Rote Karte für Klimaretter: Wissenschaftler wehrt sich gegen alarmistische Berichterstattung zu seiner Meeresspiegelstudie auf den Salomonen Inseln

Der bekannte Meteorologe Donald Bäcker bietet auf seiner Webseite einen lesenswerten Beitrag zum Klimawandel an. Hier ein Auszug:

Klimaforschung ist unglaublich schwierig und heutzutage nur mit sehr hoher Rechenleistung stemmbar. Bekanntlich ist jedes Modell fehlerbehaftet und so hat sich herausgestellt, dass man nicht nur das Kohlendioxid als “Klimakiller” verantwortlich machen kann. Vor 12 Jahren wurden durch einige Klimaforscher extrem kalte und schneereiche Winter definitiv ausgeschlossen. Auch die angekündigte Versteppung Mitteleuropas zur Sommerzeit läßt auf sich warten – ganz im Gegenteil – wir kämpfen eher mit Hochwasserproblemen. Anhänger der “Sonnenaktivitätstheorie” werden gern von anderen Klimaforschern belächelt und als unseriös bezeichnet. Aber warum muss jemand unseriös sein, der zu einer abweichenden Erkenntnis gekommen ist? Scheinbar wird die Aktivität der Sonne und der kosmischen Strahlung auf die Wolkenbildung unter- und die Wirkung von CO2 deutlich überschätzt. Der Motor des Wetters ist und bleibt die Sonne sowie das Treibhausgas Nummer 1, nämlich der Wasserdampf. Die Konzentration des CO2 in der Luft ist seit dem Jahr 2000 weiter gestiegen, die globale Mitteltemperatur aber um rund 0,2 Grad zurückgegangen! Die Abkühlung ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass die Erwärmung seit ca. 1850 “nur” 0,7 bis 0,8 Grad betragen hat! Die Ursache könnte eine deutlich “ruhigere” Sonne sein und lässt statt einer Erwärmung eher eine weitere Abkühlung erwarten, die Mitte dieses Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreichen könnte.

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Der Klimaretter ist bekannt dafür, dass er ungeprüft Klimaalarm in seinem Blog übernimmt. Wieso Fakten checken, wenn es doch so klimagruselig schön ist? Am 8. Mai 206 war es wieder soweit:

Schon fünf Salomonen-Inseln versunken
Durch den Klimawandel steigt der Meeresspiegel. Dass kleine Inselstaaten dadurch akut in ihrer Existenz bedroht sind, ist nicht länger etwas, das erst in einigen Jahrzehnten passieren wird. Fünf Inseln der Salomonen im Pazifik sind bereits komplett vom Meer überflutet. Auf sechs weiteren ist die Erosion schon so weit fortgeschritten, dass Häuser im Meer versunken sind. Weitere 21 sind hoher Wellenenergie ausgesetzt, sodass ihnen ein ähnliches Schicksal wahrscheinlich bald bevorsteht. Das ergab eine australische Studie, die im Fachmagazin Environment Research Letters veröffentlicht wurde.

Hartgesottene können hier beim Klimaretter weiterlesen.

Dabei war der Klimaretter natürlich nicht allein. Eine ganze Reihe anderer Postillen bliesen in das gleiche Horn. Die verzerrte und alarmistische Darstellung der Forschungsresultate ging den Autoren der Studie jedoch mächtig auf die Nerven. Sie wandten sich an die Öffentlichkeit und distanzierten sich von den reißerischen Schlagzeilen à la Klimaretter. The Guardian berichtete am 10. Mai 2016:

Headlines ‘exaggerated’ climate link to sinking of Pacific islands
Report’s author says many media outlets have misinterpreted the science by conflating sea-level rise with climate change.
Links between climate change and the sinking of five islands in the Pacific Ocean have been exaggerated, the author of a widely reported new study has said. The report, published on Friday, tracked the shapeshifting of 33 reef islands in the Solomon Islands between 1947 and 2014. It found that five had been washed away completely and six more had been severely eroded. The study blamed the loss on a combination of sea-level rise and high wave energy. Many media outlets, including the Guardian, jumped to the conclusion that the islands were lost to climate change. But this largely misinterprets the science, according to the study’s author, Dr Simon Albert. “All these headlines are certainly pushing things a bit towards the ‘climate change has made islands vanish’ angle. I would prefer slightly more moderate titles that focus on sea-level rise being the driver rather than simply ‘climate change’,” Albert told the Guardian.

Weiterlesen in The Guardian

Auch der Examiner korrigierte das schiefe Bild:

 Sinking Solomon Islands and climate link ‘exaggerated’, admits study’s author
A new study published in Environmental Research Letters shows that some low-lying reef islands in the Solomon Islands are being gobbled up by “extreme events, seawalls and inappropriate development, rather than sea level rise alone.” Despite headlines claiming that man-made climate change has caused five Islands (out of nearly a thousand) to disappear from rising sea levels, a closer inspection of the study reveals the true cause is natural, and the report’s lead author says many of the headlines have been ‘exaggerated’ to ill-effect.

Dr. Simon Albert, the report’s co-author told the Guardian today that numerous media outlets, like the Washington Post and NY Times and Think Progress, have misinterpreted their work by trying to link sea level rise with climate change. According to Albert, the researchers did not study climate change and how it influences shoreline erosion and submersion of certain low-lying islands.

That didn’t stop numerous mainstream media outlets from jumping to the erroneous conclusion that these five sunken islands were further proof of climate change. This completely misconstrues the actual science and what the study really says, Albert said. “The links between climate change and the sinking of five islands in the Pacific Ocean have been exaggerated,” he says.

Weiterlesen im Examiner

Siehe auch Beiträge auf WUWT hier, hier und hier.

 

Unerwartetes Resultat einer ETH-Studie: US-Festland nahm trotz Dürre Kohlenstoff auf

Es ist schön, dass sich die Klimaaktivisten auch einmal selber auf die Schippe nehmen können. Ein schönes Beispiel am 23. Apeil 2016 im Klimaretter-Blog:

Grüner fliegen
[...] Wer benutzt im Münchner Rathaus wie oft das böse Flugzeug? Vielleicht sogar erster Klasse wie einst der “Protz”-Bischof Tebartz van Elst? Wer ist der größte Öko- und Klimaschädling am Marienplatz? Die Antwort ist einerseits überraschend, anderseits aber auch nicht: Es sind die Grünen. Sie fliegen mit Abstand am häufigsten, viel öfter als die Mitglieder der anderen Fraktionen. 23 Flüge gingen laut SZ 2014 auf das Konto der Öko-Stadträte, die Mitglieder der fast doppelt so großen SPD-Fraktion gingen nur halb so oft in die Luft, die CSU noch weniger.

Ganze Kolumne auf Klimaretter lesen.

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Lesenswerter Artikel von Peter Heller am 2. Mai 2016 im ScienceSkepticalBlog:

Als ich Schellis Buch bekam

Zwei Dinge habe ich gelernt, als ich letzte Woche Schellis Buch bekam. Einerseits weiß ich jetzt, wie man ihn dazu bekommt, eine Einladung auch anzunehmen. Und andererseits ist mir nun endlich klar, warum man Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joachim Schellnhuber überhaupt einlädt.

Wie Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok in seiner Laudatio erläuterte, ist Schelli ein vielbeschäftigter Mann. Der um den ganzen Erdball jettet und deswegen nie die Zeit hatte, diverse örtliche Vereine, Verbände und Initiativen trotz intensiven Nachfragens mit seiner Anwesenheit zu beehren. Aber der Begriff „Laudatio“ deutet schon auf den Trick hin, den man letztlich erfolgreich anwendete. Man verleihe dem Leiter des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung einfach einen Preis. Dann kommt er garantiert. Und wenn es nur der „enercity-Energie-Effizienzpreis für Norddeutschland 2016 in der Kategorie Wissenschaft“ ist. „Enercity“ – das sind schlicht die Stadtwerke Hannover, deren Preis tatsächlich genau so heißt und auch genau so geschrieben wird. Geehrt wurden übrigens eigentlich zwei Unternehmen – ein großes und ein kleines – für durchaus handfeste technische Innovationen. Logisch wäre nun gewesen, in der Kategorie Wissenschaft einen Forscher aus den zahlreichen ortsansässigen ingenieurtechnischen Fakultäten auszuzeichnen. Würdige Arbeiten aus Bereichen wie Maschinenbau oder Antriebstechnik hätte es genug gegeben. Welche Beiträge aber Schellnhuber zur Verbesserung der Energieeffizienz leistete, blieb den Rest der Veranstaltung über unklar.

Stattdessen bezeichnete ihn die neue Vorstandsvorsitzende der Stadtwerke, Susanna Zapreva, in ihrer Begrüßungsrede als Nobelpreisträger.

Weiterlesen im ScienceSkepticalBlog

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Die ETH Zürich berichtete am 25. April 2016 über ein gänzlich unerwartetes Resultat:

Festland nahm trotz Dürre Kohlenstoff auf
Forscher zeigen auf: Der warme Frühling 2012 in den USA sorgte dafür, dass Pflanzen mehr Kohlenstoff aufnahmen und so die Verluste der darauf folgenden Dürre während des Sommers kompensierten.

Das Frühjahr 2012 war in den USA das wärmste seit Beginn der Messaufzeichnungen. Nahtlos schloss ein Sommer an, der trockener und heisser war als alle anderen Sommer seit den 1930er Jahren, einer Zeit, die als «Dust Bowl» in die Geschichtsbücher einging. Unter Dürre und Hitze litt 2012 nahezu das ganze Festland der USA.

Klimaforscherinnen befürchteten, dass diese Wetterkapriole vor vier Jahren das Festland der USA wegen der Sommerdürre in eine Kohlenstoff-Quelle verwandelten, wie dies in Europa während des Hitzesommers 2003 der Fall war. In einem normalen Jahr nehmen Ökosysteme mehr Kohlenstoff aus der Luft auf als dass sie abgeben. Sie sind deshalb eine Senke – was für das Weltklima wichtig ist. Das hat mit den Pflanzen zu tun, die bei der Fotosynthese Kohlendioxid (CO2) für ihr Wachstum aufnehmen und in Form von Biomasse sowie im Boden speichern. Ökosysteme kompensieren dadurch ein Drittel des vom Menschen verursachten CO2-Ausstosses.

Eine Gruppe von Forschenden aus den USA, Australien, den Niederlanden und von der ETH Zürich zeigen nun, dass das Festland der USA 2012 trotz der Dürre eine Kohlenstoffsenke blieb. Die Studie wurde soeben in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlicht.

Die Forschenden fanden heraus, dass der warme Frühling Bäume, Gräser und Nutzpflanzen früher spriessen und wachsen liess. Dadurch nahmen die Ökosysteme aus der Luft mehr Kohlenstoff auf als in einem «normalen» Frühling.

Während der anschliessenden Dürre hingegen nahmen die Ökosysteme weniger Kohlenstoff auf als üblich, da die Pflanzen wegen der Trockenheit und der Hitze nicht mehr wuchsen. Dennoch blieb die Kohlenstoff-Bilanz unter dem Strich positiv. «Das Plus an aufgenommenem Kohlenstoff im warmen Frühjahr kompensierte das Minus in der Aufnahme während der Dürre», sagt ETH-Forscher Sebastian Wolf, der die Studie geleitet hat.

Grasländer geben bei Dürre CO2 ab

Über das gesamte Festland betrachtet, entpuppten sich die grossflächigen Wälder der Appalachen als besonders effektive Kohlenstoffsenken. Diese nahmen insbesondere im Frühling viel zusätzlichen Kohlenstoff auf und blieben während den Sommermonaten von starken Dürre-Effekten verschont. Die Grasländer des Mittleren Westens hingegen nahmen zwar im warmen Frühling ebenfalls mehr Kohlenstoff auf, jedoch deutlich weniger während der Sommerdürre, nachdem die Vegetation verdorrt war.

Zudem wurden die Dürre und Hitze im Sommer 2012 in den USA wahrscheinlich durch eine Rückkopplung des warmen Frühlings verstärkt, wie die Wissenschaftler herausfanden: da die Pflanzen zeitiger wuchsen, verbrauchten sie auch früher im Jahr die Wasserreserven im Boden. Dies machte die Ökosysteme im Sommer anfälliger für die Trockenheit. Und weil das Wasser fehlte, mussten die Pflanzen ihre Spaltöffnungen zeitiger schliessen.

Solange Pflanzen genügend Wasser haben, halten sie die Spaltöffnungen auf ihren Blättern offen, um mit der Luft CO2, Wasserdampf oder Sauerstoff auszutauschen. Sobald es an Wasser mangelt, schliessen Pflanzen die Spaltöffnungen. Dadurch verdunstet auch weniger Wasserdampf und der kühlende Effekt durch die Verdunstung bleibt aus. So verstärkt sich die Hitze und damit auch der Stress für die Pflanzen.

Einmalige Kombination von Messdaten

Für ihre Auswertung kombinierten Wolf und Kollegen verschiedene Daten. So flossen Messungen von Umweltfaktoren an 22 Standorten in den USA in die Studie ein. In diesen Ökosystemen massen die Forscher mit speziellen Messtürmen auf standardisierte Weise und kontinuierlich während mindestens fünf Jahren mehrere Umweltparameter, wie Temperatur, Bodenfeuchte, Niederschlag sowie die Kohlendioxid- und Wasserflüsse zwischen den Ökosystemen und der Atmosphäre.

Mit Messungen der Satellitenplattform MODIS konnten die Wissenschaftler ausserdem die CO2-Aufnahme der Pflanzendecke über die gesamten USA bestimmen. Zusätzlich wurden Messungen des CO2-Gehalts von bis zu 300 Meter hohen Türmen mit Modellen kombiniert, um die CO2-Aufnahme aus Sicht der Atmosphäre abzuschätzen.

Dank einer geschickten Kombination dieser verschiedenen Daten konnten die Forscher schliesslich den Kohlenstofffluss des gesamten Festlands der USA während dem Jahr 2012 berechnen.

 

Himmlisches Teamwork: Wie die UV-Strahlung über die Stratosphäre das Klima an der Erdoberfläche beeinflusst

Die Sonne? Die habe doch gar keinen Einfluss auf das Klima. Daran wird zumindest in Klimaalarmistenkreisen stark geglaubt. Eine neue Studie vom 28. April 2016 aus den Geophysical Research Letters bringt das Weltbild nun endgültig ins Wanken. Forscher konnten zeigen, dass Änderungen der solaren UV-Strahlung im Monatsmaßstab einen deutlichen Einfluss auf die Temperaturen in den unteren Wetterstockwerken in den Tropen haben. Hier der Abstract der Arbeit von L. L. Hood von der Univeristy of Arizona in Tucson:

Lagged response of tropical tropospheric temperature to solar ultraviolet variations on intraseasonal time scales
Correlative and regression analyses of daily ERA-Interim reanalysis data for three separate solar maximum periods confirm the existence of a temperature response to short-term (mainly ∼27 day) solar ultraviolet variations at tropical latitudes in both the lower stratosphere and troposphere. The response, which occurs at a phase lag of 6–10 days after the solar forcing peak, consists of a warming in the lower stratosphere, consistent with relative downwelling and a slowing of the mean meridional (Brewer-Dobson) circulation, and a cooling in the troposphere. The midtropospheric cooling response is most significant in the tropical Pacific, especially under positive El Niño–Southern Oscillation conditions and may be related to a reduction in the number of Madden-Julian oscillation events that propagate eastward into the central Pacific following peaks in short-term solar forcing.

Thomas et al. fanden solar-gesteuerte Tempersaturveränderungen in der Mesosphäre, die sie im November 2015 im Journal of Atmospheric and Solar-Terrestrial Physics beschrieben:

Solar-induced 27-day variations of mesospheric temperature and water vapor from the AIM SOFIE experiment: Drivers of polar mesospheric cloud variability
Polar Mesospheric Clouds (PMCs) are known to be influenced by changes in water vapor and temperature in the cold summertime mesopause. Solar variability of these constituents has been held responsible for 11-year and 27-day variability of PMC activity, although the detailed mechanisms are not yet understood. It is also known that the solar influence on PMC variability is a minor contributor to the overall day-to-day variability, which is dominated by effects of gravity waves, planetary waves, and inter-hemispheric coupling. To address this issue, we have analyzed 15 seasons of data taken from the Solar Occultation for Ice Experiment (SOFIE) on the Aeronomy of Ice in the Mesosphere (AIM) satellite. The SOFIE data contain precise measurements of water vapor, temperature and ice water content (among other quantities). These high-latitude measurements are made during the PMC season at the terminator, and therefore directly relate to the simultaneous measurements of mesospheric ice. Using a composite data set of Lyman-α irradiance, we correlated the time variation of the atmospheric variables with the 27-day variability of solar ultraviolet irradiance. We used a combination of time-lagged linear regression and Superposed Epoch Analysis to extract the solar contribution as sensitivity values (response/forcing) vs. height. We compare these results to previously published results, and show that the temperature sensitivity is somewhat higher, whereas the water sensitivity is nearly the same as published values. The time lags are shorter than that expected from direct solar heating and photodissociation, suggesting that the responses are due to 27-day variations of vertical winds. An analytic solution for temperature changes forced by solar irradiance variations suggests that if the response is due purely to Lyman-α heating and Newtonian cooling, the response should vary throughout the summertime season and depend primarily upon the height-dependent column density of molecular oxygen.

Einen spürbaren Klimaeinfluss von solaren UV-Schwankungen berichteten auch Ball et al. in einer Studie, die am 25. Januar 2016 in Nature Geoscience erschien. Interessantes Resultat: Die Modelle können die Realität nicht reproduzieren. Hier der Abstract:

High solar cycle spectral variations inconsistent with stratospheric ozone observations
Solar variability can influence surface climate, for example by affecting the mid-to-high-latitude surface pressure gradient associated with the North Atlantic Oscillation1. One key mechanism behind such an influence is the absorption of solar ultraviolet (UV) radiation by ozone in the tropical stratosphere, a process that modifies temperature and wind patterns and hence wave propagation and atmospheric circulation2, 3, 4, 5. The amplitude of UV variability is uncertain, yet it directly affects the magnitude of the climate response6: observations from the SOlar Radiation and Climate Experiment (SORCE) satellite7 show broadband changes up to three times larger than previous measurements8, 9. Here we present estimates of the stratospheric ozone variability during the solar cycle. Specifically, we estimate the photolytic response of stratospheric ozone to changes in spectral solar irradiance by calculating the difference between a reference chemistry–climate model simulation of ozone variability driven only by transport (with no changes in solar irradiance) and observations of ozone concentrations. Subtracting the reference from simulations with time-varying irradiance, we can evaluate different data sets of measured and modelled spectral irradiance. We find that at altitudes above pressure levels of 5 hPa, the ozone response to solar variability simulated using the SORCE spectral solar irradiance data are inconsistent with the observations.

Die lange vernachlässigte Verknüpfung zwischen der Schwankungen der Sonnenaktivität und klimatischen Veränderungen an der Meeresoberfläche, Troposphäre und Stratosphäre beschrieben auch Yamakawa et al. im März 2016 im Fachblatt Quaternary International:

Relationships between solar activity and variations in SST and atmospheric circulation in the stratosphere and troposphere
Relationships between solar activity and variations in both sea surface temperature (SST) and atmospheric circulation at the time of the solar maximum are presented. The global distribution of correlation coefficients between annual relative sunspot numbers (SSN) and SST from July to December was examined over a 111-year period from 1901 to 2011. Areas with a significant positive correlation accounted for 11.7% of the global sea surface in December, mainly over three regions in the Pacific. The influence of solar activity on global atmospheric pressure variations and circulation in the maximum years was also analyzed from 1979 to 2011. The results indicated that higher geopotential height anomalies tended to appear in the stratosphere and troposphere in the northern hemisphere, centering on around the Hawaiian Islands from November to December, in the second year of the solar maximum. The SST distribution in the Pacific with strong north and south Pacific Highs produced a pattern that resembled teleconnection patterns such as the Pacific Decadal Oscillation (PDO) and the Central-Pacific (CP) El Niño, or El Niño Modoki (ENM). It is suggested that the solar activity had an influence on the troposphere via not only the stratosphere but also the sea surface.

In eine ähnliche Richtung geht eine Arbeit von Reichler et al., die bereits 2012 in Nature Geoscience erschienen war: (weiterlesen …)

Neue Studie in Nature Climate Change: Wissen schützt vor Klimaangst

Eine am 25. April 2016 in Nature Climate Change veröffentlichte Studie von Shi und Kollegen wartet mit einem hochinteressanten Resultat auf: Je besser sich Menschen mit den physikalischen Zusammenhängen des Klimawandels auskennen, desto geringer ist ihre Angst vor einer Klimakatastrophe. Im Abstract heißt es:

Higher levels of knowledge about the causes of climate change were related to a heightened concern. However, higher levels of knowledge about the physical characteristics of climate change had either a negative or no significant effect on concern.

Schlechte Zeiten für die Prediger der Klimakatastrophe. Wer sich ein bisschen für das Thema interessiert und einarbeitet, kann sich vor den schlimmen Gedanken der Weltuntergangsprofeten schützen. Mitdenken ausdrücklich erwünscht.

Mit Dank für den Hinweis an WUWT.

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Im Zuge der Klimawandel-Forschungswelle tauchen immer wieder köstliche Blüten auf. Eine davon erschien am 18. Januar 2016 in Nature Climate Change. Ein Team um de Oliveira Silva untersuchte die Rindfleischproduktion in Brasilien. Das nicht ganz überraschende Resultat: Wenn große Waldflächen zur Schaffung von Rinderweiden abgeholzt werden müssen, ist dies nicht nachhaltig. Besser ist die Rinderhaltung ohne Waldvernichtung. Eureka! Hier der Abstract:

Increasing beef production could lower greenhouse gas emissions in Brazil if decoupled from deforestation
Recent debate about agricultural greenhouse gas emissions mitigation highlights trade-offs inherent in the way we produce and consume food, with increasing scrutiny on emissions-intensive livestock products1, 2, 3. Although most research has focused on mitigation through improved productivity4, 5, systemic interactions resulting from reduced beef production at the regional level are still unexplored. A detailed optimization model of beef production encompassing pasture degradation and recovery processes, animal and deforestation emissions, soil organic carbon (SOC) dynamics and upstream life-cycle inventory was developed and parameterized for the Brazilian Cerrado. Economic return was maximized considering two alternative scenarios: decoupled livestock–deforestation (DLD), assuming baseline deforestation rates controlled by effective policy; and coupled livestock–deforestation (CLD), where shifting beef demand alters deforestation rates. In DLD, reduced consumption actually leads to less productive beef systems, associated with higher emissions intensities and total emissions, whereas increased production leads to more efficient systems with boosted SOC stocks, reducing both per kilogram and total emissions. Under CLD, increased production leads to 60% higher emissions than in DLD. The results indicate the extent to which deforestation control contributes to sustainable intensification in Cerrado beef systems, and how alternative life-cycle analytical approaches result in significantly different emission estimates.

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Mitte April 2016 erschien das Buch “The Fable of a Stable Climate” von Gerrit van der Lingen.

Amazon beschreibt den Inhalt wie folgt:

Dr Gerrit J. van der Lingen is a geologist and paleoclimatologist. Studying climate change in the past made him realise that the belief in modern catastrophic man-made global warming, caused by carbon dioxide, is not supported by sound science. He became involved in the debate between the belief in dangerous man-made global warming and science based on observations and actual measurements, a debate between ideology and proper science. For fifteen years he wrote articles, gave lectures and took part in oral and published debates. He has now collated these activities in this book. These “memoirs” provide a fascinating insight in the disagreements about this global obsession.

Most information provided to the public about climate change comes from persons who study weather and weather processes, to whom a 150 year long temperature record represents “a long time”. To Dr van der Lingen, 150 years represents just a single heartbeat of the geological history that provides the proper context within which to judge modern climate danger. Read this book not just for the intelligent perspective it provides on the global warming scam, but also because it is at the same time a rattling good account of some of the most fascinating aspects of the history of our planet Earth.
Professor Bob Carter, Townsville, Australia.
Author of “Climate: The Counter Consensus” and “Taxing Air”

For many years Dr van der Lingen has been actively engaged in debunking the man-made global warming hype, exposing the facts as an antidote against the misinformation, bordering on climate propaganda, which is often presented in the mainstream media. The result of his endeavors can be found in this fine and easily accessible collection of essays, which is a must read for all who are interested in what is mistakenly called the ‘greatest threat to mankind’.
Hans Labohm, Leimuiden, The Netherlands.
Independent economist and lead author of “Man-Made Global Warming: Unraveling a Dogma”.

As a non-scientific layman who found himself absorbed into the ‘global warming’ (a.k.a. ‘climate change’) debate in 2006, I found I had a lot to learn from genuine experts in the related sciences, first Professor Augie Auer, then Prof Bob Carter, and then Dr Gerrit van der Lingen. As a geologist and paleoclimatologist, Gerrit has the rare skill of making complex issues immediately comprehensible to laypeople like me, presenting relevant facts with convincing and easily understandable clarity.
Terry Dunleavy MBE, Auckland New Zealand.
Co-founder New Zealand Climate Science Coalition; founding chairman, International Climate Science Coalition.

There are many books available debunking today’s cause célèbre of human-induced climate change – also known as ‘man-made global warming’, but one of the most approachable and enjoyable to read is this collection of essays and articles by Dr. Gerrit van der Lingen. Dr. van der Lingen’s arguments slice through the nonsense like a scythe, exposing it for what it is: the biggest, most expensive pseudo-scientific scam in history. Anyone who wants to know how and why a supposedly scientific debate morphed into a political movement motivated by a smorgasbord of agendas should read this book.
Joe Fone, Christchurch, New Zealand
Author of ‘Climate Change: Natural or Manmade?’

Siehe auch Rezensionen auf notrickszone und WUWT.

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Querdenken unerwünscht. Die Leipziger Volkszeitung berichtete am 26. April 2016 (via Univ. Leipzig):

Klimaskeptiker fühlt sich bei Promotion an der Uni kaltgestellt

Michael Limburg / Europäisches Institut für Klima und Energie / Promotionsverfahren / Versuch, Doktorgrad zu erlangen, gescheitert / Vorwürfe gegen Fakultät

Dazu gibt es folgendes Statement des Dekans der Fakultät für Physik und Geowissenschaften, Prof. Dr. Jürgen Haase:

“Wir haben damals verfahrenstechnische Fehler gemacht im Promotionsverfahren Limburg. Das lag daran, dass die Beteiligten keine Juristen waren, sondern zum Beispiel Geographen, Meteorologen und Physiker. Zu diesen Fehlern stehen wir in der Fakultät. Wir haben deshalb vor Gericht einen Vergleich geschlossen, der es Herrn Limburg sogar ermöglicht hat, seine Arbeit anderswo einzureichen. Dieses Zugeständnis war nur fair.

Weiterlesen in der Leipziger Volkszeitung

Michael Limburg ging auf den Fall bereits am 3. April 2016 in einem Interview auf EIKE ein:

Treibhäuser des Klima-Alarmismus – Mit welchen Tricks deutsche Universitäten abweichende Meinungen niederhalten

Ein Interview mit EIKE Vizepräsident Michael Limburg geführt von Fred. F. Mueller

Universitäten haben eigentlich die Aufgabe, die Freiheit der Forschung und Lehre zu verteidigen und den akademischen Nachwuchs anzuhalten, das Streben nach Wahrheit und Wissenschaftlichkeit zu seiner Leitschnur zu machen. An Zeiten, in denen dies anders war und nur Vertreter z.B. eines „gefestigtem Klassenstandpunkts“ geduldet wurden, erinnert man sich insbesondere in Deutschland eher mit unguten Gefühlen. Leider scheinen diese unguten Zeiten schon wieder heraufzudämmern, wenn man sieht, mit welcher Dreistigkeit deutsche Hochschulen inzwischen des Recht beugen, wenn es darum geht, sogenannten „Klimaleugnern“ die Erlangung akademischer Würden zu verweigern. So wie es dem Dipl.-Ing. Michael Limburg erging, dem die wissenschaftliche Anerkennung seiner Dissertation versagt wurde – nicht weil diese fachlich fehlerhaft war, sondern weil sie nicht in den Rahmen des aktuell politisch genehmen Klimalarmismus passte.

Weiterlesen auf EIKE.

Auch Tichys Einblick berichtete am 7. Mai 2016:

Szenen aus der deutschen Forschung: Die politisch korrekte Wissenschaft
Die Dissertation des Doktoranden zur Messung globaler Temperaturen wird boykottiert, der Gender-kritische Votrag des Professors wird abgesagt, der Paläoklimatologe soll forschen und seine Erkenntnisse für sich behalten – alles weil politisch nicht erwünscht. Das Land der Dichter und Denker – da und dort nicht dicht.

Auftritt Wissenschaftler:“Ich ziehe es vor, meine Kenntnisse aus den autorisierten Informationen unserer Regierung zu beziehen.”

Das schreibt ein gestandener Wissenschaftler in einer Email. Es geht um eine Diskussion in Sachen Klimafragen. Man sieht: Auf unsere Wissenschaftler ist Verlass. Sie lassen sich nicht auf wacklige Aussagen ein, sondern auf das, worauf der Stempel des Amtlichen, des von oben Verordneten prankt. Zitiert und benutzt wird, was die Regierung autorisiert hat. Endlich herrschen wieder geregelte Verhältnisse in deutschen Universitäten.

Dieser Wissenschaftler soll später eine Promotionsarbeit prüfen – ausgerechnet von jenem Doktoranden, dem er früher diese Aussage geschickt hat.

Ort der Handlung: Universität Leipzig. Hierhin zieht es den hoffnungsvollen Doktoranden, an die Fakultät für Physik und Geowissenschaften. Sämtliche Vorbedingungen sind erfüllt. Doktorvater: der damalige Inhaber des Lehrstuhls für physische Geographie, Prof. Dr. Werner Kirstein.

Das Thema verrät zunächst nichts Problematisches, zumindest nicht so, daß die Professoren in helle Aufregung geraten mussten.

“Analyse zur Bewertung und Fehlerabschätzung der globalen Daten für Temperatur und Meeresspiegel und deren Bestimmungsprobleme” – so lautete der etwas sperrige Titel. Geschrieben und eingereicht hat sie Michael Limburg, der bis dahin als Ingenieur im Bereich der Meßtechnik und Fehlerstatistik gearbeitet hat.

Weiterlesen auf rolandtichy.de

 

The world is the geologist’s great puzzle-box

„The world is the geologist’s great puzzle-box; he stands before it like the child to whom the separate pieces of his puzzle remain a mystery till he detects their relation and sees where they fit, and then the fragments grow at once into a connected picture beneath his hand.“

Louis Agassiz

Norwegische Fichten kommen mit dem Klimawandel offenbar viel besser zurecht als zuvor angenommen

Die folgende neue Studie hat der deutschsprachigen Medienlandschaft offenbar so wenig gefallen, dass man sich gemeinschaftlich entschloss, sie einfach zu ignorieren. Ein Glück, dass es die Kalte Sonne gibt. Es handelt sich um eine Arbeit des Norwegian Institute of Bioeconomy Research (NIBIO), bei der ein Team um Igor Yakovlev die Fichten Norwegens hinsichtlich ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel untersucht hat. Das Ergebnis war unerwartet: Die Fichten kamen mit dem Klimawandel viel besser zurecht, als zuvor angenommen. Dabei erinnerten sich die Bäume offenbar an das Temperaturniveau, das zur Zeit der Samen geherrscht hat. Hier die NIBIO-Pressemitteilung vom 27. April 2016:

The survival of species suddenly looks better

Findings on Norway spruce show how plants and animals can adapt better to climate change than previously envisaged.

The spruce remembers what the temperature conditions were like when it was a seed. This memory helps it adapt to climate change. “There is a kind of flexibility in the genetic material. Environmental conditions during seed development create a memory of those temperature conditions. Much like a ‘molecular thermostat’ that can shift the growth cycle of the plant”, Carl Gunnar Fossdal explains. He is a senior research scientist with the Norwegian Institute of Bioeconomy Research (NIBIO). This exciting phenomenon is caused by epigenetics, a hot topic in science. This field of genetics looks at how environmental and other external factors affect genes and their behaviour.

Internal thermostat

In the winter, the Norway spruce is so hardened that it will survive even if it immersed in liquid nitrogen, around 200 °C below zero. In the spring, however, when the buds are flushing and it starts to grow, it has no tolerance for frost at all. If the buds flush, and then are confronted with late spring frost, all the new growth is likely to die and the tree will lose to other trees in the competition for space and resources. The internal thermostat in the Norway spruce is set when the tree is still a seed. This happens in the developing embryo. “Our research shows that this thermostat is set by epigenetic mechanisms, and the effect is lifelong”, Fossdal says.

Longer than a single life span

The effect could potentially last longer than the life of the tree itself, and be passed on to the offspring. The scientists do not know this for sure yet. Fossdal and his colleagues at NIBIO and the Norwegian University of Life Sciences (NMBU) have only followed the clonal trees for eight years so far. They need to wait at least seven more years before the trees are ready to reproduce. The work started more than 30 years ago. Most of the pioneer work was done by the Norwegian scientists Øystein Johnsen and Tore Skrøppa. Now, the scientists understand what is happening, but the exact details of these mechanisms are still an enigma. According to Carl Gunnar Fossdal: “We have a clear idea, of course, but the fine details have not been proven yet. That is what we are working on.”

Change the hereditary material

The data so far support Fossdal’s and his co-workers’ hypothesis: Epigenetics change the hereditary material. The genes coding for the epigenetic machinering is affected by the conditions during embryogenesis and Norway spruce have more genes involved in the epigenetic machinery than broadleaved trees and herbs. Epigenetic marks are laid down in the DNA as a response to the environmental conditions during epigenesis; the development of the embryo in the spruce seed. The trees show different growth rhythms based upon the environment where the seeds developed.

Plants adapt to climate change

“This phenomenon has great importance for the discussion around climate change. It shows that the memory mechanism at least in these plants, and maybe in all, adapt to changes in the environment”, Fossdal notes. Epigenetic changes happen in other species, too. Studies in mammals show that if a mother is stressed during pregnancy, her offspring are more likely to display nervous behaviour. It even affects humans. Dutch children born in a hunger period during World War II, when their mothers had too little food, did not only suffer from different illnesses than other children; they also passed this on to their own children.

Survival of the species

According to Carl Gunnar Fossdal and his colleagues, the findings in Norway spruce are important for the survival of the species. They are more adaptable to climate change than anticipated. Still only to a certain point, since the most important factor ultimately is what genes are present, but they are much more adaptable than previously thought. The species need to do more than just be able to survive climate changes – they also need to compete with other species that thrive at warmer temperatures. “Nonetheless, there are introduced Norway spruce growing even in Maui, Hawaii, and widely grown in Southeastern U.S. gardens, doing surprisingly well”, Fossdal says.

 

Um Antwort wird gebeten: Frontal21 und der Klimwandel im Senegal

An: Frontal21
Von: Sebastian Lüning

Gesendet: 18.1.2016

 

Sehr geehrte Redaktion,

Sie haben am 24.11.2015 in Ihrer Sendung im Vorfeld der Pariser Klimakonferenz über den Klimawandel berichtet. Zur Einstimmung auf das Thema zeigten Sie einen Einspielbeitrag aus dem Senegal. In diesem Zusammenhang wird behauptet, der Ort Sangomar wäre im Zuge des Klimawandels zur Insel geworden. Als Geologe kenne ich diesen Küstentyp jedoch ziemlich gut. Es handelt sich um einen Küstenstreifen mit starken küstenparallelen Strömungen, die zu ständigen Verschiebungen der Sandzungen führen und episodische Durchbrüche erzeugen. Eine ähnliche Situation gibt es auf den Ostfriesischen Inseln. Auf Wikipedia ist die Situation für das im Beitrag erwähnte Sangomar korrekt wiedergegeben:
https://en.wikipedia.org/wiki/Point_of_Sangomar

The rupture in Sangomar is the result of a natural process for the past few thousand years, which has also been noticed by sailors. In 1891, it was found that the gap had widened from 25 to 30m since 1886. In the twentieth century, several breaks were reported including: 1909, 1928, 1960, 1970, etc. The latest occurred on 27 February 1987 at a place called Lagoba. A year later, the gap was reported to be 1 km wide, and ten years later, about 4 km.Several camps and buildings were destroyed. The fish packing plant at Djifer was closed in 1996. The village located 4 km north of the first breakpoint is increasingly threatened and authorities are considering the evacuation of its inhabitants to the new port of Diakhanor.Parallel to the phenomenon of erosion, occurs a process of sedimentation: the extremity of the new Southern Island of Sangomar increases by 100 m per annum to the south and, on the opposite bank, the outskirts of the villages of Niodior and Dionewar are silting considerably, reducing traffic of vessels and contributing to the isolation of populations.

Ich finde es erstaunlich, dass Sie Ihren Zuschauern fälschlicherweise einen Zusammenhang mit dem Klimawandel vorgeben. Das hätte sich mit ein wenig Googlen oder den richtigen wissenschaftlichen Beratern leicht vermeiden lassen können. Auch ist der Meeresspiegel im Senegal laut Dakar-Küstenpegel nicht außergewöhnlich stark angestiegen.
http://www.psmsl.org/data/obtaining/stations/1816.php

Zudem ist Küstenerosion ein ganz normales Phänomen, unabhängig vom Klimawandel.

Desweiteren behaupten Sie im Beitrag, es gäbe immer schlimmere Stürme und heftigere Regengüsse im Senegal, die alle Folge des Klimawandels wären. Könnten Sie mir bitte die entsprechenden wissenschaftlichen Arbeiten angeben, die eine Zunahme der Stürme im Senegal belegen würde? Ansonsten wären dies unbelegte Behauptungen, die in einer analytischen Sendung wie Frontal21 nichts zu suchen haben.

Abschließend wird noch behauptet, dass extreme Regenfälle im Senegal zugenommen hätten. Auch dies kann von der Wissenschaft nicht bestätigt werden. Sarr et al. 2015 fanden keinen belastbaren Trend:
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2214581815000646

Gerade im Themenfeld Klimawandel sollten die berichteten Fakten stimmen. Das Thema ist zu wichtig und gesellschaftspolitisch sensitiv, als dass Mutmaßungen oder persönliche Meinungen die Grundlage für die Diskussion bilden könnten. Es wäre wichtig, dass Sie die meiner Meinung nach fehlerhafte Darstellung in einer Ihrer zukünftigen Sendungen korrigieren. Die Zuschauer verlassen sich auf die Integrität Ihrer Analysen, die jedoch in diesem Fall leider nicht gegeben war.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. habil. Sebastian Lüning

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An: Dr. Sebastian Lüning
Von: Dr. Peter Frey, ZDF-Chefredakteur

Gesendet: 18.4.2016

(Antwortschreiben wird an dieser Stelle ergänzt, sobald die Genehmigung des ZDF hierzu vorliegt)

Inhaltliche Zusammenfassung:

Dr. Frey erklärt, man habe den Sendebeitrag nocheinmal überprüft, habe aber keine Fehler feststellen können. Die Redaktion habe sich auf Aussagen von Dr. Koko Warner vom Institute for Environment and Human Security verlassen. Dr. Warner hätte auch Studien genannt (die Dr. Frey jedoch leider nicht namentlich zitiert), die den Einfluss des Klimawandels auf die Küste des Senegals angeblich belegen würden.

Desweiteren habe der ZDF-Kollege Bernd Reufels die Lokalbevölkerung und Umweltschützer in der Region befragt, die allesamt eine Zunahme der Küstenerosion in letzter Zeit beklagt hätten. Weiterhin hätte die Konrad-Adenauer-Stiftung in ihrem Klimareport 2014 den Senegal als eines der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Ländern genannt, insbesondere durch Küstenerosion und Meeresspiegelanstieg.  

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Wir danken Dr. Frey für seine Antwort und wollen seinen Hinweise gerne nachgehen.

1) Wer ist Koko Warner?
Dr. Warner saß bis April 2016 im Vorstand der sogenannten “Munich Climate Insurance Initiative“, die eng mit der Munich Re verbandelt ist. Zu ihren Vorstandskollegen gehörte u.a. Peter Hoeppe, der als Munich Re-Angestellter ein großes Interesse daran hat, die Klimagefahr möchst dramatish aussehen zu lassen, da dies das Extremwetter-Versicherungsgeschäft kräftig ankurbelt. Warner ist Ökonomin, keine Naturwissenschaftlerin. In ihren Projekten arbeitet sie vor allem über ökonomische und gesellschaftliche Klimawandelfolgen. Insofern sind Warners Hinweise zu angeblichen Klimaschäden im Senegal mit Vorsicht zu genießen.

 2) Was ist das Institute for Environment and Human Security?
Ein Institut der UNO in Bonn, an dem Dr. Warner seit April 2016 als ‘Manager’ tätig ist.

3) Befragung von Landbevölkerung und Umweltschützern ist keine etablierte wissenschaftliche Methode. Das Gedächtnis der Menschen ist allgemein begrenzt und überhöht meist die Ereignisse der letzten Jahre. Stichwort “Früher war alles besser”, z.B. hier und hier.

4) Klimareport 2014 der Konrad-Adenauer-Stiftung
Das pdf des Report gibt es hier. Das Senegal-Kapitel findet sich auf den Seiten 93-96. Geschrieben wurde es von Dr. Ute Gierczynski-Bocandé von der Konrad-Adenauer-Stiftung, studiert und promoviert in französischer und deutscher Literatur und Sprache, Afrikanistik, und Pädagogik. Die Autorin ist keine Naturwissenschaftlerin. Das Senegal-Kapitel enthält keine belastbaren Aussagen hinsichtlich des Klimawandels im Senegal, insbesondere keine Verweise auf verwendete Literatur.

Die Antwort des ZDF ist daher enttäuschend. Bei den Journalistenrecherchen kam offenbar kein einziger Naturwissenschaftler zu Wort, stattdessen verließ man sich auf persönliche Meinungen von Ökonomen, Sprachwissenschaftlern, Afrikanisten, Pädagogen sowie die Lokalbevölkerung. Gerade beim hochpolitischen Thema Klimawandel ist dies absolut ungenügend, wenn es um naturwissenschaftliche Aussagen zur Klimagefahr geht. Noch schlimmer: Der Großteil der Zuschauer wird diese Qualitätsmängel bei der Berichterstattung gar nicht bemerkt und die Aussagen als Expertenmeinungen für bare Münze genommen haben. Hier muss Frontal21 dringend nachbessern.

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An: Dr. Peter Frey, ZDF-Chefredakteur
Von: Dr. Sebastian Lüning

Gesendet: 24.5.2016

 

Sehr geehrter Herr Dr. Frey,

Ganz herzlichen Dank für Ihre ausführliche Antwort zu meiner Email bezüglich der Frontal21-Berichterstattung am 24. November 2015 zum Klimawandel im Senegal. Obwohl ich mich sehr freue, dass Sie meine Einwände ernst nehmen, war ich über den Inhalt Ihres Schreibens doch einigermaßen erschüttert. Ich hatte bemängelt, dass die naturwissenschaftlichen Grundlagen (hier: dynamische Küstenmorphologie) im Beitrag ignoriert wurden, wodurch die Klimagefahr in einem ganz falschen Licht dargestellt wurde. Die von Ihnen genannte Beraterin Dr. Koko Warner ist studierte Ökonomin, daher wohl kaum eine gute Recherchequelle für die geologische Küstendynamik. Dasselbe gilt übrigens auch für die Autorin des Senegal-Kapitels im Klimareport 2014 Konrad-Adenauer-Stiftung, die französische & deutsche Literatur und Sprache, Afrikanistik und Pädagogik studiert hat. Offenbar hat das Frontal21-Team keinen einzigen Naturwissenschaftler zur Thematik befragt. Wie gesagt, ein einziger Blick in Wikipedia hätte ausgereicht, um die Fehlinterpretation zu vermeiden. Die Befragung der Lokalbevölkerung und von Umweltaktivisten ist ebenfalls keine anerkannte wissenschaftliche Methode, insbesondere im Hinblick auf das “Früher war alles Besser-Phänomen”. http://karrierebibel.de/nostalgie-war-frueher-alles-besser/

Es ist ein Grundcharakteristikum dieses speziellen dynamischen Sand-Küstentyps, dass es zu schnellen örtlichen Änderungen bei Erosion und Ablagerung kommt. Hätte Ihr Kollege die Bevölkerung im Senegal vor 100 Jahren befragt, so hätte er vermutlich exakt dieselben Antworten bekommen. Sie erwähnen, dass Frau Dr. Warner dem Frontal21-Team Publikationen zur Küstenerosion im Senegal vorgelegt hat. Es wäre schön, wenn Sie mir diese Studien nennen könnten.

Meiner Meinung nach hat das Frontal21-Team hier schlampig recherchiert und sollte sich mit der Kritik angesichts der großen Bedeutung des Themas Klimawandels inhaltlich auseinandersetzen. Die Zuschauer haben ein Recht darauf, ausgewogen und fachlich korrekt über den Klimawandel unterrichtet zu werden, gerade auch im Vorfeld der damaligen Klimakonferenz.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Lüning

 

P.S. Im Sinne der Transparenz möchte ich Sie bitten mir zu erlauben, Ihre Antwort auf kaltesonne.de bekanntzugeben

 

Neue Studie der George Washington University: Modelle zu kalifornischen Waldbränden überschätzen Rolle des Klimawandels

Immer wenn irgendwo der Wald brennt, ist der Schuldige schnell gefunden. Es muss wohl der Klimawandel sein, wer denn sonst. Eine Forschergruppe um Michael L. Mann (das ist nicht der Hockeystick-Mann, der Michael E. Mann heißt) veröffentlichte am 28. April 2016 in PLOS One eine explosive Studie, die Unerhörtes fand: Das individuelle menschliche Verhalten hat neben dem Klimawandel ebenfalls einen sehr starken Einfluss auf die Entstehung von Waldbränden. In Kalifornien gehen 90% aller Waldbrände auf menschliche Ursachen zurück. Die Forscher fordern daher stärkere Bemühungen, das Verhalten der Menschen zu beeinflussen, z.B. keine brennenden Zigarettenstummel mehr aus dem Wagen zu werfen. Im Folgenden die entsprechende Pressemitteilung der George Washington University zur Veröffentlichung:

It’s Not Just Climate Change: Study Finds Human Activity Is a Major Factor Driving Wildfires

Study Weighs Human Influence in Wildfire Forecast Through 2050

A new study examining wildfires in California found that human activity explains as much about their frequency and location as climate influences.  The researchers systematically looked at human behaviors and climate change together, which is unique and rarely attempted on an area of land this large. 

The findings suggest many models of wildfire predictions do not accurately account for human factors and may therefore be misleading when identifying the main causes or drivers of wildfires. The newest model proportionately accounts for climate change and human behavioral threats and allows experts to more accurately predict how much land is at risk of burning in California through 2050, which is estimated at more than 7 million acres in the next 25 years. 

The paper, “Incorporating Anthropogenic Influences into Fire Probability Models: Effects of Human Activity and Climate Change on Fire Activity in California,” appears Thursday in PLOS ONE. 

Climate change affects the severity of the fire season and the amount and type of vegetation on the land, which are major variables in predicting wildfires. However, humans contribute another set of factors that influence wildfires, including where structures are built, and the frequency and location of ignitions from a variety of sources—everything from cigarettes on the highway to electrical poles that get blown down in Santa Ana winds. As a result of the near-saturation of the landscape, humans are currently responsible for igniting more than 90 percent of the wildfires in California.

“Individuals don’t have much control over how climate change will affect wildfires in the future. However, we do have the ability to influence the other half of the equation, those variables that control our impact on the landscape,” said Michael Mann, assistant professor of geography at the George Washington University and lead author of the study. “We can reduce our risks by disincentivizing housing development in fire-prone areas, better managing public land and rethinking the effectiveness of our current firefighting approach.”

The researchers found that by omitting the human influence on California wildfires, they were overstating the influence of climate change. The authors recommend considering climate change and human variables at the same time for future models. 

“There is widespread agreement about the importance of climate on wildfire at relatively broad scales. At more local scales, however, you can get the story quite wrong if you don’t include human development patterns,” said Max Moritz, a co-author and a University of California Cooperative Extension specialist based at UC Berkeley. “This is an important finding about how we model climate change effects, and it also confirms that getting a handle on where and how we build our communities is essential to limiting future losses.”

Between 1999 and 2011, California reported an average of $160 million in annual wildfire-related damages, with nearly 13,000 homes and other structures destroyed in so-called state responsibility areas—fire jurisdictions maintained by California, according to Dr. Mann. During this same period, California and the U.S. Forest Service spent more than $5 billion on wildfire suppression.

In a model from 2014 that examined California wildfires’ destruction over the last 60 years, Dr. Mann estimated that fire damage will more than triple by 2050, increasing to nearly half a billion dollars annually. “This information is critical to policymakers, planners and fire managers to determine wildfire risks,” he said.

 

Das Ergebnis passt gut zu einer Studie eines Teams um Scott Anderson, die im Dezember 2013 in The Holocene erschien. Die Autoren fanden, dass die Waldbrandentwicklung Kaliforniens während der letzten Jahrtausende eng an die Besiedlungsgeschichte gekoppelt war. Hier die Kurzfassung:

Holocene and historical vegetation change and fire history on the north-central coast of California, USA
Pollen, non-pollen palynomorphs (NPPs), and charcoal particle stratigraphies are used to determine environmental change at Glenmire, Point Reyes Peninsula, northcentral coastal California, over the last c. 6200 years. Pollen was not preserved in early Holocene sediments when climate was drier than present. However, groundwater tables rose after c. 6200 cal. BP, allowing for greater subsequent preservation of organic matter. Middle and late Holocene environments were a mosaic of vegetation types, including mixed conifer forest with coastal scrub grassland prior to c. 4000 cal. BP. Subsequently, hardwoods such as alder (Alnus) and coastal scrub (e.g. Artemisia, Baccharis) expanded until c. 2200 cal. BP, followed by tanoak (Lithocarpus densiflorus), Douglas fir (Pseudotsuga menziesii), and coast redwood (Sequoia sempervirens). With increasing amounts of oak (Quercus), this mosaic of vegetation types continued to dominate until the arrival of Euro-Americans in the early to mid-1800s. The fire history is probably tied closely to human settlement, since natural ignitions are rare. Elevated charcoal amounts coincide with increased sedentism of the native populations by about 3500 cal. BP. Increased sedentism may have caused a more intense and constant use of the coastal environment around Glenmire. For the most recent centuries, we compared historical records of explorations, Spanish Mission establishment, consolidation of the native Coast Miwok population, ranching by Mexican nationals, and dairying by Americans at the height of California’s gold rush with the paleoecological record. The Glenmire record thus documents changing fire use following the ad 1793 fire suppression proclamation; declines in native forest species; introductions of non-native species, including those associated with livestock grazing and land disturbance; and an increase in coprophilous fungi (NPPs) associated with the presence of large numbers of sheep and cattle, among other changes. During the historical period, the sedimentary record of historical fires closely matches the nearby fire-scar tree-ring record.

Interessant auch eine Trendanalyse aus der kalifornischen Sierra Nevada von Chad Hanson und Dennis Odion, die im Zeitraum von 1984-2010 auf Basis von Satellitenbildern keinen Trend in der Waldbrandhäufigkeit feststellen konnte. Die Autoren schlussfolgern, dass der Einfluss des Klimawandels auf die Waldbrandentstehung im Vergleich zu menschlichen Auslösern gering ist. Hier der Abstract der Studie, die 2013 im International Journal of Wildand Fires erschien:

Is fire severity increasing in the Sierra Nevada, California, USA?
Research in the Sierra Nevada range of California, USA, has provided conflicting results about current trends of high-severity fire. Previous studies have used only a portion of available fire severity data, or considered only a portion of the Sierra Nevada. Our goal was to investigate whether a trend in fire severity is occurring in Sierra Nevada conifer forests currently, using satellite imagery. We analysed all available fire severity data, 1984–2010, over the whole ecoregion and found no trend in proportion, area or patch size of high-severity fire. The rate of high-severity fire has been lower since 1984 than the estimated historical rate. Responses of fire behaviour to climate change and fire suppression may be more complex than assumed. A better understanding of spatiotemporal patterns in fire regimes is needed to predict future fire regimes and their biological effects. Mechanisms underlying the lack of an expected climate- and time since fire-related trend in high-severity fire need to be identified to help calibrate projections of future fire. The effects of climate change on high-severity fire extent may remain small compared with fire suppression. Management could shift from a focus on reducing extent or severity of fire in wildlands to protecting human communities from fire.

Schließlich sei noch auf eine Studie aus dem Juli 2015 hingewiesen, in der ein ganz unerwarteter weiterer Schuldiger für die Entstehung von Waldbränden in Kalifornien genannt wird: Luftmassenintrusionen aus der Stratosphäre. Die American Geophysical Union (AGU) gab hierzu die folgende Pressemitteilung heraus:

Stratospheric accomplice for Santa Ana winds and California wildfires
Southern Californians and writers love to blame the hot, dry Santa Ana winds for tense, ugly moods, and the winds have long been associated with destructive wildfires. Now, a new study finds that on occasion, the winds have an accomplice with respect to fires, at least: Natural atmospheric events known as stratospheric intrusions, which bring extremely dry air from the upper atmosphere down to the surface, adding to the fire danger effects of the Santa Anas, and exacerbating some air pollution episodes.

The findings suggest that forecast models with the capacity to predict stratospheric intrusions may provide valuable lead time for agencies to issue air quality alerts and fire weather warnings, or to reallocate firefighting resources before these extreme events occur. “The atmosphere could give us an early warning for some wildfires,” said Andrew Langford, a research chemist at the National Oceanic and Atmospheric Administration’s (NOAA) Earth System Research Laboratory in Boulder, Colorado, and lead author of the study.

Researchers at NOAA’s National Environmental Satellite, Data, and Information Service (NESDIS) and the Cooperative Institute for Research in Environmental Sciences (CIRES) at CU-Boulder coauthored the work, which has been accepted for publication in Geophysical Research Letters, a journal of the American Geophysical Union. The authors took a detailed look at the May 2013 “Springs Fire” that burned 100 square kilometers (25,000 acres) about 75 kilometers (50 miles) northwest of Los Angeles. The researchers used a NOAA forecast model that incorporates satellite observations of ozone, wind data, and other atmospheric information to detect the occurrence of the intrusions.

The analysis showed that in the early hours before the Springs Fire, a tongue of air characteristic of the stratosphere–extremely dry and very high in ozone from the stratosphere’s ozone layer–reached to the surface in southern California and extended as far south as Baja California. The researchers found that ground-based monitoring stations near the fire’s origin also confirmed the telltale signs of the intrusion right before the fire broke out: A large drop in relative humidity and a rise in ozone. As the day went on, a combination of factors accelerated the fire: Low humidity, persistent high winds, dry condition of the grasses and other vegetation, clear skies and bright sunlight, and very warm surface temperatures. A few days later, cloudy skies, a drop in temperature, a shift in winds, and widespread rainfall helped extinguish the fire.

The stratospheric intrusion also had another downside during the Springs Fire: It added ozone from the upper atmosphere to the urban and fire-related pollution produced in the lower atmosphere. On the second and third days of the fire, this helped to push levels of ozone–which can harm people’s lungs and damage crops–over the federal ozone limit at 24 monitoring sites across southern California. Monitors as far away as Las Vegas also saw a spike in ozone on the third day of the fire. The observed exceedances of the ozone standard were unusual for the region for that time period, suggesting that the stratospheric intrusions were a contributing factor.

“Stratospheric intrusions are double trouble for Southern California,” said Langford. “We knew that the intrusions can add to surface ozone pollution. Now we know that they also can contribute to the fire danger, particularly during La Niña years when deep intrusions are more frequent, as recently shown by our NOAA colleagues at the Geophysical Fluid Dynamics Laboratory. The good news is that with models and observations, we can get an early warning from the atmosphere in some cases.”

The authors note that stratospheric intrusions have previously been implicated in the explosive development of wildland fires in New Jersey and Michigan, but have not previously been connected to fires in southern California or to the Santa Ana winds. The frequent occurrence of stratospheric intrusions above the west coast during the fall, winter, and spring suggests that similar circumstances may have played a role in other major southern California fires, including the series of destructive fires that burned more than 3,000 square kilometers (more than 800,000 acres) in October of 2003, and burned about 4,000 square kilometers (nearly a million acres) in October of 2007, say the authors.

 

Energiewende kostet 2016 laut Institut der deutschen Wirtschaft rund 31 Milliarden Euro

Allmählich hat es wohl auch der Letzte gemerkt, dass die stümperhaft geplante Energiewende so nicht weitergehen kann. Die Wirtschaftswoche fand am 12. Mai 2016 klare Worte:

Energiewende: Warum die Ökostromförderung endlich enden muss
Die Stromerzeugung aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse braucht neue Spielregeln, sie kostet Verbraucher und Wirtschaft jährlich Milliarden. Wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) reformiert werden soll, was das für Verbraucher und Erzeuger bedeutet. [...]  Insgesamt müssen Verbraucher und Wirtschaft derzeit pro Jahr bis zu 24 Milliarden Euro per Umlagen für den Ausbau der grünen Stromerzeugung aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse bezahlen. Dabei ist schon heute an guten Standorten die Stromerzeugung mit Windanlagen an Land auch ohne Förderung günstiger als Strom aus Kohle- oder aus Kernkraftwerken. Windturbinen werden immer effizienter, Windparks können aus der Ferne gesteuert werden. Zwischen 2010 und 2014 sind die Kosten für die Erzeugung von Windstrom um ein Drittel gesunken. Wenn der Staat nun also die öffentliche Förderung der Erneuerbaren zurückschrauben will, dann ist das überfällig. Viele Jahre schon profitieren Unternehmen wie Enercon vom süßen Gift staatlicher Subventionen. Ihr Geschäft ist längst marktreif.

Ganzen Artikel auf wiwo.de lesen.

Ein Blick auf die Stromrechnung reicht, um das Problem zu erkennen. Die Welt erklärte es am 27. April 2016:

Strom ist teuer wie nie – Wie es dazu kam
Es schien, als könnten die Strompreise endlich sinken: Doch in Wahrheit zahlen Deutschlands Verbraucher derzeit so viel wie noch nie. Stromkunden werden sogar noch stärker belastet als Autofahrer.
Ein Jahr lang konnten die Deutschen auf sinkende oder wenigstens stabile Strompreise hoffen. Doch spätestens jetzt haben sie Gewissheit, dass sich diese Erwartung nicht erfüllen wird. Ganz im Gegenteil: Eine aktuelle Analyse des Preisvergleich-Portals TopTarif offenbart, dass Verbraucher für ihren Strom derzeit so viel bezahlen wie noch nie. Das Preisniveau der Grundversorgung in Deutschland erreichte im April sein Allzeithoch. Verbraucher, die ihren Strom im Standardtarif vom örtlichen Versorger kaufen, müssen aktuell durchschnittlich 30,27 Cent pro Kilowattstunde (kWh) zahlen, vor einem Jahr kostete der Strom noch deutlich weniger als 30 Cent. Eine vierköpfige Musterfamilie mit einem Verbrauch von 4000 kWh zahlt demnach im April im Schnitt 1211 Euro im Jahr für Strom, wie die Daten von Toptarif zeigen. Vor einem Jahr waren es noch weniger als 1200 Euro, vor fünf Jahren waren es nur gut 1000 Euro.

Weiterlesen auf welt.de.

Wo bleibt das ganze Geld? Die Wirtschaftswoche verriet es am 28. April 2016:

Windräder stehen still – und kosten Hunderte Millionen Euro
Weil das Stromnetzes überlastet ist, müssen immer mehr Windräder abgeregelt werden. Das kostet die Netzbetreiber Hunderte Millionen Euro. Wegen des Booms der erneuerbaren Energien müssen immer mehr Windräder abgeregelt werden. Grund dafür ist die Überlastung des Stromnetzes. Die Netzbetreiber müssen Windräder abregeln, wenn ihr Strom das Netz zu verstopfen droht. Ursprünglich war dies als Notmaßnahme gedacht. Die Wind- und Solarparkparkbetreiber werden jedoch für den nicht produzierten Strom vergütet.

Weiterlesen in der Wirtschaftswoche

Anstatt die unkontrollierten Geldabflüsse endlich zu stoppen, schmeißt man munter weiter mit Euros um sich, wie die FAZ am 27. April 2016 erläuterte:

Neue Subvention „Die Prämie für E-Autos ist ein schwerer Fehler“
Die Regierung hat die 4000-Euro-Kaufprämie für Elektro-Autos beschlossen. Automanager und Betriebsräte sind glücklich. Doch viel mehr Freunde hat die Prämie nicht. [...] Die Umweltschutzorganisation BUND moniert das „Milliardengeschenk“ an die Branche. Besonders problematisch sei die Prämie für Plug-in-Hybride, die “meist nur auf dem Papier sparsam und sauber” seien. Harsche Kritik kam auch von namhaften Ökonomen: „Die Prämie für E-Autos halte ich für einen schweren Fehler”, sagte  Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die 600 Millionen Steuergelder wären besser in der Erforschung und Entwicklung neuer Umwelttechnologien angelegt. 

Ganzen Artikel in der FAZ lesen.

Was kostet der ganze Spaß eigentlich? Finanznachrichten.de weiß es:

Energiewende kostet 2016 laut IW rund 31 Milliarden Euro
[...] Das sind rund drei Milliarden oder elf Prozent mehr als 2015. Ein Grund seien die immer größeren Kosten zur Stabilisierung des Stromnetzes. Außerdem verursache der anhaltende Ausbau der erneuerbaren Energien zusätzliche Belastungen.

Ganzen Artikel auf Finanznachrichten.de lesen

Visionen, Aktionen und Realität. Ruhrkultour beschrieb am 27. April 2016 ein einprägsames Beispiel, wie eine Energiewende scheitern kann:

El Hierro – Das bittere Ende eines Energiewende-Märchens
“Seit dem 27. Juni 2014 wird die elektrische Energie der Insel vollständig von Windkraft erzeugt”, heißt es im Nachschlagewerk Wikipedia, unter Berufung auf einen Artikel aus der Zeitschrift GEO*, der allerdings vom August 2013 stammt. Titel: “El Hierro wird Ökomodell”. Die Realität hat den Traum schon längst  beendet, genau besehen, bereits vor den ersten Baumaßnahmen des Projekts. [...]  „Im Jahre 2015 wurde der Wunschtraum, 100 % Strom aus Erneuerbarer Energie zu beziehen, am 9. August für etwas mehr als 2 Stunden erreicht. In der ersten Jahreshälfte konnten die sauberen Energiequellen zu 30 % genutzt werden. In den Monaten Juli und August lagen die Mittelwerte zwischen 49 und 55 %. Die fehlende Energie musste das alte Schwerölkraftwerk beisteuern, das man eigentlich stilllegen wollte“, so der Blog lapalma1.net.

Ganzen Artikel auf Ruhrkultour lesen.

Angesichts der Energiewenden-Misere überrascht es nicht, dass die EU mittlerweile plant, die Zügel etwas zu lockern. Ofimagazine.com meldete am 13. Mai 2016, dass die EU nach 2020 wohl die verpflichtende Beimischung von Biotreibstoffen im Transportwesen wegfallen lassen könnte:

EU confirms the green transport target will be scrapped post-2020
Current laws in the EU, which require member states to use at least 10% of renewable energy in the transport sector, are to be scrapped after 2020, EurActiv reported on 4 May. A revision of the current Renewable Energy Directive (RED) will be tabled by the European Commission (EC) at the end of the year, with the aim being to push wind and solar energy. Marie Donnelly, director for renewables at the EC commented, “we will look specifically at the challenges and opportunities of renewable fuels including biofuels”. The 10% renewable fuel target for the transport sector would be dropped in a new post-2020 directive, Donnelly said.

Weiterlesen auf Ofimagazine.com

Mittlerweile erwägt auch die dänische Regierung, die Subventionen für die Erneuerbaren Energien stark zurückzufahren.

Bedenklich ist die wachsende Gewaltbereitschaft von Klimaaktivisten. Vor kurzem stürmten Aktivisten das große Braunkohlekraftwerk Schwarze Pumpe. Roland Tichy schrieb dazu am 16. Mai 2016:

Energiepolitik: Erfolgreicher Angriff auf Kraftwerk
Erstmals wurde die Stromerzeugung durch brutale Angriffe von Demonstranten gefährdet und musste herabgefahren werden. Es gab aber auch Gegendemonstrationen. Die Grünen wiederum freuen sich, dass das Energieversorgung bald insgesamt blockiert werden könnte. [...] Nach Polizeiangaben waren rund 1.600 Aktivisten aus ganz Europa in die Lausitz gekommen. Das Bündnis „Ende Gelände“ zog eine rundum positive Bilanz nach den Protesten. „Das Aktionswochenende hat alle unsere Erwartungen übertroffen“, hieß es seitens des Bündnisses. Für Diskussionen dürfte in den kommenden Tagen noch der äußerst passive Polizeieinsatz sorgen. „Die Beamten hatten den Besetzern das gesamte Wochenende nahezu freies Geleit gelassen. Was immer sie besetzen wollten – sie konnten gemütlich hineinlaufen“, freute sich die taz .

Ganzen Artikel auf rolandtichy.de lesen.

Machen hier Aktivisten und Politik bereits gemeinsame Sache?  Toleriert oder sogar selbst bestellt? Es würde jedenfalls ins Bild passen.

 

Wie der „Guardian“-Chef zum Klimakämpfer wurde

Im September 2015 erschien von Horst Demmler das Buch Wider den grünen Wahn: Eine Streitschrift (Edition Octopus). In der Buchbeschreibung heißt es:

Die Grünen haben wie keine andere Partei oder Gruppierung den Geist der Zeit in den letzten Jahrzehnten bestimmt. Die von ihnen repräsentierte Umweltbewegung war in dieser Periode die einzige originäre neue Kraft. Die Grünen haben mit ihren Themen die gesellschaftlichen Diskussionen geprägt. Sie wurden groß durch ihren leidenschaftlichen Kampf gegen die Kernkraft. Sie triumphierten, als nach dem Reaktorunglück in Fukushima der Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen wurde und auch die Bundeskanzlerin erkannte, was Restrisiko bedeutet. Sie haben die regenerativen Energien gefördert und das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) auf den Weg gebracht. Deutschland ist auf diesem Gebiet Spitzenreiter in der Welt. Die Grünen waren mit ihren Themen auf allen Gebieten erfolgreich. Wie keine andere Partei können sie auf die Unterstützung durch die Medien rechnen. Die wichtige Frage aber ist: Haben sie auch recht? Ist es vernünftig, ihren Vorschlägen zu folgen? Das soll in diesem Buch geprüft werden.

Preis: € 20,40. Weitere Textproben hier.

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Vor kurzem berichteten wir an dieser Stelle über neue Studien, die ein Ergrünen des Planeten durch den CO2-Düngeeffekt festgestellt haben. Der Cartoon-Zeichner Josh hat sich dazu eine nicht ganz unrealistische Interviewszene ausgedacht:

Weitere Klima-Cartoons von Josh hier.

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Der MIT-Klimaforscher Richard Lindzen hat die Klimaproblematik im April 2016 in einem 5-minütigen Video zusammengefasst:

Das Script des Films zum Nachlesen gibt es hier. Siehe auch Alfred Brandenbergers Zusammenstellung zu Lindzen.

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Wenn Redakteure zu Klimaaktivisten werden… Bereits vor einigen Tagen haben wir hier im Blog einen bedauernswerten Fall vorgestellt (“Wenn als Redakteure getarnte Aktivisten gemeinsame Sache mit der Versicherungsindustrie machen: Das Märchen von den Klimawandel-Waldbränden“). Der ORF berichtete am 3. Mai 2016 über ein weiteres Beispiel, bei dem ein vormals neutral berichtender Journalist auf Aktivistenabwege geriet:

Wie der „Guardian“-Chef zum Klimakämpfer wurde
Alan Rusbridger, der langjährige Chefredakteur des „Guardian“, hat den Journalismus an den Nagel gehängt – und ist nun Umweltaktivist. Anlässlich eines Vortrages in Wien erzählte er, wie es zu dieser Wende in seinem Leben kam.

Nicht schön, meine Damen und Herren.