Neues zum CLOUD-Experiment am CERN

Am 10. Mai 2013 erschien im ORF ein seltenes Interview mit dem Leiter des CLOUD-Experiments am Europäischen Kernforschungszentrum CERN, Jasper Kirkby. Im Rahmen des CLOUD-Projektes wird untersucht, inwieweit die Sonnenaktivität über die kosmische Strahlung und die Wolkenbildung Einfluss auf das Erdklima nimmt (siehe Kapitel 6 in unserem Buch “Die kalte Sonne“). Hier ein Auszug aus dem lesenswerten Interview:

ORF: Wie hängt die Sonnenaktivität mit den kosmischen Strahlen zusammen?

Kirkby: Kosmische Strahlen bestehen aus energiereichen, geladenen Teilchen. Wenn Sie unser Sonnensystem erreichen, werden sie durch Magnetfelder der Sonne abgelenkt. Vor allem durch das Magnetfeld des Sonnenplasmas. Wenn die Sonne aktiv ist, erreichen weniger kosmische Strahlen die Erde. Das ist der Zusammenhang zum Sonnenzyklus: Wenn viele Sonnenflecken da sind, bekommt die Erde um zehn bis 20 Prozent weniger kosmische Strahlen ab.

Dieser Zusammenhang ist gesichert?

Ja, das ist bestens belegt. Wir wissen auch, dass die kosmische Strahlung jeden Kubikzentimeter der Atmosphäre ionisiert. Unklar war bisher, ob das auch einen klimatischen Effekt haben könnte. Wolken sind jedenfalls für das Klima der Erde extrem wichtig. Angenommen, ich könnte sämtliche Wolken in der Atmosphäre wegzaubern: Dann würden 30 Watt zusätzliche Wärmeenergie auf jeden Quadratmeter der Erde treffen.

Um diese Zahl zu kontextualisieren: Die Erwärmung der Atmosphäre durch den Einfluss des Menschen wird derzeit mit 1,5 Watt pro Quadratmeter beziffert. Geringe Variationen der Wolkendecke könnten also große Wirkungen haben.

Was zeigen Ihre Experimente?

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können wir nicht sagen, ob kosmische Strahlen das Klima beeinflussen. Was wir bisher untersucht haben, ist die Produktion von Kondensationskeimen für Wolkentröpfchen. Und zwar solche, die aus Gasen entstehen: Der Fachbegriff dafür heißt “Gas-to-particle-conversion”. Sie machen rund die Hälfte der Kondensationskeime in der Atmosphäre aus. Die restlichen Keime stammen von Ruß und Staub.

Welche Gase sind an diesem Prozess beteiligt?

Wir haben uns zunächst Schwefelsäure und Ammoniak angesehen. Die Ergebnisse der ersten Versuche waren: Die kosmischen Strahlen verstärken die Bildung von Kondensationskeimen aus Gasen um den Faktor zehn. Aber das allein ist zu wenig, um die Wolkenbildung nennenswert zu beeinflussen. Laut unseren letzten Experimenten muss es noch andere Gase bzw. Dämpfe geben, die diesen Prozess verstärken. Vermutlich organische Substanzen.

Welche?

Die Ergebnisse sind gegenwärtig bei einer Fachzeitschrift unter Begutachtung. Ich kann leider nicht mehr darüber sagen. Nur so viel: Die Resultate sind sehr interessant. Im Laufe des Jahres wird es einige Veröffentlichung dazu geben.

Angenommen, Sie weisen nach, dass kosmische Strahlen tatsächlich die Wolkenbildung in größerem Maße fördern. Was würde das bedeuten?

Ich glaube, dass diese Experimente in zweierlei Hinsicht bedeutend sind. Zum einen, weil sie eine neue natürliche Quelle des Klimawandels aufzeigen würden. Und zum anderen, weil sie auch das Verständnis des anthropogenen Klimawandels verändern würden. Über Treibhausgase wissen wir gut Bescheid. Worüber wir viel zu wenig wissen, sind die Aerosole. Also Schwebeteilchen, die durch unsere Industrie in die Atmosphäre gelangen. Sie haben mit Sicherheit einen kühlenden Effekt. Nur haben wir keine Ahnung, wie groß dieser Effekt ist. Er könnte klein sein, aber auch sehr groß. Vielleicht ist er sogar so groß, dass er die Wirkung des zusätzlichen CO2 in der Atmosphäre ausgleicht. Wir wissen es nicht.

Weiterlesen auf ORF.at

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Der staatliche Radiosender “Stimmme Russlands” berichtete am 22. April 2013 über neue Ergebnisse des Pulkovo Observatoriums in Sankt Petersburg laut denen es aufgrund sinkender Sonnenaktivität in den kommenden Jahren und Jahrzehnten auf der Erde wieder etwas kälter werden soll. Während der 11-jährige Sonnenzyklus das Klima lediglich zu 1-2% beeinflusst, sitzt gemäß den russischen Wissenschaflern die wahre Klimakraft im 200-Jahreszyklus, dem sogenannten Suess-de Vries-Zyklus, der bis zu 50% des Klimageschehens ausmacht. Siehe auch Beitrage im German Herald.

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In einem kürzlichen Radiointerview mt einem kanadischen Sender bezeichnete der US-amerikanische Klimawissenschaftler James Hansen die Regierung Kanadas als Neanderthaler, da sie die angeblich offensichtlichen Hinweise auf eine bevorstehende Klimakatatrophe nicht sehen würden. Kanada hatte 2011 das Kyoto-Protokoll beerdigt.  Zudem hatte der kanadische Minister für natürliche Rohstoffe es doch tatsächlich gewagt, Hansens alarmistische Klimathesen zu hinterfragen. Ob Hansen vielleicht nicht mitbekommen hat, dass die Neandertaler heute als überaus fortschrittlich angesehen werden? Die Neue Zürcher Zeitung hatte Mitte 2012 über neue Erkenntnisse berichtet:

Das Gehirn des Neandertalers war gross, teilweise sogar grösser als jenes des modernen Menschen. Und wenn man bei diesen beiden Hominiden gleich grosse Gehirne finde, müsse man davon ausgehen, dass diese für gleich hohe kognitive Leistungen entstanden seien, erklärt Christoph Zollikofer von der Universität Zürich – ausser man flüchte sich in die letztlich unbeweisbare Annahme, dass das Neandertaler-Gehirn weniger effizient verschaltet gewesen sei. Hinzu komme, dass grosse Gehirne «teuer» seien, sowohl in der Entwicklung als auch im Unterhalt, und weitreichende Folgen für die Biologie eines Individuums hätten, etwa seine Lebensspanne oder die Überlebensrate. Daher sei anzunehmen, dass die Neandertaler ihr grosses Gehirn benutzt und nicht «zum Spass» entwickelt hätten, erklärt der Neurobiologe. Entsprechend hält Zollikofer es für sehr wahrscheinlich, dass moderner Mensch und Neandertaler über ähnliche geistige Kapazitäten verfügten. 

Siehe auch unsere Blogartikel “Was ist eigentlich aus James Hansens Temperaturvorhersage von 1988 geworden? Zeit für eine Überprüfung” und “Wer ist James Hansen?(weiterlesen …)

Hans von Storch hinterfragt Klimapäpste, erster Mai-Schnee in Arkansas seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und warum eigentlich will der Eon-Chef den CO2-Ausstoß so drastisch verteuern?

Ganz allmählich wird den deutschen Entscheidern bewusst, was für ein seltsames Klimaspiel mit ihnen die letzten Jahre getrieben wurde. Die Industrie-Webplattform ‘Welt der Fertigung’ brachte im Mai 2013 den lesenswerten klimaskeptischen Beitrag “Klimawandel: Die meteorologische Scheinwelt“, in der eine Vielzahl von Ungereimtheiten in den aktuellen IPCC-Modellen thematisiert wird.

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Eine australische Zeitung hatte schon frühzeitig erkannt, dass das Weltklima in Gefahr ist. Im Jahre 1881 berichtete die Zeitung ‘Bendigo Advisor’, dass der Zuwachs an Telegraphenleitungen möglicherweise zu einer Umpolung des Erdmagnetfeldes führen könnte, was zum Schmelzen der polaren Eismassen und einer klimatischen Katastrophe führen würde. Wir können von Glück sagen, dass die Telegraphen heute alle vom Markt genommen wurden, was im Sinne des Klimaschutzes ausdrücklich zu begrüßen ist. Ob auch das Internet zu einer Umpolung und Gletscherschmelze führen kann, ist derzeit noch unbekannt.

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In den Philosophical Transactions der Royal Society erschien Ende 2010 eine Arbeit, in der für Wirtschaftkrisen als Klimaschutzmaßnahmen geworben wird. Suchen Sie im frei verfügbaren pdf des Artikels einmal nach folgendem Satz:

“dangerous climate change can only be avoided if economic growth is exchanged for a period of planned austerity”

Eurokrise als Klimaschutzmaßnahme?

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Der Klimawandel schreitet immer weiter voran und die Klimarekorde purzeln wie die Kegel. Aus dem US-Bundesstaat Arkansas ist jetzt eine solche neue Bestleistung bekannt geworden. Zum allerersten Mal in der gesamten, langen Geschichte der Wetteraufzeichnungen hat es jetzt im Jahr 2013 in Arkanas im Monat Mai Schnee gegeben. Eneut hat der Klimawandel erbarmungslos zugeschlagen und Schuld ist natürlich der  Mensch. Wer denn sonst.

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In der Welt vom 29. April 2013 erschien ein interessater Artikel mit dem Titel “”Wissenschaftler sollten nicht Priester spielen”, in dem Welt-Redakteur Jens Meyer-Wellmann mit Klimaforscher Hans von Storch unter anderem über die Elbvertiefung und den Klimawandel spricht. Hier ein Auszug:

“Es gibt leider in der Klimaforschung die Tendenz, absolute Wahrheiten zu verkünden und diese gleich mit Handlungsanweisungen zu verknüpfen”, sagte von Storch. “Der Klimapapst sagt, was zu tun ist, und für die Bürger gilt: Maul halten. Wissenschaftler nehmen mittlerweile die Rolle von Schamanen oder Priestern ein. Das ist nicht die Aufgabe von Wissenschaft. Wissenschaft soll helfen, Probleme zu verstehen. Und Möglichkeiten zeigen, damit umzugehen, am besten viele Möglichkeiten. Danach muss der politische Prozess entscheiden, welchen Weg wir nehmen.”

Einige seiner Forscherkollegen verwendeten aber gerne “Storys, die hin zur Katastrophe weisen”, so der Professor für Meteorologie. Ein Beispiel sei die Annahme, wir würden in unserer Region “mörderisch heftige Stürme” bekommen. Dafür gebe es aber überhaupt keine Hinweise. “Das Ganze hat auch einen kulturellen, anthropologischen Hintergrund”, sagte von Storch. “Wenn man sündigt, wird man bestraft. Und die Strafe hat auch immer eine Umweltdimension, da gehörten früher auch schon Stürme dazu. Früher ging es um Gottes Strafe, heute um eine Strafe der Natur. Die Natur soll den Menschen im Zaum halten. Und dazu sehen wir dann idiotische Filme wie ‘The day after tomorrow.’”

Mit “peppigen” und verkürzten Aussagen wie “Es wird keinen Schnee mehr geben”, setzten die “Lautsprecher” unter den Forschern die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft insgesamt aufs Spiel.

Weiterlesen auf welt.de

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Das Manager Magazin brachte am 27. April 2013 die Meldung “Eon-Chef will CO2-Ausstoß drastisch verteuern”:

Eon-Chef Johannes Teyssen fordert eine neue Klimaschutzinitiative. Ohne strengere Klimaziele drohe eine Dekade des Stillstands im Kampf gegen die Erderwärmung, sagte Teyssen im Interview mit der “Süddeutschen Zeitung”. “Der europäische Emissionshandel ist ein todkranker Patient. Entweder therapieren wir ihn jetzt schnell, oder er stirbt”, warnte er. “Und das hätte nicht nur für den Klimaschutz kaum absehbare negative Folgen.”

Überraschende Aussagen des Chefs von Deutschlands größtem Stromversorger. Wie wurde er zum Anhänger der fragwürdigen IPCC-Klimakatastrophentheorie? Spielt hier vielleicht eine Rolle, dass Eon viel weniger Kohlekraftwerke besitzt als direkte Mittwettbewerber? Das Manager Magazin schrieb am 5. März 2013:

Der größte Wettbewerber [von RWE] Eon dagegen hält nur Beteiligungen an drei Braunkohleblöcken, ist aber Spitzenreiter bei Atomkraft und Erdgas – den beiden Verliererthemen. Das hilft zu erklären, warum sich die früher unzertrennlichen Stromkonzerne in öffentlichen Äußerungen zur Energiepolitik neuerdings so stark unterscheiden.

Eon hatte in letzter Zeit verstärkt auf Gaskraftwerke gesetzt, die sich unter den aktuellen Rahmenbedingungen jedoch als unrentabel herausstellten. Sind es daher wirklich klimawissenschaftliche Überzeugungen, die Teyssen hier antreiben? Zweifel dürfen angemeldet werden.

 

Klimawandel führt zu mehr Magenverstimmungen, Übergewichtige treiben die Temperaturen in die Höhe und Leipziger Strombörse mit weihnachtlicher Strombeschenkung

Ein mit 2,4 Millionen Euro von der EU gefördertes Forschungsprojekt hat nun herausgefunden, was wir schon immer befürchtet haben: Der Klimawandel wird in der Bevölkerung zu mehr Magenverstimmungen führen. Die stolzen Studienautoren verkündeten ihre neuen Erkenntnisse jetzt via Pressemitteilung auf der Webseite der Europäischen Kommission.  Das Resultat war allerdings bereits zu erwarten gewesen, denn der Klimawandel ist bekanntlich für fast sämtliches Übel auf der Welt verantwortlich. In  China fiel zum Beispiel neulich ein Sack Reis um. Schuld daran war die Klimakatastrophe, durch deren verheerendes Wirken die Reiskörner schwach und krank wurden, was schließlich zum Kollaps des Sackes geführt hat. Die Forscher wollen sich jetzt in einem zukünftigen Projekt in der chinesischen Provinz Chinzu um einen Bilderrahmen kümmern, der vom Haken fiel. Die Experten vermuten, dass auch hier das sich wandelnde Klima seine Finger mit im Spiel hat.

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Und hier gleich noch eine wirklich aufschlussreiche Studie, über die der Scientific American Mitte 2012 berichtet hatte: Übergewichtige Menschen sind schlimmere Klimasünder als normalgewichtige Mitbürger. Wird Peter Altmeier unter diesen Umständen Bundeumweltminister bleiben können? Noch ist unklar, wie die Schwergewichte nun für diesen zusätzlichen Klimaschaden haftbar gemacht werden sollen. All jene, die sich keine Klimazertifikate leisten können, müssen demnächst wohl etwas langsamer atmen, um de persönlichen CO2-Fußabdruck wieder auszugleichen.

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Zu Weihnachten 2012 ereignete sich an der Strombörse in Leipzig ein Weihnachtswunder. In den frühen Morgenstunden des ersten und zweiten Weihnachtstages zeigte man sich dort in feierlicher Geberlaune und verschenkte massenhaft Strom. Lesen Sie im Folgenden die von Helmut Alt aufgezeichnete wundersame aber wahre Geschichte aus dem Energiewendeland Deutschland:

Am ersten und zweiten Weihnachtstag wurden an der Strombörse in Leipzig in der Zeit ab Mitter-nacht bis 9 Uhr morgens auf dem PHELIX-Spotmarkt 689 Millionen kWh verkauft (verschenkt) und die Käufer (Beschenkten) erhielten aus Dank, dass diese den Strom abgenommen hatten, noch 74,88 Millionen Euro dazu geschenkt. Da dieser – aus technischen Gründen überschüssige – Stromanteil der Windanlagenbetreiber aber von den ÜNB`s wie Amprion, Tennet, 50 Hertz und EnBW für rd. 70 Millionen € nach dem EEG im Netz aufgenommen, vergütet und an die Börse gebracht werden musste, gehen die insgesamt ent-standenen Kosten in Höhe von 144,88 Millionen € zu Lasten aller Stromverbraucher!

Weiterlesen auf der Webseite von Prof. Dr.-Ing. Helmut Alt (pdf)

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Im Gegensatz zur deutschen Bundeskanzlerin, die noch immer krampfhaft an klimaalarmistischen Beratern wie Hans Joachim Schellnhuber festhält, ist beim britischen Premierminister offenbar nun ein erstes Umdenken zu erkennen. Seit Mai 2013 lässt sich David Cameron im Bereich der Außenpolitik von einem der prominentesten Klimaskeptiker des Landes beraten. Peter Lilley war einer der vier Parlamentarier, die gegen das Klimawandelgesetz gestimmt hatten.

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Anfang des Jahres (2013) hat Michael Miersch einen beachtenswerten Vortrag mit dem Titel “Warum ich Optimist geworden bin” auf dem Freihheitssymposium 2013 gehalten. Die Einführung zum Vortrag gibt Alexander Neubacher.

 

Einstein über die Dummheit

Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

Albert Einstein

 

Mojib Latif hatte Recht: Wohl keine Erwärmung in den nächsten Jahren

Von Frank Bosse

In  Mojib Latifs Arbeit „Is the Thermohaline Circulation changing“ (Latif et al. 2006) kommt er mit seinen Co- Autoren zu dem Schluss, dass die thermohaline Zirkulation einem Auf und Ab unterworfen ist.  Die thermohaline Zirkulation, umgangssprachlich auch globales Förderband genannt, ist ein Bündel von Meeresströmungen, die Ozeane miteinander verbinden und sich dabei zu einem Kreislauf globalen Ausmaßes vereinen. Im Nordatlantik wird die thermohaline Zirkulation als MOC (Meridional Overturning circulation) wahrgenommen: Bestandteile sind hier der Golfstrom und der Nordatlantikstrom.

In seiner Arbeit untersucht Latif den rhythmischen Wechsel des Druckluftunterschieds zwischen dem Islandtief und dem Azorenhoch, Nordatlantische Oszillation (NAO) genannt, in den Monaten Dezember-März (NAO DJFM). Latif und Kollegen stellen nun dieser atmosphärischen „Druckschaukel“ den Unterschied der Wasseroberflächentemperaturen  (SST- sea surface temperatures) zwischen Teilen des Nordatlantiks und des südlichen Atlantiks gegenüber. In Abbildung 3 der Arbeit ist  die Winter-NAO (DJFM) [Nordatlantische Oszillation, Dezember-März] dargestellt (Schattenlinie) und der definierte SST-Dipol-Index, der ein Ausdruck der Meridionalen Overtuning Circulation (MOC) sei. In der Bildunterschrift wird erklärt, dass die Winter-NAO mit ca. einem Jahrzehnt die MOC anführt und wohl der treibende Faktor der MOC ist.

 

 

Abbildung 3 aus Latif et al. (2006)

 

Schreibt man die Beobachtung bis Ende 2012 bzw. 2013 für die NAO und die Meeresoberfächentemperatur fort, ergibt sich das nachfolgende Diagramm. Zusätzlich wurden in das Bild die Temperaturen der nördlichen Hemisphäre (NH, rot) 11-jährig geglättet aufgenommen.

Nordatlantische Oszillation (NAO, grau), Temperatur der nördlichen Hemisphäre (HadCRUT4 NH, rot), Latif’s “atlantischer Dipol” Parameter der Meeresoberflächentemperatur (Atlantic Dipole SST, blau, ungeglättet und 11-jährig geglättet)

 

Gut zu sehen ist, dass sich der Peak der NAO in 1992 mit 14 Jahren Verzögerung wie bereits 2006 vorhergesagt im Peak des atlantischen Dipols und in den Temperaturen der NH manifestiert. Der weitere Verlauf der NAO lässt den Schluss zu, dass sowohl der SST-Dipol als auch die Temperaturen der NH nicht weiter steigen werden, bis mindestens 2020.

In einer weiteren Arbeit aus 2008 legt das Team um Latif nach: Sie wagen eine Vorhersage und erklären:

„Our results suggest that global surface temperature may not increase over the next decade, as natural climate variations in the North Atlantic and tropical Pacific temporarily offset the projected anthropogenic warming.”

Oder hier nochmal Latif im Originalton auf deutsch in einem kürzlichen Interview im Deutschlandfunk auf die Frage, warum es denn in den letzten Jahren gar nicht mehr wärmer geworden ist:

Latif: Ja, das ist völlig normal. Ich selber habe ja in einer Studie im Magazin “Nature” schon darauf hingewiesen 2008, dass es so eine Atempause geben wird. Das sind einfach die natürlichen Klimaschwankungen, die arbeiten mal mit, mal gegen die globale Erwärmung. Aber langfristig pendelt sich das aus und langfristig wird einfach die Temperatur ansteigen. Deswegen noch mal: Nächstes Jahr, übernächstes Jahr, das bedeutet gar nichts, selbst wenn die Temperatur nicht weiter steigen würde. Wir haben immer 2050, 2100 im Blick, das heißt die langfristige Entwicklung.

Ehring: Trauen Sie sich denn eine mittelfristige Prognose für die nächsten Jahre zu?

Latif: Nein. Da sind wir noch ganz am Anfang. Wie gesagt, ich habe es nur einmal probiert 2008, das scheint ja ganz in Ordnung gewesen zu sein, bisher jedenfalls. Wir haben gesagt, bis 2015 wird die Erderwärmung nicht weitergehen. Ich denke mal, dann werde ich mich aufraffen mit meinen Kollegen zusammen und dann werden wir wieder neue Prognosen machen. Mal sehen, wie es dann aussehen wird. (weiterlesen …)

Deutscher Wetterdienst konzediert: „Die Erdmitteltemperatur stagniert seit etwa 15 Jahren auf hohem Niveau”

Der Realismus kehrt allmählich zurück. In einer Pressemeldung vom 7. Mai 2013 bestätigte der Deutsche Wetterdienst (DWD) jetzt einen Umstand, den einige Anhänger der Klimakatastrophe noch immer nicht wahr haben wollen:

„Die Erdmitteltemperatur stagniert seit etwa 15 Jahren auf hohem Niveau”

Es wäre schön, wenn der DWD in einem nächsten Schritt nun auch die bedeutende Rolle natürlicher Klimafaktoren im aktuellen Klimageschehen einräumen würde.

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Im Focus erschien am 5. Mai 2013 ein interessanter Artikel mit dem Titel “Klimaforscher streiten über die Macht der Sonnenflecken”, in dem die Klimawirkung von Sonnenaktivitätsschwankungen diskutiert wird.

Russische Wissenschaftler warnten jüngst wieder vor einer katastrophalen Abkühlung des Erdklimas – einer nächsten Eiszeit. Grund dafür seien die Zyklen der Sonnenflecken. Doch die sind längst nicht so regelmäßig wie vermutet.

Kommt nun eine neue Kleine Eiszeit, oder kommt sie nicht? Darüber streiten echte und selbsternannte Klimaforscher seit geraumer Zeit. Auch manche Medien heizen die Debatte an. So warnte jüngst die „Welt“ unter Berufung auf „russische Wissenschaftler“ vor einer katastrophalen Abkühlung des Erdklimas (allerdings sind beide nicht als Klimatologen bekannt, sie haben laut „Welt“ ihre Studie für das Forschungsinstitut Vniigaz des Gazprom-Konzerns erarbeitet).

Sonnenflecken als Klimabeeinflusser

Anlass des Disputs war das eigenartige Verhalten der sogenannten Sonnenflecken. Sonnenflecken sind dunkle Punkte auf der Sonne, verursacht von Magnetfeldern. Die Aktivität der Sonne schwankt in Zyklen von etwa elf Jahren. Dabei gibt es Zeitpunkte mit einem Fleckenminimum und solche mit einem Fleckenmaximum. Experten vermuten, dass bei einem Ausbleiben der Sonnenflecken die auf der Erde ankommende Strahlungsenergie der Sonne etwas schwächer wird. Als Folge würde es dann kälter auf der Erde. Im Frühjahr 2007 hatte der letzte der elfjährigen Zyklen sein Minimum erreicht. Damit sank auch die Zahl der Sonnenflecken auf einen Tiefpunkt.
Nun sollte ein neuer Zyklus starten, verbunden mit der Rückkehr der dunklen Flecken. Es war der 24. Zyklus seit Beginn der systematischen Sonnenbeobachtung Mitte des 18. Jahrhunderts. Doch auf unserem Zentralgestirn blieb es ruhig, kaum ein Sonnenfleck tauchte auf. Im Jahr 2009 waren 260 Tage fleckenlos, 2008 sogar 266 Tage. Es war damit das fleckenärmste Jahr seit 1913, und seit 1849 gab es nur drei noch fleckenärmere Jahre.

Weiterlesen auf focus.de

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Kennen Sie den “Dunning-Kruger-Effekt”? Wikipedia weiß:

Als Dunning-Kruger-Effekt bezeichnet man eine Spielart der kognitiven Verzerrung, nämlich die Tendenz inkompetenter Menschen, das eigene Können zu überschätzen und die Leistungen kompetenterer Personen zu unterschätzen. Der populärwissenschaftliche Begriff geht auf eine Publikation von David Dunning und Justin Kruger aus dem Jahr 1999 zurück.

„Wenn jemand inkompetent ist, dann kann er nicht wissen, dass er inkompetent ist. […] Die Fähigkeiten, die man braucht, um eine richtige Lösung zu finden, [sind] genau jene Fähigkeiten, um zu entscheiden, wann eine Lösung richtig ist.“
– David Dunning

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Frank Bosse berichtet in diesem Blog allmonatlich über die Entwicklung der Sonnenaktivität. Das Solar Dynamics Observatory der NASA hat jetzt einen sehenswerten Videoclip zusammengestellt, der die Aktivitätsentwicklung unserer Sonne für die letzten 3 Jahre zeigt:

 

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Die Weltwoche brachte am 2. Mai 2013 einen lesenswerten Artikel mit dem Titel “Warten auf die Katastrophe”:

Überschwemmungen und Trockenzeiten, Erdrutsche und Hagelschlag drohen der Schweiz wegen des Klimawandels, in ferner Zukunft zumindest. Gegenwärtig sehen die Forscher keinerlei Trend – zum Handeln drängen sie die Schweizer gleichwohl.

Der Satz dient als Motto für ein erfülltes Bürokratenleben. «Auch wenn aktuell kein Problem von erheblichem Ausmass vorliegt», schrieb das Bundesamt für Umwelt in einem Bericht zur Wasserknappheit, so bestehe doch «ein unbefriedigender Zustand mit Defiziten und Verbesserungsbedarf, dem mit der Entwicklung geeigneter Lösungen rechtzeitig zu begegnen ist». Und diese Lösungen für nicht vorhandene Probleme findet nur der Staat. 

Nach dem trockenen Sommer 2009 wollte SVP-Nationalrat Hansjörg Walter eigentlich mit einem Postulat nur wissen, wie das knappe Wasser in solchen Zeiten zu verteilen sei. Das Bundesamt aber legte als Antwort nach gut zwei Jahren Selbstbeschäftigung dem Bundesrat einen 87-seitigen Bericht vor. Dieser hielt fest, die Schweiz erweise sich gemäss einer Analyse des Hitzesommers 2003 als «gegenüber Trockenperioden relativ unempfindlich» und verfüge dank einer «Gunstlage» auch in Zukunft über genügend Wasser. Aber: Die ­Klimaforscher sagen für die zweite Hälfte des Jahrhunderts heisse und trockene Sommer ­voraus – um dieses Problem müsse sich die Verwaltung kümmern. 

Planung um der Planung willen

Wir haben kein Problem, also machen wir uns welche: Es ist das Motto vieler Bürokraten, nirgends aber so wie im Umgang mit dem Klimawandel. Denn es gilt nicht nur, das Land auf ­Hitze und Dürre vorzubereiten, sondern auch auf Extremereignisse wie Starkregen und Windstürme samt ihren katastrophalen Folgen. «Wenn immer verheerendere Unwetter ­unsere Infrastrukturen, Dörfer und Städte ­verwüsten, werden wir immer wieder mit gros­sem Leid und hohen Kosten konfrontiert», warnt CVP-Nationalrätin Kathy Riklin, die Präsidentin des «Beratenden Organs für Fragen der Klimaänderung», das schon seit 1996 den Schweizern schlimme Folgen verheisst, wenn sie nicht auf Benzin und Gas verzichten. Und auch der aktuelle Bericht «Klimaänderung in der Schweiz», den die Bundesämter für Umwelt und für Meteorologie Anfang ­April veröffentlichten, mahnt – mit immerhin weniger alarmistischem Vokabular – zum Handeln: «Um geeignete wirtschaftliche und politische Anpassungen vornehmen zu können, müssen die schädlichen Folgen der Klimaänderungen früh genug nachgewiesen und die Wirksamkeit der getroffenen und vorgesehenen Massnahmen evaluiert werden.»

Weiterlesen auf weltwoche.ch (für Abonnenten)

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And now for something completely different:

Siehe auch tagesschau.de

Klimawandel lässt Menschen in Peru frieren

Im Dresdner UniversitätsJournal vom 13. November 2012 (Nr. 18) erschien auf der Titelseite ein überraschender Artikel aus dem wir hier einen Auszug bringen:

Klimawandel lässt Menschen in Peru frieren

Humboldt-Stipendiatin Andrea Vásquez befasst sich an der TUD mit Klimaproblemen ihrer Heimat

Seit Oktober 2012 arbeitet Andrea Váquez als Humboldt-Stipendiatin an der TU Dresden. Am Institut für Bauklimatik der Fakultät Architektur befasst sich die 36-jährige peruanische Mechatronik-Ingenieurin zunächst ein Jahr lang damit, wie Passivhaus-Technologiekonzepte in ländlichen Häusern der kalten Hochlandregionen Perus adaptiert werden können. Die Förderung im Programm »Internationale Klimaschutzstipendien für Entwicklungs- und Schwellenländer« hilft ihr dabei.

Viele Regionen der Erde erwärmen sich durch den Klimawandel. In den Hochregionen Perus ist es anders. »In den Anden treten immer häufiger kalte Winde und Frost auf. In bewohnten Höhenlagen unterhalb 3500 m kommt es immer öfter zu Nachttemperaturen bis minus 20 Grad Celsius und die kalte Jahreszeit verlängert sich«, berichtet sie. »Für die dortigen zwei bis drei Millionen Menschen, die Landwirtschaft und die Umwelt hat das dramatische Folgen. Die traditionellen Häuser genügen nicht mehr den thermischen Mindestanforderungen. Oft kühlt sich die Raumluft bis unter 2 Grad Celsius ab. Die Bevölkerung verbraucht dadurch mehr natürliche Brennstoffe, Abholzen gefährdet den Baumbestand, viele vor allem junge Menschen wandern in die großen Städte aus. Das traditionelle Vieh, Alpaka und Lama, leidet zunehmend unter Fehlgeburten.«

Weiterlesen im Dresdner UniversitätsJournal (pdf). Ob diese Kälte auf der Südhalbkugel auch irgendwie mit dem schwindenden arktischen Eis zu tun hat? Potsdam, bitte melden Sie sich.


Mit Dank an D. Ufer.
Foto: Martin St-Amant (S23678) / Lizenz: This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

 

Steine, die einem in den Weg gelegt werden

Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen

Johann Wolfgang von Goethe

 

Bald kein Schnee mehr in der Schweizer Alpen? MeteoSwiss-Studie widerspricht und belegt Zunahme der Schneemengen seit 2000

Es war einmal….

Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben.

Dieses Märchen hatte uns Mojib Latif im Jahr 2000 in einem Spiegel-Beitrag erzählen wollen. Dem Modell folgend, erschien sechs Jahre später eine OECD-Studie, die zu dem Schluss kam, dass sich die Schweiz ernsthaft Sorgen um ihren Schnee machen müsse. Die Webplattform Swissinfo.ch berichtete damals:

Fast die Hälfte aller Skigebiete in der Schweiz muss wegen dem Klimawandel um die Schneesicherheit fürchten. Zu diesem Schluss kommen eine europäische und eine Schweizer Studie. [...] Der durchschnittliche Temperaturanstieg war in den vergangenen zweieinhalb Jahren drei mal grösser als im globalen Durchschnitt. Die Jahre 1994, 2000, 2002 und 2003 seien die wärmsten der letzten 500 Jahre gewesen. Die Modell-Rechnungen würden zeigen, dass in den kommenden Jahrzehnten die Entwicklung noch schneller fortschreiten dürfte. Weder Schneekanonen noch andere Massnahmen sind für die OECD-Forscher ein geeignetes Mittel. Möge künstliche Beschneiung heute noch wirtschaftlich sein, sei sie in Zukunft viel aufwändiger und ab einem gewissen Niveau nicht mehr möglich. Für OECD-Forscher Agrawala wird heute zu viel auf Technologie statt auf einen Strategiewechsel im Tourismusmarketing gesetzt.  

Heute wissen wir, dass Mojib Latif mit seinen Befürchtungen voll daneben lag. In den letzten Wintern gab es Schnee in rauhen Mengen. Zudem sind die Temperaturen seit Latifs Fehlprognose 2000 nicht mehr angestiegen. Und auch die auf Swissinfo.ch zitierte OECD-Studie scheint die Situation vollkommen falsch eingeschätzt zu haben. Mittlerweile sind 7 weitere Jahre ins Land gegangen, hat sich die Schneeschmelze in den Schweizer Alpen wirklich so rasant weiterentwickelt wie vom OECD und Swissinfo.ch orakelt? Hierzu schauen wir in eine neue Arbeit einer schweizerischen Forschergruppe um Simon Scherrer vom Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSwiss, die im Februar 2013 im International Journal of Climatology erschien. Die Wissenschaftler schauten sich die schweizerische Schneestatistik der letzten 150 Jahre an und fanden eine große Variabilität ohne langfristige Trends. Und noch eine große Überraschung: Seit 2000 haben die Schneemengen in der Schweiz wieder zugenommen. Dies wird als mögliche Folge des Temperaturplateaus gesehen, wobei die Wintertemperaturen in den letzten Jahren sogar leicht gefallen sind. Offensichtlich ist die vom OECD befürchtete Schneeschmelze nicht eingetreten und das Gegenteil ist der Fall. Von schnell steigenden Temperaturen in den Alpen ist ebenfalls keine Spur. Die OECD-Studie entpuppt sich als trauriger Fehlschlag.

Im Folgenden die Kurzfassung der neuen MeteoSwiss-Arbeit im englischen Original:

We present a climate analysis of nine unique Swiss Alpine new snow series that have been newly digitized. The stations cover different altitudes (450–1860 m asl) and all time series cover more than 100 years (one from 1864 to 2009). In addition, data from 71 stations for the last 50–80 years for new snow and snow depth are analysed to get a more complete picture of the Swiss Alpine snow variability. Important snow climate indicators such as new snow sums (NSS), maximum new snow (MAXNS) and days with snowfall (DWSF) are calculated and variability and trends analysed. Series of days with snow pack (DWSP) ≥ 1 cm are reconstructed with useful quality for six stations using the daily new snow, local temperature and precipitation data. Our results reveal large decadal variability with phases of low and high values for NSS, DWSF and DWSP. For most stations NSS, DWSF and DWSP show the lowest values recorded and unprecedented negative trends in the late 1980s and 1990s. For MAXNS, however, no clear trends and smaller decadal variability are found but very large MAXNS values (>60 cm) are missing since the year 2000. The fraction of NSS and DWSP in different seasons (autumn, winter and spring) has changed only slightly over the ∼150 year record. Some decreases most likely attributable to temperature changes in the last 50 years are found for spring, especially for NSS at low stations. Both the NSS and DWSP snow indicators show a trend reversal in most recent years (since 2000), especially at low and medium altitudes. This is consistent with the recent ‘plateauing’ (i.e. slight relative decrease) of mean winter temperature in Switzerland and illustrates how important decadal variability is in understanding the trends in key snow indicators.

 

Siehe auch englischsprachiger Beitrag auf notrickszone.com.
Foto: Huber Gerhard / This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Klimawandel seit der Kleinen Eiszeit: Die Wirkung der Sonne wurde unterschätzt

Von Horst Malberg
Univ. Prof. (A.D.) für Meteorologie und Klimatologie

Die über den Klimawandel und seine primäre Ursache aussagekräftigsten Klima-/ Temperaturreihen finden sich in West- und Mitteleuropa. Dabei reichen die Beobachtungsdaten der Central England Temperatures (CET) bis ins 17. Jahrhundert, die der Mitteleuropareihe (Klimamittel aus Berlin, Basel, Prag, Wien) bis 1701 zurück. Bei der nachfolgenden Analyse ab 1671 wurden für die drei Dekaden 1671-1700 die Mitteleuropatemperaturen aus den CET-Daten abgeleitet (Reduktionsfaktor –0,5°C).

In den Beiträgen zur Berliner Wetterkarte (BWK) SO 29/09 bzw. SO 37/09 war der Zusammenhang zwischen Sonnenaktivität und Klimawandel in Mittel- bzw. Westeuropa getrennt untersucht worden. Im ersten Fall konnte dadurch die Auswirkung des integralen solaren Effekts auf einen primär kontinental geprägten, im zweiten auf einen ozeanischen Klimabereich erfasst werden. In Analogie zur Betrachtung des globalen Klimawandels, d.h. des Mittels aus primär ozeanischer Südhemisphäre und stark kontinental geprägter Nordhemisphäre, wird bei der vorliegenden Analyse eine Europa-Temperaturreihe als Mittel aus Central-England-Reihe und Mitteleuropareihe gebildet. Auf diese Weise wird eine repräsentative empirische Aussage über die integralen (direkten und indirekten) Auswirkungen solarer Aktivitätsänderungen auf den Klimawandel seit der Kleinen Eiszeit möglich.

Sonnenaktivität und Temperaturverhalten

In Abb. 1 ist die mittlere Sonnenfleckenzahl je Sonnenfleckenzyklus als Maß für die solare Aktivität wiedergegeben. Deutlich sind sowohl die kurzzeitlichen Fluktuationen als auch die klimarelevanten langzeitlichen Änderungen der Sonnenaktivität zu erkennen. Dem solaren Aktivitätsminimum im 17. Jahrhundert, dem Maunder-Minimum, folgte eine Zunahme der Sonnenaktivität im 18. Jahrhundert: der „ruhigen“ Sonne folgte eine zunehmend „aktive“ Sonne. Am Ende des 18. Jahrhunderts begann erneut eine Phase geringer Sonnenaktivität, das sog. Dalton-Minimum. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzte erneut eine anhaltende Phase zunehmender Sonnenaktivität ein. Diese hielt bis zum Ende des 20.Jahrhunderts an. Seither nimmt die Sonnenaktivität wieder deutlich ab. In Abb.2 sind für denselben 330-jährigen Zeitraum die dekadischen Mitteltemperaturen in Europa dargestellt. Auch diese weisen eine hohe Fluktuation auf. Die Ursache dafür sind die vielfältigen
kurzfristigen Einflüssen von Ozean (v.a. El Niño/La Niña), Biosphäre, Sonnenaktivität und Vulkanismus auf die Atmosphäre.

Der langfristige Klimaverlauf wird durch die Ausgleichskurve beschrieben. Dem Temperaturminimum der Kleinen Eiszeit im 17. Jahrhundert folgte ein Temperaturanstieg im 18. Jahrhundert. Am Ende des 18. Jahrhunderts setzte eine rapide Abkühlung ein. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts folgte erneut eine Erwärmung. Diese erreichte 1998 ihren Höhepunkt. Seither stagniert die Temperatur global bzw. weist einen Abkühlungstrend auf. Im Gegensatz zu der globalen Klimareihe seit 1850, die allein die letzte Erwärmung erfasst, also nur eine einzige Phase des Klimawandels der letzten Jahrhunderte, lässt die Europareihe eine Untersuchung des Klimawandels seit der Kleinen Eiszeit zu.

 

 

Empirische Klimaanalyse

Wie schon der optische Vergleich von Abb.1 und Abb.2 belegt, weisen die langzeitlichen Kurvenverläufe der solaren Aktivität und der Europa-Temperatur seit 1671 unverkennbar ein synchrones Verhalten auf. Als „Klima“ definiert die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) das Integral über alle Wetter-/Witterungsereignisse, erfasst durch die Mittelwerte, in einem mindestens 30-jährigen Zeitraum. Entsprechend dieser Definition spiegeln daher nicht kurzfristige Sprünge von Jahr zu Jahr oder Dekade zu Dekade, sondern allein die Langfristverläufe den (wahren) Klimawandel wider. In der gegenwärtigen Klimadebatte wird aber ständig gegen die WMO-Definition verstoßen. Wenn es in die Ideologie passt, werden einzelne Wetter-/Witterungsereignisse (Hurrikan „Sandy“, Überschwemmungen) oder einzelne Jahre/Jahreszeiten als Beleg für die anthropogene Erwärmungshypothese angeführt. Äußerungen dieser Art sind unseriös und zeugen von wenig meteorologischem Sachverstand. Entsprechend der WMO-Klimadefinition wurde die Datenanalyse für Klimaperioden von 3 Sonnenfleckenzyklen (im Mittel 33 Jahre) durchgeführt. Da der solare Klimaantrieb kontinuierlich auf unser Klimasystem wirkt, werden der Auswertung gleitende Klimaperioden von 3 Sonnenfleckenzyklen zugrunde gelegt. (weiterlesen …)