Klimaerwärmung senkt Denguefieber-Risiko in Nordost-Australien

Der fortschreitende Klimawandel bringt immer mehr Tropenkrankheiten nach Europa. So lautete die Warnung der Experten noch vor zehn Jahren. Mittlerweile sieht man dies jedoch deutlich differenzierter. Die Australian National University gab am 10. August 2016 per Pressemitteilung bekannt, dass ein wärmeres Klima wohl eher zu einem Rückgang der Denguefiebergefahr in vielen Gebieten führen wird, darunter Nordost-Australien:

Warmer climate could lower dengue risk

Health researchers predict that the transmission of dengue could decrease in a future warmer climate, countering previous projections that climate change would cause the potentially lethal virus to spread more easily.

Hundreds of millions of people are infected with dengue each year, with some children dying in severe cases, and this research helps to address this significant global health problem. Co-lead researcher Associate Professor David Harley from The Australian National University (ANU) said that dengue risk might decrease in the wet tropics of northeast Australia under a high-emissions scenario in 2050, due to mosquito breeding sites becoming drier and less favourable to their survival. “While climate change generally poses a major threat to humanity, it also may reduce the incidence of dengue in some areas,” said Dr Harley, an epidemiology researcher at the ANU Research School of Population Health and ANU Medical School.

The findings are also relevant to other mosquito-borne viruses including Zika because the mosquitoes that carry dengue also transmit the Zika virus. “There is significant concern in countries on the margin of the tropical areas where dengue is mainly found, that with global warming dengue and other mosquito-borne viruses such as Zika will encroach and become common,” Dr Harley said. “Previous projections have suggested that climate change will increase transmission of mosquito-borne diseases globally.  “Our work, using a mathematical model based on Queensland conditions, suggests that dengue transmission might decrease with greater warming.”

Dr Harley said the research findings did not suggest authorities could be complacent about climate change’s effect on people’s health. “Generally, health and other impacts of climate warming will be negative in Australia and elsewhere in the world,” he said. “While we could see some reduction in dengue in Far North Queensland in a future warmer climate, the disease is widespread elsewhere in the world where outcomes would be different.”  This study was funded by the National Health and Medical Research Council of Australia, and involved ANU, University of South Australia, James Cook University and Australian Red Cross Blood Service. It is published in the latest issue of Epidemiology and Infection.

Wie nahm die deutschsprachige Presse diese gute Nachricht auf? Gar nicht. Denn sie blieb einfach mausestumm. Eine weiterer Fall von Schweigem im Walde (“Unbequeme wissenschaftliche Resultate, die von der deutschsprachigen Presse bzw. Medien totgeschwiegen werden, da sie nicht der im Mainstream-Journlismus fest etablierten Klima-Alarmismus-Storyline entsprechen”).

Diesmal war es aber noch schlimmer. Die Studie wurde nicht nur verschwiegen, sondern es wurden stattdessen Artikel verbreitet, in denen vor einer Klimawandel-bedingten Ausbreitung des Denguefiebers in Europa gewarnt wird. So konnte man einen Monat nach der australischen Pressemitteilung in der Frankfurter Rundschau am 11. September 2016 lesen:

Die Klimaveränderungen lassen einige dieser Arten weiter nach Norden ziehen. Ich sehe hier nicht so sehr die Gefahr, dass die Malaria wieder nach Europa kommen könnte, sondern denke eher an Erkrankungen wie das Dengue-Fieber, Zika oder das Chikungunya-Fieber.

Zuvor konnte man sich am 26. August 2016 über den Deutschlandfunk wundern:

“Die Tigermücke ist einfach ein potenter Krankheitsüberträger für bestimmte, vor allem virale Erkrankungen. Dazu zählen Chikungunyafieber, Denguefieber, West-Nil-Fieber, und es gibt Hinweise, dass auch das Zika-Virus durch diese Mücke übertragen werden kann.” Und der Klimawandel sorgt dafür, dass die Mücke an immer mehr Stellen geeignete Lebensbedingungen findet. So wie in den vergangenen Jahren in Freiburg.

Wird es in Deutschland feuchter oder trockener? Vielleicht sollten sich die deutschen Experten einmal mit den australischen Forschern austauschen und mögliche Diskrepanzen in der Gefahren-Interpretation diskutieren.

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Spektrum der Wissenschaft nannte am 10. August 2016 Vor- und Nachteile des Kimawandels für Grönland. Ein ausgewogener, lesenswerter Beitrag. Weiter so.

 

 

 

Schimmlige Schummel-Orgel ist kein Klimaopfer

Klimaalarm am 12. August 2016 in der Nordwest Zeitung (NWZ):

Klimawandel macht Orgel zu schaffen
Durch immer feuchtere Luft sind die alten Musikinstrumente häufig von Schimmel befallen. [...] Die Orgel in Elsfleth wird in diesem Jahr 180 Jahre alt. Das imposante Musikinstrument wurde 1836 von dem Orgelbaumeister Johann Gerhard Schmid aus Oldenburg gebaut, sagt Orgelbaumeister ter Haseborg. [...] „Die Orgel ist akut von Schimmelpilz befallen“, sagt er. Das komme jedoch in vielen Kirchen vor, weiß der Experte. „Das Klima wird immer feuchter, dann bildet sich Schimmel in den Pfeifen.“

Bereits 2014 hatten wir das Klima-Orgelthema hier im Blog (“Bremer Weser Kurier ist sich ganz sicher: “Klimawandel schädigt Kirchenorgel”), wobei allerdings die harten Daten (am Beispiel Braunschweig) eher eine Abnahme der Luftfeuchtigkeit in Norddeutschland anzeigten. Der Weser Kurier schwieg damals beharrlich, als wir ihn zur Rede stellten. Ob die NWZ kommunikativer ist? Wir haben die Autorin des aktuellen Artikels angeschrieben und erhielten prompt eine freundliche Antwort, in der sich die Redakteurin für den Hinweis bedankte.

Hier einige weitere Kurven zur Entwicklung der relativen Luftfeuchtigkeit. Zunächst Beispiel Bremen. Auf der Webseite des norddeutschen Klimamonitors werden wir fündig. Dort heißt es:

Innerhalb der letzten 32 Jahre (1979-2010) zeigen die Messsungen an der Station Bremen eine Abnahme der relativen Luftfeuchte im Jahr von -1.3 %.

Abbildung 1: Entwicklung der relativen Luftfeuchtigkeit in Bremen. Quelle: Norddeutscher Klimamonitor.

 

Sehr aufschlussreich auch das Beispiel Hamburg-Neuwiedenthal:

Innerhalb der letzten 48 Jahre (1963-2010) zeigen die Messsungen an der Station Hamburg-Neuwiedenthal eine Abnahme der relativen Luftfeuchte im Jahr von -3.5 %.

Abbildung 2: Entwicklung der relativen Luftfeuchtigkeit in Hamburg-Neuwiedenthal. Quelle: Norddeutscher Klimamonitor.

 

Was steckt nun wirklich hinter dem Schimmel? Es könnte durchaus sein, dass der erhöhte Schimmelbefall bei Orgeln vor allem mit einer gestiegenen Innen-Luftfeuchtigkeit zusammenhängt, ausgelöst durch ungesunden “Dämm- und Energiesparwahn”, also zuviel Gebäudeisolation und zu wenig Heizung.

Unser Leser Michael Schult kommentiert den Fall wie folgt:

Den zunehmenden Schimmel an Orgeln mit der Klimaänderung in Verbindung zu bringen, ist natürlich Unsinn. Es ist aber fachlich auch nicht korrekt, die fallende relative Feuchte der Aussenluft als Gegenargument heranzuziehen. Entscheidend für den Schimmel ist die Konditionierung der Luft nahe dem Orgelholz. In diesem Link ist das gut dargestelt.

Hilfreich ist auch das HX-Diagramm. Hier ist sehr gut zu sehen, dass bei konstanter absoluter Feuchte (Wassergehalt der Luft) die relative Feuchte mit fallender Temperatur zunimmt. Tödlich für Orgeln sind, vereinfacht gesehen, die so beliebten winterlichen Veranstaltungen in nur kurz geheizten Kirchen. Hier steigt der Wassergehalt der Luft enorm an (Wasser in warmer Atemluft) der sich dann an den kalten Oberflächen der Orgeln als freies Wasser niederschlägt. Ungenutzte, ungeheizte und nicht luftdicht verschlossene Kirchen haben nur ein sehr geringes Schimmelproblem.

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Kalifornien möchte den Methanausstoß von Kühen drosseln. Die Farmer sind entsetzt. Kühe müssen rülpsen und pupsen dürfen, weil sie ansonsten explodieren würden! Nachzulesen am 10. August 2016 im Guardian:

“By nature’s design, (cows) pass lots of gas. Quite frankly, we want them to expel gas so they don’t explode.”

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Im Januar 2015 hatten wir an dieser Stelle über die ZDF-Doku „Klima macht Geschichte“ berichtet. Dieses Video hat jetzt einen kleinen Bruder bekommen und zwar beim ORF. Bemerkenswert ist, dass der Text in der österreichischen Version an einigen Stellen leicht verändert wurde. Vergleichen Sie z.B. die Eingangs-Passage beim ursprüngliches Video des ZDF (ab Sekunde 53) mit der ORF-Version (ab Sekunde 56). Günstiges Klima erzeugt Wohlstand, kaltes ungünstiges Klima brachte stets Krankheit und Verderben.

 

Mongolischer Klimaalarm entpuppt sich als pure Erfindung: Kältewellen sind in den letzten 60 Jahren nicht häufiger geworden

Klimaalarm in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) am 12. August 2016:

Die Mongolei und der Klimawandel: Letzte Ausfahrt Ulaanbaatar
Jeder zweite der drei Millionen Mongolen lebt bereits in Ulaanbaatar – bei steigender Tendenz. In dem riesigen Land schlägt der Klimawandel gnadenlos zu. Die Nomaden mit ihren Tieren trifft es hart.

Wie genau gestaltet sich der Klimawandel in der Mongolei, der die Mongolen laut NZZ zu Alkoholikern macht? Der Autor erklärt:

In der Mongolei schlägt der Klimawandel mit voller Wucht zu. Seit 1940 ist die durchschnittliche Temperatur in der Mongolei um 2,14 Grad Celsius gestiegen – mit wärmeren Sommer- und kälteren Wintermonaten. Die Nomaden mit ihren Tieren sind die ersten Opfer. Ist der bereits kurze Sommer jedoch zu trocken, kann sich das Vieh wegen der geringen Vegetation kein Polster für den Winter zulegen. Von November bis April ist es in der jüngeren Vergangenheit jedoch noch kälter als sonst geworden, und es hat so viel geschneit, dass die bereits geschwächten Tiere keine Nahrung mehr fanden. Sie starben wie Fliegen. In der Mongolei wird das Wetterphänomen «Dzud» genannt. [...] Zumindest eine gute Nachricht gibt es in diesem Jahr jedoch: Der Sommer war bisher regenreich. Die Tiere können sich nun ein Polster für den Winter zulegen. Die guten Witterungsbedingungen gewähren der Landflucht in der Mongolei jedoch nur einen Aufschub. Die Entwicklung ist nicht zu stoppen.

Wir schreiten zur Prüfung.

1. Ungewöhnliche Erwärmung im 20. Jahrhundert?

Wir prüfen die GISS-Daten im Webtool des New Scientist (Abb. 1). Mitte der 1980erJahre stieg die Temperatur steil an, fiel dann aber um 2010 wieder ab. Ob hier ein Ozeanzyklus die Finger mit im Spiel hat? Die Daten enden um 2013, als der New Scientist das Tool einstellte (weshalb eigentlich?). Ein Blick in die aktuellen Stationsdaten in der Mongolei zeigt: Seit 1998 ist es dort nicht mehr wärmer geworden. Der berühmte Erwärmungs-Hiatus also auch hier.

Abb. 1: Temperaturentwicklung der Mongolei laut GISS.

 

Ist die Erwärmung im späten 20. Jahrhundert etwas noch nie Dagewesenes? Der Blick in die Klimageschichte bringt Aufklärung. Bereits um 1000 n. Chr., zu Beginn desr Mittelalterlichen Wärmeperiode, gab es eine starke Erwärmung, die sogar noch schneller ablief als in der aktuellen Erwärmungsphase. Hier eine Temperaturrekonstruktion von Davi et al. 2015 für die zentrale Nord-Mongolei (Abb. 2):

 

Abbildung 2: Temperaturrekonstruktin von Davi et al. 2015 für die zentrale Nord-Mongolei.

 

2. Kalte Winter als Folge der globalen Erwärmung?

Die Sommertemperaturen scheinen aber gar nicht das Problem darzustellen. Die kalten Winter töten. Sind sie wirklich eine Folge der globalen Erwärmung? Intuitiv will das nicht zusammenpassen. Wir schauen in der Fachliteratur nach. Journalisten tun so etwas offenbar nicht, behaupten einfach etwas, weil sie es irgendwo einmal aufgeschnappt haben. Mit drei Stichworten werden wir sofort fündig. Eine Forscherguppe um Xianfeng Liu hat das Thema professionell untersucht und im März 2015 im Journal of Geographical Sciences die Ergebnisse veröffentlicht. Das überraschende Resultat: Die Kältewellen (“Dzuds”) sind in den letzten 50 Jahren seltener (nicht häufiger) geworden. Die Forscher fanden zudem, dass die Häufigekeit der Kältewellen eng an die Entwicklung der Ozeanzyklen gekoppelt ist. Hier der Abstract:

Spatiotemporal changes of cold surges in Inner Mongolia between 1960 and 2012
In this study, we analyzed the spatiotemporal variation of cold surges in Inner Mongolia between 1960 and 2012 and their possible driving factors using daily minimum temperature data from 121 meteorological stations in Inner Mongolia and the surrounding areas. These data were analyzed utilizing a piecewise regression model, a Sen+Mann-Kendall model, and a correlation analysis. Results demonstrated that (1) the frequency of single-station cold surges decreased in Inner Mongolia during the study period, with a linear tendency of −0.5 times/10a (−2.4 to 1.2 times/10a). Prior to 1991, a significant decreasing trend of −1.1 times/10a (−3.3 to 2.5 times/10a) was detected, while an increasing trend of 0.45 times/10a (−4.4 to 4.2 times/10a) was found after 1991. On a seasonal scale, the trend in spring cold surges was consistent with annual values, and the most obvious change in cold surges occurred during spring. Monthly cold surge frequency displayed a bimodal structure, and November witnessed the highest incidence of cold surge. (2) Spatially, the high incidence of cold surge is mainly observed in the northern and central parts of Inner Mongolia, with a higher occurrence observed in the northern than in the central part. Inter-decadal characteristic also revealed that high frequency and low frequency regions presented decreasing and increasing trends, respectively, between 1960 and 1990. High frequency regions expanded after the 1990s, and regions exhibiting high cold surge frequency were mainly distributed in Tulihe, Xiao’ergou, and Xi Ujimqin Banner. (3) On an annual scale, the cold surge was dominated by AO, NAO, CA, APVII, and CQ. However, seasonal differences in the driving forces of cold surges were detected. Winter cold surges were significantly correlated with AO, NAO, SHI, CA, TPI, APVII, CW, and IZ, indicating they were caused by multiple factors. Autumn cold surges were mainly affected by CA and IM, while spring cold surges were significantly correlated with CA and APVII.

 

Abbildung 3: Häufigkeit (Frequenz) von Kältewellen in der Inneren Mongolei (typische Station). Aus: Liu et al. 2015.

 

Eine weitere Publikation stammt von Rao et al. 2015 und erschien in den Environmental Research Letters. Sie trägt den Titel:

Dzuds, droughts, and livestock mortality in Mongolia

Die wichtigste Abbildung aus dem Paper zeigt die Wintertemperaturen der letzten 60 Jahre (rote Kurve) und die Sterbeziffer des Viehs (schwarze Kurve). Auch hier wird klar: Phasen mit kalten Wintern hat es auch in der Vergangenheit gegeben, sogar mehr als heute. Die besonders hohen Mortalitätsraten in jüngster Zeit müssen also andere, nichtklimatische Gründe haben. Die Autoren führen Überweidung als Mitursache auf und zeigen, dass die Zahl der gehaltenen Ziegen und Schafe in der Mongolei in den letzten 20 Jahen geradezu explodiert ist.

Abbildung 4: Wintertemperaturen (rot) und Mortalitätsrate des Viehs in der Mongolei während der vergangenen 60 Jahre. Aus: Rao et al. 2015

 

 

Landgewinn trotz Meeresspiegelanstieg: Küsten haben sich in den vergangenen 30 Jahren um 13.500 Quadratkilometer ins Meer vorgebaut

Am 25. August 2016 gab es in Nature Climate Change ein kleines Wunder zu bestaunen. Eine Forschergruppe um Gennadii Donchyts vom niederländischen Deltares Research Institute veröffentlichte eine Statistik zu Landgewinnen und -verlusten in den Küstenzonen der Erde. Angesichts des steigenden Meeresspiegels war ein gewisser Landverlust zu erwarten. Umso größer die Überraschung, als nun die offiziellen Zahlen präsentiert wurden: Die Küstenzonen sind nicht etwa geschrumpft, sondern es wurden in den vergangenen 30 Jahren sogar 13,565 km2 neu geschaffen. Eine echte Sensation. Die deutsche Presse zog es allerdings leider vor, dazu zu schweigen. Unbequeme Daten, die man der Bevölkerung lieber nicht zumuten wollte. In der Publikation heißt es:

Earth’s surface gained 115,000 km2 of water and 173,000 km2 of land over the past 30 years, including 20,135 km2 of water and 33,700 km2 of land in coastal areas. Here, we analyse the gains and losses through the Deltares Aqua Monitor — an open tool that detects land and water changes around the globe.

Uns interessieren nur die Zahlen aus den Küstenzonen (die anderen Angaben beziehen sich auf Inlandsseen, die weitgehend unabhängig vom Meeresspiegel sind). Die Rechnung ist denkbar einfach:
33.700 km2 Landgewinn MINUS 20.135 km2 Landverlust = 13.565 km2 Netto-Landgewinn.

Ein wenig Angst hatte man im Deltares-Institut vor den Zahlen dann doch. In der Original-Pressemitteilung, sparte man dieses wichtige Resultat einfach aus:

How the earth has changed over the past 30 years

The world has gained 115,000 km2 of water and 173,000 km2 of land over the past 30 years. The Dutch research institute Deltares developed an open tool that analyses satellite data and visualises land and water changes around the globe. The results were published today in Nature Climate Change.

First global-scale tool that shows water and land conversion

The Deltares Aqua Monitor was developed by Gennadii Donchyts, a remote sensing expert at Deltares. It is the first global-scale tool that shows, with a 30-metre resolution, where water has been transformed into land and vice-versa. The Aqua Monitor uses freely available satellite data and Google Earth Engine, a platform for the planetary-scale scientific analysis of geospatial datasets that is now open to the general public. Gennadii Donchyts: “The Aqua Monitor shows that, around the world between 1985 and 2015, about 173 000 km2, an area about the size of Washington State, has been transformed into land. At the same time, an area of 115 000 km2 has been transformed into water. Both documented and undocumented changes due to man-made interventions, natural variability, and climate change have now been revealed.”

Known versus unknown

While many countries report on dam construction, information about more remote or isolated areas has been lacking. In Myanmar, the Global Reservoir and Dams database shows an increase in the water surface between 1985 and 2010 of about 400 km2. Using the Aqua Monitor, we found 1,180 km2 of new surface water during the same period. The damming of the Rimjin River in North Korea close to the border with South Korea resulted in a storage surface of 12.4 km2 that was actually due to the Hwanggang Dam, which was thought to be located 35 km to the east. These unknown reservoirs may have had a severe impact on the displacement of people and on the ecology. These issues still have to be investigated.

Created by nature or humans

The results of the Aqua Monitor show only the compound impact of natural and human change or variability. It is often hard to tell what has caused a change without determining the details of the local water and sediment budget. While changes in meanders in the Brahmaputra delta are clearly natural, the Mondrian-like shapes near Taiji Nai’er lakes in China are clearly man-made.

Big data at everyone’s fingertips

Universally-available analytics for big satellite data may have major implications for monitoring capacity and associated actions. At the very local scale, members of the general public can now make assessments without expert assistance if their houses are threatened by coastal erosion. At the regional scale, a downstream riparian state can conduct year-to-year monitoring to see whether upstream neighbours are establishing new impoundments. Finally, at the planetary scale, global agencies such as the United Nations International Strategy for Disaster Reduction can monitor the appearance of new reservoir storage capacity that may reduce flood hazards.

Jaap Kwadijk, the Deltares scientific director: “This has never been done before. So it is difficult to imagine all the new applications that will be made using this tool. But the tool can be used by everybody and so I am sure multiple applications will emerge in the next few years”.

Die BBC fuhr hier einen transparenteren Kurs und berichtete auch explizit über den Landgewinn an den Küsten:

Coastal areas were also analysed, and to the scientists surprise, coastlines had gained more land – 33,700 sq km (13,000 sq miles) – than they had been lost to water (20,100 sq km or 7,800 sq miles). “We expected that the coast would start to retreat due to sea level rise, but the most surprising thing is that the coasts are growing all over the world,” said Dr Baart. “We’re were able to create more land than sea level rise was taking.”

Wie funktionierts? Jeder Geologe lernt in den ersten Semestern, dass sich Deltas in das Meer vorbauen, wenn die Rate des Sedimenteintrags den Meeresspiegelanstieg übersteigt. Dies scheint also derzeit der Fall zu sein. Der Meeresspiegelanstieg ist zu gering, als dass es hier zu einer weiten Überflutung der Küstenebenen kommen könnte. Das System befindet sich im Zustand der Regression, wobei sich viele Sandküsten derzeit leicht in Richtung Meer vorschieben. Nach Ende der letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren sah dies noch anders aus. Damals besaß der Meeresspiegelanstieg ein Vielfaches der heutigen Rate und die Küsten wurden vom Meer überrannt. Man nennt dies im geologischen Fachjargon “Transgression”. Vielleicht sollte man politischen Entscheidungsträgern einen geologischen Grundkurs als Pflicht auferlegen, damit sie sich in der Klimadiskussion besser zurechtfinden.

Zum Online Aqua-Monitor geht es hier. Siehe auch Bericht zur Studie auf watson.ch.

 

University of Queensland: Weltweite Artenvielfalt vor allem durch Ressourcen-Übernutzung und Landwirtschaft, weniger vom Klimawandel bedroht

Früher war der Klimawandel an allem und jedem Schuld. Mittlerweile hat man jedoch bemerkt, dass die Fixierung auf eine Ursache wenig realistisch ist. Das jüngste Beispiel ist die Bedrohung der Artenvielfalt. Spiegel Online berichtete am 11. August 2016:

Klimawandel: Was die Artenvielfalt wirklich bedroht
Der Klimawandel bringt nicht nur eine starke Veränderung des Wetters mit sich, er greift auch in das Leben von zahlreichen Tierarten ein – so lautete die These von einigen Forschern lange. Tatsächlich sei die weltweite Artenvielfalt derzeit jedoch weniger von Klimaveränderungen als von altbekannten Gefahren wie der Übernutzung von Ressourcen und der Landwirtschaft bedroht, berichten Forscher im Fachjournal “Nature”. Die Fokussierung auf den Klimawandel könne dazu führen, dass Prioritäten beim Artenschutz falsch gesetzt werden, befürchten sie.

Weiterlesen bei Spiegel Online

Im dazugehörigen Artikel von Maxwell et al. in Nature heißt es:

There is a growing tendency for media reports about threats to biodiversity to focus on climate change. Here we report an analysis of threat information gathered for more than 8,000 species. These data revealed a contrasting picture. We found that by far the biggest drivers of biodiversity decline are overexploitation (the harvesting of species from the wild at rates that cannot be compensated for by reproduction or regrowth) and agriculture (the production of food, fodder, fibre and fuel crops; livestock farming; aquaculture; and the cultivation of trees). [...] It is also crucial that the World Conservation Congress delegates — and society in general — ensure that efforts to address climate change do not overshadow more immediate priorities for the survival of the world’s flora and fauna.

Auch WDR5 Radio und die Schweizerische BauernZeitung berichteten. Im Folgenden die Original-Pressemitteilung der University of Queensland vom 11. August 2016:

Guns, nets and bulldozers driving species loss

University of Queensland-led research published in Nature has found that nearly three-quarters of the world’s threatened species are in peril because people are converting their habitat into agricultural lands and overharvesting species. The team from UQ, the Wildlife Conservation Society (WCS) and the International Union for the Conservation of Nature (IUCN) studied information on 8688 species on the IUCN Red List. PhD student in the School of Geography, Planning and Environmental Management (GPEM) Sean Maxwell said the study found that 72 per cent (6241 species) were overexploited (the harvesting of species from the wild at rates not compensated for by reproduction or regrowth).

The authors also showed that expansion and intensification of agricultural activity was imperilling 5407 (62 per cent) of species they assessed, including Africa’s cheetah and Asia’s hairy-nosed otter. “For example, the Sumatran rhinoceros, Western gorilla and a scaly mammal, the Chinese pangolin, are all hunted illegally for high market demand for their body parts and meat,” Mr Maxwell said.  “In comparison, 19 per cent of species are considered threatened by climate change. “We are concerned that efforts to address climate change could overshadow more immediate priorities for the survival of the world’s flora and fauna. “Addressing overharvesting and agricultural activities are key to turning around the biodiversity extinction crisis. “This must be at the forefront of the conservation agenda.”

Study co-author Associate Professor James Watson of WCS and UQ GPEM said, “History has taught us that minimising impacts from overharvesting and agriculture require a variety of conservation actions but these can be achieved. “Actions such as well managed protected areas, enforcement of hunting regulations, and managing agricultural systems in ways that allow threatened species to persist within them all have a major role to play in reducing the biodiversity crisis. “These activities need to be well funded and prioritised in areas that will reduce threat.” Study authors also include Associate Professor Richard Fuller of UQ’s School of Biological Sciences and Dr Thomas Brooks of the IUCN. Next month, representatives from government, industry and non-government organisations will define future directions for conservation at the World Conservation Congress of the IUCN in Hawaii.

Bleiben wir beim Thema. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) überraschte am 29. August 2016 mit einer guten Nachricht:

Amazonaswald: Biodiversität kann Klimarisiken mindern

Wald mit einer großen Vielfalt von Pflanzen kann besser auf Klimastress reagieren. Erstmals konnten Forscher dies jetzt für das Amazonas-Gebiet in umfassenden Computer-Simulationen, die den Artenreichtum von Bäumen dort mit einberechnen, zeigen. Biodiversität kann demnach ein wirksames Mittel sein, Klimarisiken abzumildern, und sollte nicht nur im Naturschutzkontext betrachtet werden.

„Die Vielfalt der Eigenschaften all der verschiedenen Pflanzen in den Wäldern des Amazonas könnte diesem helfen, sich auf ein gewisses Maß von Klimaveränderung einzustellen – manche der heute vorherrschenden Bäume würden absterben und andere Arten würden ihren Platz einnehmen, die mit den zukünftigen klimatischen Bedingungen besser zurecht kommen“, sagt Boris Sakschewski vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Leit-Autor der in Nature Climate Change erscheinenden Studie. Das Überleben von Baumarten hängt zum Beispiel davon ab, was die  Wissenschaftler ‚Blatt-Ökonomie‘ nennen: deren unterschiedliche Größe, Dicke, Langlebigkeit oder Dichte bestimmt mit, wie gut eine Pflanze höhere Temperaturen oder Wasserknappheit verträgt. „Biodiversität erweist sich hier als ein Muss, nicht als hübsches Beiwerk“, sagt Sakschewski. „Sie kann funktional sein für das langfristige Überleben der großen Biomasse-Reservoirs unserer Erde, zu denen auch die Wälder der Amazonas-Region gehören.“ (weiterlesen …)

Hinweise auf Klimaeinfluss der Sonne verdichten sich weiter

In unserem Buch “Die kalte Sonne” haben wir den enormen Einfluss von Sonnenaktivitätsschwankungen auf das Erdklima zeigen können. Die Forschung zum Thema läuft weiter auf Hochtouren. Im Folgenden wollen wir einige jüngere Arbeiten vorstellen.

Aus dem März 2016 stammt eine Arbeit von Yamakawa et al. in Quaternary International, in der die Autoren den solaren Klimaeinfluss über die Stratosphäre und die Meeresoberfläche beschreiben:

Relationships between solar activity and variations in SST and atmospheric circulation in the stratosphere and troposphere
Relationships between solar activity and variations in both sea surface temperature (SST) and atmospheric circulation at the time of the solar maximum are presented. The global distribution of correlation coefficients between annual relative sunspot numbers (SSN) and SST from July to December was examined over a 111-year period from 1901 to 2011. Areas with a significant positive correlation accounted for 11.7% of the global sea surface in December, mainly over three regions in the Pacific. The influence of solar activity on global atmospheric pressure variations and circulation in the maximum years was also analyzed from 1979 to 2011. The results indicated that higher geopotential height anomalies tended to appear in the stratosphere and troposphere in the northern hemisphere, centering on around the Hawaiian Islands from November to December, in the second year of the solar maximum. The SST distribution in the Pacific with strong north and south Pacific Highs produced a pattern that resembled teleconnection patterns such as the Pacific Decadal Oscillation (PDO) and the Central-Pacific (CP) El Niño, or El Niño Modoki (ENM). It is suggested that the solar activity had an influence on the troposphere via not only the stratosphere but also the sea surface.

Im Dezember 2015 war der Klimaeinfluss des solaren 11- Jahreszyklus Thema im AGU-Mitgliederblatt Eos:

[...] The Sun’s impact on the climate is a hot and tangled topic. Mounting evidence suggests that the 11-year solar cycle can affect climate and temperatures—the most famous example being Europe’s Little Ice Age, when the Sun went through several nearly sunspotless cycles from 1645 to 1715. [...] Over the course of the 11-year cycle, the rotation of the Sun slowly twists its magnetic field into knots, creating dark sunspots. Although the overall brightness of the Sun varies by only 0.1%, the twisted bundles of magnetic energy can boost its ultraviolet (UV) radiation by 4%–8% at the solar cycle’s peak. These powerful UV rays trigger chemical reactions in the stratosphere that bind oxygen atoms and molecules to form ozone. Since ozone itself is a good absorber of UV radiation, it can heat the stratosphere near the equator, which affects the winds that circle the globe.

Ganzen Artikel in Eos lesen.

Eine Gruppe um Willie Soon publizierte im November 2015 in Earth Science Reviews zur Klimawirkung der Sonne im Rahmen der Erwärmung der letzten 150 Jahre:

Re-evaluating the role of solar variability on Northern Hemisphere temperature trends since the 19th century

Debate over what influence (if any) solar variability has had on surface air temperature trends since the 19th century has been controversial. In this paper, we consider two factors which may have contributed to this controversy:

1. Several different solar variability datasets exist. While each of these datasets is constructed on plausible grounds, they often imply contradictory estimates for the trends in solar activity since the 19th century.

2.
Although attempts have been made to account for non-climatic biases in previous estimates of surface air temperature trends, recent research by two of the authors has shown that current estimates are likely still affected by non-climatic biases, particularly urbanization bias.

With these points in mind, we first review the debate over solar variability. We summarise the points of general agreement between most groups and the aspects which still remain controversial. We discuss possible future research which may help resolve the controversy of these aspects. Then, in order to account for the problem of urbanization bias, we compile a new estimate of Northern Hemisphere surface air temperature trends since 1881, using records from predominantly rural stations in the monthly Global Historical Climatology Network dataset. Like previous weather station-based estimates, our new estimate suggests that surface air temperatures warmed during the 1880s–1940s and 1980s–2000s. However, this new estimate suggests these two warming periods were separated by a pronounced cooling period during the 1950s–1970s and that the relative warmth of the mid-20th century warm period was comparable to the recent warm period.

We then compare our weather station-based temperature trend estimate to several other independent estimates. This new record is found to be consistent with estimates of Northern Hemisphere Sea Surface Temperature (SST) trends, as well as temperature proxy-based estimates derived from glacier length records and from tree ring widths. However, the multi-model means of the recent Coupled Model Intercomparison Project Phase 5 (CMIP5) climate model hindcasts were unable to adequately reproduce the new estimate — although the modelling of certain volcanic eruptions did seem to be reasonably well reproduced.

Finally, we compare our new composite to one of the solar variability datasets not considered by the CMIP5 climate models, i.e., Scafetta and Willson, 2014′s update to the Hoyt and Schatten, 1993 dataset. A strong correlation is found between these two datasets, implying that solar variability has been the dominant influence on Northern Hemisphere temperature trends since at least 1881. We discuss the significance of this apparent correlation, and its implications for previous studies which have instead suggested that increasing atmospheric carbon dioxide has been the dominant influence.

Von 2015 stammt auch ein Buch von Olavi Kärner mit dem Titel “Towards a New Climate Representation: Analysis of Forcing and Response Time Series“. Aus der Beschreibung:

This book provides a mutual analysis of temporal variability of total solar irradiance (TSI) at the top of the atmosphere (TOA) and various air temperature time series. The first part covers exploratory studies of the daily series in order to fit a statistical model for representing their long range temporal variability. The second part contains climatological interpretation of the fitted model. The results show essentially different temporal variability structure than that predicted by the theory of anthropogenic global warming.

Weiter mit einer Publikation aus dem Oktober 2015 in Advances in Space Research. Alexander Ruzmaikin und Joan Feynman dokumentieren darin den klimatischen Einfluss des solaren Gleissberg-Zyklus, der eine Periode von 90 Jahren besitzt:

The Earth’s climate at minima of Centennial Gleissberg Cycles
The recent extended, deep minimum of solar variability and the extended minima in the 19th and 20th centuries (1810–1830 and 1900–1920) are consistent with minima of the Centennial Gleissberg Cycle (CGC), a 90–100 year variation of the amplitude of the 11-year sunspot cycle observed on the Sun and at the Earth. The Earth’s climate response to these prolonged low solar radiation inputs involves heat transfer to the deep ocean causing a time lag longer than a decade. The spatial pattern of the climate response, which allows distinguishing the CGC forcing from other climate forcings, is dominated by the Pacific North American pattern (PNA). The CGC minima, sometimes coincidently in combination with volcanic forcing, are associated with severe weather extremes. Thus the 19th century CGC minimum, coexisted with volcanic eruptions, led to especially cold conditions in United States, Canada and Western Europe.

Im Mai 2016 veröffentlichten Al-Tameemi & Chukin im Journal of Atmospheric and Solar-Terrestrial Physics eine Analyse zum globalen Wasserzyklus. Interessanterweise fanden die Autoren eine deutliche Beeinflussung der globalen Verdunstung und des Wasserhaushaltes durch solare Aktivitätsschwankungen:

Global water cycle and solar activity variations
The water cycle is the most active and most important component in the circulation of global mass and energy in the Earth system. Furthermore, water cycle parameters such as evaporation, precipitation, and precipitable water vapour play a major role in global climate change. In this work, we attempt to determine the impact of solar activity on the global water cycle by analyzing the global monthly values of precipitable water vapour, precipitation, and the Solar Modulation Potential in 1983–2008. The first object of this study was to calculate global evaporation for the period 1983–2008. For this purpose, we determined the water cycle rate from satellite data, and precipitation/evaporation relationship from 10 years of Planet Simulator model data. The second object of our study was to investigate the relationship between the Solar Modulation Potential (solar activity index) and the evaporation for the period 1983–2008. The results showed that there is a relationship between the solar modulation potential and the evaporation values for the period of study. Therefore, we can assume that the solar activity has an impact on the global water cycle.

Im Februar 2016 erschien eine Arbeit von Kunihiko Kodera unter Beteiligung der Geomar-Forscherin Katja Matthes. Die Wissenschaftler beschreiben eine Erwärmung in mittleren Breiten durch den solaren Zyklus. Das Klimasignal wird dabei in der Stratosphäre durch die Sonne generiert und dann in die Troposphäre nach unten weiter gegeben:

How can we understand the solar cycle signal on the Earth’s surface?
To understand solar cycle signals on the Earth’s surface and identify the physical mechanisms responsible, surface temperature variations from observations as well as climate model data are analyzed to characterize their spatial structure. The solar signal in the annual mean surface temperature is characterized by (i) mid-latitude warming and (ii) no warming in the tropics. The mid-latitude warming during solar maxima in both hemispheres is associated with a downward penetration of zonal mean zonal wind anomalies from the upper stratosphere during late winter. During Northern Hemisphere winter this is manifested in a modulation of the polar-night jet whereas in the Southern Hemisphere the subtropical jet plays the major role. Warming signals are particularly apparent over the Eurasian continent and ocean frontal zones, including a previously reported lagged response over the North Atlantic. In the tropics, local warming occurs over the Indian and central Pacific oceans during high solar activity. However, this warming is counter balanced by cooling over the cold tongue sectors in the southeastern Pacific and the South Atlantic, and results in a very weak zonally averaged tropical mean signal. The cooling in the ocean basins is associated with stronger cross-equatorial winds resulting from a northward shift of the ascending branch of the Hadley circulation during solar maxima. To understand the complex processes involved in the solar signal transfer, results of an idealized middle atmosphere–ocean coupled model experiment on the impact of stratospheric zonal wind changes are compared with solar signals in observations. The model results suggest that both tropical and extra-tropical solar surface signals can result from circulation changes in the upper stratosphere through (i) a downward migration of wave–zonal mean flow interactions and (ii) changes in the stratospheric mean meridional circulation. These experiments support earlier evidence of an indirect solar influence from the stratosphere.

Weitere Beiträge zum Thema Sonne/Klima von Javier und Stefan Kämpe.

Angesichts der Vielzahl von Belegen zur starken Klimawirkung der Sonne wird es für die Sonnen-Gegner nun eng. Im Rahmen des Forschungsnetzwerks TOSCA haben sich einige Forscher zusammengschlossen, um die Sonne klimatisch abzuschalten. In einer Pressemitteilung vom 29. August 2016 behaupten sie, dass die Sonne nichts mit der globalen Erwärmung des 20. Jahrhunderts zu tun habe. Ironischerweise schreiben sie dann aber gleich im nächsten Satz, dass die Sonne sehrwohl im Jahrhundertmaßstab klimatische Wirkung entfaltet:

A changing Sun, a changing climate?
[...] By comparing recent measurements with results from new models, the network challenged the long-debated assumption that the Sun’s slight change in radiation could cause the Earth’s climate to change. They found mechanisms by which solar variation can alter climate variability regionally, but none that would trigger global warming. Looking at time scales longer than a century, the impact of solar variability on climate change is evident, but the effect of greenhouse gases has been proven much more considerable in the short run. However, there are still many questions behind the Sun-Earth connection, some of which TOSCA helped answer. By examining the different phenomena defining the solar impact on climate in general, the team showed several subtle phenomena could have a significant impact, often locally. For instance, UV radiation amounts to a mere 7% of solar energy, but its variation produces changes in the stratosphere near the Equator, all the way to the polar regions, which govern climate. This means that winters in Europe would become wetter and milder or, on the contrary, drier and cooler, depending on the Sun’s state. They also found that streams of electrons and protons known as the solar wind, affecting the Earth’s global electric field, lead to changes in aerosol formation, which ultimately impact rainfall. These effects, largely ignored so far, will now be incorporated into several climate models in order to build a more complete picture.

Einer der Leiter des TOSCA-Programms ist Benjamin Laken, der sich bereits in der Vergangenheit mit Kritik an Svensmark und seinem solaren Wolkenmodell profilierte. Seltsamerweise hatte Laken in früheren Arbeiten die Svensmark-Modelle noch unterstützt. Hin- und hergerissen zwischen solarem PRO und CONTRA geht es hier vielleicht aber auch um die wissenschaftspolitische Eignung für eine Institutsdauerstelle, wobei Sonnenkritik unabdingbar ist. In der Pressemitteilung heißt es:

Dr Benjamin Laken had a leading role in one of TOSCA’s training schools: “I demonstrated the use of Python for data analytics, and also guided a small team of students through an independent research project. This helped expose the students – many for the first time – to critical tools and methods relevant to their development into research. TOSCA enabled me to identify the most pressing knowledge gaps, which I could personally contribute to, and see how to effectively communicate my findings back to an interdisciplinary community. Thanks to the network, I was able to grow as a researcher at a critical time in my career.

 

Partnertausch: Hitzetolerante Algen-Symbionten schützen vor Korallenbleiche

Eines unserer Ziele hier im Kalte-Sonne-Blog ist die Bekanntmachung von klimawissenschaftlichen Resultaten, die es nicht in die Mainstream-Presse schaffen. Hierdurch versuchen wir eine inhaltliche Schieflage auszugleichen. Im heutigen Beitrag soll es um die Korallenbleiche gehen. Ein Jahr lang haben wir gesammelt und waren erstaunt, wie sehr sich die Sichtweise hier geändert hat. Der Grundmechanismus ist natürlich geblieben: Immer wenn es Korallen zu heiß wird, schmeißen sie ihre Algen-Symbionten raus und erbleichen dabei. Da die Korallen von den Symbionten als Energie- und Nährstofflieferant abhängig sind, müssen die Vakanzen schnell wieder gefüllt werden. Entweder mit den ursprünglichen Algen (wenn es wieder abkühlt) oder mit neuen Algen, die an erhöhte Temperaturen angepasst sind. Nach diesem Prinzip operierend haben die Korallen schon etliche hundert Millionen Jahre überlebt.

Die University of Miami Rosenstiel School of Marine & Atmospheric Science beschrieb den Prozess im Rahmen einer Pressemitteilung am 4. Juni 2015:

New study uncovers why some threatened corals swap ‘algae’ partners

Research findings provide new information on coral survival in a warming ocean

A new research study showed why threatened Caribbean star corals sometimes swap partners to help them recover from bleaching events. The findings are important to understand the fate of coral reefs as ocean waters warm due to climate change.

The University of Miami (UM) Rosenstiel School of Marine and Atmospheric Science research team placed colonies of Caribbean star coral (Orbicella faveolata) in a heated tank for one to two weeks to replicate ocean conditions that would lead to both mild and severe coral “bleaching” – when corals turn white as a result of the loss of symbiotic algae living in their tissues. The corals, collected from waters off Miami, were then allowed to recover at two different water temperatures, below and above the local average, to see if they recovered with the same or different algal partners. “Since ‘symbiont shuffling’ occurs in only some cases, we wanted to understand what drives this process and whether it could help corals adjust to climate change,” said Ross Cunning, a UM Rosenstiel School alumnus and lead author of the study. “We discovered that partner switching in Caribbean star corals is dependent upon the severity of the bleaching event and the temperature during recovery.”

The researchers discovered that severe bleaching and warmer water recovery temperatures caused corals to shuffle their symbionts in favor of more heat-tolerant algae, which belong to a group of symbionts called clade D, while mild bleaching and cooler recovery drove shifts toward the less heat-tolerant algae, in clade B. The study, published in the June 3 issue of the journal Proceedings of the Royal Society B, suggests that increases in heat-tolerant symbionts in the Caribbean star coral are greatest when bleaching is more severe and the recovery environment is warmer.

Corals depend on symbiotic algae to survive and build coral reefs. Increased ocean temperatures due to climate change can cause these symbiotic algae to be expelled from the coral, an event known as bleaching, which often leads to death. Climate change is one of the main threats to the Caribbean star coral (O. faveolata), which was were recently listed as a ‘threatened’ species under the U.S. Endangered Species Act. “These findings help resolve a long-standing debate over why some corals switch partners after bleaching, while others do not,” said Andrew Baker, UM Rosenstiel School associate professor of marine biology and ecology and a Pew fellow in marine conservation. “They show that, as the oceans continue to warm and bleaching events become more severe, we might expect heat-tolerant symbionts to become a common feature of recovering reefs. Corals that can ‘buddy up’ with different algae might be more resistant to bleaching in the future.”

Two more recent studies, also conducted in Baker’s Coral Reef Futures lab at UM, showed how corals modify their symbionts in response to environmental changes. The first, published earlier this year in the journal Global Change Biology, showed how changes in symbiont partners following bleaching directly increased corals’ thermal tolerance. The second, published in the May issue of the journal Ecology, showed that, in addition to changing the types of algae they partner with, corals also fine-tune the number of algae they contain to deal with an ever-changing environment. “Together, these studies suggest that that the rate of warming, timing between bleaching events, and severity of each bleaching event, will play an important role in determining coral survivorship,” said Baker. “We need to better understand these changes in order to accurately predict coral reef futures.”

Bereits einige Monate zuvor hatte die University of Southampton der Öffentlichkeit besonders wärmeresistente Algen-Symbionten vorgestellt:

New algae species helps corals survive in the hottest reefs on the planet

A new species of algae has been discovered in reef corals of the Persian (Arabian) Gulf where it helps corals to survive seawater temperatures of up to 36 degrees Celsius — temperatures that would kill corals elsewhere.

Researchers from the University of Southampton and the New York University Abu Dhabi identified the symbiotic algae in corals from Abu Dhabi, United Arab Emirates, the world’s warmest coral reef habitat. The paper, which reports the breakthrough discovery, was published this week in the journal Scientific Reports. “We found that commonly applied molecular methods did not give enough resolution to distinguish the dominant symbionts of Gulf corals from those in other parts of the world’s oceans,” explains Professor Jörg Wiedenmann, Professor of Biological Oceanography and Head of the Coral Reef Laboratory at the University of Southampton. “However, when analysed by alternative molecular biological approaches, we found pronounced differences that set this heat tolerant species clearly aside. We named it Symbiodinium thermophilum in reference to its ability to survive unusually high temperatures.”

Reefs are made up of many coral species, most of which live in a mutually beneficial relationship with microscopically small algae hosted in their tissue. These symbiont algae produce sugars that contribute to the diet of the coral in return for shelter and nutrients that are vital for algal growth. However, the symbiotic association is vulnerable to changes in environmental conditions, in particular to increases in seawater temperature. Heat-stress induced loss of the algal partners from the coral host can result in the often fatal process known as ‘coral bleaching’.

“Understanding how corals survive under the extreme temperatures in the Gulf will give us important insights into the ability of reef corals to handle the heat stress, which is threatening their survival in the oceans that are warming up in response to climate change,” explains Professor Wiedenmann. “We monitored the symbiotic partnership over several seasons to ensure that this association was stable through a range of thermal conditions,” comments Professor John Burt from the New York University Abu Dhabi. “We can confirm that this new type of alga is indeed the year-round prevalent symbiont across several dominant coral species from the Abu Dhabi coast of the United Arab Emirates,” he adds.

“It gives hope to find that corals have more ways to adjust to stressful environmental conditions than we had previously thought,” adds Professor Wiedenmann. “However, it is not only heat that troubles coral reefs. Pollution and nutrient enrichment, overfishing and coastal development also represent severe threats to their survival. Only if we manage to reduce these different forms of stress will corals be able to benefit from their capacity to adjust to climate change.”

Eine ähnliche Studie erschien 2015 auch von Silverstein et al. im Fachblatt Global Change Biology. In der Karibik hat sich zwischenzeitlich eine Mikroalge ausgebreitet, die die dortigen Korallen gegen Hitzestress schützt. Penn State berichtet darüber am 1. Juni 2015 in einer Pressemitteilung:

Invasive microbe protects corals from global warming, but at a cost

An invasive species of symbiotic micro-alga has spread across the Caribbean Sea, according to an international team of researchers. These single-cell algae, which live within the cells of coral animals, are improving the resilience of coral communities to heat stress caused by global warming, but also are diminishing the abilities of corals to build reefs.

“The results raise a potentially contentious issue about whether this invasion is relatively good or bad for the long-term productivity of reef corals in the Atlantic Ocean and the ecosystems they support,” said Todd LaJeunesse, associate professor of biology, Penn State. The team’s findings appear in today’s (JUNE 1) issue of the Proceedings of the National Academy of Sciences. According to LaJeunesse, relationships between corals and photosynthetic algae evolved over millions of years and are generally mutually beneficial. Corals derive energy and nutrients from algae, and in turn algae obtain nutrients and protection by living in the tissues of corals.

“Coral reefs are highly important to the biosphere, and they also have enormous economic and societal value in the form of tourism, recreation and coastal protection, and as a source of food and pharmaceuticals,” said LaJeunesse. “Currently, these ecosystems are threatened by synergistic effects of diminished water quality, increased temperature and reduced ocean alkalinity.” LaJeunesse and his team, which includes researchers from the University of Delaware and the Universidad Nacional Autonoma de Mexico (UNAM), used DNA sequencing techniques to document this possible new threat to coral reefs — the spread of non-native, Symbiodinium trenchii, which comes from the Indo-Pacific.

To determine that S. trenchii’s presence in the Caribbean likely came from a limited introduction and then began to spread, the team used population genetic markers to analyze the genetic diversity among populations of S. trenchii in the Indo-Pacific and compared this diversity with that in the Caribbean Sea. “We found that the Caribbean population of S. trenchii contains very little genetic diversity and is highly inbred,” said Tye Pettay, recent Ph.D. in biology, Penn State and current postdoctoral fellow, University of Delaware. “In contrast, S. trenchii in the Indian and Pacific oceans is extremely diverse and contains far more genetic diversity on a single reef the size of a football field than it does in the entire Caribbean Sea. Our evidence indicates that the introduction of S. trenchii to the Caribbean was relatively recent. There has been no time for it to evolve any novel genetic diversity.”

In its new home in the Caribbean, the team found, S. trenchii behaves opportunistically and proliferates within coral colonies during periods of increased sea-surface temperatures, enabling the corals to survive these episodes. During these warming events, S. trenchii replaces the more sensitive native species of algae, which are expelled by their hosts when the environment becomes too warm — a process known as bleaching. S. trenchii eventually is replaced by native species of algae after environmental conditions return to normal. “For some time now researchers have focused on identifying stress-tolerant Symbiodinium that may allow reef corals to better cope with future increases in temperatures,” said Pettay. “Symbiodinium trenchii in the Caribbean possesses those attributes. It turns out, however, that because this species was introduced to the region, its symbioses may be suboptimal, which may significantly diminish coral growth under normal conditions.”

Specifically, the researchers found that S. trenchii benefits some colonies of coral by providing them with thermal tolerance under conditions up to 3.6 degrees Fahrenheit higher than normal, yet the team also found that for one group of dominant reef-building corals, Mountainous Star Coral, S. trenchii reduces rates of calcification — the process by which reefs are built — by half. “Our results indicate that S. trenchii may not translocate as many nutrients to the coral host as do native species, which is why we see reduced calcification rates among the corals,” said LaJeunesse.

The retention of more nutrients to invest in its own growth and physiology may explain, in part, why S. trenchii can continue to function under heat stress and is not expelled by the host during warming events, he added. As a result, corals with S. trenchii tend not to bleach. “Invasive species pose major threats to biodiversity, ecosystem function and economic well-being,” said LaJeunesse. “Growing evidence indicates that microbes, which include micro-algae, are being successfully introduced to new places around the world, but we still have little understanding of the negative or positive outcomes from such introductions. This work highlights how microbial introductions, many of which may be unknown to science, can affec ecosystem stability and function — in this case, reduced calcification of corals in the Caribbean.”

Passend zum Thema eine Studie mit dem Titel von Cruz et al. 2015 in Marine Biology:

“White but not bleached: photo-physiological evidence from white Montastraea cavernosa reveals potential overestimation of coral bleaching“ 

Den Abstoßungs-Akt zwischen Koralle und Alge hat die Queensland University of Technology schön dokumentiert. In einer Pressemitteilung vom 16. August 2016 gab die Universität bekannt:

Caught in the act: first videos of coral bleaching behaviour

Coral researchers have for the first time captured the specific behaviour of a coral as it’s bleaching.

The team from QUT in Australia used a clever combination of microscope, digital camera and smart tablet to record close-up, detailed time-lapse videos of a coral species’ physical reaction to heat stress, showing evidence for the first time that it employs pulsed inflation. To simulate rising sea surface temperatures, researchers Brett Lewis and Dr Luke Nothdurft from QUT’s marine facility in the School of Earth, Environmental and Biological Sciences placed solitary corals, Heliofungia actiniformis, into controlled aquaria, before heating the water up. Their resulting videos, described in the peer-reviewed Coral Reefs, show the unhappy corals belching Symbiodinium, tiny algae cells that live within coral tissue and give corals their vibrant colours.

“What’s really interesting is just how quickly and violently the coral forcefully evicted its resident symbionts,” said Mr Lewis, from QUT’s Science and Engineering Faculty. “The H. actiniformis began ejecting the symbionts within the first two hours of us raising the water temperature of the system.” Mr Lewis said previous studied had shown H. actiniformis was one of the very few corals on the Great Barrier Reef considered to be relatively resilient to bleaching, even as neighbouring species suffered the full effects. “Our observations suggest this resilience could be due to the rapid expulsion of the coral’s algal symbionts during thermal stress, and could very well increase H. actiniformis’s chance of survival during abnormally high sea temperatures.”During the experiments, the team raised the water temperature in a 10-litre aquarium system from 26oC to 32oC over 12 hours, where it remained for up to eight days.

While scientists have known for some time that coral bleaching occurs when the relationship between the coral and their Symbiodinium breaks down as ocean temperatures rise, the QUT team’s time-lapse videos show for the first time how this coral removes the algae. “Our H. actiniformis used a pulsed inflation to expel Symbiodinium over time (seen as greenish plumes in the video) – inflating their bodies to as much as 340 per cent of their normal size before suddenly and violently contracting and ejecting Symbiodinium through their oral openings over the four to to eight day duration of the experiments” Dr Nothdurft said.  

Dr Nothdurft said reef-building corals and their algal Symbiodinium had evolved to form a mutually-beneficial relationship. “Coral provide Symbiodinium with protection and surface area for photosynthesis, while the excess sugars created by the algae supply the majority of the coral’s daily food requirements,” he said. He said expulsion of the algae removed the pigment from the corals tissue, rendering them white or transparent, referred to as coral bleaching. If environmental conditions return to normal quickly enough, some corals may regain their Symbiodinium and associated colour. “If the Symbiodinium is removed from the host and does not recolonise quickly, the corals can die. “Mass coral bleaching events are a concern for scientists globally with recent events on the Great Barrier Reef highlighting the threat of elevated water temperatures to the heath of reef ecosystems.” Mr Lewis and Dr Nothdurft have captured a wide variety of coral behaviours with time-lapse photography, including how they eat and how they fight over limited space. Watch the videos:

Eine gute Zusammenfassung zum Thema Korallenbleiche und Klimawandel stammt von Jim Steele. Die überraschend gute Hitzetoleranz von Phytoplankton war auch Thema einer Pressemitteilung der University of Exeter vom 27. November 2015:

Don’t forget plankton in climate change models, says study

A new study found that phytoplankton – microscopic water-borne plants – can rapidly evolve tolerance to elevated water temperatures.

Globally, phytoplankton absorb as much carbon dioxide as tropical rainforests and so understanding the way they respond to a warming climate is crucial. Phytoplankton subjected to warmed water initially failed to thrive but it took only 45 days, or 100 generations, for them to evolve tolerance to temperatures expected by the end of the century. With their newfound tolerance came an increase in the efficiency in which they were able to convert carbon dioxide into new biomass. The results show that evolutionary responses in phytoplankton to warming can be rapid and might offset some of the predicted declines in the ability of aquatic ecosystems to absorb carbon dioxide as the planet warms.

Dan Padfield, a PhD student at the Environment and Sustainability Institute at the University of Exeter’s Penryn Campus in Cornwall, said: “Our findings suggest that evolution could play a key role in shaping how aquatic ecosystems respond to climate change. The phytoplankton in our study adapted to warmer water in the lab and evolved the ability to capture more atmospheric carbon dioxide. “Our results demonstrate that evolutionary responses of phytoplankton to warming should be taken into account when developing models of how climate change will affect aquatic ecosystems. This experimental work provides the empirical basis for incorporating evolution into the models used to forecast future ocean productivity.”

The researchers exposed Chlorella vulgaris, a model species of phytoplankton, to temperatures of 20 – 33 degrees. Initially rates of growth peaked at 30 degrees, while 33 degrees was stressful and limited growth. After 100 generations (45 days) growth increased to levels expected from the exponential effects of temperature on physiological rates, showing that the algae had evolved the ability to thrive at the increased temperatures. The underlying mechanism for the ability to tolerate warmer temperatures was an increase in the efficiency in which the alga was able to convert carbon dioxide into new biomass by reducing rates of respiration (production of carbon dioxide). It is this shift in the relative rates of respiration and photosynthesis that enabled the phytoplankton to cope with warmer temperatures. While these experiments focused on a single species and strain of phytoplankton, the researchers believe that the rapid evolution of carbon-use efficiency will apply to other species of phytoplankton and substantially improve models describing ecological and biogeochemical effects of climate change.

Nur drei Wochen später legte die Uni Exeter noch einmal nach. Wieder ein unerwartet positives Resultat: Höhere Wasssertemperaturen steigern die Biodiversität und Photosyntheseleistung von Phytoplankton:

Phytoplankton like it hot: Warming boosts biodiversity and photosynthesis in phytoplankton

Warmer temperatures increase biodiversity and photosynthesis in phytoplankton, researchers at the University of Exeter and Queen Mary University of London (QMUL) have found. Globally, phytoplankton – microscopic water-borne plants – absorb as much carbon dioxide as tropical rainforests and so understanding the way they respond to a warming climate is crucial.

The groundbreaking study, published in the journal PLOS Biology, was carried out over five years using artificially warmed ponds that simulated the increases in temperature expected by the end of the century. The researchers found that phytoplankton in ponds that had been warmed by four degrees, had 70% more species and higher rates of photosynthesis, and as a result, have the potential to remove more carbon dioxide from the atmosphere. Phytoplankton were counted, measured and identified under a microscope, and the production or consumption of oxygen was measured to determine rates of photosynthesis and respiration.

The study found that phytoplankton communities in the warmed ponds were more species rich, had greater evenness in species abundance, greater biomass and were dominated by larger species. In contrast to previous work conducted in small scale, short-term laboratory experiments, these findings demonstrate that future global warming could actually lead to increases in biodiversity and photosynthesis in some locations. These results cannot be extrapolated to the global scale as declines might occur in other places where different ecological mechanisms prevail.

The authors attribute their findings to the fact that the experiments were conducted in open outdoor ecosystems where local extinctions of species can be replaced by new immigrants from surrounding locations. Dr Gabriel Yvon-Durocher from the Environment and Sustainability Institute at the University of Exeter said: “The increases we’ve seen in phytoplankton biodiversity appear be driven primarily by the effects of warming on zooplankton – the microscopic animals that eat phytoplankton. “Higher grazing rates by the zooplankton, which prefer small abundant phytoplankton species, prevent the ecosystem being dominated by just a few of these highly competitive species, allowing species which are inferior competitors for resources to coexist. “What our study clearly shows is that future global warming is likely to have a major impact on the composition, biodiversity and functioning of plankton, which play a pivotal role in aquatic ecosystems.” Professor Mark Trimmer from QMUL’s School of Biological and Chemical Sciences said: “Our warming facility at QMUL has been running for 10 years now and it is quite remarkable what such a simple experiment has enabled us to uncover about how climate warming alters the cycling and balance of the key bio-elements that sustain life on Earth.”

 

 

NOAA-Forscher können keinen Ort auf der Erde benennen, an dem die Ozeanversauerung bereits Schäden angerichtet hätte

Der pH-Wert der Ozeane hat sich in den letzten Jahrzehnten leicht von 8,15 auf 8,05 reduziert. Obwohl diese Werte noch immer deutlich im alkalischen Bereich liegen (der bis pH 7 reicht), wird in der Fachsprache von einer “Ozeanversauerung” gesprochen. Der Trend ist deutlich und wird von allen Akteuren der Klimadiskussion anerkannt. Mithilfe von Satelliten kann der pH-Wert der Ozeane heute bequem ermittelt werden.

Die Debatte dreht sich vor allem um die Folgen, die diese leichte pH-Veränderung bei den Meeresbewohnern auslösen könnte. Lange glaubte man, dass sich hier möglicherweise eine Katastrophe anbahnt. Als man sich die Thematik dann im Rahmen von einer Vielzahl von Studien näher anschaute, gab es eine Teilentwarnung. Es ist zum Glück doch nicht so schlimm, wie einige Forscher zunächst befürchtet hatten. Im Folgenden wollen wir die aktuellen Ergebnisse aus der Wissenschaft vorstellen.

Im Februar 2016 erschien im Journal of Marine Science ein Sonderband zur Ozeanversauerung. In einem einleitenden Übersichtsartikel ruft Howard Browman die Forschergemeinde zu verstärktem Skeptizismus auf. Durch die bevorzugte Publikation von dramatisierenden Artikeln sei in der Literatur eine inhaltliche Schieflage entstanden, die es auzugleichen gilt. Hier der Abstract seines Beitrags:

Applying organized scepticism to ocean acidification research
“Ocean acidification” (OA), a change in seawater chemistry driven by increased uptake of atmospheric CO2 by the oceans, has probably been the most-studied single topic in marine science in recent times. The majority of the literature on OA report negative effects of CO2 on organisms and conclude that OA will be detrimental to marine ecosystems. As is true across all of science, studies that report no effect of OA are typically more difficult to publish. Further, the mechanisms underlying the biological and ecological effects of OA have received little attention in most organismal groups, and some of the key mechanisms (e.g. calcification) are still incompletely understood. For these reasons, the ICES Journal of Marine Science solicited contributions to this special issue. In this introduction, I present a brief overview of the history of research on OA, call for a heightened level of organized (academic) scepticism to be applied to the body of work on OA, and briefly present the 44 contributions that appear in this theme issue. OA research has clearly matured, and is continuing to do so. We hope that our readership will find that, when taken together, the articles that appear herein do indeed move us “Towards a broader perspective on ocean acidification research”.

Im Oktober 2015 hatte bereits die James Cook University in einer Pressemitteilung darauf hingewiesen, dass sich das Wachstum einiger Organismengruppen unter saureren Bedingungen sogar verbessert:

Scientists find some thrive in acid seas

Researchers from James Cook University have found that ocean acidification may not be all bad news for one important sea-dwelling plant.

A JCU team led by Dr Catherine Collier studied seagrass growing near underwater volcanic vents in PNG. Carbon dioxide from the vents increases the acidity of nearby water. The researchers found that the more acidic the water was, the more the plant grew. “The increased growth has nothing to do with the acidified water as such, but increased acidification means more carbon, which means the seagrass photosynthesises quicker,” said Dr Collier. Seagrass provides food and habitat to many species and is a significant carbon sink — soaking up 15 percent of the carbon stored in the ocean every year. But pollution and development mean the plants are declining at a rate of seven per cent a year. Dr Collier said every one of the ten varieties of seagrass so far tested had done better in acidified water. But there were still questions over whether other aspects of climate change would adversely affect them. “On the one hand, if acidification increases seagrass growth, they will be able to absorb more carbon from the ocean, which may slow the acidification. On the other hand, acidification is bad for coral, and erosion of the reef and rising sea levels could have detrimental effects on the seagrass meadows it protects,” said Dr Collier. She said more investigation, incorporating other variables in the seagrass environment, needed to be done.

NOAA-Wissenschaftler mussten zudem kürzlich einräumen, dass es noch immer keinen Ort auf der Erde gibt, wo eindeutige Schäden aufgrund der Ozeanverauerung zu beklagen wären. Dieses wichtige Eingeständnis machten sie jedoch nicht in einem öffentlichen Bericht, sondern entstammt einer Emailkorrespondenz, die erst auf juristischem Wege ans Licht kam. Auszug aus Quadrant Online:

The [New York Times] editor asked,

“It’s very interesting, but in order to work for us it needs to be geared more toward the general reader. Can the authors give us more specific, descriptive images about how acidification has already affected the oceans? Is the situation akin to the acid rain phenomenon that hit North America? What can be done to counteract the problem?”

Dr Busch, who works for NOAA’s Ocean Acidification Program and Northwest Fisheries Science Center at Seattle, responded to Ms Applebaum:

“Unfortunately, I can’t provide this information to you because it doesn’t exist. As I said in my last email, currently there are NO areas of the world that are severely degraded because of OA or even areas that we know are definitely affected by OA right now. If you want to use this type of language, you could write about the CO2 vent sites in Italy or Polynesia as examples of things to come. Sorry that I can’t be more helpful on this!”

Im Juli 2015 beklagten sich Christopher Cornwall und Catriona Hurd im Fachblatt Ocean Acidification darüber, dass ein großer Teil der Laborexperimente zur Ozeanversauerung methodisch fehlerhaft seien. Daniel Cressey berichtete darüber in Nature:

Crucial ocean-acidification models come up short
Poorly designed studies leave future uncertain for sea dwellers. [...] according to a survey published last month by marine scientist Christopher Cornwall, who studies ocean acidification at the University of Western Australia in Crawley, and ecologist Catriona Hurd of the University of Tasmania in Hobart, Australia, most reports of such laboratory experiments either used inappropriate methods or did not report their methods properly. 

Lesenswerte Zusammenfassungen zur Ozeanversauerungsforschung erschienen auch kürzlich von Alan Longhurst and Patrick Moore (pdf hier).

 

Die Dekarbonisierung der Welt – Teil 5: Das Ende des Industriezeitalters ist menschengemacht

Von Uli Weber

Die Grundlage unseres Lebensstandards ist die industrielle Wertschöpfung durch Nutzung fossiler und atomarer Energieträger, ebenso wie unsere statistisch nahezu verdoppelte Lebenserwartung gegenüber „ökologischen“ Gesellschaften auf der alleinigen Grundlage von Ackerbau und Viehzucht.

Das globale Ölfördermaximum, einst ein wesentliches Argument für den angeblich notwendigen Umstieg  auf „alternative“ Energien, ist heute in der Klimadiskussion offenbar kein Thema mehr. Anscheinend haben inzwischen auch die letzten Klima-Alarmisten verstanden, dass es sich dabei lediglich um einen veränderten wirtschaftlichen Gleichgewichtszustand handelt. Letztlich werden die zukünftig höheren Entwicklungs- und Förderkosten eben einen höheren Verbraucherpreis bewirken. Für ein mögliches Szenario beim Eintreten des globalen Ölfördermaximums können wir auf die Erfahrungen aus der Ölkrise der Jahre 1973/74 in Abbildung 1 zurückgreifen. Damals hatte eine Einschränkung der Welt-Erdölförderung um etwa 5 Prozent zu einem Ölpreisanstieg von etwa 3 auf 12 US-Dollar pro Barrel Öl geführt, also um etwa den Faktor 4. Dieser Preisanstieg hat dann die Förderung von Öl und Gas aus Lagerstätten in der Nordsee überhaupt erst wirtschaftlich möglich werden lassen.

 

Abbildung 1: Zeitlicher Ablauf der Ressourcenentwicklung bei Öl und Gas

 

Und damit ist das Argument „Peak Oil“ für eine globale Dekarbonisierung natürlich verbrannt, denn auf das Ende der Ölförderung wird man bis zum Ende dieses Jahrhunderts vergeblich warten.

Man musste also irgendeine neue Weltuntergangshysterie „erfinden“, um das Angebot von Öl und Gas auf dem Weltmarkt künstlich einzuschränken. Zum Ende des letzten Jahrzehnts waren die USA nämlich schon dabei, sich durch eine ganz neue Fördertechnik aus unkonventionellen Lagerstätten wieder zu einem Selbstversorger mit Öl und Gas zu entwickeln.
Folgerichtig setzte in der Bevölkerung dann rechtzeitig zu Beginn dieses Jahrzehntes eine panische Hysterie gegen das sogenannte „Fracking“ ein, die bis heute durch keinerlei Sachkenntnis getrübt ist.

Oder kennen Sie vielleicht den Unterschied zwischen versiegelten und offenen Lagerstätten?
(engl. sealed and unsealed reservoirs)

Die Antwort ist ganz einfach, man unterscheidet konventionelle und unkonventionelle Kohlenwasserstoff-Lagerstätten (KW = Öl und Gas) folgendermaßen:

konventionell (=sealed/versiegelt): Diese Lagerstätten besitzen eine undurchlässige Deckschicht, die das Entweichen von Öl und Gas verhindert. In solchen Lagerstätten hat sich über Millionen von Jahren das aus dem sogenannten Muttergestein aufsteigende Öl oder Gas gesammelt. Die Porenräume haben untereinander Verbindung und üblicherweise herrscht dort ein höherer Druck als im umgebenden Gestein, etwa vergleichbar mit einem Bierfass. Bei einer solchen Lagerstätte muss man dann lediglich eine Bohrung als „Zapfhahn“ niederbringen, um daraus dann Öl oder Gas fördern zu können.

unkonventionell (=unsealed/offen): Diese Lagerstätten besitzen keine undurchlässige Deckschicht, sodass dort üblicherweise derselbe Druck herrscht wie im umgebenden Gestein. In solchen Lagerstätten kann sich kein erhöhter Lagerstättendruck bilden, weil die Kohlenwasserstoffe fein verteilt in nicht zusammenhängenden Porenräumen gefangen sind. Vielmehr treten aus solchen Lagerstätten permanent und selbständig Kohlenwasserstoffe aus und gelangen auf natürliche Weise ganz langsam an die Erdoberfläche. Das ist dann eher vergleichbar mit einem umgekippten Bierlaster, wo alle Flaschen zersprungen sind. Mit einem Zapfhahn kommt man da leider nicht weiter, man braucht vielmehr einen Absauger…

Wenn Sie also geglaubt haben sollten, dass Öl und Gas in unkonventionellen KW-Lagerstätten sicher und dauerhaft eingeschlossen sind, dann haben Sie sich schon mal geirrt. Vielmehr gelten hier definitiv alle Vorbehalte, die sie auch gegen ein Atommüllendlager haben mögen. Schlimmer noch, auch die konventionellen KW-Lagerstätten sind nicht wirklich dicht, aber Diffusion in geologischen Zeiten ist hier nicht das Thema…

Bleiben wir also bei den unkonventionellen KW-Lagerstätten. In einer unkonventionellen Lagerstätte wird das Gas/Öl also nicht dauerhaft zurückgehalten, sondern es wandert ganz langsam von sich aus ständig an die Erdoberfläche ab. Grund dafür ist, das Öl und Gas leichter sind als das Wasser, mit dem die Porenräume im Untergrund üblicherweise gesättigt sind. Deshalb wirkt auf Dauer eine unkonventionelle Förderung diesem natürlichen Entweichen von Öl und Gas aus diesen Lagerstätten sogar entgegen.
Beim sogenannten Fracking tritt also der Mensch als Konkurrent gegen das natürliche „Auslaufen“ einer unkonventionellen Lagerstätte an. Durch Fracking werden große Oberflächen geschaffen, um die in der Lagerstätte enthaltenen Kohlenwasserstoffe mit der natürlichen Druckdifferenz zwischen Lagerstätte und Erdoberfläche „abzufangen“, bevor sie sich ganz langsam auf ihren natürlichen Weg an die Oberfläche machen können. Man kann also von einem „Staubsaugereffekt“ sprechen, der den Kohlenwasserstoffen einen leichteren Weg an die Erdoberfläche bietet. Solange bei solchen Bohrungen und beim Fracking-Prozess selbst keine zusätzlichen Wegbarkeiten direkt ins Grundwasser hinein geschaffen werden, ergeben sich daher auch keine zusätzlichen Gefahren. Weitere Informationen zu Fracking finden Sie auf dem Blog  erdoel-erdgas-deutschland oder direkt bei den Deutschen Erdgas- und Erdölproduzenten.

Alles, was an Öl und Gas bereits durch Fracking gefördert wurde, kann also später nicht mehr auf natürlichem Wege zur Erdoberfläche oder ins Grundwasser aufsteigen. Wenn wir uns also tatsächlich von einem „menschengemachten“ Ausfall der nächsten Eiszeit in 50.000 Jahren schrecken lassen, dann können wir doch nicht im Ernst gleichzeitig Angst vor Fracking haben.

Immerhin, das Fracking hat nicht nur den Bürgerinnen und Bürgern in unserem Land furchtbar Angst gemacht, sondern auch den Ölscheichs. Deren Quasi-Monopol wird nämlich durch das Fracking gefährdet. Also verschleudern sie jetzt ihre Ölreserven zu Dumping-Preisen, um die Fracking-Konkurrenz klein zu halten, was man gut an den momentan relativ „niedrigen“ Tankstellenpreisen für Kraftstoff erkennen kann. Das hatte die amerikanische Fracking-Industrie zunächst auch sehr hart getroffen, weil sie erheblich höhere Förderkosten als die OPEC-Staaten hat. Dummerweise hat die Fracking-Industrie dann aber sehr schnell und sehr marktwirtschaftlich reagiert, sie hat sich der Konkurrenz gestellt und einfach die eingesetzten Technologien weiterentwickelt.

Die Grünstrom-Energiewende ist dagegen gänzlich gegen solche marktwirtschaftlichen Mechanismen abgeschottet und kann aus sich heraus niemals wirtschaftlich funktionieren. Auf der Grundlage von staatlicher Planwirtschaft  ist nämlich keinerlei marktwirtschaftliche Entwicklung der Grünstromproduktion abzusehen, sie benötigt im Gegenteil immer höhere Subventionen, die natürlich aus der mit fossiler und atomarer Energie erzielten industriellen Wertschöpfung der darin tätigen Bürgerinnen und Bürger stammen. Es fragt sich am Ende also nur, wo nach der Dekarbonisierung der Welt die notwendigen Subventionen für alternative Energien herkommen sollen, wenn es gar keine konventionellen Industrien mehr gibt.

Wenn einstmals das Orakel von Delphi den Niedergang aller Industriegesellschaften dieser Welt vorausgesehen hätte, dann wäre dort wohl sibyllinisch eine „Dekarbonisierung der Welt“ geweissagt worden…

 

Literaturnachweis:

Abbildung 1 und Textzitat aus „Klimahysterie ist keine Lösung“ (ISBN 978-3844806625)

 

Duke University entzieht früheren Horrorvisionen die Basis: Kraftwerke durch Klimawandel kaum beeinträchtigt

Unvorstellbar hohe Summen werden derzeit in Industrien investiert, denen eines gemein ist: Man glaubt an die überhitzten Klimaszenarien des IPCC und setzt alles auf eine Karte. Gleichzeitig werden Gelder aus anderen Zweigen abgezogen, die vermeintlich inkompatibel mit den Alarmszenarien sind.

Aber was wäre, wenn sich die aggressiven Klimaszenarien doch als falsch herausstellen? Was ist, wenn es sich um eine Blase handelt, und diese irgendwann platzt? Eine klimaskeptische Gruppe hat nun auf den Cayman Islands einen Hedge-Fond namens Cool Futures aufgelegt, der auf Gewinne durch Hedging auf die globale Abkühlung setzt. Einzelheiten hierzu gibt es auf JoNova.

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Im vergangenen Jahr (2015) versuchte eine Gruppe um den Direktor des National Centers for Environmental Information (NCEI), Tom Karl, die seit mehr als anderthalb Jahrzehnten anhaltende Erwärmungspause auszulöschen. In einem Paper schrieb sich die Karl-Gruppe die Finger wund – allerdings ohne nachhaltigen Effekt. Führende Klimawissenschaftler verurteilten anschließend das plumpe Verstecktheater:

Nun ging Karl in Ruhestand, wie die NOAA via Pressemitteilung bekanntgab. Dort spart man das peinliche Klimaalarm-Kapitel zum Glück aus. So ganz glücklich mit Karls Ausflug in den Aktivismus ist man offensichtlich nicht.

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Im Juni 2014 freute sich der Klimaretter über schlechte Nachrichten für Kohlekraftwerksbetreiber:

Klimawandel bedroht Kraftwerke
Die fossile Energiebranche trägt nicht nur mit am stärksten zur Erderwärmung bei, sie hat auch selbst immer mehr mit den Klimafolgen zu kämpfen. Das geht aus einer diese Woche veröffentlichten Studie des World Energy Council hervor. Extreme Wetterereignisse, der Anstieg des Meeresspiegels sowie höhere Temperaturen und Niederschlagsänderungen beeinträchtigen den Betrieb der Kraftwerke und des Stromnetzes, sagen die Forscher.

Beim World Energy Council handelt es sich allerdings vorrangig um eine politische Organisation. Was sagt die Wissenschaft zu dieser These? Die Forscher machten sich ans Werk und beleuchteten das Thema professionell aus allen Perspektiven. Das Ergebnis lässt aufhorchen: Der World Energy Council hat offenbar maßlos übertrieben. In Wahrheit wird der Klimawandel die Kraftwerke wohl nur in geringem Ausmaß beeinflussen. Die Duke University gab dies am 15. August 2016 per Pressemitteilung bekannt:

Warming Climate Likely A ‘Minor’ Impact on Power Plant Output

Future climate warming will likely cause only minor cuts in energy output at most U.S. coal- or gas-fired power plants, a new Duke University study finds. The study — the first of its kind based on real-world data — rebuts recent modeling-based studies that warn rising temperatures will significantly lower the efficiency of power plants’ cooling systems, thereby reducing plants’ energy output. Those studies estimated that plant efficiencies could drop by as much as 1.3 percent for each 1 degree Celsius of climate warming.

“Our data suggest that drops in efficiency at plants with open-loop, or once-through, cooling systems will be a full order of magnitude smaller than this,” said Candise L. Henry, a doctoral student at Duke’s Nicholas School of the Environment. “Reductions at plants with wet-circulation, or closed-loop, systems — which can be identified by their cooling towers — may be even smaller.” “In large part, this is because plant operators are already constantly adjusting operations to optimize plant performance under changing environmental conditions,” she said. “That’s a key consideration the past studies overlooked.”

The new findings do not, however, signal an all’s clear for the power industry, the Duke researchers cautioned. “The impact of future droughts associated with global warming could still significantly affect plant operations and output by reducing the availability of water for cooling,” said Lincoln F. Pratson, Semans-Brown Professor of Earth and Ocean Sciences at Duke.

Henry and Pratson published their findings this month in the peer-reviewed journal Environmental Science & Technology. To conduct their study, they analyzed hourly temperature and humidity data recorded at National Climatic Data Center (NCDC) stations and U.S. Geological Survey river gauges near 39 U.S. coal- or natural-gas-fired power plants over a seven- to 14-year period. By correlating this data with the plants’ hourly heat input and energy output records, obtained through the EPA’s Air Markets Program Data website, they were able to extrapolate how much of each plant’s output was the result of daily and seasonal variations in temperature. “These variations exceed estimates of the average future annual increase in warming under a moderate global warming scenario,” Henry noted, “so we could actually see — based on empirical evidence — how plants’ operations are affected by temperature changes much more dramatic than what is projected to occur.”

To ensure a representative sample, the study included both closed-loop and open-loop plants from the Northeast, Mid-Atlantic, Southeast, Midwest, Deep South, Great Plains and Rocky Mountain regions. Output capacities ranged from less than 500 megawatts up to 3,000 megawatts. The cooling efficiency and energy output of every plant — regardless of location, generating capacity or fuel type — was found to be more resilient to climate warming than previous studies predicted. Plants with closed-loop cooling systems were found to be particularly resilient. “This provides additional rationale for section 316b of the EPA’s Clean Water Act, which requires most electric generators to install closed-loop recirculating systems,” said Pratson. “The EPA enacted section 316b to protect fish, shellfish and other aquatic animals from being pulled into, and harmed or killed in power plants’ cooling water-intake structures,” he noted. “Our study shows it could also provide the added benefit of helping protect the power plants themselves from the impact of climate warming.”

CITATION: “Effects of Environmental Temperature change on the Efficiency of Coal- and Natural-Gas-Fired Power Plants,” Candise L. Henry, Lincoln F. Pratson, Environmental Science & Technology, August 1, 2016; DOI: 10.1021/acs.est.6b01503

Weder der Klimaretter, noch irgend eine andere deutschsprachige Zeitung berichteten. Ein weiterer Fall von Schweigen im Walde (“unbequeme wissenschaftliche Resultate, die von der deutschsprachigen Presse bzw. Medien totgeschwiegen werden, da sie nicht der im Mainstream-Journlismus fest etablierten Klima-Alarmismus-Storyline entsprechen.”)