektor“ der modernen Naturwissenschaften, war demnach immer vom bereits Bekannten nach außen ins Unbekannte und Spekulative gerichtet:

 

Die Klimareligion hat diesen wissenschaftlichen Erkenntnisvektor nun einfach in einen religiösen Glaubensvektor umgekehrt und sich damit von den impliziten Zwängen von Aufklärung und  Wissenschaft befreit. Sie hat hochspekulative Computermodelle entwickelt, die ihr Klimaparadigma wissenschaftlich dadurch nachzuweisen trachten, dass dort alle Klimaveränderungen vorgeblich durch das alleinige Wirken ihrer universellen Glaubensformel hervorgerufen werden:

Die Klimareligion hatte sich also aus der Umkehrung des wissenschaftlichen Prinzips entwickelt und konvergiert, wie jede Religion, in ihren eigenen Glaubenssätzen. Zur Beschönigung dieses Umstandes hilft es wenig, wenn ein Hohepriester dieses Klimaglaubens seine Weissagungen unters Volk bringt und dabei frech die gegenteilige Behauptung aufstellt, Zitat:

Auf der ganzen Welt behauptet eigentlich nur noch eine starrköpfige Minderheit, dass die physikalischen Gesetze für das Klima nicht gelten. Diese Minderheit ist oft laut und rabiat, so dass sie es bisweilen schafft, die Öffentlichkeit zu verwirren…

Die Kritik am Missbrauch der physikalischen Gesetze durch die Klimareligion wird hier einfach als „Leugnen“ selbiger physikalischer Gesetze durch die Kritiker dieser Klimareligion umgedeutet. Mithin erhebt die Klimareligion den Anspruch, allein und beliebig über diese physikalischen Gesetze verfügen zu dürfen. Wenn der geneigte Leser sich jetzt an Galileo Galilei und die Inquisition der Heiligen Römischen Kirche erinnert fühlt, dann ist dem eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Höchstens wäre hier noch zu vermuten, dass die Unfehlbarkeit des Papstes in Dreieinigkeit mit Al Gore auch auf diesen Berater übergesprungen sein mag.

Der Glaubensvektor der Klimakirche verweist also immer direkt auf ihr zentrales religiöses Dogma von einer menschlichen Klimaschuld. Würden wir unter beliebigen religiös gläubigen Menschen eine Umfrage durchführen, so würden diese sicherlich ihrer jeweilige Glaubensformel voll umfänglich zustimmen, denn sonst wären sie ja keine Gläubigen. Die Klimareligion ist in ihrer Außenwirkung aber noch viel fortschrittlicher, denn sie versucht permanent, alle Klimawissenschaftler zwangsweise zu Priestern ihres Glaubens zu erklären. Die sogenannten Klimawissenschaften werden somit Teil einer fortschreitenden sprachlichen Begriffsverwirrung, in diesem Fall die Vereinnahmung des einstmals seriösen Wissenschaftsbegriffs durch katastrophenaffine Glaubensjünger.

Soweit so gut, könnte man jetzt meinen, schließlich haben wir in unserem Lande ja Religionsfreiheit, und die gilt auch für Klimaatheisten. Ja richtig, noch haben wir in diesem Land tatsächlich Religionsfreiheit für Klimaketzer, aber das könnte sich ziemlich schnell ändern. Die Süddeutsche Zeitung  berichtete am 25. September 2018 unter der Überschrift „Grüne wollen Pflicht zum Klimaschutz ins Grundgesetz aufnehmen“, Zitat:

Danach soll das Grundgesetz künftig jede Regierung zum Klimaschutz verpflichten: ‚Für die Bundesrepublik Deutschland völkerrechtlich verbindliche Ziele und Verpflichtungen des Klimaschutzes‘, so heißt es da, ‚binden alle staatliche Gewalt unmittelbar‘.“

Bereits im Jahre 2012 hatte ich mich in meinem Buch „Klimahysterie“ (hier die SW-Ausgabe) unter dem Eindruck der „Großen Transformation“ eines gewissen Papstberaters pessimistischen gesellschaftspolitischen Spekulationen hingegeben, Zitat:

Es wäre eine gesellschaftspolitische Katastrophe, den Klimaschutz vorschnell als Verfassungsziel einführen zu wollen, wie vom WBGU öffentlich gefordert, obwohl in der Klimaforschung noch gar kein gesicherter Erkenntnisstand vorliegt. In einem Abgleich gleichrangiger Rechtsgüter könnten damit unsere individuellen Freiheitsrechte sehr leicht einem ‚öffentlichen Interesse‘ für den Klimaschutz unterliegen und wir alle wären dann die Geiseln eines monokausalen Klimadiktates!

Das Glaubensbekenntnis eines dogmatischen Klimaglaubens im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland würde einen neuen Gottesstaat errichten. Und damit würden wir alle letztendlich unsere freiheitlichen Bürgerrechte gegen irrsinnige und unumkehrbare „Energie-“, „Agrar-“ und „Verkehrswenden“ sowie alle weiteren Weltrettungsphantasien eintauschen – und die Klimaketzer wären plötzlich auch noch Feinde unserer Verfassung…

Der Glaubensvektor der Klimareligion weist uns also den direkten Weg zurück ins finstere Mittelalter.

 

Früher Hering verpasst den Krebs: Wer zu früh kommt, den bestraft das Leben

Die taz berichtete am 23. August 2018:

Heringsfischerei in der Ostsee: Wir haben kein Öko-Etikett für dich
Heringsfischer in der westlichen Ostsee verlieren das Siegel für nachhaltigen Fang. Wegen des Klimawandels fehlt der Nachwuchs der Tiere.

[...] „Die Temperatur in der Ostsee hat sich in für den Hering wichtigen Regionen und zu bestimmten Zeiten in den vergangenen 30 Jahren um bis 2,5 Grad erhöht“, erklärt der Chef des Thünen-Instituts für Ostseefischerei, Christopher Zimmermann. In der Folge habe sich „der fischbare Heringsbestand von etwa 200.000 Tonnen auf 110.000 Tonnen halbiert“. Der Zusammenhang: Die Heringe machen sich immer früher auf zu ihren Laichgebieten, geben ihre Eier ab, daraus schlüpfen die Larven. Diese brauchen, wenn nach etwa einer Woche der Dottersack aufgezehrt ist, was zu fressen: noch nicht ausgewachsene Kleinkrebse. Doch die fehlen so früh im Jahr noch, weil sie sich wiederum von Algen ernähren. Und die brauchen Licht, das zu der Zeit noch nicht da ist. Zu wenige junge Heringe überleben.

Weiterlesen in der taz

In der Tat gingen die Ostseetemperaturen Ende der 1980er Jahre um 1 Grad nach oben, was offenbar auch mit der positiven Phase der Nordatlantischen Oszillation (NAO) zu tun hat.  Sollte die NAO in den kommenden Jahren wieder abstürzen, so könnte dies den Heringen nützen und sich ihr Rhythmus wieder einpendeln.

Übrigens hatten die Heringe wohl auch schon vor 1000 Jahren stark unter einer Warmphase zu leiden. Laut einer Studie im Gotlandbecken (Leipe et al. 2008) herrschten zur Zeit der Mittelalterlichen Wärmeperiode vor 1000 Jahren in der Ostsee ähnliche Bedingungen wie heute. Durch die damals warmen Temperaturen entwickelte sich eine stabile Wasserschichtung mit Zustrom von salzhaltigerem Wasser aus der Nordsee. Dies führte zu Sauerstoffmangelbedingungen am Meeresboden der Ostsee und der Ausbildung von Sedimenten die reich an organischer Materie waren, wie dies auch aktuell der Fall ist. Während der Kleinen Eiszeit änderten sich die Bedingungen drastisch, das Klima kühlte sich ab. Der Zustrom an salzigem Nordseewasser war reduziert und der Wasserkörper der Ostsee konnte sich besser durchmischen. Hierdurch gelangte Sauerstoff in die bodennahen Wasserschichten, und der organische Gehalt des Sediments verringerte sich signifikant. Die im Meeresboden der Ostsee gespeicherte Klimageschichte stellt ein wichtiges Archiv dar, in dessen Kontext der heutige Klimawandel zu interpretieren ist.

 

Spaß mit Schelmhuber

Am 10. Oktober 2018 sollte ursprünglich in Hamburg ein Vortrag des Klimawissenschaftlers Prof. Dr. Murry L. Salby mit dem Titel “What is really behind the increase of Atmospheric CO2?” stattfinden. Leider wurde der Vortrag zwischenzeitlich abgesagt.

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nnz Online am 18. August 2018:

Der Klimawandel kennt auch Gewinner
In Thüringen ist sie eigentlich eine Unbekannte – doch der NABU Thüringen konnte jetzt zwei Nachweise von Gottesanbeterinnen im nördlichen Saaletal bestätigen. Die Naturschützer vermuten, dass sich die Tiere in der dortigen Region angesiedelt haben und rufen dazu auf, weitere Sichtungen zu melden…

Weiterlesen auf nnz Online

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Großer Quatsch in der Augsburger Allgemeinen am 19. August 2018:

Klimaforscher Schellnhuber: “Wird wohl nie wieder eine Eiszeit geben”

[...]

AA: Vor zwei Wochen ist eine internationale Studie veröffentlich worden, an der auch Sie beteiligt waren. Da war von einer Heißzeit die Rede. Klingt ebenfalls dramatisch…

Schellnhuber: Ist es auch. Auf der Erde haben sich Eis- und Warmzeiten für Millionen Jahre abgewechselt. Wir haben in Studien nachgewiesen, dass die Industriegesellschaft mit ihren historischen Treibhausgasemissionen diesen Zyklus bereits unterbrochen hat und es wohl nie wieder eine Eiszeit geben wird. Meine Kollegen und ich haben daher die Frage aufgeworfen: Lässt sich unser Klimasystem im gegenwärtig herrschenden Warmzeitzustand auch stabilisieren, oder setzen wir planetare Prozesse in Gang, die uns in eine Heißzeit treiben? Der Unterschied ist, grob gesagt, der Weiterbestand der uns vertrauten Zivilisation. Bei einem langfristigen Anstieg der Temperatur um fünf oder sechs Grad und des Meeresspiegels um 60 Meter wird diese sich nicht aufrechterhalten lassen.

Ein echter Spaßvogel, der Professor Schellnhuber. Glaziale und Interglaziale operieren auf Zeitskalen von zehntausenden Jahren. Die Verweildauer des CO2 in der Atmosphäre beträgt aber nur 100 Jahre. Spätestens nach einigen hundert Jahren wäre das CO2 also wieder auf dem vorindustriellen Niveau. Ob sich Schellnhuber das schonmal klargemacht hat? Da diesen Zeitpunkt von uns sowieso niemand erleben wird, kann er aber munter drauflos in die Zukunft fabulieren. Zum Totlachen. Siehe auch unseren Beitrag PIK warnt vor Ausfall der nächsten Eiszeit. Mojib Latif cool: “100 Jahre bleibt CO2 in der Luft”

Mehr zu Schellnhuber: “Gutachtersystem unterhöhlt: Hans-Joachim Schellnhuber wählt die Prüfer einfach selber aus

 

Meister der Klimarhetorik: Mit diesen Tricks geht das PIK auf Menschenfang

Der Rhetorik fällt in der öffentlichen Klimadebatte eine wichtige Rolle zu. Forschungszentren wie das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), AWI und Geomar beschäftigen Kommunikationsspezialisten, um ihre Ergebnisse möglichst wirksam in den Medien zu platzieren. Im Folgenden wollen wir eine Pressemitteilung des PIK vom 6. August 2018 sprachlich analysieren. Mit welchen rhetorischen Mitteln arbeiten die Postdamer? Lernen von den Experten.

Wir haben den Originaltext der Pressemitteilung in die linke Spalte der untenstehenden Tabelle kopiert. Die Farbkodierung markiert drei wichtige rhetorische Mittel:

1) Konjunktiv: Durch die Verwendung des Konjunktivs und Erwähnung von Unsicherheiten können auch drastische Klimawandelfolgen behauptet werden, die aus wissenschaftlicher Sicht jedoch noch gar nicht gesichert sind. Beispiel: “Morgen könnte die Welt untergehen.” Das kann durchaus passieren, auch wenn es nicht wahrscheinlich ist.

2) Schlagworte und Phrasen (“Buzzwords”): Drastisch gewählte Formulierungen, dramatisierend, überhöhend, bedeutungsschwanger, Wortspiele, Urängste schürend.

3) Politische Forderungen: Aus den wissenschaftlichen Ergebnissen werden politische Forderungen konstruiert, Schuldige benannt, Druck ausgeübt. In vielen Fällen werden hier Grenzen überschritten, bei der Forscher sich die Rolle der Politiker und Entscheider anmaßen.

 

Linke Spalte: Original PIK-Pressetext. Rechte Spalte: Textanalyse.

Auf dem Weg in die “Heißzeit“? Planet könnte kritische Schwelle überschreiten Textanalyse: Gleich im Titel greifen die PIK-Schreiber auf altbewährte Werkzeuge der Bibel zurück. Das clever gewählte Wort “Heißzeit” ist eingänig und wohlklingend, da sich die beiden ei-ei-Silben schön reimen. Hiermit wird ganz offensichtlich auf die Hölle angespielt, in die alle Sünder kommen, die sich nicht an die göttlichen (PIK-) Vorgaben halten. Da es sich um Religion handelt, sind die Regeln nicht verhandelbar, müssen als gegeben akzeptiert werden. Im zweiten Teil der Überschrift wird das Wort “Planet” verwendet. Es geht nicht um Deutschland, nicht um Europa, es geht schlicht um alles. Früher benutzte  man den Begriff “Weltuntergang”, der aber durch die vielen ausgebliebenen Untergänge mittlerweile eher belächelt wird. Also heißt es heute “Planet, der die kritische Schwelle überschreitet”.
Das PIK gefällt sich in der Rolle als Schürer der Klimaangst. Da man sich jedoch vollständig darüber bewusst ist, dass alle Warnungen auf Basis unsicherer Modelle beruhen, baute man zur Sicherheit noch einen Konjunktiv ein (jeweils grün markiert): Die Welt KÖNNTE untergehen, muss aber nicht. So wahrt man bei allem Alarmismus den wissenschaftlichen Schein.
Die globale Erwärmung auf lange Sicht bei 1,5°C bis 2°C zu stoppen, könnte schwieriger sein als bisher angenommen. Selbst bei Umsetzung der im Pariser Abkommen festgelegten Pläne zur Minderung von Treibhausgasemissionen bleibt ein Risiko, dass der Planet durch verschiedene Rückkopplungsprozesse in einen Zustand gerät, den die Forscher als „Hothouse Earth“ bezeichnen. Dies diskutiert ein internationales Team von Wissenschaftlern in einer neuen Studie im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS). Eine solche Heißzeit wäre langfristig durch etwa 4°C bis 5°C höhere Temperaturen charakterisiert sowie durch einen Meeresspiegelanstieg um 10m bis 60m, so die Veröffentlichung. Der Übergang zu einer emissionsfreien Weltwirtschaft müsse deshalb deutlich beschleunigt werden, argumentieren die Autoren. Der Text beginnt mit einer drastischen Warnung, umgehend entkräftet mit einem Konjunktiv: Es wird ganz schlimm, aber nur vielleicht. Es bestehe ein großes “Risiko” für den “Planeten”. Auch hier wieder keine absolute Aussage. Wer in ein Auto steigt, setzt sich dem Risiko aus, einen Unfall zu haben. Die meisten Fahrten sind jedoch unfallfrei und die Insassen erreichen das Ziel gesund und munter. Etwas später erscheint erneut der Begriff “Heißzeit” (Hölle) aus der Überschrift, gepaart mit einem Konjunktiv. So ganz sicher ist man sich mit der Hölle dann doch nicht. Am Ende des Absatzes folgt eine knallharte politische Forderung: Die Gesellschaft soll noch schneller umgekrempelt werden, die PIK-Forderungen endlich in die Tat umgesetzt werden. Da es sich beim PIK  eigentlich “nur” um ein ganz normales Forschungsinstitut handelt, wirkt das Streunen auf der politischen Seite stark befremdlich.
„Industrielle Treibhausgasemissionen sind nicht der einzige Faktor, der die Temperatur auf der Erde beeinflusst. Unsere Arbeit weist darauf hin, dass eine vom Menschen verursachte globale Erwärmung von 2°C andere Prozesse des Erdsystems anstoßen könnte (oft als Rückkopplungen bezeichnet). Diese wiederum könnten die Erwärmung weiter vorantreiben – selbst wenn wir aufhörten, Treibhausgase auszustoßen“, sagt Leitautor Will Steffen von der Australian National University (ANU) und dem Stockholm Resilience Centre (SRC). „Um dieses Szenario zu vermeiden, ist es notwendig, das menschliche Handeln in eine neue Richtung zu lenken, von der Ausbeutung zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Erdsystem.“ Derzeit liegt die globale Durchschnittstemperatur bereits um gut 1°C über dem vorindustriellen Niveau und steigt etwa 0,17°C pro Jahrzehnt an. Das PIK suggeriert, dass “andere Prozesse” plötzlich auftreten könnten, die kaum jemand heute auf dem Radar hat. Eine interessante Strategie: Obwohl heute von diesen “anderen Prozessen” noch nichts zu sehen ist, bringt man sie als mysteriöse Unbekannte einfach mal ins Spiel und erhöht so den Druck. Um nicht sofort damit durchzufallen wird schnell noch ein Konjunkiv (“könnte”) nachgeschoben. Im zweiten Teil des Absatzes wird das Geschehen auf die Metaebene gehoben. Philosophisch-ethisch wird fomuliert, das “menschliche Handeln” müsse nun endlich den PIK-Weg einschlagen. Dies wäre die “neue Richtung” ins Licht in eine verheißungsvolle Zukunft. Dies unterscheidet sich kaum von den Slogans religiöser Sekten, die auf Menschenfang gehen. Der Mensch hat gesündigt, er ist schlecht, muss Buße tun. Er schädigt den Planeten durch “Ausbeutung”, agiert nicht verantwortungsvoll. Wieder ein biblisches Muster: “Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern…Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit”. Wer hat nicht schon am Sonntag in der Kirche das Vaterunser gebetet, konnte sich aber an keine eigene Missetat der letzten Woche erinnern, für die er sich dann allsonntäglich entschuldigen sollte. Sind wir wirklich so grundauf schlecht, wie uns immer von Religion und PIK eingeredet wird?
Die Autoren der Studie betrachten zehn natürliche Rückkopplungsprozesse, von denen einige mit den sogenannten Kippelementen im Erdsystem verknüpft sind. Durch das Überschreiten kritischer Schwellen könnten diese in fundamental andersartige Zustände versetzt werden. Die Rückkopplungen könnten z.B. Kohlenstoffspeicher in Kohlenstoffquellen verwandeln, die in einer entsprechend wärmeren Welt unkontrolliert Emissionen freisetzen würden. Zu den kritischen Prozessen gehören insbesondere tauender Permafrost, der Verlust von Methanhydraten vom Meeresboden, eine Schwächung von Kohlenstoffsenken an Land und in den Ozeanen, eine zunehmende bakterielle Atmung in den Ozeanen, das teilweise Absterben des Amazonas-Regenwaldes sowie der borealen Wälder, eine Verringerung der Schneedecke auf der Nordhalbkugel, der Verlust von arktischem und antarktischem Meereis sowie das Schrumpfen der großen Eisschilde. Die Studie berücksichtigt noch nicht mögliche Rückkopplungen zwischen Emissionen und der planetaren Wolkenbedeckung. Eine der bekanntesten PIK-Erfindungen betritt die Bühne: Die Kippelemente. Auch wenn die Entwicklung aktuell ganz und gar nicht dramatisch aussieht, hält man den Katastrophenjoker in der Hinterhand: Das System könnte ganz plötzlich und unerwartet kippen. Wie ein Meteoriteneinschlag den niemand vorhersehen und vermeiden kann. Gegen eine solche Argumentation ist man machtlos. Mit den Kippelementen steht das PIK auch ziemlich allein da. Viele Wissenschaftler lehnen das windige Konstrukt ab, vertrauen lieber auf solide Wissenschaft als auf mysteriöse, nicht nachvollziehbare Prozesse. Wieder tauchen die “kritischen Schwellen” aus dem Titel des Pressemiteilung auf. Imaginäre Linien, mysteriöse Prozesse: Science Fiction statt Science. Wieder eine Prise Konjunktiv (“könnten”, “könnten”, “würden”) zur Absicherung gegen berechtigte Zweifler. Der Konjunktiv als imaginäre klimatische Narrenkappe. Mit ihr ist alles erlaubt. Vielleicht sollte man einfach mal dem PIK den Konjunkiv verbieten. Mal sehen, was noch übrigbleibt. Im weiteren Verlauf des Absatzes tauchen ein ganze Reihe von emotionalen Signalwörtern auf. Nach den “kritischen Schwellen” folgen “kritische Prozesse”. Alles ist “kritisch”, kurz vor dem Kollaps, der Weltuntergang ist nah. Der Mensch ist unkontrolliert, tut was er will, hält sich nicht an die göttlichen PIK-Vorgaben. Als Strafe drohen “Verlust”, “Schwächung”, “Absterben”, “Verringerung” und “Verlust”. Ob das PIK eine spezielle Wörterdatenbank für Strafwörter hat? Potsdamer Meister der rhetorischen Verführung.
Landwirtschaft  bringen das Erdsystem aus dem Gleichgewicht
„Diese Kippelemente könnten sich wie eine Reihe von Dominosteinen verhalten. Wird einer von ihnen gekippt, schiebt dieses Element die Erde auf einen weiteren Kipppunkt zu. Es könnte sehr schwierig oder sogar unmöglich sein, die ganze Reihe von Dominosteinen davon abzuhalten, umzukippen. Manche Orte auf der Erde könnten unbewohnbar werden, wenn die „Heißzeit“ Realität würde“, ergänzt Johan Rockström, Direktor des Stockholm Resilience Centre und designierter Ko-Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung.
Ein weiterer Absatz aus dem rhetorischen PIK-Kochbuch: Es “kippt” an allen Ecken und Enden, “Dominosteine” fallen, der Planet (warum jetzt plötzlich “Erde”?) wird unbewohnbar. “Heißzeit” als Realität. Oder vielleicht doch nicht? Hierauf weisen “könnten”, “könnte”, “könnten” und “würde” hin. Sturm im Wasserglas, aus Spaß am vermeintlichen Ökodrama? Cry Wolf – ein gefährliches Spiel mit hohem gesellschaftlichen Einsatz.
Kippelemente im planetarischen Getriebe: Treibhausgase aus Industrie und Landwirtschaft  bringen das Erdsystem aus dem Gleichgewicht
„Die Treibhausgasemissionen aus Industrie und Landwirtschaft bringen unser Klima und letztlich das ganze Erdsystem aus dem Gleichgewicht, das zeigen wir auf. Im Zentrum stehen hier vor allem die Kippelemente in der globalen Umwelt, die sich – sobald ein bestimmtes Belastungsniveau einmal überschritten ist – grundlegend, schnell und möglicherweise irreversibel verändern könnten. Gewisse Kaskaden solcher Ereignisse könnten das gesamte Erdsystem in eine neue Betriebsweise kippen“, sagt Hans Joachim Schellnhuber, amtierender Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. „Was wir derzeit noch nicht wissen, ist, ob das Klimasystem sicher bei etwa 2°C über dem vorindustriellen Niveau ‚geparkt‘ werden kann, wie es das Pariser Abkommen vorsieht. Oder ob es, einmal so weit angestoßen, weiter abrutschen würde in ein dauerhaftes Supertreibhaus-Klima. Die Forschung muss sich daran machen, dieses Risiko schnellstmöglich besser abzuschätzen.“Die Reduktion von Treibhausgasen allein reicht nicht aus.
Um die Chancen zur Vermeidung einer „Heißzeit“ zu verbessern, brauche es nicht nur eine entschlossene Minderung von Kohlendioxid- und anderen Treibhausgasemissionen. Auch erweiterte biologische Kohlenstoffspeicher, etwa durch ein verbessertes Wald-, Landwirtschafts- und Bodenmanagement, oder die Erhaltung der biologischen Vielfalt sowie Technologien, um der Atmosphäre Kohlendioxid zu entziehen und unterirdisch zu speichern, können eine wichtige Rolle spielen, so die Autoren. Entscheidend sei jedoch, dass diese Maßnahmen auch durch grundlegende gesellschaftliche Veränderungen gestützt werden.
Und wieder kippt es überall, gerät der Planet aus dem Gleichgewicht. Es geht um die Grundpfeiler unsere Zivilisation: Industrie und Landwirtschaft. Gibt es wichtigere Bereiche? Das “Risiko” einer “Heißzeit”, “überschrittene Belastungsniveaus”. Das ganze “global”, “grundlegend”, “irreversibel” und “dauerhaft”. Ganz sicher? Nein. “Möglicherweise”, “derzeit noch nicht wissen”, “können”. Die PIK-Lyrik erreicht ihren Höhepunkt: Zeit für politische Forderungen: PIK-Forderungen müssen “schnellstmöglich” und “entschlossen” erfüllt werden, sonst drohe Sodom und Gomorra. Dazu müssen die Menschen auch bereit sein, “grundlegende gesellschaftliche Veränderungen” zu akzeptieren. Revolution unter dem Deckmäntelchen der Konjunktiv-Wissenschaft.
„Das Klima und andere Veränderungen zeigen uns, dass wir Menschen das Erdsystem bereits auf globaler Ebene beeinflussen. Das bedeutet auch, dass wir als internationale Gemeinschaft an unserer Beziehung zum System arbeiten können, um die zukünftigen planetarischen Bedingungen zu beeinflussen. Diese Studie identifiziert einige der Hebel, die dafür genutzt werden können“, schließt Katherine Richardson von Center for Macroecology, Evolution and Climate an der Universität Kopenhagen. Wieder die Metaebene: “wir Menschen”, “internationale Gemeinschaft”. Wir sind Schuld, denn wir “beeinflussen” “global”. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Es verwundert kaum, dass der Schlusssatz wieder eine Forderung enthält: Endlich die Hebel in Bewegung setzen, um die PIK-Doktrin umzusetzen. Das alles ist natürlich alternativlos, wie so Vieles in Deutschland…
Artikel: Will Steffen, Johan Rockström, Katherine Richardson, Timothy M. Lenton, Carl Folke, Diana Liverman, Colin P.Summerhayes, Anthony D. Barnosky, Sarah E. Cornell, Michel Crucifix, Jonathan F. Donges, Ingo Fetzer, Steven J. Lade, Marten Scheffer, Ricarda Winkelmann, Hans Joachim Schellnhuber (2018). Trajectories of the Earth System on the Anthropocene. Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS). [DOI: 10.1073/pnas.1810141115]

 

 

Bundesregierung lehnt TÜV-Pflicht für Windräder ab

Unsere Schulen sind zur Neutralität verpflichtet. Parteienwerbung und andere Lobbyarbeiten sind nicht gestattet. Umso erstaunlicher ist eine Werbeaktion von Klimaaktivisten, mit deren Hilfe sie ihr Gedankengut in den Schulen verbreiten wollen. Es handelt sich um die “Schulaktion Klimawandel” von CARE. Die vom Systembetreuer der Pestalozzi-Förderschule Schweinfurt betriebene Plattform Lehrerrundmail.de warb dafür aktiv:

Schulaktion Klimawandel – WE CARE.

Deutschland-Luxemburg e.V. hat eine neue „WE CARE.“-Schulaktion zum Thema Klimawandel begonnen! Die Hilfsorganisation lädt Schulklassen ein, das Thema auf den Stundenplan zu setzen und stellt dazu Unterrichtsmaterialien mit Informationen und Aktionsmöglichkeiten zur Verfügung. Im Fokus steht in diesem Jahr das Land Madagaskar. Der Inselstaat vor Ostafrika kämpft schon heute mit den Folgen des Klimawandels, heftigeren Stürmen und längeren Dürren.

Die Schulaktion bietet viele Möglichkeiten, aktiv zu werden: Papierschöpfen oder eine Schulhof-Rallye auf madagassisch, Insel-Gewürztee und -kuchen auf dem Schulfest oder eine Baumpflanzaktion sind einige der Ideen und Anregungen, wie Schüler und Lehrer sich engagieren können. Zudem ruft CARE die Schulklassen zur Teilnahme an einem Kurzfilm-Wettbewerb auf. Dabei kann jede Klasse einen Film für Gleichaltrige darüber drehen, was Klimawandel bedeutet und wie man ihn aufhalten kann. Der beste Film wird mit einem Profi-Filmworkshop für die ganze Klasse prämiert und auf der CARE-Homepage sowie bei Youtube veröffentlicht.
Lehrer können die Unterrichtsmaterialien – das Schulinfopaket Klimawandel – bei CARE online anfordern. Wer sofort einen Blick hinein werfen möchte, kann die Materialien auch bequem im Downloadbereich am unteren Ende der Infoseite herunterladen:
http://www.care.de/schulaktion-klimawandel.html

Das ist erschreckend. CARE betätigt sich als Klimaaktivistenorganisation und verbreitet fragwürdige klimaalarmistische Aussagen in deutschen Schulen. Gerade das gewählte Beispiel Madagaskar zeigt, dass die Realität ganz anders aussieht. Weder ist die Häufigkeit von Stürmen langfristig angestiegen, noch ist ein klarer Dürretrend zu erkennen. In Wirklichkeit prägen natürliche Klimaoszillationen das Geschehen, ein Fakt, der den Schülern vorenthalten wird. Siehe unsere Blogbeiträge:

Die CARE-Geschichte ist schon ein paar Jährchen her. Ob sich etwas gebessert hat? Im April 2017 brachte Lehrerrundmail.de einen markierten Werbeartikel, der bezweifelte, dass Windkraftanlagen größe Schäden in der Vogelpopulation verursacht. 100% Aktivistengedankengut, aufbereitet für deutsche Lehrer, und offenbar sogar ein bezahlter Werbeartikel. Absolut grenzwertig:

Mythos: Vogelschlag durch Windenergie

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Eines der Hauptargumente gegen Windkraftanlagen wird in schöner Regelmäßigkeit aus der Schublade geholt. Vögel würden gegen die Rotoren fliegen und sterben. Die fürchterlichen Bilder von geschredderten Vögeln empören. Was ist Fakt?

Als Erstes: verlässliche Zahlen zu finden ist schwierig. Zum einen, weil doch hinter jeder Veröffentlichung ein bestimmter Zweck steht – entweder die Zahlen zu minimieren („ist ja alles gar nicht so schlimm“), oder um sie zu maximieren („ist schrecklich, muss verhindert werden“). Zum anderen, weil die Kadaver / Kadaverteile ja Teil eines natürlichen Kreislaufes sind und durch Fleisch-/Aasfresser vertilgt werden, bevor man sie findet.

Dies sind nach diversen Quellen wie BUND Naturschutz, BWE, UDI die Ursachen für das Schrumpfen der Vogelpopulationen:

  • Verlust an Natur und Lebensräumen
    Immer intensivere Bebauung, Landwirtschaft, immer weniger Wald, Wiesen, freie Natur – das verhindert erstens Nestbau, zweitens fehlt das Futter für die Vögel.
  • Abnahme freßbarer Insekten
    In machen deutschen Gebieten gibt es schon 80 Prozent weniger Insekten als früher. Pestizide, Einheitsbepflanzung statt Fruchtfolge, englischer Rasen oder gar Beton statt grüner Blumenwiese – gerade in der Aufzuchtphase fehlt die eiweißreiche Kost für den gefiederten Nachwuchs.
  • Vogelschlag an Eisenbahnen
    Pro Streckenkilometer kommt es je nach gefahrener Geschwindigkeit zu 0,29 bis 61 Vogelschlägen im Jahr. Bei 160 km/Stunde sind es beispielsweise nach sieben verschiedenen Langzeitstudien rund 20 tote Vögel je km. Eulen und Greifvögel wie Bussard, Schleiereule, Steinkauz und Seeadler sind besonders betroffen. Weil Züge inklusive der Stromabnehmer bis zu 8 Meter hoch sind, gibt es sehr viel mögliche Aufschlagfläche.
  • Vogelschlag durch Autos
    Hier gibt es leider keine Studien oder Zahlen. Vor allem Greifvögel sind betroffen – jeder von uns kennt ja an Autobahnen das Bild, wie der Bussard auf einen Pfosten direkt an der Strecke sitzt und auf Beute lauert. Oder dann eben tot auf der Straße liegt ….
  • Vogelschlag an Glasscheiben, Fenstern und Gebäuden
    Hier wiederum gibt es Zahlen: mindestens 18 Millionen getötete Vögel sind es jährlich in Deutschland.
  • Vogelschlag an Windenergieanlagen
    Im direkten Vergleich: 100.000 bis 200.000 Vögel sind es nach Messungen und Hochrechnungen pro Jahr. Bei knapp 28.000 Windkraftanlagen onshore sind das 3,5 bis 7 tote Vögel je Windrad und Jahr. Das schafft die „durchschnittliche“ nächste Todesursache spielend …
  • Freilaufende oder verwilderte Katzen
    Es gibt ca. 8 Millionen Katzen in Deutschland. Schätzen wir mal, dass jede zweite ein Freigänger ist. Und jeder dieser Freigänger nur 1 Vogel pro Monat tötet und „apportiert“, und das auch nur in den warmen Monaten. Dann sind wir bei 5 Monaten mal 4 Millionen gleich 20 Millionen.

Natürlich ist jeder durch eine unnatürliche Ursache umgekommene Vogel ein toter Vogel zu viel. Aber ausschließlich Windkraftanlagen zu diskriminieren, während wir uns schon an die anderen Ursachen „gewöhnt“ haben (wer will schon auf Zug, Auto, Gebäude verzichten?) – das wäre falsch.

Übrigens, Zugvögel wie Kraniche und Singvögel fliegen deutlich höher als das höchste Windrad … ihre Flughöhe liegt ab 500 Metern, Windräder sind max. 230 Meter hoch.

Was passiert da an unseren Schulen? Dazu passt auch die folgende Meldung auf welt.de vom 18. August 2018:

Bundesregierung lehnt TÜV-Pflicht für Windräder ab
Havarien von Windkraftanlagen sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Doch das Wirtschaftsministerium möchte trotzdem keine Prüfpflicht für die Anlagen einführen – und beweist gleichzeitig, dass es das Problem gar nicht genau überblickt.

Weiterlesen auf welt.de

Und schließlich noch dieser Welt-Artikel vom 22. August 2018:

Europa kann die deutsche Stromversorgung nicht retten
Die Bundesregierung vertraut darauf, dass Deutschland in Zeiten ohne Wind und Sonne Elektrizität von den Nachbarländern importieren kann. Eine riskante Fehleinschätzung zeigt eine neue Studie: Kaum ein Nachbar hat noch Kraftwerkskapazitäten übrig.

Weiterlesen auf welt.de

 

Die Sonne im August 2018 und atmosphärische Konflikte

Von Frank Bosse und Fritz Vahrenholt

Das Zentralgestirn unseres Planetensystems war auch im August unternormal aktiv. Die festgestellte mittlere monatliche Sonnenfleckenzahl (SSN für SunSpotNumber) betrug nur 8,8. Zum Vergleich: das arithmetische Mittel über alle bisher systematisch beobachteten 23 Zyklen für den 117. Monat des 11-jährigen Zyklus beträgt 31,2. Die Sonne war also im letzten Monat weniger als 1/3 so aktiv wie im Mittel. An 13 Tagen des Monats war überhaupt kein Fleck zu beobachten, an den übrigen Tagen sah man diesmal die Südhemisphäre zu 74% zu den wenigen kleinen Flecken beitragen.

Abb.1: Die Fleckenaktivität des aktuellen SC (für SolarCycle) 24 im Vergleich zu einem mittleren Zyklus (blau) und dem im letzten Zyklusdrittel sehr ähnlichen SC5 ( schwarz).

 

Vieles spricht dafür, dass der Zyklus seine letzten rechnerischen 14 Monate sehr ruhig beendet. Das ist einigermaßen beruhigend  wenn man weiß, dass die Sonne auch anders könnte und wohl auch schon konnte. Super-Explosionen auf der Sonne kamen schon vor: der berühmte „Carrington Event“ am 1.September 1859 ist ein Beispiel. Damals gab es einen Flare (eine Sonneruption),  der erdgerichtet war und um ein Vielfaches stärker als alles, was wir in dieser Beziehung im Satellitenzeitalter beobachten konnten. Vor wenigen Wochen erschienen Arbeiten, die Ereignisse im Jahre 774 und 993 ( wir wissen von Ihnen durch globale Nachweise in Proxies) unzweifelhaft der Sonne zuordneten, und die noch etwa 20 mal so stark waren wie der „Carrington Event“.

Auch im Jahre 2012 ereignete sich ein potentiell gefährlicher Flare, der jedoch nicht erdgerichtet war. Für die heutige Infrastruktur mit ihren langen Leitungen für Energieversorgung und Kommunikation wäre ein Treffer schon sehr gefährlich, vermutlich würde auch jede Satellitennavigation ausfallen. Eine Vorhersage ist noch relativ unsicher. Mehr als 1…2 Wochen vor einem möglichen Event hätten wir vielleicht nur die Gelegenheit, uns zu wappnen, wie diese aktuelle Arbeit zeigt.  Und wann ein großer energiereicher Sonnenfleck wohin genau explodiert- für solche Vorhersagen gibt es noch keine ausreichenden Modelle. Also ist bei allen Fortschritten im Wissen um die Eigenschaften unserer Sonne immer noch ein wenig Glück dabei, dass wir noch keine fundamentalen Schäden durch Sonnenstürme erleben mussten: Großflächige Blackouts, Netzwerkausfälle auf lange Zeiten, kaum noch funktionierende Navigation.

Zurück zur aktuell sehr ruhigen Sonne. Der Vergleich der Zyklen untereinander bestätigt das:

Abb.2: Die aufsummierten Abweichungen der einzelnen Zyklen vom mittleren Zyklus  (blau in Abb.1). Sehr gut sichtbar: die Clusterbildung. Seit dem Zyklus 5 tauchen immer mindestens 3 Zyklen in Reihe auf, die entweder unter- oder übernormal stark waren. Einzelne Ausreißer sind nicht zu verzeichnen.

 

Die Vorausschau auf den Zyklus 25 wird nun immer verlässlicher: die maximale Stärke der polaren solaren Felder ist mit hoher Sicherheit erreicht. Recht wahrscheinlich ist ein nächster Zyklus, der etwa so stark ist wie der SC14, der zwischen 1902 und 1913 beobachtet wurde. Also weiterhin eine (magnetfeldtechnisch) schwache Sonne bis in die 30er Jahre der 2000er.

 

Atmosphärische Konflikte

Gemeint ist hier nicht das bekannte und vergnügliche Gedicht von Erich Kästner, mit dem er die interne Variabilität des Überganges Winter/ Frühjahr in Deutschland vor genau 90 Jahren mit Humor und Tiefgang beschrieb, als noch keiner  verfrühte/verspätete Wärme dem Klimawandel zuschreiben wollte. Die einzigen, die blass wurden, waren die Oberkellner!

Vielmehr geht es uns um eine aktuelle Arbeit von McKitrick/Christy, in der die Autoren mit den bestmöglichen Beobachtungen seit 1958 aus Ballonaufstiegen die Erwärmung der tropischen oberen Atmosphäre auswerten. Die Temperaturen in einer Höhe von 10-13km ( 300mb-200mb), so sagen es die Modelle, erwärmen sich deutlich schneller bei jedem Temperaturanstieg als die am Boden, also auch den durch die Wirkung von Treibhausgasen. Es ist die Region in unserer Atmosphäre, die am heftigsten auf diesen Antrieb reagiert. Daher nennt man es auch den „tropischen Hotspot“.

 

Abb.3: Der „tropische Hotspot“ in einem Klimamodell. Über den Tropen (Latitude -25°…25°) in der Höhe von 200-300mb soll sich die Troposphäre mit ca. 0,5°C/ Dekade erwärmt haben zwischen 1958 und 2017. Quelle: Fig.1 aus McKitrick et al. (2018).

 

Das ist doch super, sollte man meinen. Wir haben damit eine „Vorwarnung“, die Erwärmung ist dort noch heftiger als am Boden und wir können sehr gut ablesen, wie stark es sich aufheizt, noch bevor es am Boden so manifest wird. Ganz so einfach ist es nicht! Die Luft ist recht dünn auf Reiseflughöhe der modernen Jets und daher auch sehr empfindlich auf interne Schwankungen des Klimasystems. So haben da  ElNinos viel größere Ausschläge, ebenso wie Vulkanereignisse. Sie erkennen die starken Einflüsse von ENSO in Abb.4: sowohl 1997/98 als auch 2015/16/17 sieht man Ausbrüche nach oben. Bleibt ein solch starker Ausreißer aus, wird der Trend wieder auf das Niveau der letzten 40 Jahre zurückkehren. Diese Empfindlichkeit auf natürliche Schwankungen  macht die Trends unsicherer.

Mit Satellitenmessungen ist es auch schwierig: Um nur die fragliche troposphärische Schicht zu treffen ist eine Trennschärfe zu der darüber liegenden Stratosphäre -sie kühlt sich ab,  (vgl. Abb. 3 über 100mb) bei Erwärmung der Troposphäre, u.a. weil sie durch ihre Ausdehnung in größere Höhen gerät-  zu realisieren, die nicht durchgängig gegeben ist. Ballons steigen nicht überall auf und daher braucht es mit ihnen viel länger, um zu gesicherten Aussagen zu kommen. Nun haben sich also die Autoren von McKitrick et al. (2018) die recht langen Messreihen von verschiedenen Anbietern vorgenommen und die letzten 60 Jahre ausgewertet. Das Ergebnis: Die Erwärmung der oberen tropischen Troposphäre ist nicht im Entferntesten so stark, wie es alle Modelle, die für den 5. Sachstandbericht (AR5) des IPCC in 2013 entwickelt (CMIP5) wurden, antizipierten. Sehr gut erkennt man das in dieser Abbildung der Arbeit:

Abb.4: Die Entwicklung der Temperaturen im Bereich aus Abb.3 über die Zeit. Seit etwa 1995 laufen die Modellwerte den Beobachtungen zunehmend nach oben weg. Quelle: Fig. 3 aus McKitrick et al. (2018)

 

Die Autoren stellen denn auch mit großer statistischer Sicherheit fest, dass die Modelle inkonsistent zu den Beobachtungen sind. Um die Entwicklung der Diskrepanzen noch etwas genauer zu untersuchen, haben wir die Abb.4 digitalisiert und mit den gewonnen Daten Trendberechnungen angestellt:

Abb.5: Die linearen Trends ( in °C/ Jahr)  der Beobachtungen (blau) und des Modellmittels (rot).

 

Die kürzeste Trendlänge ab 1958 beträgt 30 Jahre, daher beginnt das Diagramm mit dem Jahr 1987. Der längste Trend geht von 1958 bis 2017. Mit jedem neuen Jahr ergibt sich ab Ende der 90er Jahre eine größere Abweichung der Modellberechnungen vom beobachteten realen Klimasystem. Während diese einen recht konstanten Anstieg von ca. 0,15°C/ Dekade seit 1958 aufweisen, erwärmt sich die Modellwelt immer schneller.

Über die Ursachen der Abweichungen lässt sich nur vermuten. Die Autoren der Arbeit jedenfalls spielen den Ball den Schöpfern der Modelle ins Feld. Ein möglicher Grund für die um ca. 100% zu hohe Erwärmung bis 2017, die ab etwa 2000 ihren Lauf nimmt, könnte eine zu hoch gerechnete Abkühlung durch Aerosole sein. Die nämlich flacht global ab Mitte der 90er in der realen Welt ab und geht sogar zurück seit Ende der 90er Jahre bis in die jüngste Vergangenheit. Auch eine fehlerhafte Berücksichtigung von tropischen Wolken in den Modellen ist zu vermuten, wie diese aktuelle Arbeit von  Allison Kolly et al. zeigt. Eine Arbeit von John Christy (der Co-Autor der hier ausgewerteten Studie von McKitrick) und Kollegen aus dem Frühjahr nutzte  Satelliten-und Ballondaten ab 1979 und kommt zu nahezu identischen Ergebnissen: Modelle zeigen zu viel Erwärmung in der tropischen Troposphäre. Die Autoren vermuten weitere Modellfehler beim modellierten Wasserkreislauf und in der Physik von Niederschlägen.

Wie auch immer: die Empfindlichkeit der Modelle gegenüber der weitgehend CO2-bedingten Erwärmung ist auch beim „Hotspot“, also in der Region mit dem modellierten stärksten Anstieg der Temperaturen weltweit, um bis zum Faktor 2 zu hoch. Und die Diskrepanz wird weiter wachsen, das legt Abb. 5 nahe. Alle Prognosen, die mit viel zu heiß laufenden Klimamodellen begründet werden, müssen immer mehr hinterfragt werden. Die empirische Wissenschaft zeigt die Grenzen der Modell-Apokalyptiker auf. Wir freuen uns auf jeden Fortschritt in der Wetter-u. Klimabeobachtung!