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Donau-Eis: Alfred-Wegener-Institut schneidet offenbar klimahistorischen Kontext bewusst weg, um zu dramatisieren

Das Alfred-Wegener-Institut (AWI), Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung brachte am 21. Mai 2018 per Pressemitteilung einen schönen Klimaschocker:

Klimaveränderungen: Die Donau friert seit rund 70 Jahren kaum noch zu

Wärmer werdende Winter und die vom Menschen verursachten Flusseinträge verhindern seit den 1950er Jahren eine regelmäßige Eisbildung auf Europas zweitgrößtem Fluss.

Dass man früher in nahezu jedem Winter auf der unteren Donau Schlittschuh laufen konnte, wissen heute nur noch die älteren Bewohner der Donau-Delta-Region. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts friert Europas zweitgrößter Fluss nämlich nur noch in Ausnahmefällen zu. Grund dafür sind die steigenden Winter- und Wassertemperaturen in Mittel- und Osteuropa, wie ein deutsch-rumänisches Forscherteam jetzt herausgefunden hat. Ihre Analyse erscheint jetzt im Onlinemagazin Scientific Reports.

In der rumänischen Hafenstadt Tulcea wird gründlich Eistagebuch geführt. Seit dem Jahr 1836 dokumentiert die Donau-Kommission des Ortes, wann im Winter die Donau zufriert, wie lange der Fluss über eine geschlossene Eisdecke verfügt und an welchem Tag das Eis wieder aufbricht. Bis vor rund 70 Jahren notierten die Eiswächter in nahezu jedem Winter eine Eisbedeckung. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts aber sind die Einträge in der Tabellenspalte „Eis“ selten geworden. Im Zeitraum von 1951 bis 2016 ist Europas zweitgrößter Fluss nur zehn Mal zugefroren. Rein rechnerisch entspricht dieser Wert nicht einmal jedem sechsten Winter. Dabei zeigt ein Vergleich mit Regionen weiter stromaufwärts, dass die Donau in Tulcea, dem Eingangstor in das Donau-Delta, deutlich häufiger und länger zufriert als zum Beispiel im ungarischen Budapest. Was also verhindert seit rund 70 Jahren, dass die Menschen in Tulcea auf der Donau Schlittschuh laufen können?

Dieser Frage ist nun ein deutsch-rumänisches Forscherteam nachgegangen. „Wenn Klimawissenschaftler von Eis und Erderwärmung sprechen, denken die meisten Menschen an die Gletscher Grönlands oder das Meereis auf dem Arktischen Ozean. Nur wenigen ist wirklich bewusst, dass die Menge des Wintereises auf europäischen Seen und Flüssen ein ebenso wichtiger Indikator für ein sich änderndes Klima ist“, sagt Dr. Monica Ionita, Klimaforscherin am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI). Sie und ihre Kollegen haben die Eisaufzeichnungen aus Tulcea und anderen Orten entlang der Donau mit lokalen und überregionalen Wetter-Datenreihen verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Klima in Mittel- und Osteuropa in den zurückliegenden Jahrzehnten deutlich verändert hat. „In Europa hat es bereits Ende der 1940er Jahre einen deutlichen Anstieg der Wintertemperatur gegeben. Seitdem sind die Wintermonate in der Regel nicht mehr kalt genug und die Donau und andere große Flüsse können nicht mehr regelmäßig und langanhaltend zufrieren“, sagt Monica Ionita.

Im Vergleich zu früher sind die Winter in Osteuropa heute im Durchschnitt bis zu 1,5 Grad wärmer als noch im Zeitraum von 1901 bis 1950. Hinzukommt, dass sich seit den 1980er Jahren auch die Wassertemperatur des Schwarzen Meeres im Winter nicht mehr ganz so weit abkühlt und seine Wärme dazu beiträgt, dass die Winter im Osten Europas und im Westen Russlands milder und feuchter werden. Ein weiterer Grund, warum die Donau nicht mehr zufriert, ist der Eintrag von Abwässern und Wärme in den Fluss. „Im Zeitraum von 1837 bis 1950 musste es im Winter minus 0,54 Grad Celsius kalt werden, damit sich in Tulcea eine Eisdecke auf der Donau bildete. Seit Beginn der 1950er Jahre aber reicht so leichter Frost nicht mehr aus. Die Lufttemperatur muss heutzutage auf minus 1,05 Grad absinken, damit die Wasseroberfläche gefriert. Der Einfluss des Menschen ist also auch hier deutlich zu erkennen“, erklärt die Wissenschaftlerin. Die Binnenschiffer auf der Donau dürfte das Ausbleiben des Wintereises wenig stören. Wo keine Eisschollen treiben, haben Flussschiffe freie Fahrt. „Die Folgen für die Pflanzen und Tiere der Donau dürften weitreichender sein, vor allem, wenn man berücksichtigt, dass die Luft- und Wassertemperaturen im Zuge der Erderwärmung weiter ansteigen werden“, so Monica Ionita.

Paper: M. Ionita, C.-A. Badaluta, P. Scholz and S. Chelcea: Vanishing river ice cover in the lower part of the Danube basin – signs of a changing climate, Scientific Reports, DOI 10.1038/s41598-018-26357-w

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Aufzeichnungen gibt es leider erst seit 1836. Das entspricht dem Ende der Kleinen Eiszeit, einer sehr kalten Sonderphase. Es verwundert kaum, dass es seit der Kleinen Eiszeit wärmer geworden ist, das war zu erwarten und zu erhoffen. Was wirklich verwundert, ist, dass das AWI den Begriff “Kleine Eiszeit” mit keiner Silbe erwähnt. Will man unbequeme Kontextinformationen vermeiden, die die Dramatik der Meldung mildern würden? Aber es kommt noch besser. Wir schauen in die Originalpublikation hinein. Die ist immerhin in Scientific Reports erschienen, einem Journal der Nature-Gruppe. Sind die Ergebnisse für solch ein hochkarätiges Blatt nicht etwas dürftig? Wir schauen in den Abstract:

Vanishing river ice cover in the lower part of the Danube basin – signs of a changing climate
Many of the world’s largest rivers in the extra tropics are covered with ice during the cold season, and in the Northern Hemisphere approximately 60% of the rivers experience significant seasonal effects of river ice. Here we present an observational data set of the ice cover regime for the lower part of the Danube River which spans over the period 1837–2016, and its the longest one on record over this area. The results in this study emphasize the strong impact of climate change on the occurrence of ice regime especially in the second part of the 20th century. The number of ice cover days has decreased considerably (~28days/century) mainly due to an increase in the winter mean temperature. In a long-term context, based on documentary evidences, we show that the ice cover occurrence rate was relatively small throughout the Medieval Warm Period (MWP), while the highest occurrence rates were found during the Maunder Minimum and Dalton Minimum periods. We conclude that the river ice regime can be used as a proxy for the winter temperature over the analyzed region and as an indicator of climate-change related impacts.

Potzblitz. In der Arbeit selber werden die Resultate der letzten 150 Jahre sogar in einen langfristigen Klimakontext gestellt. Während der Mittelalterlichen Wärmeperiode (MWP) gab es ebenfalls sehr wenig Eis auf der Donau. Im Übergang zur Kleinen Eiszeit ist das Eis dann sehr viel häufiger geworden. Besonders viel gab es während der solaren Minimumphasen Maunder und Dalton. Danach wurde das Eis dann wieder seltener.

Wären dies nicht wichtige Informationen gewesen, die das AWI in seiner Pressemitteilung aus unerfindlichen Gründen einfach verschwiegen hat? Eine Panne oder glatter Vorsatz? In der Folge haben viele Zeitungen die Pressemitteilung aufgegriffen und entsprechend verzerrt berichtet. In die Falle getappt sind z.B. Der Standard, Scinexx, Augsburger Allgemeine. Von Seiten der AWI-Presseabteilung scheint Sebastian Grote verantwortlich zu sein. Mit der Verkürzung der wissenschaftlichen Aussage und Dramatisierung der Ergebnisse hat sich das AWI keinen Gefallen getan und muss sich den Vorwurf des Klimaalarmismus gefallen lassen.

 

Dramatisch: Erderwärmung verändert Quaken der Frösche

Der neue NASA-Chef Jim Bridenstine ist kein Freund extremen Klimaalarms. Im NASA-eigenen GISS-Institut heißt es nun zittern: Werden sie dort weiter Klimaalarm schmieden können? In einer kürzlichen Rede stellte Bridenstine klar, dass er durchaus eine gewichtige Rolle des CO2 an der Klimaerwärmung anerkennt. Es ist gut zu sehen, dass hier jemand mit einer ausgewogenen Sichtweise Verantwortung übernimmt und die Vertreter der Extreme in die Schranken weisen wird.

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Der Korallenriff-Forscher Peter Ridd wurde von seiner Uni gefeuert, da er die Klimauntergangsszenarien nicht mittragen konnte. Nun klagt er dagegen. Hier gibt es den neuesten Stand.

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Klimaforscher werden immer kreativer. Jetzt will eine Wissenschaftlergruppe die Fließbewegung von Gletschern anhand von Eisgeräuschen bestimmen. Da können die lästigen Peilstangen getrost zuhause gelassen werden.

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Durchbruch in der zoologischen Klimaforschung: Experten konnten nun nachweisen, dass sich das Quaken der Frösche im Zuge der Erderwärmung verändert.

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Schade drum: Derzeit wird überlegt, ob aus Klimaschutzgründen Haustiere verboten werden sollten.

 

Klimaerwärmung kurbelt Waldwachstum an US-Ostküste an

Gute Nachrichten: Die Klimaerwärmung wird wohl das Waldwachstum an der US-amerikanischen Ostküste ankurbeln Pressemitteilung der Duke University vom 16. April 2018:

Warming climate could speed forest regrowth in eastern US
Faster takeover by trees could boost carbon sequestration on abandoned land

Climate change could speed the natural regrowth of forests on undeveloped or abandoned land in the eastern U.S., according to a new study.

If left to nature’s own devices, a field of weeds and grasses over time will be replaced by saplings, young trees and eventually mature forest. Earlier research has shown that this succession from field to forest can happen decades sooner in the southeastern U.S. than in the Northeast. But it wasn’t obvious why, especially since northern and southern fields are first colonized by many of the same tree species. Now, a study published Proceedings of the National Academy of Sciences points to temperature as the major factor influencing the pace at which trees take over.

The results suggest that as temperatures rise, faster-growing forests on lands that humans have left idle could play a bigger role in removing carbon dioxide from the atmosphere, say researchers from Duke University and Syracuse University. The team conducted the experiment at six sites up and down the eastern U.S., from New York to Florida. At each site, the researchers followed the early lives of four tree species that are common early arrivals in abandoned farm fields — loblolly pine, black cherry, red cedar and sweetgum. Using plastic wading pools as planters, they grew the trees from seed in plots with varying soil fertility, and with and without different mixes of early succession plants such as broomsedge and goldenrod. In each plot the researchers also measured light availability, soil moisture, nutrients and other variables known to affect plant growth. After two years, the tree seedlings grew faster at southern sites. But surprisingly, other plant species grew slower.

One possibility is that soil fertility is the main factor, said co-author Jason Fridley, associate professor of biology at Syracuse University. The thinking was that poorer southern soils produce a sparser carpet of weeds and grasses. This might in turn shade emerging tree seedlings to a lesser extent than in the north, and make it easier for them to grow up through the gaps. But statistical analyses weighing the relative effects of soil fertility and other factors revealed that temperature was the biggest driver of tree seedling growth. Part of the reason is that milder winters and earlier springs mean a longer growing season, said Justin Wright, associate professor of biology at Duke.

The results are important because average annual temperatures in the eastern U.S. are predicted to warm by five to nine degrees Fahrenheit by the end of the century. Rising temperatures could also bring more droughts, Wright cautions. But in the absence of drought stress, even minor warming will likely accelerate the transition from field to forest. This also means that northeastern meadows that normally persist for decades may become shorter-lived, Fridley said. The forests that replace them probably won’t mirror native forests, he added — especially if cold-intolerant trees that are common colonizers of southern fields find it increasingly easy to survive and take hold in the north. “Certainly in the next 100 years and maybe in the next 50 years, fields will likely transition much faster to woody vegetation,” Fridley said. “The double whammy is the trees themselves are going to change too.”

But young, rapidly growing trees can potentially absorb more carbon dioxide than weeds and grasses as they convert the heat-trapping gas to the sugar they need to grow. That means that undeveloped or abandoned land, if left undisturbed, could soon play a bigger role in offsetting human sources of carbon dioxide emissions. “Faster-growing forests on once-cultivated land aren’t going to solve the climate change problem,” Wright said. “But one of the reasons we care about these abandoned sites is they have really high potential for carbon sequestration.”

Paper: Jason Fridley and Justin Wright. Temperature Accelerates the Rate Fields Become Forests. Proceedings of the National Academy of Sciences, 2018 DOI: 10.1073/pnas.1716665115

 

Keine verlässlichen Temperaturtrends im Nordpazifik, Nordatlantik und südlichen Indik

Augenmaß statt Hysterie, das fordern immer mehr Wissenschaftler. Viel zu lange haben Medien und bestimmte Wissenschaftler gemeinsam die Alarmschiene bedient und damit Aufmerksamkeit und Geldmittel zu erzielen. Aber nicht jedes Problem muss als Drama dargestellt werden. Gibt es nicht auch einen Mittelweg, um Dinge wie vernünftige Menschen mit kühlem Kopf zu regeln? Stewart Brand übt auf AEON Kritik an der weit verbreiteten Hysterie zum angeblichen Massenaussterben:

Rethinking extinction: The idea that we are edging up to a mass extinction is not just wrong – it’s a recipe for panic and paralysis
[...] Viewing every conservation issue through the lens of extinction threat is simplistic and usually irrelevant. Worse, it introduces an emotional charge that makes the problem seem cosmic and overwhelming rather than local and solvable. It’s as if the entire field of human medicine were treated solely as a matter of death prevention. Every session with a doctor would begin: ‘Well, you’re dying. Let’s see if we can do anything to slow that down a little.’ [...] Many now assume that we are in the midst of a human-caused ‘Sixth Mass Extinction’ to rival the one that killed off the dinosaurs 66 million years ago. But we’re not. The five historic mass extinctions eliminated 70 per cent or more of all species in a relatively short time. That is not going on now. ‘If all currently threatened species were to go extinct in a few centuries and that rate continued,’ began a recent Nature magazine introduction to a survey of wildlife losses, ‘the sixth mass extinction could come in a couple of centuries or a few millennia.’ [...] The range of dates in that statement reflects profound uncertainty about the current rate of extinction. Estimates vary a hundred-fold – from 0.01 per cent to 1 per cent of species being lost per decade.

Ganzen Artikel auf auf AEON lesen.

Das gefiel den Hysterikern natürlich gar nicht. Sie bekamen in Science Platz, um weiter zu dramatisieren.

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Zwischen 1980 und 2000 ist die Basis des heutigen Klimaalarmismus gelegt worden. Damals stiegen die globalen Temperaturen um ein halbes Grad an. Nicht auszudenken, wenn es so weitergegangen wäre. Aber die Erwärmung verlangsamte sich plötzlich, stoppte sogar teilweise. Hiatus, Slowdown. Heute weiß man: Ozeanzyklen von 60 Jahren Länge modulieren die Langzeittrends. Da wäre es falsch, die Flanken der Ozeanzyklen als Langzeittrend zu interpretieren – was aber genau passiert ist. Nun gilt es den Schaden zu begrenzen. Tia et al. veröffentlichten im Februar 2018 eine Arbeit, in der sie die Temperaturtrends der Meeresoberflächen während der letzten 130 Jahre analysieren:

Investigating the Uncertainty in Global SST Trends Due to Internal Variations Using an Improved Trend Estimator
A new criterion was proposed recently to measure the influence of internal variations on secular trends in a time series. When the magnitude of the trend is greater than a theoretical threshold that scales the influence from internal variations, the sign of the estimated trend can be interpreted as the underlying long‐term change. Otherwise, the sign may depend on the period chosen. An improved least squares method is developed here to further reduce the theoretical threshold and is applied to eight sea surface temperature (SST) data sets covering the period 1881–2013 to investigate whether there are robust trends in global SSTs. It is found that the warming trends in the western boundary regions, the South Atlantic, and the tropical and southern‐most Indian Ocean are robust. However, robust trends are not found in the North Pacific, the North Atlantic, or the South Indian Ocean. The globally averaged SST and Indian Ocean Dipole indices are found to have robustly increased, whereas trends in the zonal SST gradient across the equatorial Pacific, Niño 3.4 SST, and the Atlantic Multidecadal Oscillation indices are within the uncertainty range associated with internal variations. These results indicate that great care is required when interpreting SST trends using the available records in certain regions and indices. It is worth noting that the theoretical threshold can be strongly influenced by low‐frequency oscillations, and the above conclusions are based on the assumption that trends are linear. Caution should be exercised when applying the theoretical threshold criterion to real data.

Während die Erwärmungstrends im Südatlantik und tropischen Indik robst sind, konnten die Autoren keine statistisch verlässlichen Trends im Nordpazifik, Nordatlantik und südlichen Indik finden.

 

Niederländische Studie: Stränden der Welt geht es prinzipiell gut

Süddeutsche Zeitung am 27. April 2018:

Die Energiewende verschlingt massenweise Rohstoffe
Um die globale Erderwärmung einzudämmen, werden immer mehr Windräder und Solaranlagen gebaut. Eine Studie zeigt nun, was für enorme Mengen an Rohstoffen für den Bau solcher Anlagen notwendig sind. Um wirklich “sauberen” Strom zu liefern, müssen die Hersteller die Herkunft der Rohstoffe und die Bedingungen des Abbaus besser überprüfen.

Weiterlesen bei der Süddeutschen Zeitung

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Alles wird immer schlimmer. Und am meisten Übel der Welt ist bekanntlich das CO2 Schuld. Das gilt auch für die Strände der Welt – hatte man zumindest gedacht. Ergebnisse einer niederländischen Studie fanden jetzt etwas Überraschendes: Es ist gar nicht so schlimm. Anhand von Satellitenbildern konnten Arjen Luijendijk und Kollegen feststellen, dass die Hälfte aller Strände der Erde stabil sind bzw. sogar wachsen. Zwar schrumpft ein Viertel der Strände, dafür wächst aber auch ein anderes Viertel. Der Sand bleibt in Bewegung. Von Katastrophe keine Spur. Genießen Sie Ihren Strandurlaub! Hier der Abstract von Luijendijk et al. 2018:

The State of the World’s Beaches
Coastal zones constitute one of the most heavily populated and developed land zones in the world. Despite the utility and economic benefits that coasts provide, there is no reliable global-scale assessment of historical shoreline change trends. Here, via the use of freely available optical satellite images captured since 1984, in conjunction with sophisticated image interrogation and analysis methods, we present a global-scale assessment of the occurrence of sandy beaches and rates of shoreline change therein. Applying pixel-based supervised classification, we found that 31% of the world’s ice-free shoreline are sandy. The application of an automated shoreline detection method to the sandy shorelines thus identified resulted in a global dataset of shoreline change rates for the 33 year period 1984–2016. Analysis of the satellite derived shoreline data indicates that 24% of the world’s sandy beaches are eroding at rates exceeding 0.5 m/yr, while 28% are accreting and 48% are stable. The majority of the sandy shorelines in marine protected areas are eroding, raising cause for serious concern.

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20 Jahre Hockeystick, eigentlich kein Anlass zum Feiern. Eines der größten wissenschaftlichen Täuschungsmanöver sollte lieber in der Schublade bleiben. Spätere Generationen werden die Episode als abschreckendes Beispiel vorgeführt bekommen. Großer Profiteur der Aktion war damals der frischgebackene Doktorand Michael Mann. Er wurde für seine Studien raketenhaft befördert, von Aktivistengruppen, IPCC und Politikern hofiert. Karriere durch Lieferung von Klimaalarm. Ein dunkles Kapitel. Umso seltsamer, dass Mann nun glaubt, seine Ergebnisse wären bestätigt worden. Er sollte es besser wissen. Eine Temperaturanalyse des riesigen PAGES2k-Konsortiums fand 2013 für das erste Jahrtausend nach Christus ein Wärmeniveau, das den heutigen Temperaturen entsprach. Michael Mann lebt offenbar in seiner eigenen Welt, nimmt die neuen wissenchaftlichen Entwicklungen um ihn herum vielleicht gar nicht mehr wahr. Verständlich, denn wer möchte denn schon zugeben, dass er früher ziemlich daneben lag. Dabei liegen die Fehler nicht nur bei Mann. Damals vor 20 Jahren, als er seinen ersten Hockeystick zusammenbaute, gab es einfach noch kaum belastbare Temperaturrekonstruktionen für die letzten 2000 Jahre. Er hatte eigentlich keine Chance. Kaum ein Datensatz den er damals verwendete, befindet sich heute noch in den aktuellen globalen Rekonstruktionen.

 

Gavin Schmidt setzt sich für mehr Transparenz bei Klimadaten ein

Das Begutachtungssystem der Fachzeitschriften soll die Qualität von wissenschaftlichen Artikeln sicherstellen. Aber was passiert, wenn der Reviewer gleichzeitig persönliche Interessen verfolgt, die außerhalb der qualitativen Begutachtung liegen? Im Bereich der Klimawissenschaften sind es die beiden Lager der Klimadebatte. Wenn ein Gutachter fest davon überzeugt ist, dass die gesamte Erwärmung der letzten 100 Jahre anthropogenen Ursprungs sind, dann wird er keine Manuskripte gutheißen, die etwas anderes herausfinden, vielleicht differenziertere Zuweisungen wie 50% Natur und 50% Mensch. Da der Gutachter in den meisten Fällen anonym bleibt, kann er wie ein Heckenschütze aus dem Verborgenen agieren. Allein der Editor der Zeitschrift behält hier den Überblick, darf dies aber mit niemandem teilen. In Eos erschien am 9. Mai 2018 ein Beitrag, der diese Dilemma beleuchtet und Lösungen vorschlägt. Hier weiterlesen.

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Gavin Schmidt ist Klimaaktivist und Leiter des NASA GISS-Instituts. Oft haben wir uns an dieser Stelle über ihn aufgeregt. Nun gibt es jedoch endlich Anlass für positivere Worte. Schmidt setzte sich kürzlich für einen transparenten Umgang mit Klimadaten ein. Damit unterstützte er Scott Pruitt von der US-Umweltbehörde EPA, der dem jahrelangen Gemauschel dort ein Ende bereitete. Viele Forscher waren empört. Sie wollten weiter ihre Daten im Verborgenen halten, nur die Ergebnisse publizieren und dann in Politik umgesetzt sehen. Unter Obama eine übliche Vorgehensweise. Diese Zeiten sind jetzt zum Glück vorbei. Gavin Schmidt hat sich in dieser Frage richtig entschieden.

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Der Pariser Klimavertrag erfuhr zunächst eine grandiose Unterstützung. Es hagelte Unterschriften, alle wollten dabei sein. Das ist sicher auch darin begründet, dass nur wenige wirklich handeln mussten, während der Großteil der Länder durch hohe Klimaausgleichszahlungen profitieren würden. Auf einer kürzlichen Klimakonferenz in Bonn wurde dies wieder klar. China will nun doch nicht so stark die CO2-Emissionen drosseln. Sie hätten noch vieles aufzuholen, um auf einen ähnlichen industriellen Entwicklungsstand wie der Westen zu kommen. Daher würden die Einschnitte für China doch sicher nicht so richtig gelten. Genau dies hatten bereits Beobachter nach Paris vermutet. Das Abkommen ist zahnlos, Länder können kommen und gehen, taktieren, profitieren, aber wenn es dann um das Liefern geht, hängt es dann wieder nur an ein paar Nationen. Selbst wenn Deutschland seine Pläne eins zu eins umsetzt, würde der Umwelt damit kaum geholfen, denn die CO2-Einsparungen sind im weltweiten Maßstab nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Trotzdem hätte dies einen Effekt, auf den sich viele Länder sicher schon freuen: Deutschland würde in vielen Industriebereichen den Anschluss verlieren und die Führungsrolle an andere Liefernationen abgeben. Deutschland deindustralisiert sich – und alle anderen klatschen und freuen sich.

Der Deutsche Arbeitgeberverband gab im April 2018 zu bedenken:

Die South China Morning Post berichtete in einem Artikel am 1. April, dass in den nächsten zwanzig Jahren mehr als 1.600 Kohlekraftwerke moderner Bauart in 60 Ländern durch chinesische Firmen gebaut werden sollen. Auch Japan möchte an dem wachsenden Markt für asiatische Kohlekraftwerke teilhaben und nach dem Bericht weitere 400 Kohlekraftwerke bauen und exportieren.

Lesetipp Lüning & Vahrenholt 2017 (kostenloses pdf des Artikels hier) zum Pariser Klimavertrag:

Paleoclimatological Context and Reference Level of the 2°C and 1.5°C Paris Agreement Long-Term Temperature Limits
The Paris Agreement adopted in December 2015 during the COP21 conference stipulates that the increase in the global average temperature is to be kept well below 2°C above “pre-industrial levels” and that efforts are pursued to limit the temperature increase to 1.5°C above “pre-industrial levels.” In order to further increase public acceptance of these limits it is important to transparently place the target levels and their baselines in a paleoclimatic context of the past 150,000 years (Last Interglacial, LIG) and in particular of the last 10,000 years (Holocene; Present Interglacial, PIG). Intense paleoclimatological research of the past decade has firmed up that pre-industrial temperatures have been highly variable which needs to be reflected in the pre-industrial climate baseline definitions. The currently used reference level 1850–1900 represents the end of the Little Ice Age (LIA). The LIA represents the coldest phase of the last 10,000 years when mean temperatures deviated strongly negatively from the Holocene average and which therefore are hard to justify as a representative pre-industrial baseline. The temperature level reached during the interval 1940–1970 may serve as a better reference level as it appears to roughly correspond to the average pre-industrial temperature of the past two millennia. Placing the climate limits in an enlarged paleoclimatic context will help to demonstrate that the chosen climate targets are valid and represent dangerous extremes of the known natural range of Holocene temperature variability.

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Fritz Vahrenholt analysierte vor kurzem an dieser Stelle die Zusammensetzung der neuen Kohlekommission. Dabei stieß er auf eine Vielzahl von Ökoaktivisten und Grüne. Eine Gesamtübersicht zu den Mitgliedern der Kommission finden Sie auch beim Klimaretter. Dort wird das ganze Ausmaß der fraglichen Besetzung deutlich. Eingesetzt wurden die Mitglieder von der Bundesregierung. Kanzlerin Merkel hat wieder einmal ganze Arbeit geleistet.

 

Zwei Studien mit überraschendem Ergebnis: Immer weniger Hitzetote, trotz Klimaerwärmung

Im Februar 2018 erschien im Fachblatt Environment International eine wichtige Studie zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Todesfälle. Ein 22-köpfiges Autorenteam um Ana Vicedo-Cabrera untersuchte Trends bei Todesfällen im Zusammenhang mit Hitzewellen und Kältephasen an 305 Orten in insgesamt 10 Ländern. Das Resultat war überraschend: In fast allen Ländern gab es weniger Hitzetote. Bei den Kältetoten war das Ergebnis uneinheitlich: In einigen Ländern gab es mehr, in anderen weniger, in wiederum anderen blieb der Anteil konstant. Auszug aus dem Abstract:

Heat-related AFs [attributable mortality fractions] decreased in all countries (ranging from 0.45–1.66% to 0.15–0.93%, in the first and last 5-year periods, respectively) except in Australia, Ireland and UK. Different patterns were found for cold (where AFs ranged from 5.57–15.43% to 2.16–8.91%), showing either decreasing (Brazil, Japan, Spain, Australia and Ireland), increasing (USA), or stable trends (Canada, South Korea and UK). Heat-AF trends were mostly driven by changes in exposure-response associations due to modified susceptibility to temperature, whereas no clear patterns were observed for cold. [...]

Our findings suggest a decrease in heat-mortality impacts over the past decades, well beyond those expected from a pure adaptation to changes in temperature due to the observed warming. This indicates that there is scope for the development of public health strategies to mitigate heat-related climate change impacts. In contrast, no clear conclusions were found for cold. Further investigations should focus on identification of factors defining these changes in susceptibility.

Im Mai 2018 folgte dann noch eine Studie einer Gruppe um Daniel Oudin Åström im International Journal of Biometeorology. Die Forscher werteten Daten aus Stockholm für die letzten 100 Jahre aus und fanden ebenfalls trotz Klimaerwärmung einen Rückgang von Hitzetoten. Der Anteil der Kältetoten blieb jedoch über die Zeit stabil – trotz Temperaturanstieg im letzten Jahrhundert. Abstract:

Investigating changes in mortality attributable to heat and cold in Stockholm, Sweden
Projections of temperature-related mortality rely upon exposure-response relationships using recent data. Analyzing long historical data and trends may extend knowledge of past and present impacts that may provide additional insight and improve future scenarios. We collected daily mean temperatures and daily all-cause mortality for the period 1901–2013 for Stockholm County, Sweden, and calculated the total attributable fraction of mortality due to non-optimal temperatures and quantified the contribution of cold and heat. Total mortality attributable to non-optimal temperatures varied between periods and cold consistently had a larger impact on mortality than heat. Cold-related attributable fraction (AF) remained stable over time whereas heat-related AF decreased. AF on cold days remained stable over time, which may indicate that mortality during colder months may not decline as temperatures increase in the future. More research is needed to enhance estimates of burdens related to cold and heat in the future.

 

Fritz Vahrenholts Sonnenkolumne 5/18: Klimaempfindlichkeit gegenüber CO2 und die Kohlekommission

Hier schreibt Fritz Vahrenholt seine monatliche Kolumne. In allgemeinverständlicher Form berichtet er über neue Entwicklungen aus den Klimawissenschaften – und natürlich von unserer lieben Sonne.

11.6.2018
Die Sonne im April 2018: Klimaempfindlichkeit gegenüber CO2 und die Kohlekommission

Sehr geehrte Damen und Herren,

leider komme ich urlaubsbedingt erst jetzt dazu, Ihnen über den April 2018 zu berichten. Die Sonne war auch im vergangenen April sehr wenig aktiv. An 16 Tagen war die Sonne vollständig fleckenlos; die Sonnenfleckenzahl des Monats betrug weniger als ein Drittel des zu Erwartenden.

In unserem März-Bericht hatten wir die neuesten Forschungsergebnisse zur Klimaempfindlichkeit gegenüber CO2 vorgestellt. Danach ist die Klimaerwärmung bis zu 45 % geringer als uns das IPCC und der mainstream der Klimawissenschaftler glauben lässt. Das Interessante aber war die Reaktion des mainstreams darauf: die Methoden der Arbeit von Curry und Lewis werden nicht angezweifelt. Aber es könnte ja sein,- so der mainstream – dass die Erde in der Zukunft ganz anders, nämlich wärmer auf CO2 Emissionen reagiert. Das kann man eher spekulative Wissenschaft nennen, nämlich auf Modelle zu vertrauen, die in der Vergangenheit versagt haben und weder Meeresströmungen noch Wolken abbilden können.

Das Fundament des Pariser Abkommens ist also zusammengebrochen. Bis 2100 werden wir, was immer wir tun, die 2 Grad-Grenze nicht überschreiten. Was passiert nun mit der weltweiten Kohlenutzung? Außer in Europa und Kanada gibt es keinen Abschied von der Kohle. China und Indien dürfen nach dem Pariser Abkommen- wie alle Entwicklungsländer- die Kohlekraftwerkskapazitäten massiv ausweiten. In China kommen 280 000 MW hinzu in Indien 174 000 MW. Zum Vergleich: die gesamte Braunkohlenflotte Deutschlands hat eine Kapazität von 22 700 MW. 1600 Kohlekraftwerke werden weltweit in 62 Ländern gebaut, die meisten übrigens durch chinesische Kraftwerksbauer und mit Hilfe chinesischer Kredite. So etwa 15 300 MW in Pakistan, 16 000 in Bangladesh, selbst Myanmar 5100 MW. (Quelle : South China Morning Post). Insgesamt wird die Kohlekraftwerkskapazität weltweit um 43 % erweitert. Selbst Japan setzt auf Kohle, versucht allerdings mit Hilfe von CCS (Carbon Capture and storage), die CO2-Emissionen nicht weiter ansteigen zu lassen. Daher erscheinen die CO2-Verminderungsziele Japans auch eher bescheiden : 16 % bis 2030 und 25 % bis 2050. Zum Vergleich Deutschland 2030 40 % und 2050 80 bis 95 %.

Was andere Länder nicht schaffen, wollen wir mit Hilfe einer Kohlekommission erreichen, die eben nicht mit Energie-, Netz- und Technologieexperten besetzt ist, sondern mit Greenpeace, BUND und lokalen Bürgerinitiativen gegen Braunkohle. Dass allein in der Lausitz eine jährliche Wertschöpfung von 2 Milliarden € aufs Spiel gesetzt wird, werden die Wähler in diesem Raum im nächsten Jahr bei den Wahlen in Brandenburg und Sachsen nicht vergessen haben, zumal die ehemaligen Ministerpräsidenten von Brandenburg (SPD), Platzeck, und Sachsen (CDU), Tillich, der ehemalige Kanzleramtsminister Pofalla, flankiert von einer ehemaligen grünen Volkswirtin von AGORA an der Spitze der Kommission stehen. Aber was sind schon verlorene Landtagswahlen, wenn es doch um die Rettung der Welt geht ! Und dann sind ja noch die Grüne Gunda Röstel von der Stadtentwässerung Dresden und der Grüne Rainer Priggen, Vorsitzender des Lobbyverbandes Erneuerbare Energien in Nordrhein-Westfalen als Experten in der Kohlekommission. Auf die Idee auch Kritiker der alternativen Windenergie, die mittlerweile die grösste Naturzerstörung in Deutschland seit dem 2. Weltkrieg verursacht hat, ist kein Politiker der Bundesregierung gekommen. Dass die Verdreifachung der Windenergiekapazität in Deutschland zu einem durchschnittlichen Abstand der Windmasten von 2,7 km führt, interessiert die Bundesregierung nicht.

Am Parlament vorbei darf nun Prof. Schellnhuber seinen Traum von der “Grossen Transformation” ausleben. In einem Gutachten für die Bundesregierung hatte der von ihm geleitete Sachverständigenrat WBGU 2011 einen ” Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation” vorgelegt. Die Kernthese des WBGU ist folgende: das gegenwärtige Wirtschaftsmodell (“fossiler industrieller Metabolismus”) sei normativ unhaltbar. Der Umbau der Weltwirtschaft müsse schnell gehen, auf Kernenergie und Kohle sei gleichzeitig und kurzfristig zu verzichten. In Deutschland solle demnach der Klimaschutz allgemeines Staatsziel werden, an dem das Handeln von Legislative, Exekutive und Judikative ausgerichtet werde. “Um Zukunftsinteressen institutionell zu verankern, empfiehlt der WBGU zu erproben, das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren um eine deliberative ‘Zukunftskammer’ zu erweitern. Um interessens- und parteipolitische Einmischung zu vermeiden, könnte die Zusammensetzung dieser Kammer beispielsweise durch Losverfahren ermittelt werden.”

Dem Losverfahren kommt die Besetzung der Kommission schon ziemlich nahe. Da es zur Zeit keine wirklich belastbare Alternative durch erneuerbare Energien weder hinsichtlich der Versorgungssicherheit noch der Wettbewerbsfähigkeit gibt, heißt Dekarbonisierung nichts anderes als  Deindustrialisierung. Die Chinesen kommen aus dem Grinsen nicht mehr heraus. Nach dem Motto Frechheit siegt und Dummheit verliert, haben sie nun verlauten lassen, dass ihr massives Kohlekraftwerksprogramm aus dem mit 100 Milliarden Dollar jährlich gespeisten Pariser Green Climate Fund finanziert werden soll. Die 100 Milliarden Dollar sollen von den Industrieländern getragen werden; Deutschland hatte 2016 einen Beitrag von 8,5 Milliarden € ab 2020 in Aussicht gestellt. Trump war clever genug, rechtzeitig aus diesen Pariser Schildbürgerstreichen auszusteigen.

Es grüßt Sie kopfschüttelnd
Ihr
Fritz Vahrenholt

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Frühere Kolumnen finden Sie hier.

Der kalifornische Blob. Und ein kleiner Denkanstoß für Volker Mrasek

Am 8. Juni 2018 brachte der Deutschlandfunk einen Bericht zum “Blob”, basierend auf Jacox et al. 2018:

Marine Hitzewelle: “The Blob”Todesurteil für Meeresbewohner
Fünf Jahre lang litt der US-Bundesstaat Kalifornien unter einer Rekorddürre. Auch der Pazifik vor der nordamerikanischen Westküste erlebte in dieser Zeit eine massive Hitzewelle, die schwerwiegende ökologische und ökonomische Folgen hatte – für Forscher ein Menetekel für die Zukunft.

Weiterlesen beim Deutschlandfunk

An und für sich handelt es sich dabei um eine interessante Zusammenfassung für das “Blob” Phänomen, das ja von Niemanden bestritten wird. Der Alarmismus-Spin kommt dann am Ende des Berichts mit diesem Zitat:

“Für die Forscher ist der Blob ein Menetekel für die Zukunft. Durch den Klimawandel heizen sich auch die Meere immer mehr auf, Windströmungen in der Atmosphäre verändern sich: Nach unseren Modellrechnungen wäre eine solche Hitzewelle vor – sagen wir - einhundert Jahren noch überhaupt nicht möglich gewesen. Doch jetzt wächst die Wahrscheinlichkeit für derartige Extreme.”

Zwei Gedanken dazu:

1) Es ist durchaus möglich, daß es solche Phänomene auch in den heißen 20er bis 40er Jahren an der Westküste der USA gegeben haben könnte – und dies ist ja auch schon fast 100 Jahre her. Satelliten zur flächendeckenden Temperaturmessung gab es damals noch nicht, so dass das Phänomen damals durchaus unbemerkt bzw. undokumentiert geblieben sein könnte.

2) Die richtige Vergleichsphase sind aber nicht letzten 100 Jahre, sondern ist die letzte ähnlich starke Wärmephase, also die Mittelalterliche Wärmeperiode (MWP). Damals gab es extrem strenge und langanhaltende Mega-Dürren im Südwesten der USA. Vieles spricht dafür, dass auch damals solche stabilen “Blob”-Situationen auf dem Ostpazifik existiert haben dürften. Folglich handelt es sich beim letzten “Blob” vermutlich um ein natürliches Ereignis, welches in jeder Warmphase auftreten kann und nicht unbedingt mit anthropogenen Faktoren zusammenhängen muss.

Ist es nicht seltsam, dass sich niemand diese Fragen stellt? Woher kommt diese klimatische Kurzsicht? Hat die Menschheitsgeschichte etwa erst um 1979 begonnen? Weshalb beschäftigen wir uns historisch mit der Römerzeit, in den Klimawissenschaften aber erst mit den letzten paar Jahrzehnten? Ein kleiner Denkanstoß vielleicht auch an Volker Mrasek, der den DLF-Beitrag gemacht hat.

 

Russische Arktis war 1920-1940 wärmer als heute

 

Thema heute: Die Temperaturentwicklung in der Arktis. Als erstes interessieren wir uns für die harten Fakten. Bei Climate4You finden wir die per Satellit gemessene Temperaturentwicklung (UAH) der Arktis:

 Abb. 1: Temperaturentwicklung der Arktis während der letzten 40 Jahre. Daten: UAH. Graphik: Climate4You

 

Wir sehen in den letzten 4 Jahrzehnten eine Erwärmung. Nach einer (El Nino-) Wärmespitze 2016 geht es nun aber wieder stetig bergab. Die kältesten Temperaturen gab es Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre. Davor war es wärmer. Um 1980 wurden ähnliche Temperaturen gemessen, wie heute. Leider gibt es keine Satellitendaten aus der Zeit von vor 1979, daher ist noch  nicht einmal ein voller 60-Jahres-Ozeanzyklus abgedeckt, was die Zuordnung von anthropogenen und natürlichen Anteilen an der Erwärmung der letzten Jahrzehnte erschwert.

Aber es gab natürlich Wetterstationen vor 1979. Und die haben in der Arktis bereits in den 1930er und 40er Jahren eine Wärmephase aufgezeichnet, während der es ähnlich warm war wie heute. Beispiel: Opel et al. 2009 rekonstruierten die Temperaturgeschichte in der russischen Arktis für die letzten 100 Jahre anhand eines Eiskerns. Das Wärmemaximum ereignete sich in den 1930er Jahren, nicht etwa heute:

115 year ice-core data from Akademii Nauk ice cap, Severnaya Zemlya: high-resolution record of Eurasian Arctic climate change
From 1999 to 2001 a 724 m deep ice core was drilled on Akademii Nauk ice cap, Severnaya Zemlya, to gain high-resolution proxy data from the central Russian Arctic. Despite strong summertime meltwater percolation, this ice core provides valuable information on the regional climate and environmental history. We present data of stable water isotopes, melt-layer content and major ions from the uppermost 57 m of this core, covering the period 1883–1998. Dating was achieved by counting seasonal isotopic cycles and using reference horizons. Multi-annual δ18O values reflect Eurasian sub-Arctic and Arctic surface air-temperature variations. We found strong correlations to instrumental temperature data from some stations (e.g. r = 0.62 for Vardø, northern Norway). The δ18O values show pronounced 20th-century temperature changes, with a strong rise about 1920 and the absolute temperature maximum in the 1930s. A recent decrease in the deuterium-excess time series indicates an increasing role of the Kara Sea as a regional moisture source. From the multi-annual ion variations we deduced decreasing sea-salt aerosol trends in the 20th century, as reflected by sodium and chloride, whereas sulphate and nitrate are strongly affected by anthropogenic pollution.

Abb. 2: Temperaturentwicklung Severnaya Zemlya (russische Arktis) während der letzten 130 Jahre. Ausschläge nach oben=warm. Quelle: Opel et al. 2009

 

Ein Teil der Arktis-Erwärmung geht übrigens auf Maßnahmen zur Reinhaltung der Luft in Europa zurück. Die anthropogenen Sulfatpartikel hatten lange Jahre lang die Temperaturen der Arktis gekühlt wie die Universität Stockholm mitteilte (via Science Daily). Sollen wir aus Klimaschutzgründen jetzt wieder anfangen zu ferkeln?

European clean air policies unmask Arctic warming by greenhouse gases

The drastic cut in sulfate particle emissions in Europe partly explains the amplified Arctic warming since the 1980s, shows a new study published in Nature Geoscience.

The drastic cut in sulfate particle emissions in Europe partly explains the amplified Arctic warming since the 1980s, shows a new study published in Nature Geoscience. The team, which consists of scientists from Stockholm University and the Norwegian Meteorological Institute, say that their surprising finding highlights an even more urgent need for reducing greenhouse gas emissions to mitigate Arctic climate change. Human activities, such as industrial production, transport, power generation, and wood burning emit large amounts of tiny pollutant particles containing, for example, soot and sulfate, into the atmosphere. High airborne amounts of these particles, also known as aerosol particles, cause about 400,000 premature deaths every year in Europe and can be transported over long distances. Aerosol particles have different sizes, as well as chemical and physical properties, all of which determine their climate effects.

“Soot particles absorb solar radiation and warm the climate, in a similar way as greenhouse gases, such as carbon dioxide, do. Sulfate particles, on the other hand, reflect solar radiation and act as seeds for cloud droplet formation, cooling the climate as a result,” says Juan Acosta Navarro, PhD student at the Department of Environmental Science and Analytical Chemistry (ACES) and the Bolin Center for Climate Research, Stockholm University, and co-author of the study. He continues: “The overall effect of aerosol particles of human origin on climate has been a cooling one during the last century, which has partially masked the warming caused by the increase in greenhouse gas emissions.”

Sulfate emissions, which cause, for example, acid rain, peaked in the 1980s in Europe and North America, which led to the implementation of strict regulations to reduce them. The new study shows that these policies had a profound effect on the Arctic. “Using a numerical climate model we found that sulfate reductions over Europe between 1980 and 2005 could explain a significant fraction of the amplified warming in the Arctic region during that period due to changes in long-range transport, atmospheric winds and ocean currents. In other words, thanks to air quality regulations implemented in Europe, part of the masking effect of aerosol particles has been reduced, revealing the true warming of the Arctic by greenhouse gases,” says Annica Ekman, Professor at the Department of Meteorology (MISU) and Bolin Center for Climate Research, Stockholm University who also co-authored this study. The scientists expect further warming in the Arctic as levels of greenhouse gases will continue to increase and aerosol particle emissions will likely decrease to combat air pollution in different parts of the world.

J. C. Acosta Navarro, V. Varma, I. Riipinen, Ø. Seland, A. Kirkevåg, H. Struthers, T. Iversen, H.-C. Hansson, A. M. L. Ekman. Amplification of Arctic warming by past air pollution reductions in Europe. Nature Geoscience, 2016; DOI: 10.1038/ngeo2673

Aber auch nachträgliche Veränderungen der Messdaten lassen die Arktis heute wärmer erscheinen als sie wohl eigentlich ist (siehe hier und hier). Eine schöne Zusammenfassung zum Klimawandel in der Arktis kann man bei Judith Curry finden.

 

Prima Klima-Lesetipps: Michael Krüger und Andy May

Eine Langeooger Hotelfamilie klagt gegen den Klimawandel. Weitreichende Kenntnisse oder gar ein Studium der Klimawissenschaften bringen sie nicht mit. Daher geht bei den Medieninterviews gleich auch richtig was schief. Wir berichteten darüber in den Artikeln “Peinlich: Klimaklägerin aus Langeoog liegt beim Regen komplett daneben” und “Oberpeinlich: Frau Recktenwald liegt auch beim Westwind voll daneben“. Auch Michael Krüger hat sich im ScienceSkepticalBlog Gedanken über die Klimakläger der Nordseeinsel gemacht. Dabei geht er zunächst auf die spannende morphologische Entwicklung der Küste ein. Im Zuge des nacheiszeitlichen Meeresspiegelanstiegs hat sich die Küste jahrtausendelang landwärts geschoben. Dazu kommen noch vorindustrielle Sturmfluten und die ganz normale Eigendynamik der Sandinseln, bei der die stete Veränderung durch Strömung und Wellen zum normalen Alltag gehört. Krügers Artikel ist absolut lesenswert. Hier geht es zu seinem Beitrag.

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Wo wir gerade beim Empfehlen spannender Artikel sind: Andy May hat auf WUWT zwei schöne Zusammenfassungen abgeliefert, in denen er die natürliche Klimadynamik plakativ schildert. Dort finden wir Altbekannte: Zyklen der Sonne, Zyklen der Ozeane und eine realistische Einordnung des CO2:

Climate Change, due to Solar Variability or Greenhouse Gases? Part A

Climate Change, due to Solar Variability or Greenhouse Gases? Part B

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Handelsblatt am 3. Mai 2018:

Abnehmende Sonnenaktivität Unsere Sonne schwächelt
Unsere Sonne geht einem neuen Aktivitätsminimum entgegen. Größere Auswirkungen auf den Klimawandel dürfte das aber nicht haben, meinen Forscher.

Gemeint sind natürlich “einige Forscher”. Die müssen das aber auch sagen, denn sonst kriegen sie eins vom Instituts-Chef auf den Deckel. Natürlich darf auch Sami Solanki nicht fehlen. Der sagte noch vor ein paar Jahren, dass es gar nicht klar wäre, OB ein solares Minimum kommt. Jetzt hat er seine Strategie geändert und sagt, dass es gar nicht klar wäre, WANN das solare Minimum kommt. Dabei haben seine Kollegen es schon verraten: Um 2035 ist wohl mit dem Höhepunkt der Sonnen-Schwächephase zu rechnen. Das Handelsblatt schreibt:

Wie schnell sich ein großes Aktivitätsminimum anbahnt, ist jedoch alles andere als klar. „Das nächste große Minimum kommt bestimmt, aber wir können überhaupt nicht vorhersehen, wann“, sagt der Sonnenphysiker Sami Solanki, Direktor am Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. „Wir können keine Vorhersagen machen, die über einige Jahre hinausgehen.“

Ist das nicht putzig: Die Sonne bewegt sich im Verlauf der Jahre und Jahrzehnte in mehr oder weniger vorhersagbaren Zyklen. Und die wären jetzt nicht vorhersagbar? Beim Klima hingegen, das die Experten in den letzten 20 Jahren ständig verblüfft hat und auf dem falschen Fuß erwischt hat, für das können offenbar Vorhersagen gemacht werden, die über einige Jahre hinausgehen. Kurios.

 

Und Schwuppsdiwupps hatte das NASA-GISS-Institut ein halbes Grad dazugedichtet

Die Klimaerwärmung der letzten 100 Jahre besteht aus einem natürlichen und einem anthropogenen Anteil. Die genaue Quantifizierung der beiden Anteile ist schwierig. Der IPCC konnte sich im 5. Klimabericht nicht richtig entscheiden und schrieb gleich zwei Varianten in seinen Text. An einer Stelle behauptet man, dass wohl “mindestens die Hälfte” der Erwärmung menschengemacht wäre, an anderer Stelle, dass es 100% anthropogen seien. Viele Autoren, unterschiedliche Meinungen, Verwirrung. Bei den Skeptikern gibt es welche, die 0% anthropogen annehmen, aber der Großteil wird wohl darüber liegen. Sagen wir einfach mal “höchstens 50% anthropogen”.

Aber wie setzt sich der anthropogene Anteil weiter zusammen? Da wären zum einen die Treibhausgase und andere erwärmende Substanzen wie der Ruß. Zum anderen handelt es sich aber wohl auch schlichtweg um Datenmogelei. Das von Klimaaktivisten geleitete GISS-Institut hat es doch tatsächlich geschafft, mithilfe einer Salami-Taktik die archivierten Temperaturmesswerte wieder aufzuschnüren und die Erwärmung künstlich im Labor zu verschärfen. Datenveränderung, Manipulation, Fälschung? Da sollte wirklich mal jemand genau nachschauen, und zwar jemand, der ergebnisoffen vorgeht, unparteiisch ist, nichts zu verlieren hat.

Tony Heller hat jetzt zwei Temperaturversionen des GISS-Instituts in einem Graph dargestellt. Die blaue Linie zeigt die Version wie sie das Institut noch im Jahr 2000 in der Datenbank hatte. Die rote Kurve ist die händisch “geschärfte”, heute aktuelle:

 

Abb. 1: Globale Temperaturentwicklung der letzten 100 Jahre laut GISS-Daten. Blau=Version 2000, rot=Version 2017. Quelle: Tony Heller.

 

Svhwuppsdiwupps war ein halbes Grad dazugedichtet worden. Die Masche ist ziemlich klar: Alte Messdaten künstlich abkühlen, neue Messdaten künstlich erwärmen. Im Bereich des Sports heißt so etwas Doping und ist verboten. In den Klimawissenschaften ist das Alltag und offenbar erlaubt. Wie die Dopingsünder hat natürlich auch das GISS stets eine clevere Ausrede parat, wehalb das alles so sein muss. Der Drucker hatte früher das Papier schräg eingezogen, die Laborkatze hatte auf dem Computer ein Häufchen gemacht, man hatte früher einfach den Fudge-Faktor vergessen zu ergänzen, böse Kräfte hatten früher die falschen Daten untergejubelt, und so weiter und so weiter.

Auf WUWT hat Mark Fife weitere Kuriositäten der GISS-Temperaturen ausfindig gemacht.

 

Reto Knutti mag keine Skeptiker

Soeben berichteten wir über die unwissenschaftliche Diskussionsverweigerung von aktivistisch veranlagten Klimaforschern wie Gavin Schmidt oder Stefan Rahmstorf. Leider ist diese bedauerliche Mischung aus Selbstüberschätzung und Kritikunfähigkeit besonders bei den Klimaforschenden verbreitet, die genau wegen dieser Einstellung auch am häufigsten von den sensationslüsternen Mainstream-Medien interviewt werden, frei nach dem Motto “only bad climate news are good media news”. In der Schweiz gehört Prof. Reto Knutti zu dieser Kategorie und wurde am 1. Juni 2018 von Schweizer Radio SRF interviewt. In diesem Gespräch zeigt Knutti eine ähnliche antiwissenschaftliche Hybris, wie kürzlich von Schmidt und Rahmstorf exemplarisch demonstriert.

Im ersten Teil des SRF-Audios werden die vom IPCC vorgegebenen Szenarios für das Pariser Klima-Abkommen von 2015 wie eine absolut gesicherte Tatsache behandelt, obwohl die alles entscheidende Klima-Sensitivität des CO2 schon seit gut 30 Jahren nicht genau eingegrenzt werden kann, und viele neuere Studien auf einen signifikant tieferen Wert hindeuten, als vom IPCC bisher vorausgesetzt.

Weiter verneint Knutti kategorisch (ab Laufzeit 19:30), dass es überhaupt noch ernstzunehmende klimaskeptische Wissenschaftler gäbe, “die noch nicht ausgestorben wären” und versucht den Eindruck zu vermitteln, dass es sich bei Klimaskeptikern in der Hauptsache um senile Greise handeln würde, die ihm typischerweise mit “handgeschriebenen Briefen” widersprechen würden. Hiermit zeigt Knutti, wie schlecht er über die wissenschaftliche Literatur informiert ist und offenbar nur die Studien wahrnimmt, die seiner klima-alarmistischen Filter-Blase, in der er offenbar lebt, nicht gefährlich werden können. Vielleicht sollte er zwecks Horizonterweiterung einmal die folgenden Hinweise zur Kenntnis nehmen:

Gegen Ende des Interviews (ab Laufzeit 21:40) vergleicht Knutti klimaskeptische Wissenschaftler mit bibeltreuen Fundamentalisten oder den Anhängern einer flachen Erde und begründet damit seine faktische Diskussionsverweigerung. Ein sehr bequemes wenn auch extrem flaches Pseudoargument, dass man so schon öfters von Klima-Aktivisten dieser Art vernehmen konnte; erspart ihnen dieser billige Trick doch recht einfach zugeben zu müssen, dass sie auf viele Positionen der klima-skeptischen Forschung schlicht keine überzeugenden Antworten geben können.

 

Auf Kritik reagiert er allergisch: Stefan Rahmstorf verliert auf Twitter die Nerven

Am 1. Juni 2018 konnte man in Science ein Editorial der Klimawissenschaftlerin Katharine Hayhoe lesen. Darin zieht sie über natürliche Klimaschwankungen her und plädiert dafür, diesen keine größere Beachtung beizumessen. Auszug:

So when people object to the reality of climate change with science-y sounding arguments—“the data is wrong,” or “it’s just a natural cycle,” or even, “we need to study it longer”—the natural response of scientists is simple and direct: People need more data. But this approach often doesn’t work and can even backfire. Why? Because when it comes to climate change, science-y sounding objections are a mere smokescreen to hide the real reasons, which have much more to do with identity and ideology than data and facts.

Die Autorin hat immerhin 2014 den AGU-Kommunikationspreis gewonnen, daher ist dieser Aufruf zum Forschungsboykott natürlicher Klimamechanismen schon ziemlich krass. Bloß nicht weiterforschen, sonst könnte noch das liebgewonnene Alarmgebäude wackeln. Übrigens: Der Begriff “science-y” soll wohl soviel wie pseudowissenschaftlich heißen.

Im Zeitalter der sozialen Medien können solche Vorfälle zum Glück rasch und effektiv kommentiert werden. Sehr gut funktioniert das auf Twitter. Und genau dort meldete sich Oliver Geden zu Wort. Geden ist an der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) leitend tätig und zudem Leitautor des 6. IPCC-Klimaberichts. Zudem ist er momentan Gastforscher am Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg. Gedens lange Publikationsliste kann man hier anschauen. Geden fiel der forsche Ton des Editorials auf und gab zu Bedenken, dass Klimawissenschaftler vor allem Klimawissenschaftler sind, und daher die gesellschaftspolitischen Schlussfolgerungen am besten den Profis, also den Politikern sowie anderen Planungs-Experten überlassen sollten. Er verwendet dabei den schönen Begriff “overconfidence bias”, also die Überschätzung der eigenen Rolle vieler Klimawissenschaftler. Das gilt sicher nicht nur für Katharine Hayhoe, sondern ganz besonders für Hans-Joachim Schellnhuber, der lautstark die große Transformation fordert. Zu Gedens Tweet geht es hier. Oder bequem die Zusammenfassung bei notrickszone lesen. Volle Unterstützung für Geden, der den Denkfehler klar benennt.

Das gefiel den Klimaalarmisten natürlich gar nicht. Sie wollen weiterhin an vorderster Linie die Welt retten und umkrempeln. Nicht auszudenken, wenn sie wieder in ihr dunkles Labor zurück müssten, um sich dort voll und ganz um die mühsame wissenschaftliche Basisarbeit zu kümmen. Die Lust auf Macht ist verlockend, das gibt man nicht so einfach auf. Gavin Schmidt betritt die Bühne. Sie kennen ihn: Er ist Chef des NASA-GISS Instituts und Klimaaktivist, genau wie sein Vorgänger. Er twittert, dass Klimawissenschaftler sehr wohl politisch aktiv sein dürften, denn sie würden von den Entscheidungsträgern ja dauernd nach ihrer Meinung gefragt. Schlaue Klimatologen hätten das längst kapiert. Hier gehts zu Schmidts Tweet.

Das war ein gutes Stichwort für einen von Schmidts besten Kumpels, nämlich Stefan Rahmstorf. Der holt sogleich den Knüppel aus dem Sack, um die Kritik an seinen Alarmistenkollegen zu rächen. Er bezichtigt Geden, jener habe doch viel weniger Kontakt mit Politikern als er und seine Verbündeten. Zudem mangele es Geden an akademischen Lorbeeren. Rahmstorf gibt Geden den Rat, die Klimakollegen doch bitte endlich in Ruhe zu lassen, sie bräuchten keine Ratschläge. Tweet hier. So lieben wir unseren Rahmstorf. Für Kritik unempfänglich, dafür unter der Gürtellinie kämpfend. Kein Wunder, dass er beim IPCC-Bericht schon lange nicht mehr mitschreiben darf. Mit seiner schwer erträglichen Art hat er sich gründlich selbst diskreditiert.

Geden kontert Rahmstorfs emotionalen Ausbruch cool:

You want to make this personal, even if you haven’t been involved in the conversation? And my academic achievements aren’t good enough to criticize questionable factual claims? These are usually good enough to review articles on climate targets in Nature research journals…

plus: what exactly do you know about my direct contacts w/ policymakers? It’s my daily job since my institution (@SWPBerlin) is funded by the Chancellery to advise (whole) government and parliament (not only enviro & research), I even worked at the top level of two ministries,

therefore: I know not only what policymakers and politicians say when meeting ‘leading climate scientists’, but also what they say before and after those meetings, and what role (new) scientific knowledge plays in actual policymaking

Die obige Twitter-Kommunikation ist ein schönes Zeitdokument dafür, wie sehr sich die Vertreter des Klimaalarmismus verrannt haben. An einer ausgewogenen, professionellen Diskussion besteht offenbar gar kein Interesse mehr. Forschung zu unliebsamen Themen soll eingestellt werden, Politiker sollen nur ihnen selbst zuhören. Die Klimaalarm-Blase beginnt allmählich zu platzen – und wir sind live dabei. Watch this space.

 

 

Studie: Klimawandel-Skeptiker handeln ökologischer

Saarbrücker Zeitung am 8. Mai 2018 mit einer tollen Meldung:

Wildbienen profitieren vom Klimawandel
Führt der weltweite Klimawandel zu einem Insektensterben in Deutschland? Die Ansicht ist weit verbreitet. Doch diese pauschale Aussage ist falsch, erklärt  Dr. Andreas Fleischmann vom  Botanischen Garten München. Biologen erwarteten eigentlich das  Gegenteil, denn es gebe mehr Insekten, die sich bei höheren Temperaturen als im kühlen Klima des Nordens wohlfühlten. Unter steigenden Temperaturen litten bei uns vor allem Honigbienen und auch Hummeln. Die 585 Wildbienenarten dagegen, die in Deutschland heimisch sind, stammten größtenteils aus dem Mittelmeerraum und kämen mit steigenden Temperaturen gut zurecht.

Weiterlesen in der Saarbrücker Zeitung

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Achgut am 8. Mai 2018:

“Klimaskeptiker” handeln ökologischer
Der bekannte Klimaprediger Al Gore hat immer wieder Kritik wegen seines privaten Lebensstils auf sich gezogen. So verbraucht sein Haus in Tennessee 20 mal so viel Energie wie ein amerikanischer Durchschnittshaushalt. Laut einer aktuellen Studie steht der ehemalige Präsidentschaftskandidat mit seiner Doppelmoral nicht alleine da. Forscher der Universität Michigan und der Cornell University teilten 600 Personen in drei Gruppen ein: solche die „sehr besorgt“ über den Klimawandel waren, jene die „vorsichtig beunruhigt“ waren und eine dritte Gruppe von „Skeptikern“.

Weiterlesen auf Achgut

Hier der Abstract der Studie von Hall et al. 2018 aus dem Journal of Environmental Psychology:

Believing in climate change, but not behaving sustainably: Evidence from a one-year longitudinal study
We conducted a one-year longitudinal study in which 600 American adults regularly reported their climate change beliefs, pro-environmental behavior, and other climate-change related measures. Using latent class analyses, we uncovered three clusters of Americans with distinct climate belief trajectories: (1) the “Skeptical,” who believed least in climate change; (2) the “Cautiously Worried,” who had moderate beliefs in climate change; and (3) the “Highly Concerned,” who had the strongest beliefs and concern about climate change. Cluster membership predicted different outcomes: the “Highly Concerned” were most supportive of government climate policies, but least likely to report individual-level actions, whereas the “Skeptical” opposed policy solutions but were most likely to report engaging in individual-level pro-environmental behaviors. Implications for theory and practice are discussed.

Siehe auch Berichte der GWPF und von the reference frame zur Arbeit.

 

Unwetter in Europa: Nicht mehr Überflutungen als früher

Lange Zeit war der Deutschlandfunk fest im Würgegriff der Klimalarmisten. Das hat sich zum Glück in den letzten Monaten geändert. Die Berichterstattung ist ausgewogener geworden. Es ist erst wenige Wochen her, dass in einer Kurzmeldung zugegeben wurde, dass schneller erstarkende Hurrikane nichts mit dem zivilisatorischen CO2-Ausstoss zu tun haben, sondern mit rein natürlichen Ursachen. Am 30. Mai 2018 folgte dann sogar ein Hauptbeitrag, in dem ausführlich eine neue wissenschaftliche Studie vorgestellt wurde, die klarstellt, dass in den letzten 150 Jahren die Häufigkeit und Schwere von Stark-Regen- und Überflutung-Ereignissen in Europa nicht zugenommen haben:

Unwetter in Europa: Nicht mehr Überflutungen als früher
Wenn es zu sintflutartigen Regenfällen und Hochwasser kommt, sind sich viele Menschen einig: So etwas hat es früher nicht gegeben. Doch das stimmt nicht, hat Dominik Paprotny von der University of Technology in Delft analysiert. Historische Quellen zeigten, dass große Fluten heute nicht häufiger auftreten.

Weiterlesen auf Deutschlandfunk.de

Auf DLF Nova hieß es:

Hochwasser-Gefahren seit 150 Jahren gleich
Fluten und Hochwasser in Europa sind gar nicht häufiger geworden. Das sagt ein Forscherteam aus den Niederlanden. Die Wissenschaftler haben eine Datenbank zusammengestellt, die Unwetter und Fluten bis zum Jahr 1870 zurückverfolgt. Die meisten internationalen Datenbanken reichen nur bis 1970 zurück.

Weiterlesen auf DLF Nova.

Die entsprechende Studie von Paprotny et al. 2018 erschien in Nature Communications und kann dort kostenlos als pdf heruntergeladen werden:

Trends in flood losses in Europe over the past 150 years
Adverse consequences of floods change in time and are influenced by both natural and socio-economic trends and interactions. In Europe, previous studies of historical flood losses corrected for demographic and economic growth (‘normalized’) have been limited in temporal and spatial extent, leading to an incomplete representation of trends in losses over time. Here we utilize a gridded reconstruction of flood exposure in 37 European countries and a new database of damaging floods since 1870. Our results indicate that, after correcting for changes in flood exposure, there has been an increase in annually inundated area and number of persons affected since 1870, contrasted by a substantial decrease in flood fatalities. For more recent decades we also found a considerable decline in financial losses per year. We estimate, however, that there is large underreporting of smaller floods beyond most recent years, and show that underreporting has a substantial impact on observed trends.

Das dieses wissenschaftliche Resultat im DLF so ehrlich und ohne klima-alarmistisches Hintertürchen wiedergeben wird, stellt eine bemerkenswerte Ausnahme im heutigen Mainstream-Journalismus dar; hat sich doch seit einigen Jahren dort die Unsitte eingebürgert, jedes grössere Sommergewitter in der medialen Auswertung dem anthropogen CO2 anzulasten, weil die Unwetter, früher “in der guten alten Zeit”, angeblich ja nie so schlimm oder so häufig gewesen wären…

Es wäre noch spannend gewesen, wenn sich die neue Publikation mit einem längeren Zeitraum beschäftigt hätte und die Kleine Eiszeit mit einbeziehen würde. Aus Klimarekonstruktionen wissen wir nämlich, dass die Überschwemmungen in Mitteleuropa während der Kleinen Eiszeit noch stärker als heute waren:

Aber diese für Klima-Alarmisten “unbequeme Wahrheit” hätte man dann wahrscheinlich nicht mehr in der renommierten aber ziemlich IPCC-konformen Zeitschrift “NATURE” veröffentlichen dürfen. Trotzdem werden die neuen Erkenntisse in Potsdam zur einen oder anderen Magenverstimmung geführt habe. Noch 2009 hatte das PIK in einem Klimabericht zu Sachsen-Anhalt Klimalarm geschlagen, der nun in einem ganz anderen Licht erscheint. Auf Seite 8 des Berichts hieß es damals (pdf hier):

“ …während die Wahrscheinlichkeitsverteilung der extremen Hochwässer zu kleineren Wiederkehrintervallen hin tendiert, dies allerdings bei ebenfalls extremer Unsicherheit. Trotzdem zeichnen sich einige robuste Trends ab, insbesondere die sommerliche Trockenheitsproblematik im Windschatten der Mittelgebirge sowie das im Jahreslauf frühere und gegebenenfalls häufigere Auftreten von Hochwasserspitzen. “

Das PIK betont zwar zurecht die Unsicherheiten, das Ganze wird aber konterkariert durch ein Bild der Elbeflut 2002. In der Nature Arbeit ist ebenfalls eine Spitze um 2000 zu sehen, seitdem eher ein Abflauen. Es herrscht halt viel Variabilität im Wetter, und es wird immer schwieriger, dies als Ausdruck des Klimawandels zu verkaufen…

Wir haben für Sachsen-Anhalt unter Verwendung der offiziellen Daten den Deutschen Wetterdienstes nachgerechnet. Die  lineare Trendsteigung der Niederschläge seit 1881 ist null (Abb. 1). Ein 25-Jahr-Loess-Filter zeigt was wir schon lange wissen: Das Sommerwetter hierzulande ist auch von der Atlatischen Multidekadenoszillation (AMO) gesteuert, eine natürliche Variabilität des nördlichen Atlantiks. Das hatten die Modellierer vom PIK vergessen zu erwähnen in ihrem Bericht für die Landesregierung von Sachsen-Anhalt.

Abb. 1: Sommerniederschläge in Sachsen Anhalt seit 1880. Daten: DWD.

 

Es wird auch nicht “extremer”. Die Jahr-zu- Jahr- Unterschiede im Sommerniederschlag weisen sogar einen leicht fallenden linearen Trend auf, nicht signifikant. Kurz und gut: Man sieht für den Sommerniederschlag in Sachsen-Anhalt keinen anthropogenen Klimawandeleinfluss. Es gab schon immer einmal Jahre mit wenig Regen (der Rekord war 1911), Häufungen werden durch niedrige AMO-Werte induziert. In Abwandlung des bekannten Sprichwortes könnte man sagen: Wenn Potsdam kräht oder nicht, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist. Bessere Hinweise erhält der Bauer wenn er auf den Atlantik schaut.

 

Fritz Vahrenholt: Ausstieg aus Kernenergie, Kohle und der Grundstoffindustrie – wie sich eine führende Industrienation abschafft

Rede von Fritz Vahrhenholt auf dem Symposium „Energie und Rohstoffe – Zukunft mit Chancen und Risiken” am  31. Mai 2018 an der Technischen Universität Clausthal:

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Prof. Fritz Vahrenholt

Ausstieg aus Kernenergie, Kohle und der Grundstoffindustrie – wie sich eine führende Industrienation abschafft

Das, was 1986 im Parteiprogramm der Grünen gefordert wurde, die Abschaffung der Atomindustrie, Automobilindustrie sowie Teilen der Chemieindustrie, ist längst in der Mitte der Gesellschaft zum Konsens geworden. Wie konnte das gelingen? Mit apokalyptischen Schreckensszenarien wird die Spaltung des Atoms, ebenso wie die geringfügige Erhöhung des lebensnotwendigen Moleküls CO2 in der Atmosphäre, zu Chiffren des Unheils. Eine durch überwiegend natürliche Prozesse festzustellende Erwärmung wird missbraucht zur Großen Transformation der Gesellschaft. Können wir diese selbstzerstörerische Entwicklung wieder in vernünftige Bahnen lenken?

Machen wir uns nichts vor: Der Anti-Industrialismus in Deutschland ist weit fortgeschritten. Wir lieben innovative Produkte wie IPhone, Solarzellen oder Flachbildschirme. Die Wertschöpfungsketten aber von der Rohstoffgewinnung über die Metallerzeugung zur industriellen Produktion sind Politik und Öffentlichkeit eher ein Gräuel. Den Hunger in der Welt bekämpfen, aber doch nicht mit Gentechnik, Mobilität ja, aber doch ohne Verbrennungsmotoren, wachsender Stromverbrauch für Handy und Laptop klar, aber doch bitte nicht aus Kohle und Kernenergie.

Schön wäre es, wenn die Befriedigung unserer Bedürfnisse durch Licht und Luft, ohne Eingriffe in den Naturhaushalt, am besten noch ohne Anstrengung geschehen könnte. Dieser Trampelpfad in die rückwärtsgewandte Idylle führt geradewegs zum Verlust der Wettbewerbsfähigkeit, zum Verlust des außerordentlich hohen Wohlstandsniveaus, das wir durch technischen Fortschritt und Innovationen erreicht haben. Im Zeitalter der Globalisierung schmilzt diese Wohlstandsdividende der OECD Länder, ebenso Deutschlands. Die Arbeitnehmer in Deutschland konkurrieren mit den Arbeitnehmern in Südostasien- ohne Technologievorsprung geht dieser Wettbewerb verloren.

Der Abschied der deutschen Gesellschaft von der Industrie lässt sich am Fundament jeder Industriegesellschaft, nämlich der Energieerzeugung, beleuchten. Die deutsche Energiewende ist ein sich anbahnendes Desaster. Nach dem Kernenergieausstieg steht nun der nächste Schritt: die Dekarbonisierung der deutschen Energieversorgung und im Übrigen auch des Verkehrssektors an. Bis 2050 sollen nach dem deutschen Klimaschutzplan 80 bis 95 % der gesamten Energieversorgung aus Erneuerbaren Energien kommen.

Wir haben 30.000 Windräder aufgestellt, ohne zu wissen, wo wir den Strom bei Windstille herbekommen. Wir wissen auch nicht, was wir mit dem Überschussstrom machen sollen, wenn es Starkwind gibt und 56.000 MW ins Netz drängen. Dann verschenken wir den Strom an unsere Nachbarländer zu negativen Preisen oder wir stellen die Windräder ab und zahlen, als ob sie produziert hätten. Das summiert sich allein auf 1 Milliarde pro Jahr. Und die Energiewende insgesamt kostet mehr als 25 Milliarden pro Jahr, bis 2025 520 Milliarden.

Heute haben wir bereits die zweithöchsten Strompreise in Europa. Privathaushalte und die nicht umlagebefreiten Industrieunternehmen sowie das Gewerbe zahlen die Zeche. Wir sehen mittlerweile, dass neue industrielle Investitionen hierzulande unterbleiben. In Anbetracht der durch die Erneuerbaren in die Höhe getriebenenen Strompreise wird die von der Groko geplanten Batteriefabrik eine Fata Morgana oder ein weiteres Milliardengrab. Man investiert nicht in einem Land, von dem man nicht weiß, wohin sich die Energiepreise entwickeln.

Aber die Mehrheit der Bevölkerung unterstützt diese Entwicklung. Es ist der UNO, Teilen der Wissenschaft, der Politik, den Medien gelungen, die komplexe Klimamaterie publikumswirksam zu simplifizieren: das CO2 bestimmt unser Klima. Dass das Klima auch ohne CO2 geschwankt hat, dass in den letzten 20 Jahren nur eine geringfügige Erwärmung stattgefunden hat, also in einer Zeit, in der die CO2-Emissionen sich verdoppelt haben, hat natürliche Ursachen. Dass bis zum Jahre 2000 die Temperaturen stark angestiegen sind aber auch! Ein grosser Teil dieser Erwärmung ist den natürlichen Zyklen des Atlantiks zuzuschreiben. Wir vergessen, dass in der mittelalterlichen Wärmeperiode vor 1000 Jahren die Temperaturen mindestens genauso hoch waren wie heute. Und wir vergessen, dass der Temperaturanstieg der letzten 150 Jahre seine wesentliche Ursache darin hatte, dass wir aus einer kleinen Eiszeit kommen. Die kleine Eiszeit ist der Maßstab der Klimaalarmisten,  den sie an die Erwärmung von heute anlegen. Wenn die Temperaturentwicklung der nächsten Jahre weiter stagniert oder gar abkühlt, dann gäbe es eine Chance die Hysterie abzukühlen.

Wenn ich Ihnen jetzt noch sage, dass jährlich Tausende von Greifvögeln und Hunderttausende von streng geschützten Fledermäusen durch die Windräder getötet werden, dann fragen Sie sich vielleicht, warum machen wir das alles? Die grösste Naturzerstörung in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg erfolgt nicht durch Kohle- oder Kernenergie sondern durch grüne, erneuerbare Energien. Der Plan der Bundesregierung ist bis 2050 die Windenergiekapazität zu verdreifachen, d.h. alle 2,6 km eine Anlage. Prof. Hüttl sprach soeben von der fünffachen bis siebenfachen Kapazität- alle 1,5 bis 2 km eine Windkraftanlage !

Warum zerstören wir unsere Heimat? Weil es den Apologeten des Anti-Industrialismus gelungen ist, Angst zu verbreiten. Nur mit Weltuntergangsszenarien kann  es gelingen, die deutsche Automobilindustrie zur Strecke zu bringen. Und außerdem geht es uns doch gut, sehr gut sogar, trotz Kernenergieausstieg, trotz Kohleausstieg, trotz Energiepreisexplosion. Und: insbesondere wir Deutschen haben den Hang, die Welt zu retten, nachdem wir im 20. Jahrhundert maßloses Unglück über die Welt gebracht haben.

Das schlimme ist, das wir nachfolgenden Generationen aber überhaupt keine Innovationen zutrauen, kein Kohlekraftwerke mit CCS, keine Gaskraftwerke, keine Fusionstechnologie keine inhärent sicheren Kernkraftwerke – aber die Politik will Ihnen vorschreiben mit alberner Windkrafttechnik aus dem letzten Jahrhundert die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.Vielleicht helfen ja die aufziehenden tiefgreifenden Finanzkrisen und der dadurch ausgelöste Wohlstandsverlust, dass wir innehalten, das zu zerstören, was unseren Wohlstand erzeugt hat. Wir müssen uns wieder dem zuwenden, was zu diesem Wohlstand geführt hat: Offenheit für Innovationen.

Viel Hoffnung habe ich allerdings nicht.

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Pressevorbericht zur Veranstaltung hier.

 

Windrad metzelt Rot-Milan

Windräder als Vogel-Todesfalle. Lange kleingeredet, wird das große Problem jetzt immer deutlicher. Artikel auf swp.de am 12. Mai 2018:

Ein mit GPS-Sender versehener Roter Milan ist unter einem Windrad bei Berghülen aufgefunden worden
Der Rote Milan mit der Ringnummer 504 96 ist in seinem Leben vier Mal nach Spanien und zurück geflogen. Dank eines GPS-Senders konnten Experten den 2000 Kilometer weiten Weg des Greifvogels in die Extremadura verfolgen. Jetzt fliegt er nicht mehr. Reste des Kadavers lagen unter einer Windkraftanlage bei Berghülen. Den Körper hat wohl ein Fuchs mitgenommen.

Weiterlesen auf swp.de

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Vor einigen Tagen berichteten wir über eine Klimaklägerin einer Nordseeinsel, die offenbar nicht einmal die Wirkungsweise der Nordatlantischen Oszillation kennt. Alfred Brandenberger hat eine kleine Artikelsammlung dazu in seinem Klima-Vademecum. Themen:

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Hockeystick-Erfinder Michael Mann hat zusammen mit einem Kollegen ein neues Buch mit kreativem Titel geschrieben:

Der Tolhaus Effekt: Wie die Leugnung des Klimawandels unseren Planeten bedroht, unsere Politik zerstört und uns in den Wahnsinn treibt

Das Vorwort der deutschen Ausgabe stammt von Stefan Rahmstorf. Herausgeber ist der Landesverband Franken der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS), ein Lobbyverband der grünen Energie. Der perfekte Aktivistencocktail. Das Buch ist offenbar NICHT bei Amazon erhältlich. Gab es vielleicht inhaltliche Bedenken?

 

Immer weniger Malariatote: Welche Rolle spielt der Klimawandel?

Der Klimawandel gilt als Hauptschuldiger für das meiste Übel der Welt. So wird vermutet, dass die globale Erwärmung auch das Malariarisiko verschärft. Schauen wir auf die offizielle Statistik der Malariatoten (Abb. 1):

Abb. 1: Entwicklung der Malariatoten währen der letzten anderthalb Jahrzehnte. Quelle: https://ourworldindata.org/malaria

 

Ein überrraschendes Ergebnis. Mit Dank an notalotofpeopleknowthat.

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Ein neuer Bericht der GWPF zur überstürzten Dekarbonisierung weist auf gravierende Konsequenzen für den ärmeren Teil der Weltbevölkerung auf:

Efforts to decarbonise will kill millions in poor countries

A new report from the Global Warming Policy Foundation finds that climate and green energy policies promoted by development organisations will cause millions of preventable deaths in the developing world. 

The report, by eminent epidemiologist Mikko Paunio, says that international bodies and NGOs are trying to prevent poor countries from expanding their use of conventional fuels, have abandoned the so-called “energy ladder”  — the gradual shift to cleaner types of fuel that underpinned the clean up of air quality in industrialised nations. As Dr Paunio explains, this will have devastating consequences:

“Indoor air pollution from domestic fires kills millions every year. But instead of helping poor people to climb the energy ladder and clean the air in their communities, the poorest people are being given gimmicks like cookstoves, which make little difference to air quality, and solar panels, which are little more than a joke.”

What is worse, the greens inside and outside the development community are blaming air pollution on power stations, industry and cars, as a way to prevent any shift to industrial power production. As Dr Paunio makes clear, most air pollution in poor countries is in fact caused by burning low-quality biofuels and coal in domestic stoves:

“Trying to blame power stations for indoor air pollution might make greens feel they are saving the planet, but the reality is that they are allowing millions of deaths from air pollution to continue. The body count is going to rival that of the totalitarian regimes of the twentieth century.”

Executive Summary: 200 Million At Risk

Domestic combustion of solid (bio)fuels is by far the number one global pollution problem. 4.3 million deaths annually are directly attributable to indoor air pollution (IAP) according to the World Health Organization. Domestic combustion of solid biofuels kills almost six million people per year when its effects on ambient air quality are also taken into consideration.

The so called ‘energy ladder’ was introduced as a way of understanding how deaths from IAP might be prevented. The energy ladder seeks to reproduce the experience of rich countries, where households moved away from biofuels and were increasingly connected to electric grids or district heating systems, solving the IAP problem for good.

However, ever-growing resistance from the environmental movement has removed this beneficial approach from the development agenda. Environmentalists fear that by taking steps upwards on the energy ladder, from dirty solid fuels such as cow dung or crop residues, and towards use of electricity, poor countries would become wealthier and so increase their energy use and their carbon intensity. They have managed to persuade all important multilateral development bodies and the WHO to drop the energy ladder entirely. Instead, they are now coercing the poorest countries to adopt utopian energy policies based on renewables. The result is that combatting IAP in, say, sub-Saharan Africa, is becoming impossible.

Aggressive decarbonization is now high on the political agenda. Contrary to the widely disseminated claims of important global actors, this will not solve the problem of IAP. Moreover, it will hamper the expansion of electric grids, which is a critical prerequisite for delivering adequate water supplies, without which it will be impossible to reproduce the public health miracle experienced in the rich countries.

These ‘ambitious’ global climate mitigation policies leave environmental health problems amongst the poor unaddressed and will result in the loss of over 200 million lives by 2050. They are also unlikely – even in theory – to prevent the 250,000 annual deaths that the WHO speculates will be attributable to climate change between 2030 and 2050: high-quality IPCC-linked research has recently shown that solid biomass combustion actually increases CO2 emissions, at least over the next 100 years, compared to fossil fuels.

Full paper (pdf): Kicking Away The Energy Ladder: How environmentalism destroys hope for the poorest

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Noch vor kurzem engagierte sich der New York Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman intensiv bei der Hexenjagd auf Energieunternehmen, die seiner Meinung nach das Weltklima zum Kollaps brächten. Ein grüner Heilsbringer, der für eine bessere Welt kämpft? Weit gefehlt. Anfang Mai 2018 brachte The New Yorker einen Artikel, in dem ihm vier ehemalige Partnerinnen vorwerfen, er habe sie geschlagen, gewürgt, grob behandelt, erniedrigt und bedroht. Drei Stunden nach Veröffentlichung des Artikels trat Schneiderman von seinem Amt zurück. Erinnerungen an den ehemaligen IPCC-Chef Rajendra Pachauri werden wach. Jener trat 2015 wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung zurück.

Was treibt prominente Klimaaktivisten zu solch unakzeptablem Verhalten? Ist es die fundamental-religiöse Klimawut, mit der sie nicht klarkommen und die sich im Privatleben dann in offene Aggressionen umwandelt? Ein langer Spaziergang in der Natur würde hier helfen. Dies baut schwelede Ängste ab. Die Natur ist nicht unser Feind, sondern unser Freund. Wenn man hinter jedem Wind, jedem Regentropfen, jedem Sonnenstrahl immer gleich eine Klimakatastrophe vermutet, entstehen Phobien, die im Endstadium psychologisch behandelt werden sollten.

 

Klimawandel verkürzte den “langen Türkenkrieg” mit dem Habsburgerreich im 16. Jahrhundert

Alexander Unzicker auf Telepolis am 27. Mai 2018:

Wikipedia auf dem Weg zum Orwellschen Wahrheitsministerium

Über den Niedergang der Online-Enzyklopädie

Mit Wikipedia schien ein Traum wahr geworden zu sein – das Wissen der Menschheit, zusammengetragen in einem Gemeinschaftsprojekt, kostenlos, für alle verfügbar und frei von Kommerz, im wahrsten Sinne des Wortes die beste Seite des Internet.

Obwohl nur ein Prozent der Weltbevölkerung betreffend, ist die deutsche Wikipedia dabei die zweitgrößte Abteilung – auch das schien eine besondere Erfolgsgeschichte. Und tatsächlich ist die Enzyklopädie nach wie vor unschlagbar bei Dingen wie Beethovens Geburtsdatum oder der Anzahl der Jupitermonde. Nähert man sich aber der Gegenwart in irgendeinem Artikel mit politisch-gesellschaftlichem Bezug, kommt man ins Staunen.

Weiterlesen auf Telepolis

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Der Reviewprozess für zwei IPCC-Spezialberichte ist derzeit im Gange. Im einen Bericht geht es um das 1,5°C Klimaziel, im anderen um Ozeane und die Kryosphäre. In letzterem Bericht ist in Kapitel 2 auch maßgeblich ein WWF-Aktivist als Autor mit beteiligt. Zudem schreiben überraschend viele deutsche Staatsbürger für fremde Nationen mit. Sind das alles PIK-Exporte? Zeitgleich wurden von den Regierungen die Autoren für den 6. Klimazustandsbericht benannt. Der österreichische Kurier stellte zwei von ihnen Anfang Mai 2018 vor:

Wie zwei Grazer Klimaforscher in den UN-Weltklimarat kamen
2858 aus 108 Ländern wollten dabei sein. 721 haben es geschafft: Sie werden am neuen Weltklimabericht mitarbeiten. Zum sechsten Mal hat der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change, siehe Geschichte unten) der Vereinten Nationen Forscher aus aller Welt ausgewählt, die den so genannten Sachstandsbericht zum Klimawandel verfassen sollen. [...]

KURIER: Wie kommt man in den Weltklimarat?

Maraun: Man muss sich beim Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus bewerben und wird – bei entsprechender Expertise – nominiert. Dann suchen die drei UN-Weltklimarat-Arbeitsgruppen ihre Autoren aus.

Bednar-Friedl: Man achtet darauf, dass weibliche Forscher und solche aus Entwicklungsländern dabei sind. Außerdem versucht die UN auch immer wieder, neue Wissenschaftler zu gewinnen.

Ganzes Interview auf kurier.at lesen.

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Der Standard am 4. Mai 2018:

Klimawandel verkürzte den “langen Türkenkrieg” im 16. Jahrhundert
Der Höhepunkt der kleinen Eiszeit um das Jahr 1600 traf einer neuen Analyse zufolge vor allem das Osmanische Reich hart: Der damalige Klimawandel beendete dort eine “Boomzeit” und verkürzte auch den 1606 beendeten “langen Türkenkrieg” mit dem Habsburgerreich, wie ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung im Fachblatt “Human Ecology” berichtet.

Weiterlesen im Standard