University of Leeds: Zwei Drittel der großen Unsicherheit zur klimatischen Wirkung von Aerosolen geht auf natürliche Aerosolschwankungen zurück

Im März 2015 brachte einer der Autoren des IPCC-Aerosol-Kapitels Bewegung in die Klimadiskussion (siehe „Direktor des Hamburger Max-Planck-Instituts für Meteorologie: Aerosole kühlen weniger stark als vormals angenommen“). Aerosole stellen eine der wichtigsten Stellschrauben in den Klimamodellen dar und können das Simulationsresultat je nach Voreinstellung dramatisch verändern. Wir wollen die klimatische Bedeutung der atmosphärischen Schwebstoffe in einer kleinen Artikelserie näher beleuchten. Was gib es Neues in der Aerosolforschung?

Die Signifikanz der Aerosole für das Klima wird am folgenden Beispiel aus der Süddeutschen Zeitung vom 17. Mai 2010 deutlich:

Wer hat nicht schon einmal den Eindruck gehabt, dass das Wetter am Wochenende häufiger schlecht ist, als an normalen Wochentagen? Klar – aber vermutlich haben die meisten dieses Gefühl, dass Regenwolken besonders gern dann aufziehen, wenn man gerade den Grill angeworfen hat, ins Reich der selektiven Wahrnehmung verwiesen. Zu Unrecht, wie Karlsruher Wissenschaftler jetzt vermuten. Ihren Daten zufolge scheint an Wochentagen tatsächlich häufiger die Sonne, als an Wochenenden - und schuld daran ist der Mensch! Ursache des Phänomens sind offenbar Abgase, die wegen des Berufsverkehrs vor allem in der Woche ausgestoßen werden, berichten die Forscher im Fachmagazin Geophysical Research Letters (Bd. 34, S. L03819, 2007).

Weiterlesen in der Süddeutschen Zeitung

Unerwartet. Abgase des Berufsverkehrs vertreiben als Schönwettermacher die Wolken. Leute, fahrt mehr Auto! Haha, Scherz. In der Kurzfassung der erwähnten Arbeit von Dominique Bäumer und Bernhard Vogel heißt es:

An unexpected pattern of distinct weekly periodicities in climatological variables in Germany
Statistical analyses of data from 12 German meteorological stations meeting WMO standards in the period 1991–2005 are presented. These stations represent different local climate conditions in terms of both meteorology and pollution situation. For the average over data of all stations, we identified significant weekly periodicities in many variables such as temperature, daily temperature range, sunshine duration, cloud amount, precipitation, and precipitation frequency. Not only data of stations situated in congested urban areas, but also data of remote stations as e.g. on Mount Zugspitze 2960 m above sea level in the Alps showed significant in-phase weekly cycles. These weekly periodicities cannot be explained completely by local pollution effects or local heat emissions. We tend towards the hypothesis that the anthropogenic weekly emission cycle and the subsequent aerosol cycle interact with the atmospheric dynamics on a larger scale which leads to a forcing of a naturally existing 7-day period among the spectrum of atmospheric periods.

Im November 2013 hatte eine Forschergruppe um Ken Carslaw von der University of Leeds in einem Paper in Nature darauf hingewiesen, dass die bestehende Unsicherheit der Aerosole in den Klimamodellen zu zwei Dritteln mit natürlichen Aerosol-Veränderungen zusammenhängt. Lediglich ein Drittel der Modellierungsunsicherheit geht auf anthropogene Aerosole zurück. Carslaw und Kollegen fordern daher eine verstärkte Erforschung der vorindustriellen Klimaveränderungen und der entsprechenden Aerosol-Entwicklung. In der Kurzfassung der Arbeit schreiben die Autoren:

Large contribution of natural aerosols to uncertainty in indirect forcing
The effect of anthropogenic aerosols on cloud droplet concentrations and radiative properties is the source of one of the largest uncertainties in the radiative forcing of climate over the industrial period. This uncertainty affects our ability to estimate how sensitive the climate is to greenhouse gas emissions. Here we perform a sensitivity analysis on a global model to quantify the uncertainty in cloud radiative forcing over the industrial period caused by uncertainties in aerosol emissions and processes. Our results show that 45 per cent of the variance of aerosol forcing since about 1750 arises from uncertainties in natural emissions of volcanic sulphur dioxide, marine dimethylsulphide, biogenic volatile organic carbon, biomass burning and sea spray. Only 34 per cent of the variance is associated with anthropogenic emissions. The results point to the importance of understanding pristine pre-industrial-like environments, with natural aerosols only, and suggest that improved measurements and evaluation of simulated aerosols in polluted present-day conditions will not necessarily result in commensurate reductions in the uncertainty of forcing estimates.

In der begleitenden Pressemitteilung der University of Leeds erläutern die Wissenschaftler ihre Ergebnisse:

Climate change scientists must turn their attention to clean skies
Natural aerosols, such as emissions from volcanoes or plants, may contribute more uncertainty than previously thought to estimates of how the climate might respond to greenhouse gas emissions. An international team of researchers, led by the University of Leeds, has shown that the effect of aerosols on the climate since industrialisation depends strongly on what the atmosphere was like before pollution – when aerosols were produced only from natural emissions. The research was published in the journal Nature. Professor Ken Carslaw, from the School of Earth and Environment at the University of Leeds and lead author of the study, said: “We have shown that our poor knowledge of aerosols prior to the industrial revolution dominates the uncertainty in how aerosols have affected clouds and climate.” “In order to better understand climate change, we need to turn our attention towards understanding very clean regions of the atmosphere – as might have existed in the mid-1700s. Such regions are incredibly rare now, but we are looking for them.” […] “Our results provide a clear path for scientists to reduce the uncertainty in aerosol effects on climate because we have been able to rank the causes for the uncertainty,” concludes Professor Carslaw.

 

Antarktischer Totten-Gletscher schrumpft: Ursache könnte die Zunahme des Meereises sein

Am 23. März 2015 konnte man im Focus wieder einmal eine dramatische Klimawandelgeschichte von Michael Odenwald bestaunen. Allerdings kracht die Story wie üblich bereits nach wenigen Google-Recherche-Klicks in sich zusammen. Im Focus war zu lesen:

Klima-Erwärmung.
Gigantischer Antarktis-Gletscher schmilzt: Eisverlust könnte bald unumkehrbar sein

Vor der Ost-Antarktis haben Forscher zwei unterseeische Täler entdeckt. Sie ermöglichen den Zufluss von warmem Meerwasser unter den größten Gletscher der Ostantarktis. Das könnte dessen ungewöhnlich raschen Eisverlust erklären. Kollabierte der Gletscher endgültig, würde der Meeresspiegel dramatisch ansteigen.

Ein schönes Schauerszenario mit reichlich „könnte“ und „würde“. Es geht um den Totten-Gletscher, den größten Gletscher in der Ostantarktis, der sein Eis direkt ins Meer speit. So richtig weltbewegend ist die Entdeckung der Küstentäler allerdings nicht. Ähnliche Täler gibt es auch auf allen anderen Kontinenten. What’s new? Odenwald schreibt:

Seit einigen Jahren schwinden seine Eismassen, zuletzt lag die Ausdünnungsrate bei 25 Zentimeter pro Jahr. […] In ihren Gravitationsdaten zeichneten sich zwei unterseeische Täler ab, die den Zufluss von warmem Meerwasser unter den Gletscher ermöglichen. Tatsächlich wurden in einigen Bereichen des Südpolarmeers Schichten entdeckt, in denen warmes Wasser unter kaltem lag. Diese Umkehr der natürlichen Schichtung tritt ein, wenn das wärmere Wasser salzreicher und damit schwerer ist und absinkt. Erreicht es die Küste, kann es die ins Meer ragenden Gletscherzungen von unten abschmelzen. Auch vor dem Totten-Gletscher fanden Forscher Gebiete mit wärmerem Tiefenwasser. Bislang war aber unklar, ob es das Eis an der Küste beeinflusst.  „Jetzt wissen wir, dass es Einfallstraßen für das wärmste Wasser der Ostantarktis hin zu den empfindlichsten Abschnitten des Totten-Gletschers gibt“, konstatiert der UT-Geophysiker Jamin Greenbaum, der auch Hauptautor der im Fachjournal „Nature Geoscience“ veröffentlichten Entdeckungsstudie ist.

“Entdeckungsstudie”, aha. Allerdings gab es in der Vergangenheit bereits andere Entdeckungsstudien über diesen riesigen antarktischen Gletscher, die Odenwald lieber für sich behält. Im Dezember 2013 hatte bereits die NASA den Gletscher studiert und eine gänzlich andere, überaus interessante Erklärung für das Abschmelzen gefunden: Das lokale Gletscherschrumpfen könnte Folge des zunehmenden antarktischen Meereises sein.

Das funktioniert so: In der Vergangenheit gab es im antarktischen Meereis eine größere Anzahl von Löchern, sogenannte Polynjas. Im Bereich dieser Eislöcher sinkt kaltes, salzreiches Wasser ab, das eine wirksame Barriere gegen das vom offenen Ozean einströmende wärmere Wasser bildet. Da infolge des aktuell wachsenden antarktischen Meereises die Eislöcher immer seltener werden, kann das warme Wasser heute viel effektiver unter den Gletscher strömen als zuvor. Es gibt weniger Barrieren aus kalten Wasserzungen.

Quelle: Paul Homewood.

 

Außerdem weisen die NASA-Forscher darauf hin, dass benachbarte Gletscher keine Schmelzerscheinungen aufweisen. Die NASA fasste die Ergebnisse ihrer Studie in einer Pressemitteilung wie folgt zusammen: (weiterlesen …)

Al Gore will Klimaskeptiker bestrafen lassen

Al Gore will Klimaskeptiker am liebsten bestrafen lassen, wie EcoWatch.com am 16. März 2015 meldete:

Al Gore [...]: We Need to ‘Punish Climate-Change Deniers’ and ‘Put a Price on Carbon’
For the third time in the last few years, Al Gore, founder and chairman of the Climate Reality Project, spoke at the festival on Friday. Naturally, his interactive discussion focused on addressing the climate crisis. The former vice president focused on the need to “punish climate-change deniers, saying politicians should pay a price for rejecting ‘accepted science,’” said the Chicago Tribune.

Accepted science? Anstatt sich der fachlichen Diskussion zu stellen, erklären die Anhänger der Klimakatastrophentheorie die Debatte einfach für beendet. In unserer Reihe “Um Antwort wird gebeten” sehen wir eine ganze Reihe von Beispielen für diese Taktik. Immer wenn es brenzlig wird, bleibt man einfach stumm. Oder man bestraft einfach denjenigen, der unbequeme Fragen stellt, auch eine effektive Methode, die in vielen Diktaturen der Welt lange erfolgreich durchgeführt wurde.

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Dazu passend ein Beitrag aus der Washington Times vom 15. März 2015. Wenn jemand eine wissenschaftliche Debatte einfach für beendet erklärt, dann ist es höchste Zeit skeptisch zu sein:

The myth of ‘settled science’
When the left shuts down debate, it’s time for skepticism

National Geographic’s latest cover story has generated lots of attention because it sneers at those close-minded Americans — mostly conservatives, of course — who do not accept scientific “facts.” Only 40 percent of Americans (according to Pew Research Center) “accept that human activity is the dominant cause of global warming,” and the magazine finds it “dispiriting” that so many “reasonable people doubt science.”

National Geographic compares global warming doubters to those disbelieve NASA’s moon landing and those who think water fluoridation is an evil plot. How could so many dismiss “established science?” Well, here’s one reason: The public has come to distrust government warnings and the scientific experts; they are often wrong.

Ironically, National Geographic’s sermon on settled science could have hardly come at a more inopportune time. In recent months, leading scientists have reversed themselves and have admitted their expert findings and advice were wrong on eating fat. After decades of telling us not to do so, we now learn that fat can be good for your diet and for weight loss. What we all thought to be true based on the expert testimonies, turned out to be precisely the opposite of the truth. Oops.

Weiterlesen in der Washington Times.

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Am 16. März 2015 erschien auf Sciencefiles.org Kritik an der Energiewende: (weiterlesen …)

Wendepunkt in der Klimadebatte? Klimamodelle nähern sich den Realitäten an

Von Frank Bosse und Fritz Vahrenholt

Zu vielen Gelegenheiten machten wir an dieser Stelle auf die Diskrepanzen zwischen der beobachteten Welt und deren Wiederspiegelung in den neuesten Klimamodellen des IPCC (CMIP5) aufmerksam (vgl. hier und hier). Die Modellwerte liefen einfach viel zu deutlich von den Beobachtungen davon, das macht auch diese Darstellung von Roy Spencer deutlich:

Abb.1: Die Abweichung der Modellwerte zu den Satellitenbeobachtungen bis 2013, Quelle: Roy Spencer.

 

Jetzt nahmen sich ein Experte für Modellierung, Thomas Mauritsen und einer für Wolken und Aerosole,  Björn Stevens vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg der Sache an. In einer brandaktuellen Arbeit in Nature Geoscience (im Folgenden MS15) “Der fehlende Iris-Effekt als ein möglicher Grund für den unterdrückten Wasserzyklus und die hohe Klimasensivität in Modellen“ nahmen sie die Ist-Situation auf (die einigermaßen schlecht verständliche Pressemitteilung dazu kann man hier lesen):

1) Die Modelle reagieren offensichtlich zu empfindlich auf den Treibhausgasantrieb, die neueren Arbeiten zu den Beobachtungen ermitteln deutlich geringere Werte für diesen Antrieb. Die Klimasensivität (ECS) für einen sehr langen dauernden Zeitraum bis zum eingeschwungenen Zustand nach einer Treibhausgaserhöhung wird von Modellen im Mittel mit 3,3 Grad Celsius Erwärmung ausgegeben, die Beobachtungen weisen auf einen Wert um 2 Grad Celsius.

2) Der globale Wasserkreislauf wird in den Modellen nicht richtig berücksichtigt (zu gering).

Darüber hinaus ergibt sich ein weiteres Phänomen: Die obere Troposphäre in den Tropen sollte sich aufgrund jeder Erwärmung nach den Modellen viel mehr aufheizen als das auf dem Boden festzustellen ist. Das wird jedoch nicht in dem Maß beobachtet – wir berichteten darüber im Beitrag “Houston, wir haben ein Problem: Wir können den Hotspot nicht finden“. Die Autoren suchten nach einer gemeinsamen Erklärung für die Diskrepanzen, indem sie einen in Modellen bisher nicht berücksichtigten kühlend wirkenden Effekt im Geschehen suchten, und wurden fündig. Sie griffen einen älteren Ansatz von Richard Lindzen und seinen Kollegen aus dem Jahre 2001 auf: Die Erde hat eine „Iris“, eine Gegenkopplung, die dafür sorgt, dass bei mehr Erwärmung auch mehr Wärme abgegeben wird als bei kühleren Temperaturen. Dieser Mechanismus, so Lindzen, wirkt in den Tropen/Subtropen. In der aktuellen Arbeit wird das so illustriert:

 

Abb.2: Bei höheren Temperaturen entstehen mehr Gewitter über dem Meer und das Gebiet ohne hohe Wolken („Dry and clear“) dehnt sich mehr aus, die Wärme kann besser abgestrahlt werden („Strong OLR“) als bei geringeren Temperaturen, bei denen die Iris kleiner ist. Quelle: Bild 1 aus MS15.

 

Diese  „Selbstregulierung“ der Temperaturen der Erde nach Lindzen wurde natürlich  vom „Mainstream“ der Klimawissenschaft zurückgewiesen. So schrieben Chambers et al. im Journal of Climate 2002: (weiterlesen …)

Um Antwort wird gebeten: Weshalb zeigt “Planet Schule” immer noch die von der Fachwelt verworfene PIK-Golfstrom-Hypothese?

An: Redaktion von Planet Schule
Von: Dr. habil. Sebastian Lüning

Gesendet: 18.4.2015
Antwort: Bislang unbeantwortet

 

Sehr geehrte Redaktion von Planet Schule,

Sie senden am 24.4.2015 im SWR-Fernsehen einen Film über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Golfstrom. Es handelt sich offenbar um einen 3-minütigen Clip aus dem Jahr 2011.
http://www.planet-schule.de/sf/php/sendungen.php?sendung=9683

Die Animation zur Wirkungsweise des Golfstroms ist sehr gelungen und illustriert die Funktionsweise dieser wichtigen Meeresströmung ausgezeichnet. Allerdings hat sich die wissenschaftliche Diskussion seit 2011 maßgeblich weiterentwickelt. Insbesondere können die allermeisten Fachinstitute die vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) behauptete Abschwächung des Golfstroms nicht nachvollziehen. Im Gegenteil, der Golfstrom scheint heute so stabil wie eh und je.
http://www.kaltesonne.de/neue-golfstrom-publkation-des-pik-fallt-in-der-fachwelt-glatt-durch/

Ich finde es daher nicht mehr angemessen, dass Sie deutschen Schülern immer noch die heute veraltete Theorie als wahrscheinlichstes Modell vorstellen. Gerade im Bereich Schule sollte wissenschaftlich besonders sauber gearbeitet werden, was bei diesem Film leider nicht der Fall ist. Weshalb beschränken Sie sich nicht zum Beispiel auf die Darstellung des Golfstroms unter Verwendung der schönen Animationssequenzen und betonen die positiven Auswirkungen für die europäische Seite des Atlantiks?

Mich würde abschließend noch interessieren, mit welchen wissenschaftlichen Beratern Sie bei dieser Produktion zusammen gearbeitet haben. Vielen Dank für Ihre Antwort im voraus, die wir gerne mit unseren Lesern auf www.kaltesonne.de teilen würden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. habil. Sebastian Lüning

 

Gute Nachrichten aus der Landwirtschaft: Neue Zuchtbohnen können Klimaerwärmung gut meistern

Klimaalarmistisch unterwanderte Behörden haben nun einen effektiven Weg gefunden, ihre Ideologie mit Gewalt durchzusetzen. In den USA hat jetzt die Federal Emergency Management Agency (FEMA) allen Abweichlern von der Klimaalarm-Linie gedroht, die Katastrophenmittel zu streichen. Nur US-Bundesstaaten, die ein klimaalarmistisches Glaubensbekenntnis abgegeben haben, kommen in den Genuss der Zahlungen. Man könnte fast meinen, das wäre Erpressung. philly.com und WUWT haben die Einzelheiten.

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Wer zahlt, beeinflusst das Ergebnis von Studien? Dann gibt es hier eine faustdicke Überraschung: Michael Mann hat Forschungsgelder der Kohleindustrie angenommen! Und es scheint in Ordnung gewesen zu sein, jedenfalls hat sich niemand beschwert.

Was in der Wissenschaft – vor allem im kürzlichen Fall Willie Soon – ein Riesenproblem darstellen soll, ist in der Politik Tagesgeschäft. Die Welt brachte am 31. März 2015 eine Übersicht, der Lobbyisten mit den tiefsten Taschen:

Parteispenden – Wer von wem wie viel Geld bekommt
Im Wahljahr 2013 haben Unternehmen und Verbände 24,2 Millionen Euro an die bis dahin im Bundestag vertretenen Parteien gespendet. Die mussten nun alle Spenden von mehr als 10.000 Euro offenlegen. Unser Diagramm zeigt: Welches Unternehmen aus welcher Branche hat welcher Partei wie viel Geld gespendet?
[...] Die wichtigsten Spender kommen aus jenen Branchen, die der Staat stark reguliert. Die er in schnellem Takt mit neuen Gesetzen und Verordnungen konfrontiert. Die viel zu gewinnen haben – und viel zu verlieren, wenn sie nicht gut lobbyieren. 1,7 Millionen Euro zahlte die Finanzindustrie, eine Branche, die die deutsche Politik beäugt wie keine zweite. Vor allem Versicherer setzen auf Parteispenden. Alle großen Namen finden sich unter den Gönnern, von der Allianz über die Münchener Rück bis zu Ergo und den R+V Versicherungen.

Ganzen Artikel auf welt.de lesen.

Das bringt uns zum wichtigen Punkt, dass Politiker und Wissenschaftler wohl Spenden annehmen können, egal aus welcher Richtung, solange sie ihre Unabhängigkeit behalten. In der Wissenschaft ist es zudem deutlich einfacher. Die Studienergebnisse werden von der jeweiligen Fachzeitschrift einer unabhängigen Begutachtung unterzogen, so dass Trickserei verhindert wird. Es sollte daher viel mehr diskutiert werden, ob es in der Forschung qualitative Mängel gibt, anstatt Verschwörungstheorien zur angeblichen Wissenschaftsfälschung durch Spender in die Welt zu setzen.

Scott Armstrong plädierte am 24. März 2015 in der Washington Times in dieselbe Richtung:

Missing the mark on climate change skepticism
It’s not about the money, it’s about the science

During the past few weeks, a series of articles in the press have implied that Willie Soon, a well-known global-warming skeptic, had violated ethical standards by failing to disclose information about research funding.

Attacks on the integrity of global-warming skeptics are nothing new. As a co-author of two papers with Mr. Soon, I’ve been subjected to them myself. This time, however, the attacks have reached a feverish pitch. In addition, the government has gotten involved. Democratic Rep. Raul Grijalva of Arizona has requested information from seven universities about funding for research by global warming skeptics, while Democratic Sens. Barbara Boxer of California, Ed Markey of Massachusetts and Sheldon Whitehouse of Rhode Island asked for similar information from 100 corporations. With respect to our papers, the press repeated innuendos that Mr. Soon received funds from Southern Co. He did not, which is a matter of public record. Other than salaries from our employers, Mr. Soon, co-author Kesten Green and I received no money for our two papers at issue. Interestingly, it is our impression that our employers believe in the “dangerous man-made global warming hypothesis.”

Fortunately, science provides a procedure for resolving concerns about possible bias: replication. This eliminates the need to speculate because it requires full disclosure of data and procedures. It allows researchers to assess, for example, whether unexplained revisions in the data might consistently favor one hypothesis, as has been shown, for example, in research supporting forecasts of global warming. Replication can also reveal whether researchers have properly disclosed their data. For example, in preparing my testimony for Mrs. Boxer’s 2008 U.S. Senate hearings on polar bear populations, I requested data from government-funded research that led to a dire forecast. My request was refused. Replications may also yield evidence of improper scientific procedures, such as “advocacy”, whereby researchers seek evidence to confirm a favored hypothesis. Researchers using advocacy nearly always confirm their hypothesis.

Weiterlesen in der Washington Times.

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Gute Nachrichten aus der Gemüsewirtschaft: Die Bohnen sind sicher. Auch im Zeitalter des Klimawandels. Die Consultative Group on International Agricultural Research (CGIAR) berichtete am 25. März 2015 in einer Pressemitteilung über erstaunliche Zuchterfolge:

Discovery of beans that can beat the heat could save “meat of the poor” from global warming

As a result of a major breakthrough, beans – once feared to be a casualty of climate change – are now set to withstand extreme temperatures, protecting a staple food of the poor in developing countries. Amidst fears that global warming could zap a vital source of protein that has sustained humans for centuries, CGIAR bean breeders announced today the discovery of 30 new types, or lines as plant breeders refer to them, of “heat-beater” beans that could keep production from crashing in large swaths of bean-dependent Latin America and Africa. (weiterlesen …)

Der Klimaprophet

Gerd Ganteför ist Professor für Clusterphysik an der Universität Konstanz und Autor des lesenswerten Buches “Klima – Der Weltuntergang findet nicht statt“. Ganteför teilt die Meinung des IPCC, dass das CO2 ein starkes Treibhausgas ist. Trotzdem ist er ein entschiedener Gegner des Klimaalarmismus und weist auf die Vielzahl gesellschaftlicher Probleme hin, die alle unsere Aufmerksamkeit verlangen. Eine alleinige Fokussierung auf die CO2-Frage wird der Komplexität unserer Welt nicht gerecht.

Die Klimalounge-Truppe um Stefan Rahmstorf kann Ganteför verständlicherweise nicht leiden. Dort war man über Ganteförs Buch sichtlich empört, beschimpfte es als “Machwerk” und machte sich über mögliche Reputationsschäden des Physikers Sorgen.

Ganteför ließ sich nicht beirren. In einem kürzlichen Satirebeitrag in seinem Blog faszinationphysik.ch ließ er es mal wieder so richtig krachen:

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Der Klimaprophet

Von Gerd Ganteför

Schon morgens beim Frühstück wird man nicht in Ruhe gelassen. Aber ich hätte den Fernseher ja auch nicht einschalten müssen. Im Morgenmagazin wurde ein asketisch aussehender älterer Herr mit strenger Miene interviewt. Ein Klimaforscher. Die junge Dame, die ihn interviewen sollte, machte den Eindruck einer schlecht vorbereiteten Studentin. Sie verhaspelte sich und in einer Prüfung bei dem Herrn wäre sie wohl durchgefallen. Aber sie machte tapfer weiter. Der Klimaforscher wandte sich unvermittelt an uns und ich vergaß zu kauen. Wenn wir nicht sofort unsere Lebensgewohnheiten drastisch änderten und auf unseren Komfort verzichteten, würde die Welt untergehen. Unser maßloser Konsum produziere zu viel Kohlendioxid und das bewirke die Erderwärmung. Ich blickte schuldbewusst auf das Brötchen. Wie viel Kohlendioxid war wohl für seine Herstellung freigesetzt worden? Ich beschloss, morgens nur noch Müsli zu essen.

Nun tadelte der Klimaforscher unseren hohen Energieverbrauch für das Heizen und das Autofahren. Da hatte er Recht, aber was sollte ich tun? Ohne Heizung ist es kalt und ohne Auto komme ich nicht zur Arbeit. Die Moderatorin wagte es, den Propheten zu unterbrechen. Sie wies darauf hin, dass es in den letzten 15 Jahren gar nicht mehr wärmer geworden sei und ob nicht die Möglichkeit bestünde, dass die Klimamodelle fehlerhaft seien. Nach der Miene des Propheten zu schließen war ihr mit dieser Frage ein Langzeitaufenthalt in der Hölle der Klimaforscher sicher. Der Prophet knurrte, dass es das Klima auf die Dauer nicht wagen würde, von seinen Vorhersagen abzuweichen. Es würde bald auf den rechten Weg zurückfinden und dann würde es sehr warm werden. Jetzt konzentrierte er sich wieder auf mich, so schien es mir jedenfalls. Es ginge uns viel zu gut, donnerte er, und wir müssten vom Luxusleben abschwören. Klimaschädliches wie Autos, Fernseher und Plastiktüten müsse vernichtet werden. (weiterlesen …)

Klimaprophetin Naomi Klein: Fürchtet Euch sehr, nur noch fünf Jahre bis zum Weltuntergang!

Das NET-Journal brachte in seiner Ausgabe März/April 2015 eine Rezension unseres Buches “Die kalte Sonne”. NET steht dabei für “Neue Energie-Technologien”. Das Journal existiert bereits seit 1996 und wird von Adolf und Inge Schneider herausgegeben. In der Zeitschrift geht es um innovative Lösungen des weltweiten Energieproblems, um die Vorstellung konkreter Geräte und Erfindungen auf diesem Gebiet. Die Rezension beginnt wie folgt:

Um es gleich vorwegzunehmen: Die Besprechung dieses Buches mit dem provozierenden Untertitel “Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet” ist eigentlich ein Nonsens, nicht etwa, weil das Buch nicht der Rezension würdig wäre, sondern weil es vergriffen ist und laut Auskunft des Verlags Hoffmann und Campel nicht wieder aufgelegt werden soll. Laut Auskunft des Verlags sind die Rechte an die Autoren zurück gegangen. Trotzdem oder gerade deshalb wurde die Redaktorin neugierig durch einen Hinweis von Prof. Dr. Carl Otto Weiss vom Europäischen Institut für Klima und Energie EIKE auf dieses Buch (siehe Rubrik “Leserbriefe”), weshalb sie es direkt bei Prof. Dr. Fritz Vahrenholt bestellte. Man kann darüber spekulieren, weshalb das Buch nicht neu aufgelegt werden soll, aber Ulli Kulke von “Die Welt” schreibt zum Buch: “Endlich ein Beitrag zur Versachlichung der Klimadebatte.”

Weiterlesen im NET-Journal (nur für Abonnenten).

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Auf der Webseite des Europäischen Parlaments erschien am 31. März 2015 ein Artikel mit einer sehr guten Frage in der Überschrift:

COP21: Wer soll den Kampf gegen den Klimawandel bezahlen?
Wie können Maßnahmen, um das Klima zu erhalten, finanziert werden? Nationale Parlamentarier und EU-Abgeordnete diskutierten darüber am Montag (30.3.) während einer Anhörung zu den Herausforderungen bis zur Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015. Die österreichische Vorsitzende des Umweltausschusses im Nationalrat Christiane Brunner sagte, dass die Arbeit nun beginne. Es sei Aufgabe der nationalen Abgeordneten, den Regierungen die richtige Position mit nach Paris zu geben. [...] Der deutsche S&D-Abgeordnete Jo Leinen sagte, dass das Geld das große Problem sei. “Wer ist bereit Milliarden von Euros bereitzustellen, die wir in Paris präsentieren müssen”, sagte Leinen.

Grandiose Feststellung. Einige Tage zuvor war der saarländische Europaabgeordnete Jo Leinen (SPD) vom Europaparlament für seinen langjährigen Einsatz im Umwelt- und Klimaschutz als Abgeordneter mit “hervorragenden Leistungen” in seinem Fachgebiet ausgezeichnet worden.

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Echo-Online.de hatte am 31. März 2015 gute Nachrichten aus dem Odenwald:

Rehe haben kein Problem mit dem Klimawandel

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Der fünftgrößte CO2-Verursacher der Erde – Russland – will gerne seine CO2-Emissionen reduzieren – aber nur wenn in der Rechnung auch die riesigen Waldflächen des Landes als CO2-Senken eingerechnet werden. Ein cleverer Schachzug.

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Der Weltuntergang steht wieder einmal bevor. Klimapredigerin Naomi Klein sieht ihn kommen und jettet um den Globus, um das nahende Ende zu promoten: Die Welt geht unter und Ihr hab alle Schuld! Der Kapitalismus muss weg! Der SRF fand am 1. April 2015 den richtigen Titel für die Untergangsprophetin:

Nur noch fünf Jahre bis zur Katastrophe
Naomi Klein, der Pop-Star der Globalisierungskritik, stellt die Systemfrage: In ihrem neuen Buch «Die Entscheidung. Kapitalismus vs. Klima» beschreibt sie den Klima-Krieg zwischen einem ökonomischen System, das auf Wachstum basiert und unserem bedrohten Weltklima. [...] (weiterlesen …)

Schopenhauer: Erkenntnisgewinn wird vor allem durch Vorurteile behindert

The discovery of truth is prevented more effectively, not by the false appearance things present and which mislead into error, not directly by weakness of the reasoning powers, but by preconceived opinion, by prejudice.

Arthur Schopenhauer

 

Klimawandel im Immobilienhandel

Der Klimawandel hat jetzt auch das Immobiliengeschäft erreicht. Während man früher vor allem geschaut hat, ob das Objekt an einer ruhigen Straße liegt, einen Garten mit Südwestlage besitzt, das Dach noch trägt oder der Keller trocken ist, kommt jetzt offenbar noch eine Klimawandel-Checkliste hinzu. Wird die Veranda noch nutzbar sein, wenn es 2050 0,3°C wärmer sein sollte? Halten die Wasserleitungen stand, falls sich die Winter weiter abkühlen sollten? Zum Glück hat die Immobilienbranche nun ein neues Tool bekommen, wie das Deal Magazin am 30. März 205 meldete:

Neues Onlinetool zur Kalkulation von Risiken des Klimawandels in acht europäischen Ländern
Die RICS hat eine neue Studie sowie ein Onlinetool veröffentlicht, um Immobilienexperten über die Risiken des Klimawandels aufzuklären und Planungen zur Eindämmung seiner negativen Auswirkungen zu ermöglichen.
Die neue RICS-Studie „The Climatic Risk Toolkit: The impact of climate change in the Non-Domestic Real Estate sector of eight European countries” setzt sich zum Ziel, Branchenteilnehmern praktische Werkzeuge an die Hand zu geben, die helfen sollen, die Risiken des Klimawandels für Gewerbeimmobilien vorauszusehen und Strategien zur Klimaschonung und zum Werterhalt zu entwickeln.

Weiterlesen im Deal Magazin.

RICS steht für ‘Royal Institution of Chartered Surveyors’, die britische Vereinigung der amtlichen Landvermesser. Die Meldung basiert auf einer Pressemitteilung der RICS. Nach einer Anmeldung kann man sich auch einen Bericht zum Onlinetool als pdf herunterladen. Die Pressemitteilung liest sich fast wie die Verlautbarung einer Klimaaktivistengruppe. Und in der Tat wird auf Forderungen der European Climate Foundation (ECF) verwiesen, einer bestens finanzierten grünen Lobbyorganisation.

Im Report wird in der Einleitung auf den Seiten 8 und 9 behauptet, das Wetter hätte sich bereits aus dem Bereich der natürlichen Variabilität entfernt, Extremwetter wäre häufiger geworden. Alles Quatsch. Es werden Europakarten mit Hitzetoten gezeigt, aber keine mit Kältetoten. Fotos mit Überflutungsschäden sollen die Gefahr des Klimawandels zeigen, dabei ist die wichtigste Lehre, dass man Häuser einfach nicht in die (zugegebenermaßen idyllischen) Flussniederungen baut. Vernünftige Häuserdämmung in kalten Gebieten – eine gute Idee, um Energie zu sparen. Warum muss man hier mit dem Klimawandel drohen? Auf S. 43 geht es um den städtischen Wärmeinseleffekt.

Warum das Toolkit “Online” heißt ist unklar. Nach Registrierung kann man eine Excel-Datei herunterladen, das die Klimaprognosen für die Immobilienbranche durchrechnet. Das große Problem des Toolkit ist, dass es unwahrscheinliche, extreme IPCC-Visionen als Basis verwendet. Es werden Szenarien für 2050 aufgestellt, die höchst fragwürdig sind. Insofern sind die Berechnungen in der Praxis leider nicht zu gebrauchen. Schade.

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Vor einigen Monaten erschien das Buch “Leipzig. Alle Wetter!” von Peter Noack, Franz Jacobs und Michael Börngen in der Reihe EAGLE-Einblicke. I diesem Buch wird man vermutlich vergeblich nach der Klimakatastrophe suchen. Einer der Autoren ist langjähriger Wetterbeobachter, die anderen sind Geowissenschaftler. Vielleicht haben Sie Lust einmal reinzuschauen? Auf Amazon gibt es die Funktion “Blick ins Buch”, das einige Seiten zum Probelesen aufruft.

(weiterlesen …)