Klimabericht des Umweltbundesamtes (UBA) zu Deutschland: Kein statistisch gesicherter Anstieg extremer Niederschläge oder von Trockenperioden

Das Bundesumweltamt (UBA) hat im Mai 2015 einen neuen Klimabericht zur Entwicklung in Deutschland veröffentlicht, der als pdf kostenfrei heruntergeladen werden kann. Die Kurzfassung beschreibt den Inhalt wie folgt:

Monitoringbericht 2015 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel
Bericht der Interministeriellen Arbeitsgruppe Anpassungsstrategie der Bundesregierung
Dieser bislang umfassendste Bericht der Bundesregierung zur Anpassung an den Klimawandel zeigt: Steigende Temperaturen, feuchtere Winter und häufigere Wetterextreme wirken sich zunehmend auf die deutsche Gesellschaft aus. Betroffen sind unter anderem die Energieversorgung, die Landwirtschaft und die Gesundheitsvorsorge. Anhand von Daten aus 15 verschiedenen Gesellschaftsbereichen zeigt der Bericht auf, welche Veränderungen sich durch den Klimawandel heute schon feststellen lassen und welche Gegenmaßnahmen bereits greifen.

Die klimatische Grundlage des Berichts ist im Bericht ab Seite 13 dargestellt.

 

TEMPERATURENTWICKLUNG

Zunächst einmal wird festgestellt, dass es um eine Erwärmung von gut einem Grad seit 1881 geht:

Das Jahresmittel der Lufttemperatur ist im Flächenmittel von Deutschland von 1881 bis 2013 statistisch gesichert um 1,2 Grad angestiegen.

Der Begriff ‘Kleine Eiszeit” taucht im gesamten Dokument nicht auf. Offenbar möchte man vermeiden, dass die natürliche Wiedererwärmung nach Beendigung dieser natürlichen Kältephase als solche erkannt und von der CO2-Wirkung abgezogen wird. Ein unsauberer Einstieg. Immerhin wird jedoch diskutiert, dass sich die Erwärmung der letzten 130 Jahre in Wellen vollzogen hat. Antrieb sollen Meeresströmungen (=Ozeanzyklen) sein, die im Bereich von mehreren Jahrzehnten schwingen:

Über Zeiträume von mehreren Jahrzehnten spielt aber vor allem auch die sogenannte dekadische Klimavariabilität eine entscheidende Rolle. Dabei handelt es sich um periodische Schwankungen von einigen Jahren bis hin zu wenigen Jahrzehnten Andauer, die eng mit den Meeresströmungen gekoppelt sind. Abhängig von den sich von Zeit zu Zeit ändernden Meeresoberflächentemperaturen kommt es zu Phasen der Erwärmung oder Abkühlung der Atmosphäre. Diese Phasen überlagern den Einfluss der das Klima von außen antreibenden Faktoren, zu denen neben den natürlichen Elementen Sonneneinstrahlung und Vulkanaktivität auch die vom Menschen verursachten Einflüsse infolge von Landnutzungsänderungen, der Luftverschmutzung durch den Schwefelausstoß von Industrieanlagen sowie durch die Emission von Treibhausgasen wie Kohlenstoffdioxid zählen. In den Zeiträumen einer stärker abkühlenden Wirkung der Ozeanzirkulation auf die Atmosphäre kann es daher zu einer vollständigen Verschleierung des langfristigen Trends kommen, auch dann, wenn die Summe der externen Klimaantriebe allein zu einer Erwärmung führen würde. Kehrt sich der Einfluss der Ozeane um, steigen auch die beobachteten Temperaturen wieder an.

Es ist schon kurios. Genau dies hatten wir ja in unserem Buch “Die kalte Sonne” geschrieben. Damals bekamen wir dafür heftige mediale Hiebe. Das UBA hatte uns sogar auf eine Schwarze Liste gesetzt. Nun schreibt man quasi direkt aus unserem Buch ab. So ändern sich die Zeiten.

 Abbildungsquelle: Besprochener UBA-Bericht

 

HITZEWELLEN

Da die Temperaturen seit 15 Jahren nicht mehr ansteigen, ist das Extremwetter zum neuen Lieblingsthema in der Klimadiskussion geworden. Hierzu gehören Hitze- und Kälteextreme. Ein “Heißer Tag” wird in der Studie wie folgt definiert:

Statt der Anzahl der Sommertage wurde die Anzahl der Heißen Tage mit einer Höchsttemperatur von mindestens 30 °C verwendet.

Nun kann man die Anzahl der “Heißen Tage” pro Jahr auftragen und Trends ermitteln: (weiterlesen …)

Ehemaliger IPCC-Leitautor Philip Lloyd: Der größte Teil der Erwärmung im 20. Jahrhundert geht auf das Konto natürlicher Klimaschwankungen

Nina Bossy legte am 31. Mai 2015 in der Westdeutschen Zeitung eine schräge Idee vor:

Der Wald ist Verlierer des Klimawandels
Der Wald leidet unter den Wetterextremen. Und fremde Arten verändern die Landschaft. Längst steht fest: Der Klimawandel macht dem heimischen Wald das Leben schwer. „Der Wald muss sich an die Zunahme der Wetterextreme anpassen“, sagt Stefan Befeld vom Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen.

Weiterlesen in der Westdeutschen Zeitung.

Auch der Verband der Waldeigentümer glaubt fest daran, ein Opfer des Klimawandels zu sein, wie auf Topagrar Online am 23. Mai 2015 zu lesen war:

Auswirkungen des Klimawandels im Wald deutlich sichtbar
„Für Waldeigentümer und ihre nachhaltige Waldbewirtschaftung sind die Auswirkungen des Klimawandels eine Herausforderung, die stärker in die politische Debatte einfließen muss“, sagte der Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, Philipp Freiherr zu Guttenberg, am Donnerstag bei einer Waldbegehung im Havelland. Mittlerweile ließen sich Auswirkungen wie Schädlingsbefall, Trockenheit und Orkanschäden nicht mehr wegdiskutieren. Die Waldeigentümer müssten sich bereits darauf einstellen und Anpassungen in der Waldbewirtschaftung vornehmen. Zu Guttenberg: „Zu einer nachhaltigen Forstwirtschaft zählt, sich auf Veränderungen einzustellen und den Wald zukunftsfest zu machen. Daher brauchen wir flexible Rahmenbedingungen für die Forstwirtschaft und eine Debatte über sinnvolle Unterstützungsmaßnahmen.“

Geht es um staatliche Ausgleichzahlungen, niedrigere Steuern? Natürlich dürfen auch düstere Zukunftsprognosen nicht fehlen. Die Realität sieht jedoch anders aus. Laut der dritten Bundeswaldinventur geht es dem deutschen Wald nämlich gut. Zudem fand eine Studie der Technischen Universität München, dass Europäische Eichen heute sehr viel schneller wachsen als noch vor 100 Jahren. Siehe auch unsere weiteren Blogbeiträge zum Thema:

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Der ehemalige IPCC Leitautor Philip Lloyd überraschte kürzlich mit einer Studie, die im Fachblatt Energy & Environment erschien. Darin analysierte Lloyd die Temperaturgeschichte der letzten 8000 Jahre anhand von Eiskernen und ermittelte die darin enthaltene natürliche Variabilität. Letztere verglich Lloyd dann mit der Erwärmung des 20. Jahrhunderts. Das Resultat ist bemerkenswert: Während ein Teil des Temperaturanstiegs der letzten 100 Jahre durchaus Folge der Treibhausgasanreicherung sein könnte, ist der größte Teil der Erwärmung wohl eher natürlichen Ursachen geschuldet. Im Folgenden die Kurzfassung der Arbeit:

An Estimate of The Centennial Variability of Global Temperatures
There has been widespread investigation of the drivers of changes in global temperatures. However, there has been remarkably little consideration of the magnitude of the changes to be expected over a period of a few decades or even a century. To address this question, the Holocene records up to 8000 years before present, from several ice cores were examined. The differences in temperatures between all records which are approximately a century apart were determined, after any trends in the data had been removed. The differences were close to normally distributed. The average standard deviation of temperature was 0.98 ± 0.27 °C. This suggests that while some portion of the temperature change observed in the 20th century was probably caused by greenhouse gases, there is a strong likelihood that the major portion was due to natural variations.

Siehe auch Bericht zum Paper in The Daily Caller.

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Das Bundesumweltministerium stellt sich in Sachen Klimawandel nach außen als dialogfreudig und bürgernah dar. Am 7. Juni 2015 berichtete Solarify:

Internationaler Bürgerdialog
Das Bundesumweltministerium lud 100 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger dazu ein, in einem Bürgerdialog ihre Meinung zum internationalen Klimaschutz in die Debatte einzuspeisen. Parallel zur deutschen Veranstaltung am 06.06.2015 in Berlin fanden weitere Klimadialoge in allen Teilen der Welt statt. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: „Im Dezember wollen wir in Paris ein neues globales Klimaschutzabkommen beschließen. Verhandeln werden dort die Vertreterinnen und Vertreter von Regierungen. Wir wollen aber, dass auch die Bürgerinnen und Bürger sich mit ihren Stimmen einbringen können. Klimaschutz ist schließlich eine Aufgabe, zu der jeder einzelne etwas beitragen kann.“

Ein tolles System: “100 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger”, von denen vermutlich kaum jemand die Grundlagen der Klimawissenschaften beherrscht. Null Risiko, unbequeme Fragen beantworten zu müssen. Wenn jedoch einmal echte Fachfragen eingericht werden, mauert das Ministerium. Noch immer warten wir auf Antwort auf konkrete Fragen zu einem Klimawandelartikel auf bundesregierung.de (siehe: “Um Antwort wird gebeten: “Kleine Anfrage” bei der Deutschen Bundesregierung zum Klimawandel“), die wir bereits im März 2015 gestellt hatten. Sieht so bürgernahe Transparenz aus?

 

Kalte-Sonne-Blog stellt Antrag auf Mitgliedschaft im ‘Climate Publishers Network’ (CPN)

Immer wieder stellen wir an dieser Stelle fest, dass Medien fragwürdige Pressemitteilungen zum Klimawandel einfach übernehmen, ohne sich selber Gedanken über die Inhalte zu machen, geschweige denn Fragen zur Plausibilität zu stellen. Dies ist ärgerlich und sollte angesichts der gesellschaftlichen Pluralität vermieden werden. Das Zeitalter der Einparteien-Dominanz ist auch in Deutschland seit längerem beendet. Nicht so jedoch im Bereich der Berichterstattung zum Klimawandel. Hier wird nur erwähnt, was der strengen IPCC-Linie folgt.

Im Dezember 2015 gibt es wieder einmal eine große Klimakonferenz. Diesmal geht es in die romantische Seine-Stadt Paris. Schon jetzt wird es schwierig sein, für diese Zeit ein Zimmer in den Fünfsterne-Hotels  zu bekommen. Louvre, Eifelturm und Montmartre – die Klimatouristen aus der ganzen Welt freuen sich schon riesig auf diese Fahrt, Vollpension all-inclusive.

Die österreichische Tageszeitung Der Standard hat jetzt verraten, wie die Medien auf Paris systematisch vorbereitet werden. Am 21. Mai 2015 war dort zu lesen:

Thema Klimawandel: STANDARD kooperiert mit internationalen Medien
Expertisen und Artikel zum Thema Klimawandel länderübergreifend verfügbar machen: Das ist das Ziel einer internationalen Medienkooperation, die im Rahmen der UN-Klimakonferenz unter dem Dach des neu gegründeten “Climate Publishers Network” (CPN) initiiert wurde. Koordiniert wird die Aktion vom Global Editors Network. An Bord sind 25 Verlagshäuser wie der STANDARD, “Guardian”, “El Pais”, “La Repubblica”, “Seattle Times”, “The Age” aus Australien, “El Comercio” aus Peru oder “China Daily” aus China.

Weiterlesen im Standard.

Wem genau hat sich Der Standard da eigentlich angesschlossen? “Climate Publishers Network klingt schön, aber wer oder was steckt dahinter? Handelt sich um eine verdeckte oder vielleicht offene Aktion der extremen IPCC-Seite? Oder kommen auch andere Meinungen zu Wort, wie es in der Wissenschaft traditionell der Fall sein sollte?

Neugierig geworden, schauen wir uns die Webseite des “Climate Publishers Network (CPN) an. Auf der Frontseite der Webseite prangt eine öde Dürrelandschaft. Das Thema des CPN ist damit angedeutet: Alarm, Alarm, der klimatische Weltuntergang ist nahe. Das Angebot von CPN klingt verdächtig: Man möchte bis Paris allen angeschlossenen Medienhäusern kostenlosen Zugang zu Klimaartikeln verschaffen. Um die Lizenzgebühren müssse man sich nicht kümmern, die sind bereits beglichen. Auf der Webseite heißt es:

The Climate Publishers Network (CPN) will provide a mutual syndication of articles related to climate change free of charge during the run-up to COP 21. Each media organisation will be able to re-publish material without having to worry about license fees. The aim of the collaboration is to widen each publisher’s spectrum of coverage between now and the UN Climate Change Summit in December.

Umsonst? Das sollte hellhörig machen. Hinter CPN scheint eine Organisation zu stecken, die großflächig Ihre Sichtweise in der gobalen Presse verbreiten möchte und bereit ist, dafür kräftig zu zahlen. Man lockt damit, dass die Zeitungen ihr Themenspektrum erweitern könnten. In Wahrheit ist es eher die vermutete Klimaaktivistenorgaisation, die durch diese Aktion ihre eigene Reichweite erhöht. Aus Deutschland nimmt momentan nur die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) an dem System teil. Vermutlich wird es nicht lange dauern, dann wird auch die Süddeutsche Zeitung bei CPN unterschreiben.

Wer aber steckt nun wiklich hinter dem CPN? Wer finanziert es? Können wir von der Kalten Sonne dort auch Artikel einreichen, die dann im CPN Network verteilt werden? Die Mutterorganisation des CPN ist das Global Editors Network (GEN). Der Wikipedia-Eintrag hierzu liest sich wie aus einer Werbebroschüre kopiert:

The Global Editors Network (GEN) is a cross-platform community of more than 1000 editors-in-chief, open to media innovators. GEN is committed to sustainable, high-quality journalism, empowering newsrooms through a variety of programs designed to inspire, connect and share, including The Editors Lab and the Data Journalism Awards. GEN members represent more than 80 countries and 300 media groups around the world.

Perfekte Welt: Top-Qualität, Chefredakteure, Exzellenzpreise. Wer finanziert diesen honoren Club?

It is a non-profit, financed through grants, membership, participation to the annual Summit, sponsorship and donations.

Die beiden letzten Geldquellen sind interessant: Sponorship und ander Spenden. Wer hat das Geld für die CPN-Klimainitiative zur Verfügung gestellt? Die Webseite und Google schweigen hierzu beharrlich. Vermutlich wird man den Gönner aus Al Gores Netzwerk von klimabetroffenen Milliardären finden. Für Hinweise aus der Leserschaft zu diesem Thema wären wir dankbar.

Bleibt die Frage zu klären, ob wir mit unserem Kalte-Sonne-Blog ebenfalls Mitglied im CPN werden könnten. Einerseits dürften wir dann lizenfrei Inhalte verwenden, andererseits könnten wir auch dem CPN-System Artikel zur Verfügung stellen. Auf der CPN-Webseite heißt es:

Alan Rusbridger, Editor-in-Chief of the Guardian, Antonio Cano, Editor- in-Chief at El País and Ricardo Kirschbaum, President of the Global Editors Network, are inviting more publishers to join the syndicate: “We very much hope that publications across the political spectrum will join us either in using some of our material or, ideally, offering their own material as well.

Gerne würden wir hochwertiges Material zur Verfügung stellen, im Sinne einer ausgewogenen Klimadiskussion. Am 21. Juni 2015 wendete sich die Kalte Sonne Redaktion daher an das GEN, mit einer Anfrage, wie das KS-Blog Mitglied im CPN werden könnte:

Von: Sebastian Lüning
An:  Global Editors Network

Gesendet: 21.6.2015

Dear Lady or Sir,

I am the Chief Editor of one of Gemany’s most widely read Climate Change Blogs. With great interest I have seen your “Climate Publishers Network” initiative which I find very useful as it promotes the much needed exchange of relevant climate news articles. I am convinced that you must be interested in reflecting the whole range of the climate discussion, therefore, I would like to ask how our Climate Change News Webservice www.kaltesonne.de could join the CPN. We are interested in re-publishing CPN articles as well as contributing our own articles to the CPN community. Many of our articles are focusing on palaeoclimatological aspects, based on peer-reviewed literature.

Thanks a lot for your help in advance.

Best regards

Dr. habil. Sebastian Luening
Geologist and Chief Editor of www.kaltesonne.de

Auf die Antwort sind wir schon sehr gespannt.

 

UPDATE 29.6.2015:

Unser Leser Marcel Severijnen hat nähere Information über die Gründung des CPN gefunden. Er schreibt:

Der Präsident des CPN ist Ricardo Kirschbaum, Chief Editor vom argentinischen Clarin. In der Ausgabe vom 21. Mai 2015 wird etwas deutlicher, welche Institution vielleicht dahinter steckt. CPN ist von der UNO auserwählt, heisst es im Artikel auf Spanisch:

” La GEN fue elegida por Naciones Unidas para coordinar y poner en marcha este mega sindicato de medios que generarán y ofrecerán en forma  gratuita contenidos so bre cambio climático.”

Offenbar wird die Presse hier gezielt von  UNO und IPCC mit “geeigneten” Artikeln versorgt, als unterstützende Maßnahme, um in Paris die gewünschten Resultate zu erzielen.

Rekordeisschmelze auf der antarktischen Halbinsel? Forscher haben offenbar Schwankungen in den Schneefallmengen übersehen

Unterhaltsamer Klimahorror am 22. Mai 2015 von Roland Knauer in der Stuttgarter Zeitung:

Klimawandel: Das große Schmelzen beschleunigt sich zusehends
Das Eis auf der Antarktischen Halbinsel schmilzt seit 2010 weitaus schneller als gedacht. Ursache sind unter anderem wärmere Strömungen aus dem Norden, die durch den Klimawandel nun weiter in den Süden reichen.

Ein starkes Stück. Gerade erst hat saogar das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung prognostiziert, dass die antarktische Gesamteismasse in den kommenden Jahrzehnten wohl anwachsen wird (“Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung: Antarktisches Inlandeis wird im Zuge der Erderwärmung anwachsen“), da verfällt die Stuttgarter Zeitung schon wieder in altüberholte Muster. Wundert es, dass Knauer es veräumt hatte, über die PIK-Studie und das überraschende Resultat zu berichten? Stattdessen stürzt sich der Journalist auf einen Minibereich des siebten Kontinents, wo das Eis in der Tat noch schmilzt. Immerhin räumt der AWI-Mann im Artikel der Stuttgarter Zeitung auch sofort ein, dass es sich quantitativ um keine nennenswerten Massen handelt:

In Teilen der Antarktis schmilzt das Eis seit 2010 erheblich schneller als in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts. Geophysiker und Eisbedeckungsspezialisten wie Veit Helm vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven wissen zwar, dass der Klimawandel die Temperaturen im Norden der Antarktischen Halbinsel rasch steigen lässt, und registrieren dort auch hohe Schmelzraten. „Dort sind aber verhältnismäßig kleine Eismassen betroffen“, erklärt der AWI-Forscher.

Haben Sie es auch bemerkt: Es wird das Jahr 2010 mit dem Beginn der 2000er Jahre verglichen. Klimatisch hat dies wenig Wert, da dies ein sehr kurzer Zeitraum ist. Natürliche Schwankungen dominieren auf diesen kurzen Zeitskalen. Knauer behauptet, die Temperaturen im Norden der Antarktischen Halbinsel würden rasch ansteigen.Das wollen wir gerne etwas genauer wissen und schauen uns die Messdaten der Faraday-Station an. Die Überraschung ist groß: In den letzten 30 Jahren ist keine größere Erwärmung zu erkennen (Abbildung 1). Wo hat Knauer seine Informationen nur her? Es würde sich für ihn wirklich einmal lohnen in die realen Daten hineinzuschauen, anstatt Behauptungen von irgendwo ungeprüft abzschreiben.

 

Abbildung 1: Temperaturentwicklung auf der Antarktischen Halbinsel, gemessen an der Faraday-Station. Quelle: GISS.

 

Zudem versäumt die Stuttgarter Zeitung zu erwähnen, dass die nacheiszeitlichen Temperaturen der antarktischen Halbinsel 7000 Jahre lang auf dem heutigen Niveau lagen. Überrascht?

Mittlerweile wird Kritik an der alarmistischen Studie laut, selbst aus Reihen des Weltklimarats selber. So kritisierte der IPCC-Autor Andrew Shepherd von der Leeds University, dass die Autoren offenbar Änderungen in den Schneefallmengen übersehen hätten. In den irischen RTE News heißt es dazu:

But Andy Shepherd, a director of the Centre for Polar Observation and Modelling at the University of Leeds, said their calculations might have overlooked shifts in snowfall. “I think the new estimates of ice loss computed (from the thinning of the ice) are far too high, because the glaciers in this sector just haven’t speeded up that much,” he said.

Siehe auch Beitrag im Examiner.

 

Neue Arbeit in Nature Climate Change: Regenmengen im Sahel nehmen seit den 1980er Jahren wieder zu

Das allmähliche Ergrünen der Sahara und des Sahels wird immer offensichtlicher. Eine schöne Entwicklung. Buwen Dong und Rowan Sutton haben sich das Phänomen näher angeschaut und kommen in einer am 1. Juni 2015 in Nature Climate Change veröffentlichten Studie zu einem interessanten Ergebnis. Scinexx berichtete einen Tag später:

Profitiert die Sahelzone vom Klimawandel?
Steigende CO2-Werte bringen der Trockenregion offenbar mehr Niederschlag.
Es klingt fast schon paradox: Ausgerechnet die Sahelzone – ein Musterbeispiel für zunehmende Trockenheit – profitiert jetzt vom Klimawandel. Denn die steigenden Treibhausgase haben in den letzten 20 Jahren wieder mehr Regen gebracht, wie britische Klimaforscher im Fachmagazin “Nature Climate Change” berichten. Die erhöhten CO2-Werte verstärken demnach das Temperaturgefälle über Nordafrika und fördern Luftströmungen, die den westafrikanischen Monsun in die Sahelzone bringen.

Weiterlesen in Scinexx.

Im Folgenden die Kurzfassung der Originalarbeit von Dong & Sutton:

Dominant role of greenhouse-gas forcing in the recovery of Sahel rainfall
Sahelian summer rainfall, controlled by the West African monsoon, exhibited large-amplitude multidecadal variability during the twentieth century. Particularly important was the severe drought of the 1970s and 1980s, which had widespread impacts. Research into the causes of this drought has identified anthropogenic aerosol forcing and changes in sea surface temperatures (SSTs) as the most important drivers. Since the 1980s, there has been some recovery of Sahel rainfall amounts, although not to the pre-drought levels of the 1940s and 1950s. Here we report on experiments with the atmospheric component of a state-of-the-art global climate model to identify the causes of this recovery. Our results suggest that the direct influence of higher levels of greenhouse gases in the atmosphere was the main cause, with an additional role for changes in anthropogenic aerosol precursor emissions. We find that recent changes in SSTs, although substantial, did not have a significant impact on the recovery. The simulated response to anthropogenic greenhouse-gas and aerosol forcing is consistent with a multivariate fingerprint of the observed recovery, raising confidence in our findings. Although robust predictions are not yet possible, our results suggest that the recent recovery in Sahel rainfall amounts is most likely to be sustained or amplified in the near term.

Auch wenn die Erklärungen über Aerosole und CO2 wenig glaubwürdig sind, ist doch die Bestätigung des Ergrünens und der zunehmenden Regenmengen sehr bemerkenswert. Vermutlich spielen hier eher 60-jährige Ozeanzyklen eine Rolle.

Siehe auch Bericht der GWPF zum Paper.

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Die Morgenpost in Berlin berichtet mal wieder Schreckliches.Am 11. Juni 2015 schrieb sie:

Die „Gottesanbeterin“ breitet sich bis Berlin aus

Das Tier stammt eigentlich vom Mittelmeer, und dass es jetzt in Berliner Breiten beobachtet wird, hat für die Chefin des „NaBu“ natürlich einen Grund; den Klimawandel:

„Klimaforscher dürften dagegen aufhorchen: Gottesanbeterinnen fühlen sich eigentlich nur in warmer Umgebung wohl. Dass die Tiere in Brandenburg überleben, schiebt Anja Sorges, Geschäftsführerin vom Naturschutzbund (Nabu) Berlin, in erster Linie auf die milden Winter. “Das Klima hat sich verschoben. Es gibt einige Arten, von denen wir annehmen können, dass sie günstigerem Klima und Nahrungsangebot gefolgt sind”, sagt sie.

Später folgt dann die Aufklärung:

„Die Berliner Population ist etwa genetisch verwandt mit den Gottesanbeterinnen in Tschechien. Die kalten polnischen Winter können den Eigelegen nichts anhaben, weil die Eier in einem erhärteten Schaumsekret bis zu minus 40 Grad überstehen. Den Brandenburgischen Winter überleben sie ohne Probleme.

Ein schönes Beispiel einer fundierten Berichterstattung: Zunächst die wohlfeilen Vermutungen der Nabu-Geschäftsführerin und der Hinweis auf Klimaforscher, dann die wissenschaftliche Aufarbeitung: Es handelt sich schlicht um eine genetische Variation, mit dem „Klimawandel“ hat das nichts zu tun. Weiter so, Morgenpost!

Ganz nebenbei: Anders als es der Nabu darstellt, gab es in den letzten 10 Jahren in Berlin und Deutschland gleich eine ganze Reihe von sehr kalten Wintern. Schuld daran hatte natürlich auch die Klimaerwärmung. Ob warm, ob kalt, der Klimawandel hat alles in seiner Gewalt!

 

Endlich wieder da: Zweite Auflage “The Neglected Sun” jetzt als Taschenbuch erhältlich

Die englischsprachige Ausgabe unseres Buches “Die kalte Sonne” trägt den Titel “The Neglected Sun”. Bereits nach wenigen Monaten war es damals im Buchhandel ausverkauft. Ein schöner Erfolg, aber schade für jene Leser, die schließlich leer ausgingen. Aus unbekannten Gründen wollte der damalige Verlag keine zweite Auflage herausgeben, so dass das Buch schnell zum Sammlerstück wurde und für Phantasiepreise von US$ 500 angeboten wurde. Nun aber gibt es endlich gute Nachrichten: Das Heartland-Institut hat die Rechte am Buch übernommen und eine zweite Auflage als Taschenbuch gedruckt. Der Preis beträgt US$ 19,99, erhältlich zum Beispiel bei Amazon oder im Online Shop des Heartland Instituts. Die digitale Kindle-Version ist bei Amazon für US$ 13,52 zu haben. Der Inhalt des Buches ist auch heute noch hochaktuell. Empfehlen Sie es Ihren Freunden und Kollegen im Ausland, verschenken Sie es der Tante in Neuseeland. Greifen Sie zu!

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Am 23. April 2015 fragten wir bei Planet Schule nach, weshalb den deutschen Schülern in Punkto Golfstrom nur die extreme PIK-Sicht präsentiert wird. Knapp zwei Monate später klapperte es doch noch im Briefkasten und wir erhielten eine Antwort der Redaktionsleitung Bildung des SWR-Fernsehen, für die wir dankbar sind. Allerdings glaubt der SWR immer noch, dass die PIK-Ansicht allgemein akzeptiert wäre. In der Email heißt es hierzu:

Zahlreiche Fachwissenschaftler sehen nach wie vor die im Film angesprochenen Risiken.

Um welche “zahlreichen Fachwissenschaftler” es sich handelt, verrät uns der SWR jedoch leider nicht. Da beim SWR offenbar ein Mangel an geeigneter Literatur herrscht, haben wir in einer Folgemail nun alle relevanten Studien aufgelistet. Keine einzige stützt die PIK-Sichtweise. Kurios auch die Behauptung des SWR, die alleinige Präsentation des PIK-Alarmszenarios würde die “Diskussion” und den “Abgleich mit aktuellen Studien” anregen:

Der Filmclip erfüllt aus unserer Sicht gerade im Bereich Schule zweierlei: Erstens erklärt er sehr einleuchtend, wie der Golfstrom funktioniert und zweitens regt sein Szenario zur unterrichtlichen Diskussion und zum Abgleich mit aktuellen Studien an. Daher halten wir die Behandlung dieses Aspekts nach wie vor für fachlich angemessen und in der Schule geboten.

Lesen Sie die vollständige Korrespondenz hier.

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Tolle Klimageschichte am 19. Mai 2015 im Stern:

Wein, Schokolade, Bier: Auf diese Lebensmittel müssen wir wohl verzichten
Zu milde Winter, zu heiße Sommer und enorme Trockenheit werden dem Wein- und Hopfenanbau gefährlich. Und auch für Schokolade sieht es klimatisch nicht gut aus.

Zu milde Winter? Davon hatten wir in den letzten 10 Jahren nicht allzuviele. Zu befürchten ist zudem, dass aufgrund des Klimawandels auch keine Bäume mehr wachsen. Dann würde das Papier knapp und der Stern könnte nicht mehr gedruckt werden. Ein großer Verlust. Denn wer wird uns dann die neuesten gruseligen Klimagutenachtgeschichten erzählen?

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Alfred Brandenberger hat ein umfangreiches Onlinearchiv zur Klimadiskussion erstellt. Ganz besonderen Lesegenuss verspricht die Rubrik “Klimaskandal“. Viel Spass beim Schmökern:

 

FAZ enttarnt Ghostwriter der Papst-Enzyklika: Hans Joachim Schellnhuber war’s

Der Papst hat vor ein paar Tagen [im Juni 2015] eine Enzyklika zum Klimawandel und Umweltschutz veröffentlicht. Der eine oder andere mag sich wundern, wie der Papst trotz seines dichten Terminplans die viele Zeit gefunden hat, dieses umfangreiche Werk zu schreiben. Riskiert der Papst nicht einen Burnout, wenn er sich so viel Arbeit auflädt? Die gute Nachricht: Dem Papst geht es gut, denn er hat die Enzyklika gar nicht geschrieben. Er hatte nämlich einen Ghostwriter. Im Impressum der Enzyklika steht der Ghostwriter jedoch nicht. Unterschrieben ist das Werk lediglich mit ‘Franciscus”. Die FAZ hat nun aber herausbekommen, wer an dem päpstlichen Text maßgeblich mitgewirkt hat: Es ist kein geringerer als der schillernde Hans Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Alexander Wendt fasste am 19. Juni 2015 die Situation in einem ausgezeichneten Beitrag auf achgut.com wie folgt zusammen:

Päpste unter sich

Wenn es in Deutschland eine Institution gibt, deren Verlautbarungen praktisch kritiklos von den allermeisten Medien übernommen werden, dann ist es das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung unter Führung von Hans Joachim Schellnhuber. Keinen konnte es deshalb wirklich wundern, dass eben jener Experte für Klimaforschungsfolgen heute in der FAZ enthüllt, wer eigentlich hinter der Umweltenzyklika des Papstes steht: Er, HJS. Es war nicht immer leicht, diktiert Schellnhuber dem Osservatore Romano, quatsch, dem auf den Knien seines Herzens fragenden FAZ-Journalisten

HJS: „Vor mehr als zehn Jahren hat die Pontifikalakademie schon einmal eine Veranstaltung zum Klimawandel gemacht. Damals war auch eine Riege prominenter ‚Skeptiker’ eingeladen, die Haltung des Vatikan seinerzeit war eine ganz andere als heute…Es war ein hartes Stück Arbeit, die Erkenntnisse der Wissenschaft so aufzubereiten, dass im Vatikan das Klimaproblem jetzt so viel besser verstanden wird.“ Der wesentliche Fortschritt des Vatikan liegt laut Schellnhuber nämlich darin, dass die Kirche in der von ihm beeinflussten Neuauflage der Debatte jede Kontroverse ausgeschlossen hatte.
„Die Skeptiker waren da auch noch eingeladen?“, fragt die FAZ bang.

Schellnhuber: „Nein. [...]“

Auf jeden Fall weiterlesen auf achgut.com.

Da liest sich Absatz 61 der Enzyklika wie der pure Hohn:

61. In Bezug auf viele konkrete Fragen ist es nicht Sache der Kirche, endgültige Vorschläge zu unterbreiten, und sie versteht, dass sie zu­hören und die ehrliche Debatte zwischen den Wissenschaftlern fördern muss, indem sie die Unterschiedlichkeit der Meinungen respektiert.

Mehr zu Hans Joachim Schellnhuber:

Natürlich enthält die Enzyklika auch sinnvolle Themen, wie den Aufruf, die Zerstörung des Tropischen Regenwaldes endlich zu beenden. Gerade in den letzten Jahren ist die Abholzung stark vorangeschritten, auch um den Klimawandel mit der Produktion von Biotreibstoffen zu ‘bekämpfen’. Das Resultat ist jedoch das ganze Gegenteil, wie der “Amazonas-Bischof” Erwin Kräutler am 18. Juni 2015 auf RP Online verriet. Im Zuge des Klimaschutzes werden große Waldflächen zerstört. Anstatt das Weltklima zu retten, verschlechtere sich nun aber sogar das Mikroklima in den gerodeten Gebieten:

Ich lebe seit 50 Jahren am Xingu, einem rechtsseitigen Nebenfluss des Amazonas. Als ich 1965 ankam, habe ich noch den tropischen Regenwald pur erlebt. Seither ist die Abholzung und Zerstörung dieses gigantischen Biotops so weit fortgeschritten, dass wir bereits den Klimawandel spüren. Die Trocken- und Regenperioden sind kaum mehr voneinander zu unterscheiden, wie dies noch vor 50 Jahren der Fall war. Laut wissenschaftlichen Gutachten hatte auch die katastrophale Wassernot der vergangenen Monate in der Mega-Metropole São Paulo mit der skrupellosen Abholzung und Zerstörung Amazoniens zu tun.

Lob hat der Papst für seine gelungene Werbekampagne zur Enzyklika verdient: Er hat unter anderem ein rockiges Klimaalarm-Video produziert, das einem die Enzyklika richtig schmackhaft macht. Inhaltlich murks, aber handwerklich gut und witzig gemacht. Warum kann die klimarealistische Seite so etwas nicht auf die Beine stellen?

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Barack Obama ist eingefleischter Klimaalarmist. Das geht so manchem Bürger der USA kräftig auf die Nerven. Da freut es, dass der mögliche Präsidentschaftskandidat für die Republikander, Jeb Bush, offenbar anders tickt. Er kritisierte Obama kürzlich dafür, dass er die Klimagefahr dramatisiert. Die kanadischen CBC News berichteten am 20. Mai 2015:

Jeb Bush criticizes Obama for overstating climate change issue
Obama said earlier Wednesday that climate change a threat to national security.
Republican Jeb Bush said on Wednesday that the Earth’s climate is changing but that scientific research does not clearly show how much of the change is due to humans and how much is from natural causes.

Weiterlesen auf CBC News.

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“Schützt die Regenwälder”: Ein hochaktuelles Thema, angesichts der großangelegten Rodungen der letzten Jahre unter dem Deckmäntelchen des Klimaschutzes zum Anbau von Biotreibstoffen. Lange hieß es, der Regenwald würde eine effektive CO2-Senke darstellen. Dies scheint jedoch nicht der Fall zu sein, wie Berechnungen zeigten. Der Tropenwald ist offenbar vielmehr eine CO2-Quelle. Kann der Wald daher jetzt vollständig abgeholzt werden, um das Klima zu schützen?

Forscher der schwedischen Lund Universität haben jetzt zusammen mit Kollegen der Universität Stanford herausgefunden, dass die Savannen der Erde die wichtigsten CO2-Senken darstellen. Die Lund University gab am 21. Mai 2015 in einer Pressemitteilung bekannt:

[...] “There has been an increase in the uptake of carbon dioxide over time, and land ecosystems have together absorbed almost one third of all carbon dioxide emissions from human activity since the 1960s. What is perhaps even more surprising is that this trend is also dominated by the semi-arid lands,” Anders Ahlström says. We have long known that we need to protect the rainforests but, with this study, the researchers show that a heightened effort is needed to manage and protect the semi-arid regions of the world as well. [...]

 

Spektrum der Wissenschaft über angeblich vom Untergang bedrohte Südseeatolle: “Noch keine der betroffenen Inseln ist in nächster Zeit von Überflutung bedroht. Einige vergrößern sich sogar auf Grund natürlicher ökologischer Vorgänge”

Im Pazifik gibt es unzählige kleine Koralleninseln, die im Laufe der Jahrtausende vom Menschen besiedelt wurden. In unseren Träumen liegen wir am Südseestrand, mit einem Strohhalm Kokosmilch schlürfend, die Fußspitzen im warmen Pazifik eingetaucht. Die Wirklichkeit sieht leider anders aus. Die meisten Inseln leiden unter einer extremen wirtschaftlichen Unterentwicklung, die Arbeitslosigkeit ist hoch, ebenson wie die Armut. Da hilft dann auch die leckere Kokosmilch nicht mehr. Viele Südsee-Insulaner würden gerne nach Australien oder Neuseeland auswandern, scheitern aber an den strengen Immigrationskriterien. Da kam die klimaalarmistische Bewegung gerade recht: Man verkündete, die Inseln würden absaufen, und Schuld habe der reiche Westen mit seinem hinterhältigen CO2. Gebt uns Geld und Einwanderungspapiere, schnell!

Vielen leuchtete diese Logik ein, insbesondere denjenigen, die sich in den Naturwissenschaften nicht allzu gut auskannten. Geologen, Geographen und andere mitdenkende Menschen hingegen staunten nicht schlecht: Wie haben die Koralleninseln nur den rasanten Meeresspiegelanstieg direkt nach der letzten Eiszeit überstanden, als das Meer bis zu 10-fach schneller anstieg als heute? Die Antwort ist einfach: Korallen sind Lebewesen, die stets dem Meeresspiegel hinterherwachsen. Von einem angeblich bevorstehenden Untergang kann daher keine Rede sein. Siehe unsere Blogbeiträge hier, hier, hier, hier, hier.

Am 19. Mai 2015 brachte Spektrum der Wissenschaft nun einen äußerst bemerkenswerten Artikel von Simon Donner zur Meeresspiegel-Problematik der Pazifikinseln:

Globale Erwärmung: Sind Inselstaaten akut gefährdet?

Inselnationen wie Kiribati drohen im Ozean zu versinken, weil durch die Erderwärmung der Meeresspiegel steigt. Bisherige Maßnahmen zu ihrer Rettung haben jedoch mehr Schaden angerichtet als Nutzen gebracht. Zudem sind einige Inseln überhaupt nicht gefährdet und könnten auf Grund natürlicher ökologischer Vorgänge sogar wachsen.
[...]

FRAGWÜRDIGE HILFE

1) Wohlmeinende Regierungen und internationale Hilfsorganisationen drängen armen Inselnationen Projekte wie den Bau von Dämmen auf, um sie vor dem Anstieg des Meeresspiegels als Folge der Erderwärmung zu schützen.

2) Noch keine der betroffenen Inseln ist in nächster Zeit von Überflutung bedroht. Einige vergrößern sich sogar auf Grund natürlicher ökologischer Vorgänge.

3) Übereilte Aktionen, das Fehlen von einheimischen Wissenschaftlern und Experten sowie die Scheu der Inselbewohner, Nein zu Außenstehenden zu sagen, haben zu ungeeigneten Anpassungsmaßnahmen geführt.

4) Langfristige Erfolge im Kampf von Inselstaaten gegen den Klimawandel erfordern ein tieferes Verständnis der wissenschaftlichen Hintergründe und des kulturellen Umfelds, getragen von einem Geist des Respekts statt der Bevormundung.

Ganzen Beitrag in Spektrum der Wissenschaft lesen (nur für Abonnenten). Die englischsparchige Originalversion des Spektrum-Artikels erschien im Scientific American:

Island Nations May Be Flooded by Dubious Intentions
Using the Pacific nation of Kiribati as a poster child for the ravages of rising seas is not only misleading, it may also be harmful

Weiterlesen im Scientific American.

Siehe auch das folgende Video zum Thema vom Klima Manifest Heiligenroth:

 

Um Antwort wird gebeten: Warum verschweigt das Geesthachter Institut für Küstenforschung die Mittelalterliche Wärmeperiode in seiner Pressemitteilung zum Zweiten Ostee-Klimazustandsbericht?

An: Frau Jessica Klepgen, Pressestelle des Helmholtz-Zentrums Geesthacht, Zentrum für Material- und Küstenforschung
Von: Sebastian Sebastian Lüning

Gesendet: 6.6.2015
Antwort: 10.6.2015 und 15.6.2015 (siehe unten)

Sehr geehrte Frau Klepgen,

Mit Interesse sah ich Ihre Pressemitteilung zum neuen Ostsee-Klimabericht.
http://www.hzg.de/public_relations_media/news/058989/index.php.de

In Ihrer Pressemitteilung thematisieren Sie in korrekter Weise die starke Erwärmung des Ostseeraumes während der vergangenen 150 Jahre seit Ende der Kleinen Eiszeit und verwenden hierzu sogar eine plakative Zwischenüberschrift “Erwärmung schreitet voran”.

Unerwähnt bleibt in Ihrer Pressemitteilung jedoch, dass der Klimabericht auch zwei höchst interessante Kapitel zum Paläoklima der vergangenen 12.000 Jahre bzw. 1.000 Jahre enthält. Weshalb war Ihnen dies keine Erwähnung wert? Dankenswerterweise ist der Bericht Open Source so dass ich mir die beiden Kapitel im Detail anschauen konnte. Besonders beeindruckt hat mich die Passage zum Klima der Zeitspanne 8000-4500 Jahre vor heute. Damals war es laut Bericht um 1,0-3,5°C wärmer als heute:

…a warm and stable climate with air temperature 1.0–3.5 °C above modern levels (8000–4500 cal year BP)…”.

Interessant ist auch das Kapitel zur Mittelalterlichen Wärmeperiode. Hierzu heißt es:

“Recent investigations of Fennoscandia by Ljungqvist (2010) showed that the MWP [Medieval Warm Period] occurred between 800 and 1300. At that time, warm-season (May-September) temperatures exceeded the contemporary warming of the end of twentieth century by about +0.5°C.”

Laut Bericht war also die Mittelalterliche Wärmeperiode (MWP) im Ostseeraum wärmer als heute bzw. zumindest so warm wie heute.

Meine Frage an Sie: Weshalb lassen Sie diese wichtigen Kontextinformationen in Ihrer Pressemitteilung aus? Weshalb war es zur Zeit der MWP bereits schon einmal so warm wie heute, obwohl der atmosphärische CO2-Gehalt damals außerordentlich niedrig war? Mir geht es nicht darum, dem CO2 seine Klimawirkung abzusprechen, die es sicherlich hat. Jedoch sollten wir die aktuelle Klimaentwicklung stets im Kontext der vorindustriellen Klimadynamik sehen. Ich habe den Eindruck, dass Sie sich aus mir unbekannten Gründen vor diesem Vergleich scheuen.

Ich würde ich über eine Antwort Ihrerseits freuen. Im Sinne der Transparenz möchte ich Ihre Reaktion gerne auf meiner Webseite www.kaltesonne.de bekanntgeben.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. habil. Sebastian Lüning
Geologe

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Frau Klepgen antwortete dankenswerterweise bereits wenige Tage später und bat darum, die Frage im Blog des Ostsee-Forschungsprogramms (“BACC Blog”) in englischer Sprache zu posten. Im Blog waren einige Beiträge zur Veröffentlichung des Ostseeberichts zu finden, allerdings bisher nahezu ohne Benutzerkommentare. Lüning wählte einen geeigneten Beitrag aus und stellte dort am 10. Juni 2015 seine Frage ein. Im Gegensatz zu einigen anderen Instituten stellte sich das Helmholtz-Zentrum Geesthacht der Herausforderung. Vielen Dank dafür. Am 15. Juni 2015 gab es im BACC-Blog gleich zwei Antworten:

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Von: Marcus Reckermann (BACC-Projektkoordinator)
An: Sebastian Lüning

Datum: 15.6.2015

Thank you for your comment which touches an important point. In fact, the first two chapters on the Holocene conditions in the Baltic Sea region were added to this new book to put the recent warming into perspective, to treat this important subject. The results are clearly spelled out in the chapters and also in the Executive Summary in Chapter 1 so there is surely no hiding or downplaying of findings. Of course you can criticize that the postglacial warming was not explicitly mentioned in the press release, but a press release cannot repeat the complete content of the book but needs to be short and concise, and we need to choose which points wrap up the book in a few sentences as good as possible. In fact other aspects which other interest groups may find of outstanding importance are also not mentioned in the press release.

The BACC project is defined as purely scientific project, not being influenced by vested interests, be it by Oil Companies or Greenpeace. It is our intention to let the scientific evidence speak (in the form of published knowledge) and we try to describe the scientific consent but also we aim to state issues where there is not enough or contradicting evidence.

May I add that this book contains three chapters (Part 6) which attempt to draw together the state of knowledge concening the question if there are other factors also responsible for the regional contempory warming in the Baltic Sea region next to atmospheric CO2 (aerosols, land cover change). Please keep in mind that the findings in the book all refer to the Baltic Sea region and there is no claim made for the global scale.

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Von: Hans von Storch (zusammen mit zwei Kollegen Leiter des Instituts für Küstenforschung)
An: Sebastian Lüning

Datum: 15.6.2015 (weiterlesen …)

Unerwartete Entdeckung im Rahmen einer Doktorarbeit an der Universität Bremen: In der Zentralantarktis besitzt der CO2-Treibhauseffekt offenbar keine erwärmende Wirkung

Der Treibhauseffekt ist Zentralpunkt der Klimadiskussion. Der WWF erklärt ihn wie folgt:

Sonnenstrahlen treffen als ultraviolette Strahlung (UV) auf die Erdoberfläche und erwärmen diese. Ein Teil dieser Energie wird in Form von langwelliger infraroter Strahlung reflektiert, also wieder Richtung Weltraum zurückgeworfen. Von dieser reflektierten infraroten Strahlung wiederum wird ein Teil in der Atmosphäre von Gasen wie Wasserdampf, Ozon, Kohlendioxid (CO2) und anderen quasi zurückgehalten. Diese langwellige infrarote Sonnenstrahlung fällt zur Erde zurück und erwärmt sie wie ein Treibhaus. Dieser natürliche Treibhauseffekt ist damit so etwas wie eine gigantische, erdumspannende Temperaturregelung, die Leben unter den herrschenden Bedingungen ermöglicht.

Mehr CO2 bedeutet mehr Rückstrahlung Richtung Boden, also Erwärmung. Im Normalfall erhöht sich die Temperatur um 1,1°C pro CO2-Verdopplung, wie theoretische Berechnungen zeigen. Nun hat der IPCC jedoch eine ganze Reihe von fragwürdigen “Verstärkerprozessen” in die Gleichungen eingebaut, was letztendlich dreifach überhöhte Werte für die Klimasensitivität des CO2 geliefert hat. Gibt es diese Verstärker wirklich?

An der Universität Bremen wurde im Dezember 2014 eine hochinteressante Doktorarbeit zur Treibhauswirkung des CO2 fertiggestellt. Das pdf der Studie gibt es hier. Holger Schmithüsen ging dabei der Frage nach, ob der Treibhauseffekt wirklich stets erwärmt oder ob es regionale Unterschiede gibt. Das Ergebnis von Schmithüsens Dissertation ist spektakulär: In der zentralen Antarktis gilt die pauschale Annahme offenbar nicht. Mehr CO2 bewirkt hier nämlich rein gar nichts. Und noch überraschender: Zu bestimmten Jahreszeiten hat das CO2 sogar einen kühlenden Effekt.

Im Folgenden die Kurzfassung von Schmithüsens Arbeit:

Antarctic Specific Features of the Greenhouse Effect: a Radiative Analysis Using Measurements and Models
CO2 is the strongest anthropogenic forcing agent for climate change since pre-industrial times. Like other greenhouse gases, CO2 absorbs terrestrial surface radiation and causes emission from the atmosphere to space. As the surface is generally warmer than the atmosphere, the total long-wave emission to space is commonly less than the surface emission. However, this does not hold true for the high elevated areas of central Antarctica. For this region, it is shown that the greenhouse effect of CO2 is around zero or even negative. Moreover, for central Antarctica an increase in CO2 concentration leads to an increased long-wave energy loss to space, which cools the earth-atmosphere system. These unique findings for central Antarctica are in contrast to the well known general warming effect of increasing CO2 . The work contributes to explain the non-warming of central Antarctica since 1957.

 

Abbildung: Monatlich aufgeschlüsselter Treibhauseffekt des CO2 im Jahr 2006. Dunkelblaue Regionen besitzen eine kühlende Treibhauswirkung. Abbildung aus Schmithüsen 2015