Korallen trotzen der Ozeanversauerung – seit mehr als 40 Millionen Jahren

Immer wieder hieß es in der Vergangenheit, die Korallen würden durch die Ozeanversauerung aussterben. Geologen mussten bei dieser Warnung regelmäßig schmunzeln, denn die Blüptezeit der Kotallen vor 100 Millionen Jahren fällt mit einer Phase zusammen, während der der CO2-Gehalt der Atmosphäre eine Vielfaches des heutigen Wertes betrug. Mittlerweile hat sich das Blatt gewendet und Forscher schreiben kräftig gegen den Korallenalarm an. In Wirklichkeit sind die Korallen viel robuster als gedacht, können sich an die veränderten Bedingungen anpassen.

Am 1. Juni 2017 berichtete die Rutgers University, dass sich die Steinkorallen eine Art Panzer zum Schutz gegen fallenden pH-Wert bilden:

Stony Corals More Resistant to Climate Change Than Thought, Rutgers Study Finds

Researchers show how corals create rock-hard skeletons

Stony corals may be more resilient to ocean acidification than once thought, according to a Rutgers University study that shows they rely on proteins to help create their rock-hard skeletons. “The bottom line is that corals will make rock even under adverse conditions,” said Paul G. Falkowski, a distinguished professor who leads the Environmental Biophysics and Molecular Ecology Laboratory at Rutgers University-New Brunswick. “They will probably make rock even as the ocean becomes slightly acidic from the burning of fossil fuels.” The Rutgers team, including lead author Stanislas Von Euw, a post-doctoral research fellow in Falkowski’s lab, details its findings in a pioneering study published online today in the journal Science. Using a materials science approach, the team tapped several high-tech imaging methods to show that corals use acid-rich proteins to build rock-hard skeletons made of calcium carbonate minerals.

“What we’re showing is that the decades-old general model for how corals make rock is wrong,” Falkowski said. “This very careful study very precisely shows that corals will secrete proteins, and the proteins are what really forms the mineral and the proteins are very acidic, which will surprise a lot of people.” Corals are largely colonial organisms that harbor hundreds to hundreds of thousands of polyps (animals). Reefs built by stony, shallow-water coral species are among the world’s most diverse ecosystems. Thousands of species of fish and other sea life rely on reefs for survival, and thousands of human communities count on reefs for food, protection and jobs, according to the National Oceanic and Atmospheric Administration.

But corals face several environmental threats over the long-run: potentially deadly bleaching from global warming and rapid temperature changes; nutrient pollution; the physical destruction of coral reefs; and ocean acidification linked to carbon dioxide emissions, Falkowski said. The ocean absorbs carbon dioxide from fossil fuel burning and land use changes, leading to lower pH and greater acidity, according to NOAA. Ocean acidification is reducing levels of calcium carbonate minerals in many areas, which will likely hamper the ability of some organisms to create and maintain their shells.

Ähnliches hatte bereits das Geomar am 3. August 2016 gemeldet:

Blick zurück in die Zukunft: Widerstehen Korallen sinkenden pH-Werten?

Proben aus Riffen an natürlichen Kohlendioxidquellen helfen bei Prognosen

Tropische Steinkorallen der Gattung Porites können ihren internen pH-Wert so einstellen, dass sie über einen langen Zeitraum hinweg auch unter erhöhten Kohlendioxid-Konzentrationen Kalk bilden und wachsen können. Um die Fähigkeit der pH-Regulation genauer zu verstehen, haben Forschende des GEOMAR Proben dieser Korallen, die seit Jahrzehnten an natürlichen Kohlendioxidquellen in Papua Neu Guinea existieren, mittels der Bor-Isotopie ausgewertet. Analysen dieser langfristig angepassten Individuen stellen eine wichtige Ergänzung zu kürzeren Labor- und Freilandexperimenten dar, erklärt das Team in den „Scientific Reports“. Nur so wurde deutlich, dass auch die Anpassungsfähigkeit der robusten Korallenart begrenzt ist.

Weil die Meere menschengemachtes Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre aufnehmen, sinkt ihr pH-Wert. Wie diese Veränderung in der Ozeanchemie tropische Korallenriffe beeinflusst, lässt sich anhand von Labor- oder kurzzeitigen Freilandexperimenten untersuchen. Ein Team um Dr. Marlene Wall, Meeresbiologin am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel wählte jedoch einen anderen Ansatz: Im Rahmen des deutschen Forschungsverbunds zur Ozeanversauerung BIOACID (Biological Impacts of Ocean Acidification) untersuchten sie Korallen der Gattung Porites, die an vulkanischen Kohlendioxid-Quellen in Papua-Neuguinea leben und dort zu den dominanten Arten zählen.

„Prognosen für das Überleben von tropischen Korallen, welche durch hohe Temperaturen, zunehmende Versauerung aber auch Verschmutzung des Meerwassers gefährdet sind, gestalten sich schwierig“, erläutert Dr. Wall. „Die natürlichen Kohlendioxid-Quellen bieten uns die Möglichkeit, das Szenario der Zukunft bereits heute zu studieren. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass Porites zu den Gewinnern zählen wird. Wie ihnen dies gelingt, war bis jetzt unbekannt.“

Die tropischen Steinkorallen halten ihren internen pH-Wert auf einem Niveau, bei dem sie auch unter höheren Kohlendioxid-Konzentrationen und niedrigeren pH-Werten Kalk produzieren und wachsen können – ein entscheidender Vorteil gegenüber vielen anderen Arten. So haben sie sich über Jahrzehnte unter Extrembedingungen behauptet. „Nach unseren Beobachtungen ist die pH-Regulation eine echte Schlüsselfunktion, wenn es um das Überleben unter niedrigeren pH-Werten geht“, betont Dr. Wall.  Die Erkenntnisse zur pH-Regulation der Korallen wurden jetzt im Fachmagazin Scientific Reports veröffentlicht.

Um die Fähigkeit zur pH-Regulierung besser zu verstehen, untersuchte das Wissenschafts-Team um Dr. Wall Korallen mit Hilfe der Bor-Isotopie. Bei dieser Messung werden die Skelette mit Hilfe eines Lasers beschossen und das dabei freigesetzte Material in einem Massenspektrometer analysiert. Die Isotopenzusammensetzung des im Skelett vorhandenen Elements Bor gibt dann Aufschluss über den von der Koralle intern erzeugten pH-Wert. „Dieses Verfahren eröffnet uns völlig neue Einblicke und Rückschlüsse auf die Physiologie der Korallen zum Zeitpunkt der Skelettbildung“, erläutert Dr. Jan Fietzke, Physiker am GEOMAR und Co-Autor der Studie. „Man könnte behaupten, wir blicken zurück in die Zukunft.“ Für die in der aktuellen Publikation beschriebene Studie untersuchte Fietzke das Skelett, das wenige Tage bis Wochen vor der Probennahme gebildet worden war. Vergleiche mit gleichzeitigen Messungen im Umgebungswasser bewiesen, dass die Bor-Isotopie den internen pH-Wert der Korallen wiedergab und sich dieser vom Wert des Umgebungswassers unterscheidet – folglich hat eine Regulierung stattgefunden. Auf Basis dieser Erkenntnis werden jetzt auch Bohrkerne aus Korallen ausgewertet, die mehrere Jahrzehnte alt sind. „So können wir herausfinden wann und wie schnell sie sich angepasst haben.“

Der Blick zurück in die Zukunft zeigte, dass Korallen eine bemerkenswerte Fähigkeit haben, ihre pH-Regulierung über Jahrzehnte konstant zu halten und dadurch dem globalem Wandel entgegen zu wirken. „Wir haben jedoch festgestellt, dass die Regulation nur bis zu einem gewissen Maß möglich ist. Bei Kohlendioxid-Konzentrationen, die über die für das Jahr 2100 prognostizierten Werte hinausgehen, sind Kalkbildung und Wachstum geringer – dann kommt auch der Gewinner an seine physiologischen Grenzen“, so Dr. Wall. „Unsere Ergebnisse belegen eindrücklich, wie wichtig es ist, Laborexperimente mit Langzeit-Feldstudien und Beobachtungen zu ergänzen. Kontrollierte Laborexperimente lieferten das Verständnis für die aktive pH-Regulierung, aber erst gemeinsam mit Feldbeobachtungen erlauben sie ein differenzierteres Bild über mögliche Langzeitfolgen.”

Original-Publikation:

Wall, M., Fietzke, J., Schmidt, G.M., Fink, A., Hofmann, L.C., de Beer, D., Fabricius, K.E., 2016: Internal pH regulation facilitates in situ long-term acclimation of massive corals to end-of-century carbon dioxide conditions. Scientific Reports 6:30688, doi: 10.1038/srep30688

Überhaupt scheinen Korallen ihren eigenen lokalen pH-Wert einstellen zu könne, was sie robust gegen äußere Einflüsse macht. Lucy Georgiou und Kollegen führten hierzu vielversprechende Experimente durch, die sie im Oktober 2015 in PNAS veröffentlichten:

pH homeostasis during coral calcification in a free ocean CO2 enrichment (FOCE) experiment, Heron Island reef flat, Great Barrier Reef
Geochemical analyses (δ11B and Sr/Ca) are reported for the coral Porites cylindrica grown within a free ocean carbon enrichment (FOCE) experiment, conducted on the Heron Island reef flat (Great Barrier Reef) for a 6-mo period from June to early December 2010. The FOCE experiment was designed to simulate the effects of CO2-driven acidification predicted to occur by the end of this century (scenario RCP4.5) while simultaneously maintaining the exposure of corals to natural variations in their environment under in situ conditions. Analyses of skeletal growth (measured from extension rates and skeletal density) showed no systematic differences between low-pH FOCE treatments (ΔpH = ∼−0.05 to −0.25 units below ambient) and present day controls (ΔpH = 0) for calcification rates or the pH of the calcifying fluid (pHcf); the latter was derived from boron isotopic compositions (δ11B) of the coral skeleton. Furthermore, individual nubbins exhibited near constant δ11B compositions along their primary apical growth axes (±0.02 pHcf units) regardless of the season or treatment. Thus, under the highly dynamic conditions of the Heron Island reef flat, P. cylindrica up-regulated the pH of its calcifying fluid (pHcf ∼8.4–8.6), with each nubbin having near-constant pHcf values independent of the large natural seasonal fluctuations of the reef flat waters (pH ∼7.7 to ∼8.3) or the superimposed FOCE treatments. This newly discovered phenomenon of pH homeostasis during calcification indicates that coral living in highly dynamic environments exert strong physiological controls on the carbonate chemistry of their calcifying fluid, implying a high degree of resilience to ocean acidification within the investigated ranges.

Große Überraschungen auch an den Korallenriffen der Bermudas. Dort stellen die Korallen offenbar bewusst einen saureren pH-Wert ein, bei dem sie besser gedeihen. Der New Scientist berichtete über die unerwartete Entdeckung am 9. November 2015:

Growing corals turn water more acidic without suffering damage
More acidic water may be a sign of healthy corals, says a new study, muddying the waters still further on our understanding of how coral reefs might react to climate change. Andreas Andersson of the Scripps Institution of Oceanography in San Diego, California, and his colleagues carefully monitored a coral reef in Bermuda for five years, and found that spikes in acidity were linked to increased reef growth.“At first we were really puzzled by this,” says Andersson. “It’s completely the opposite to what we would expect in an ocean-acidification scenario.”

Ganzen Artikel im New Scientist lesen.

Im Juni 2016 konnte man auch in Scientific Reports staunen. Dort dokumentierten Stolarski und Kollegen, dass die Korallengattung Acropora während der letzten 40 Millionen Jahren alle pH-Schwankungen des Meeres problemlos gemeistert hat:

A unique coral biomineralization pattern has resisted 40 million years of major ocean chemistry change
Today coral reefs are threatened by changes to seawater conditions associated with rapid anthropogenic global climate change. Yet, since the Cenozoic, these organisms have experienced major fluctuations in atmospheric CO2 levels (from greenhouse conditions of high pCO2 in the Eocene to low pCO2 ice-house conditions in the Oligocene-Miocene) and a dramatically changing ocean Mg/Ca ratio. Here we show that the most diverse, widespread, and abundant reef-building coral genus Acropora (20 morphological groups and 150 living species) has not only survived these environmental changes, but has maintained its distinct skeletal biomineralization pattern for at least 40 My: Well-preserved fossil Acropora skeletons from the Eocene, Oligocene, and Miocene show ultra-structures indistinguishable from those of extant representatives of the genus and their aragonitic skeleton Mg/Ca ratios trace the inferred ocean Mg/Ca ratio precisely since the Eocene. Therefore, among marine biogenic carbonate fossils, well-preserved acroporid skeletons represent material with very high potential for reconstruction of ancient ocean chemistry.

Ähnlich ermutigende Arbeiten zum Thema erschienen auch hier, hier und hier (mit Dank an co2science.org).

 

Wenn der Klimablase schließlich die Luft ausgeht

Von Uli Weber

Die Wikinger hatten einstmals Angst vor einem Mahlstrom am Rande der Welt – und haben trotzdem Amerika entdeckt. Später folgte ihnen Kolumbus nach, und viele seiner Zeitgenossen erwarteten, er würde von der Erdscheibe stürzen. Auch heute gibt es eigenartige Paradigmen, an die eine Mehrheit in den westlichen Industrienationen zu glauben beliebt, beispielsweise eine menschengemachte „Klimakatastrophe“, die Weltrettung durch „erneuerbare Energien“ und eine „voll ökologische“ Erzeugung von Nahrungsmitteln für die gesamte Weltbevölkerung bis zum Jahre 2100.

Der vorgebliche 97%-Konsens über eine solche menschengemachte Klimakatastrophe, der klimapolitische Wissenschaft, Politik, Medien, NGOs und die Gläubigen aller Konfessionen zu einigen scheint, ist in Wahrheit aber lediglich ein 32%-Konsens der Wissenschaft. Und in diesen 32% sind bereits all diejenigen Wissenschaftler enthalten, die zwar grundsätzlich an einen möglichen Einfluss des Menschen an unser Klima glauben, aber gar keine menschengemachte Klimakatastrophe erwarten.
Und wenn ein solcher menschengemachter Klimawandel heute schon von einzelnen Klimawandelgläubigen “gefühlt” werden kann, dann ist das, bei Tagesunterschieden von oft mehr als 10 Grad gegenüber einem durchschnittlichen globalen Temperaturanstieg von deutlich unter 0,1°C pro Jahrzehnt, wohl eher als krankhaft fortgeschrittene Klimahysterie zu werten. Aber immerhin können sich solche Personen dann ja beim Potsdam Institut für Klimafolgenforschung als Präzisionsthermometer in Festanstellung bewerben…

In den vergangenen Jahren mehren sich nun die wissenschaftlichen Veröffentlichungen über einen direkten Einfluss der Sonne auf unser Klima (aktuelle Beispiele hier und hier). Es wäre also eigentlich höchste Zeit, dass das IPCC auch solche mainstream-kritischen wissenschaftlichen Arbeiten in seine Berichte aufnimmt und seinen CO2-Klimaalarmismus deutlich herunterfährt. Und vielleicht sollte man sich beim IPCC auch noch einmal darüber Gedanken machen, ob die theoretische Abstrahlungstemperatur der Erde von -18°C wirklich diejenige Temperatur sein kann, die auf der Tagseite der Erde durch die Sonneneinstrahlung tatsächlich erzeugt wird. Millionen von südwärts reisenden Urlaubern beweisen eher letzteres – die Existenz von Sommer und Winter in mittleren und höheren geographischen Breiten übrigens auch…

Mit der Anerkenntnis  eines direkten Einflusses der Sonne auf unser Klima würden aber die Eliten aus Wissenschaft, Politik, Medien, NGOs und Klimakirchen mit ihrem Pariser Klimaabkommen vor einem totalen Glaubwürdigkeitsdesaster stehen. Denn wenn sich der omnipräsente CO2-Klimaalarm als „Klima-Blase“ erweisen sollte, dann haben sie alle als Protagonisten einer besseren „klimagerechten“ Ökowelt  vollständig ihre Glaubwürdigkeit verloren, und zwar rückwirkend bis zur Steinzeit.

Das darf natürlich nicht geschehen. Zum weiteren Machterhalt bietet sich also eigentlich nur noch die klerikal-mittelalterliche Variante an, nämlich eine veritable Hexenjagd zur Stärkung des gesunden Klimaaberglaubens.

Und hier mag man sich die Frage stellen, ob ein „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ (NetzDG) wirklich primär gegen „Nazis“, deren jüngste originäre Vertreter aus NS-Zeiten inzwischen die 90 Jahre erreicht haben dürften, und deren Wiedergänger gerichtet ist. Oder könnte sich ein NetzDG nicht vielleicht ganz generell gegen alle vom Mainstream abweichenden Meinungen richten, also gegen all diejenigen, die man neuerdings in amoralischer Verharmlosung der Nazidiktatur als „Nazis“ zu bezeichnen beliebt?
Unter ein solches NetzDG könnten am Ende also auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Meinungen von sogenannten „Klimaleugnern“ fallen, die man mit Hilfe einer Anzahl von klimaglaubensstarken Denunzianten und dem NetzDG einfach zu „Fake-News“ erklären und diese zwangsweise aus dem öffentlichen Diskurs entfernen könnte. Und wenn der letzte „Klimaleugner“ endlich zum Schweigen gebracht worden ist, dann kann man, völlig losgelöst von wissenschaftlichen Tatsachen, mit der Dekarbonisierung der Welt ungebremst so weitermachen wie geplant.

Aber das Ende des globalen Klimawahns wurde bereits eingeläutet, und zwar ausgerechnet mit dem unter Tränen unterzeichneten Klimaabkommen von Paris.

Denn die planwirtschaftlichen Eliten aus Wissenschaft, Politik, Medien, NGOs und Klimakirchen haben sich in ihrem Klimawahn so weit von den wirtschaftlichen Grundlagen der Menschheit entfernt, dass sie die finanziell verfügbaren Ressourcen für unbegrenzt erneuerbar halten. Und genau deshalb werden sie ihre globale Umverteilung nach dem Pariser Klimaabkommen nur so lange fortsetzen können, bis schließlich für eine Mehrheit der Menschen in den westlichen Industrieländern der politische, wissenschaftliche und wirtschaftliche Wahnsinn einer globalen Dekarbonisierung durch eine negative Entwicklung ihrer individuellen Lebensumstände offensichtlich geworden ist.

Bis es aber soweit ist, wird sich die Fallhöhe für die planwirtschaftlichen Klima-Eliten kontinuierlich weiter erhöhen. Und wenn dieser pseudoreligiösen Klima-Blase am Ende schließlich die Luft ausgeht, dann gibt es nur noch zwei Möglichkeiten: Entweder werden dann Persilscheine sehr viel teurer, als es CO2-Zertifikate jemals waren, oder wir haben bereits die globale Öko-Diktatur – und die Menschen in den westlichen Industrienationen damit auch längst alle Probleme der 3. Welt…

Foto: U. Weber

 

Wolken über der Wetterküche: Die Azoren im Fokus eines internationalen Forschungsteams

Pressemitteilung des Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) in Leipzig vom 29. Juni 2017:

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Wolken über der Wetterküche: Die Azoren im Fokus eines internationalen Forschungsteams

Vom 1. bis 23. Juli werden Leipziger Expertinnen und Experten per Hubschrauber die Wolken über den Azoren unter die Lupe nehmen. Die Messungen des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) und der Universität Leipzig sind Teil einer groß angelegten internationalen Messkampagne im Nordatlantik, der Wetterküche für Europa. Daran beteiligt sind renommierte Institute wie beispielsweise das Brookhaven National Laboratory, die Michigan Technological University, aber auch die Universität Warschau oder das Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz. Durch die Messungen sollen sowohl grundlegende Fragen zur Wechselwirkung zwischen Energiebilanz und Wolken als auch der Einfluss von kleinsten Partikeln auf die Wolken über den Ozeanen beantwortet werden. Die aufwendige Messkampagne der Leipziger Forscher wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) über drei Projekte mit insgesamt rund einer Million Euro gefördert.

Wolken sind immer noch der größte Unsicherheitsfaktor in den Klimaszenarien der Zukunft. Je nach Höhe und Eigenschaften wirken Wolken kühlend oder wärmend für die Atmosphäre. Die darüber entscheidenden Eigenschaften der Wolken werden im Wesentlichen durch die Dynamik und turbulenten Austauschprozesse mit der Umgebung bestimmt. Aber auch winzige Staubpartikel, so genannte Wolkenkondensationskeime, beeinflussen die Tropfengröße und Anzahlkonzentration und sind damit mit für die Strahlungseigenschaften und auch die Lebensdauer von Wolken verantwortlich. Die Hauptmotivation für die dreiwöchige Messkampagne auf den Azoren ist es, ein besseres Verständnis dieser Prozesse zu erlangen.

Ein internationales Forscherteam wird dazu die Wolken um die nordatlantische Inselgruppe der Azoren genau untersuchen. Zwei feste Messstandorte werden dabei genutzt: auf Meeresniveau der Flughafen der Insel Graciosa und etwa 70 km davon entfernt das Pico-Mountain-Observatorium, auf dem mit 2225 Metern Höhe höchsten Berg Portugals. Um auch ein Bild der Wolken zwischen beiden Stationen zu erhalten, wird ein Hubschrauber zwei Schleppkörper durch die Wolken ziehen. Während die 250 kg schwere und mit verschiedensten Sensoren ausgestattete Hubschrauberplattform ACTOS (Airborne Cloud Turbulence Observation System) vom TROPOS Messungen innerhalb der Wolken durchführen wird, schwebt der  Schleppkörper SMART-Helios der Universität Leipzig oberhalb der Wolken und erforscht deren Strahlungs-  und Energiebilanz.

„Dass die Kampagne gerade auf den Azoren stadtfindet, hat mehrere Gründe: Die Azoren liegen an der Grenze zwischen den gemäßigten Breiten und den Subtropen. Sie können also repräsentativ für weite Teile der Erde sein. Die Wolken hier inmitten des Atlantiks sind außerdem relativ unbeeinflusst von der Luftverschmutzung der Industrieländer. Wir erhoffen uns so, die Grundlagen vieler Wolkenprozesse leichter erforschen zu können als in Mitteleuropa, wo der Einfluss des Menschen sehr stark ist. Zusätzlich ergänzen die von unseren amerikanischen Kooperationspartnern betriebenen Forschungsstationen, welche wir mit eigenen Messgeräten unterstützen, hervorragend unsere Vertikalmessungen mit dem Hubschrauber“, erklärt Dr. Birgit Wehner vom TROPOS.

Daneben erhoffen sich die Leipziger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch neue Erkenntnisse zu den vertikalen Transportprozessen von Staubpartikeln in der Atmosphäre über den Ozeanen. Verschmutzte Luft kann – wenn sie in Schichten der Troposphäre oberhalb von zwei Kilometern Höhe gehoben wird – über Tausende Kilometer transportiert werden. Während dieses Transports sinken die Partikel langsam Richtung Boden herab. Gleichzeitig steigen aber auch Partikel vom Boden auf oder werden in der Luft neu gebildet. Diese Mischungsprozesse sind kompliziert – genau wie ihr Einfluss auf die Wolken und damit auf Wetter und Klima. Obwohl etwa 70 Prozent der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt sind und die sogenannte marine Grenzschicht über dem Wasser deshalb ein wichtiger Klimafaktor ist, gibt es relativ wenige Messungen über dem Ozean. „Wir vermuten, dass sowohl Ferntransport aus Nordamerika, als auch Partikelneubildung in den oberen Luftschichten und an Wolkenrändern wesentlich zur Anzahl der Partikel in der unteren Luftschicht über dem Meer beitragen“, sagt Birgit Wehner. Mit einem am TROPOS entwickeltem Gerät, das 10 Mal pro Sekunde kleinste, frisch gebildete Partikel zählt, und mit Hilfe des Hubschraubers in die Wolken gebracht wird, wollen die Leipziger diesen Prozessen nun genauer auf den Grund gehen. Ob die an Wolkenrändern neugebildeten Partikel zu Größen aufwachsen, die sie selbst wieder zu Keimen für Wolkentropfen machen, das steht unter anderem im Fokus der Messungen von Dr. Silvia Henning: „Gleichzeitig an drei Messstandorten in verschiedenen Höhen messen zu können ist ein großer Vorteil. Von unseren Messungen hier werden wir Rückschlüsse ziehen können, wie viel die Bodenmessungen, die uns normalerweise nur zur Verfügungen stehen, über den gesamten unteren Teil der Atmosphäre aussagen.“

All das, die Untersuchung von Dynamik, Turbulenz, atmosphärischen Austausch- und Wolkenprozessen, sind wissenschaftliche Puzzlestückchen, die beitragen werden, das hochkomplexe Zusammenspiel zwischen Wolken und Klima besser zu verstehen.

„Eine solche Messkampagne ist auch logistisch eine Herausforderung: Da die Azoren weit außerhalb der Reichweite des Hubschraubers liegen, musste dieser per Frachtcontainer verschifft werden. Zusätzlich mussten wir auch gleich noch einen Container mit Treibstoff auf den Weg schicken – auf dem auserwählten Flugplatz gibt es leider keine Tankstelle“, berichtet Dr. Holger Siebert vom TROPOS. Die Stationierung des Hubschraubers am Flughafen Graciosa wird in großem Umfang von der auf den Azoren ansässigen Fluggesellschaft SATA unterstützt, welche den Flugplatz auf Graciosa betreibt.

Tilo Arnhold

Harsche Kritik an Klimamodellen: Kühlwirkung von Schwefeldioxid in Wirklichkeit geringer als in den Simulationen angenommen

Vor fünf Jahren kritisierten wir in unserem Buch “Die kalte Sonne” den sogenannten Aerosol-Joker. Klimamodellierer hatten in ihren Simulationen die Kühlwirkung von Schwebstoffeilchen (Aerosolen) nach Belieben verändert, immer gerade so, wie es gerade gebraucht wurde, um das gewünschte Endresultat in den Modellen zu erzielen.Im Prinzp wurde mit den Aerosolen eine übersteigert angenommene CO2-Erwärmungswirkung neutralisiert. Wenn die Aerosole aber gar nicht so stark kühlen, kann das CO2 auch gar nicht so stark erwärmend wirken. Letztendlich muss dann die CO2-Klimasensitivität entsprechend herunterkorrigiert werden. Das wäre ein großer Schritt, der politisch jedoch große Bauchschmerzen verursachen würde. Beim letzten IPCC-Bericht (AR5) griff man daher zu einem Trick und gab außer einer sehr weiten Spanne für die Klimasensitivität einfach keinen Mittelwert an. Dadurch vertuschte man elegant, dass der beste Schätzwert schon lange nicht mehr bei 3°C Erwärmung pro CO2-Verdopplung liegt, sondern bereits Richtung 2°C abgesackt ist.

Nachdem die Aerosol-Forschung von den Modellierern lange missbraucht wurde, schlagen die Aerosol-Spezialisten nun mit geballter Kraft zurück. Zunächst wagte sich vor 2 Jahren nur das Hamburger Max-Planck-Institut nach vorne, ein mutiger Schritt, Chapeau! Siehe unseren Blogartikel “Direktor des Hamburger Max-Planck-Instituts für Meteorologie: Aerosole kühlen weniger stark als vormals angenommen“. Nun hat sich der Rest der Schwebstoff-Experten dem Protest angeschlossen. Am 22. Juni 2017 veröffentlichte eine 35-köpfige Forschergruppe um Florent Malavelle eine neue Arbeit in Nature. Darin zeigen sie an einem vulkanischen Beispiel, dass die Kühlwirkung von Schwefeldioxid-Aerosolen viel geringer ist, als in den gängigen Klimamodellen angenommen. Hier der Abstract der wichtigen Arbeit:

Strong constraints on aerosol–cloud interactions from volcanic eruptions
Aerosols have a potentially large effect on climate, particularly through their interactions with clouds, but the magnitude of this effect is highly uncertain. Large volcanic eruptions produce sulfur dioxide, which in turn produces aerosols; these eruptions thus represent a natural experiment through which to quantify aerosol–cloud interactions. Here we show that the massive 2014–2015 fissure eruption in Holuhraun, Iceland, reduced the size of liquid cloud droplets—consistent with expectations—but had no discernible effect on other cloud properties. The reduction in droplet size led to cloud brightening and global-mean radiative forcing of around −0.2 watts per square metre for September to October 2014. Changes in cloud amount or cloud liquid water path, however, were undetectable, indicating that these indirect effects, and cloud systems in general, are well buffered against aerosol changes. This result will reduce uncertainties in future climate projections, because we are now able to reject results from climate models with an excessive liquid-water-path response.

In einem populärwissenschaftlichen Begleitbeitrag in Nature erläuterte Bjorn Stevens die Bedeutung der Ergebnisse:

The extent to which aerosols affect climate is highly uncertain. Observations of clouds interacting with aerosols from a volcanic eruption suggest that the effect is much smaller than was once feared.

Der Ball ist nun im Feld der Klimamodellierer. Sie müssen jetzt die Kritik der Aerosol-Experten schlucken und reagieren. Als Folge wird die CO2-Klimasensitivität sinken müssen, soviel steht fest.

Hier noch die dazugehörige Pressemiteilung der University of Exeter vom 21.6.2017:

Role aerosols play in climate change unlocked by spectacular Icelandic volcanic eruption

Cloud systems “well buffered” against aerosol changes in the atmosphere, research shows.

A spectacular six-month Icelandic lava field eruption could provide the crucial key for scientists to unlock the role aerosols play in climate change, through their interactions with clouds. An international team of climate scientists, led by the University of Exeter, have meticulously studied the effects that the 2014-15 eruption at Holuhraun, in Iceland had on cloud formations in the surrounding region. They found that the 2014-15 Holuhraun fissure eruption, the largest since Laki which erupted for eight months in 1783-4, emitted sulphur dioxide at a higher rate than all 28 European countries added together causing a massive plume of sulphate aerosol particles over the North Atlantic.

As would be expected, these aerosols reduced the size of cloud droplets, but contrary to expectations did not increase the amount of water in the clouds. The researchers believe these startling results could significantly reduce uncertainties in future climate projections by outlining the impact of sulphate aerosols formed from human industrial emissions on climate change. The pioneering study is published in leading scientific journal, Nature, on Thursday 22 June. Dr Florent Malavelle, lead author of the study and from the Mathematics department at the University of Exeter said: “The huge volcanic eruption provided the perfect natural experiment in which to calculate the interaction between aerosols and clouds. “We know that aerosols potentially have a large effect on climate, and particularly through their interactions with clouds. However the magnitude of this effect has been uncertain. This study not only gives us the prospect of ending this uncertainty but, more crucially, offers us the chance to reject a number of existing climate models, which means we can predict future climate change far more accurately than ever before.”

Aerosols play a pivotal role in determining the properties of clouds as they act as the nuclei on which water vapour in the atmosphere condenses to form clouds. Sulphate aerosol has long been recognised as the most significant atmospheric aerosol from industrial sources, but other natural sources of sulphate aerosol also exist, including that formed from sulphur dioxide release as a result of volcanic eruptions. The 2014-15 Holuhraun eruption is thought to have emitted between 40,000-100,000 tons of sulphur dioxide every single day during its eruptive phase. Using state-of-the-art climate system models, combined with detailed satellite retrievals supplied by NASA and the Université libre de Bruxelles, the research team were able to study the complex nature of the cloud cover formed as a result of the eruption.

They found that the size of the water droplets produced was reduced, which in turn led to cloud brightening – which results in an increased fraction of incoming sunlight being reflected back into space and, ultimately, providing a cooling effect on the climate. Crucially however, these aerosols had no discernible effect on many other cloud properties, including the amount of liquid water that the clouds hold and the cloud amount. The team believe the research shows that cloud systems are “well buffered” against aerosol changes in the atmosphere.

Professor Jim Haywood, co-author of the paper and from the Met Office and the University of Exeter added: “Explosive and effusive volcanic eruptions are very different. The massive explosive eruption of Pinatubo in 1991, which injected aerosol to altitudes of 25km or more into the stratosphere, has been the go-to event for improving our model simulations of the impact of explosive volcanic eruptions on climate. Now volcanoes have provided a new clue in the climate problem: how aerosols emitted at altitudes similar to those from human emissions impact the climate. Without a doubt, the effusive eruption at Holuhraun will become the go-to study in this regard.” Strong constraints on aerosol-cloud interactions from volcanic eruptions is published in Nature, and received funding from the Natural Environment Research Council.

 

Weitere Blogartikel zum Thema SO2-Aersole hier.

 

Die Sonne im Juni 2017 und ein Modell-Harakiri

Von Frank Bosse und Fritz Vahrenholt

Die Sonne war auch im vergangenen Monat recht gering aktiv, vergleicht man die Flecken-Aktivität  mit dem langjährigen Mittelwert aller Zyklen seit 1755. Die festgestellte SSN (SunSpotNumber) betrug 19,4. Die Sonne produzierte  damit nur etwa 35% des Mittelwertes in diesem Zyklusmonat, sehr ähnlich zum Vormonat Mai 2017. Interessant war, dass alle Sonnenflecken des Junis auf der Nordhemisphäre der Sonne beobachtet wurden, nicht ein einziger auf der Südhemisphäre. Das sah im Mai etwas anders aus, hier traten immerhin 23% aller Flecken im Süden auf.

Abb.1: Der Vergleich des aktuellen Zyklus (SolarCycle) 24 –rot- mit einem mittleren Zyklus (errechnet aus den monatlichen Mittelwerten von Zyklus 1 bis Zyklus 23)-blau- und dem seit vielen Monaten recht ähnlichen Zyklus 5-schwarz-.

 

Der Vergleich der einzelnen Zyklen untereinander:

Abb.2: Die aufsummierten monatlichen Abweichungen vom Mittelwert der SSN (blau in Abb.1) für die einzelnen Zyklen.

 

Es ist gut zu erkennen, dass  der aktuelle Zyklus (im Juni 2017 waren  103 Monate seit seinem Start im Dezember 2008 vergangen) ein sehr deutliches Manko in der Fleckenaktivität aufweist, vergleichbar nur mit den Zyklen 5,6 und 7 im Dalton-Minimum zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Nach dem, was wir heute wissen, sollte der Zyklus 25 nicht bedeutend aktiver werden, mit numerischen Vorhersagen halten wir uns weiterhin zurück, da der Fehler in den Beobachtungen der polaren Felder der Sonne ab Dezember 2016 wohl noch nicht justiert ist. Wir hatten darüber berichtet.

 

Modelle und Wirklichkeit, sehr oft zwei verschiedene Welten

Bereits im Vormonat hatten wir über Hinweise berichtet, dass Wolken insgesamt wohl kaum einen sehr hoch  verstärkenden  Einfluss auf den CO2-Antrieb haben (Iris Effekt). Einen etwas anderen Aspekt des Klimageschehens untersuchte diese Arbeit: den Unterschied in der Temperaturentwicklung der Nordhemisphäre (NH)  der Erde zu dem der Südhemisphäre (SH). Es gibt in dieser Größe einige Umschwünge und seit den 80er Jahren eine zunehmende Erwärmung der NH. Die Entwicklung fasst diese Abbildung der Arbeit zusammen:

Abb. 3: Die Entwicklung der Differenz zwischen SH und NH (NH wärmer bedeutet also negative Werte der Ordinate) in den Beobachtungen (schwarz) und in Modellen (rot, blau, grün). Quelle: Fig. 5 aus Fung et.al.

 

Die gesamte Studie der beiden Autoren versucht die Ursachen der Entwicklung mithilfe der „CMIP5“  genannten Modellfamilie ( für den 5. Sachstandbericht des IPCC)  zu finden und kommt zu dem Schluss: Nach Ansicht der Autoren  liegt die unterschiedliche Entwicklung auf der Nord- und Südhemisphäre  vor allem an einem speziellen Aerosol- Antrieb, der der Erwärmung durch Treibhausgase in den Modellen entgegen wirkt: Die Auswirkungen der menschgemachten Aerosole (Staub, Sulfate etc.)  auf Wolken. Vor allem Schwefeldioxid (SO2)  verlängert im Modell die Lebensdauer von Wolken und schafft zusätzliche Kondensationskeime, die zu mehr tiefen Wolken führen, die wiederum die Sonneneinstrahlung reduzieren und damit kühlen. Wohlgemerkt, dies ist nicht aus Beobachtungen und Experimenten empirisch abgeleitet worden sondern aus  Modellrechnungen,  man spricht dort von „Aerosol-Cloud-Interactions“.

Diese sollen sehr weitgehend die Unterschiede zwischen den Temperaturen der NH und der SH bestimmen, denn die Autoren folgern:

„Models with larger cloud responses to aerosol forcing are found to better reproduce the observed interhemispheric temperature changes and tropical rain belt shifts over the twentieth century, suggesting that aerosol–cloud interactions will play a key role in determining future interhemispheric shifts in climate.”

Eine Schlussfolgerung die zunächst nahe liegt,  wenn man versucht, die Klimawelt mit Modellen zu erklären. Nur können diese nicht viel mit der realen Welt zu tun haben, wie zwei neue Arbeiten zeigen. Der Kommentar von Björn Stevens macht es schon in der Überschrift deutlich, das Wort-Reimspiel ist in Englisch treffender als die deutsche Übersetzung: „Clouds unfazed by haze“, also  Wolken vom Dunst unbeeindruckt. Das Team um Florent F. Malavelle von der Universität Exeter hat versucht, die „aerosol-cloud interaction“  in der realen Welt zu bestimmen mithilfe eines Vulkanausbruches, der einen SO2- Ausstoß sehr ähnlich zu einem menschgemachten Anstieg dieser Aerosole produzierte. Das Ergebnis ist recht eindeutig: Es gibt diese Interaktion in der realen Welt schlicht kaum oder gar nicht.

Stevens  fasst das so zusammen:

„Until now, however, the biggest surprise has been how hard it is to find compelling physical evidence for strong aerosol forcing.” ­

Er betont die sich daraus ergebenden großen  Probleme für Klimamodelle. Viele davon lassen nämlich einen starken  (kühlenden) Aerosol- Antrieb stets gegen die Erwärmung durch Treibhausgase arbeiten, um die beobachteten Temperaturverläufe mit einer hohen Empfindlichkeit gegenüber CO2 unter einen Hut zu bringen. Anders ausgedrückt: Eine hohe Klimawirkung von CO2 ist in Modellen nur dann mit den Beobachtungen einigermaßen darstellbar,  wenn Aerosole im Gegenzug eine entsprechend starke abkühlende Wirkung haben.

Eine wichtige Säule dieses „kompensierenden Dunstes“ ist wohl kaum mehr zu halten denn Stevens schlussfolgert am Ende:

“Unless this changes, in so far as aerosols are concerned, it seems that there is little to fear from clearing the air.”

Auch wenn wir die Luft global reiner machen brauchen wir uns nicht vor einem kräftigen Anstieg in der Erwärmung dadurch zu fürchten. Der (negative) Aeorosol- Antrieb auf unser Klima ist deutlich geringer als viele Modelle annehmen. Daraus folgt unmittelbar, dass die Empfindlichkeit gegenüber Treibhausgasen (insbesondere CO2) geringer sein muss. Die Schlussfolgerungen von Fung et.al (2017)  für das reale Klima können also nicht richtig sein. Sie zeigen vielmehr erneut indirekt, wie schlecht Modelle geeignet sind, unsere reale Klimawelt zu erklären indem sie einen Modelleffekt für die Beobachtungen hauptverantwortlich machten, den es in der realen Klimawelt so schlicht nicht gibt, wie wir jetzt wissen. Versuchen wir also, die Entwicklung der Differenz der Temperaturanomalien zwischen SH und NH anders zu erklären:

Abb. 4: Die interhemisphärische Differenz (NH-SH, positive Werte zeigen eine wärmere NH an) und die AMO (Meerestemperatur-Anomalien des  Nordatlantiks 25°N…65°N; 70°W…7°W), beides mit einer 11- Jahresglättung.

 

Die Umschwünge scheinen Ausdruck der internen Variabilität zu sein wie sie sich auch in der AMO niederschlägt. Ein wenig Antrieb durch die Erwärmung insbesondere nach 1990 ist auch dabei: auf der NH gibt es mehr Land und das erwärmt sich stärker, als das viele Wasser der SH. Übrigens nicht etwa durch die geringere Wärmekapazität von Land, sondern dadurch, dass es über Land weniger Feuchtigkeit gibt, deren Erwärmung mehr Energie benötigt. Und ein gut Teil Land der SH,  die Antarktis, erwärmt sich praktisch gar nicht, aus mehreren Gründen, wir hatten darüber hier  berichtet. Die Unterschiede zwischen SH und NH in den Temperaturanomalien werden also wachsen bei weiterer Erwärmung, nur bedeutend geringer als die Modelle erwarten.

Also wird es wohl wieder nichts mit hohen Werten für die Klimasensivität gegenüber Treibhausgasen, wie sie das Modellmittel errechnet. Ein großer Teil des angenommenen (negativen) Aerosol- Antriebes ist schlicht interne Variabilität. Damit freilich stehen die Modelle auf Kriegsfuß und laufen auch deshalb zu heiß.

 

Bedeutende CO2-Senken im Atlantik gefunden

Gute Nachrichten aus dem Nordatlantik. Der Ozeanbereich hat in den letzten 10 Jahren doppelt soviel CO2 aus der Atmosphäre weggepuffert wie noch im Jahrzehnt zuvor. Das berichtete die University of Miami Rosenstiel School of Marine & Atmospheric Science am 2. Februar 2016:

Study Shows North Atlantic Ocean CO2 Storage Doubled Over Last Decade

A University of Miami (UM) Rosenstiel School of Marine and Atmospheric Science-led study shows that the North Atlantic absorbed 100 percent more man-made carbon dioxide over the last decade, compared to the previous decade. The findings show the impact that the burning of fossil fuels have had on the world’s oceans in just 10 years.

To determine the total uptake and storage of carbon dioxide in the North Atlantic over the last several decades, researchers analyzed data collected from the same locations, but 10 years apart, to identify changes caused by man-made CO2. The data were collected during two National Science Foundation-funded international ship-based studies, CLIVAR (Climate Variability CO2 Repeat Hydrography) and GO-SHIP (Global Ocean Ship-Based Hydrographic Investigations Program). “This study shows the large impact all of us are having on the environment and that our use of fossil fuels isn’t only causing the climate to change, but also affects the oceans by decreasing the pH,” said Ryan Woosley, a researcher in the UM Rosenstiel School, Department of Ocean Sciences.

The oceans help to slow the growth of human produced CO2 in the atmosphere by absorbing and storing about a quarter of the total carbon dioxide emissions. The North Atlantic is an area of high uptake and storage due to large-scale ocean circulations. The uptake of CO2 has many impacts on ocean-dwelling organisms by decreasing the pH. The findings have important implications for marine organisms, such as corals and mollusks, which require a certain pH level in the surrounding water to build their calcium carbonate-based shells and exoskeletons.

The researchers hope to return in another 10 years to determine if the increase in carbon uptake continues, or if, as many fear, it will decrease as a result of slowing thermohaline circulation. The study, titled “Rapid Anthropogenic Changes in CO2 and pH in the Atlantic Ocean: 2003-2014” was published in the journal Global Biogeochemical Cycles. The study’s authors include: Woosley and Frank J. Millero of the UM Rosenstiel School; and Rik Wanninkhof of NOAA’s Atlantic Oceanographic and Meteorological Laboratory. The study was funded by the National Science Foundation through grant #OCE0752972. The study can be accessed at http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/2015GB005248/pdf

Aber auch der tropische Atlantik absorbiert CO2. Severino Ibanhez und Kollegen berichteten im April 2016 in den Geophysical Research Letters über eine bisher übersehene bedeutende CO2-Senke im Mündungsbereich des Amazonas:

The overlooked tropical oceanic CO2 sink
The intense rainfall in the tropical Atlantic spatially overlaps with the spread of the Amazon plume. Based on remote-sensed sea surface salinity and rainfall, we removed the contribution of rainfall to the apparent Amazon plume area, thus refining the quantification of its extension (0.84 ± 0.06 × 106 km2 to 0.89 ± 0.06 × 106 km2). Despite the previous overestimation of the Amazon plume area due to the influence of rainfall (>16%), our calculated annual CO2 flux based on rainfall-corrected sea surface CO2 fugacity confirms that the Amazon River plume is an atmospheric CO2 sink of global importance (−7.61 ± 1.01 to −7.85 ± 1.02 Tg C yr−1). Yet we show that current sea-air CO2 flux assessments for the tropical Atlantic could be overestimated in about 10% by neglecting the CO2 sink associated to the Amazon plume. Thus, including the Amazon plume, the sea-air CO2 exchange for the tropical Atlantic is estimated to be 81.1 ± 1.1 to 81.5 ± 1.1 Tg C yr−1.

 

Südpolarmeer entzieht der Atmosphäre große Mengen an CO2

Etwa die Hälfte des vom Menschen emittierten CO2 wird von den Ozeanen aufgenommen und verbleibt gar nicht in der Atmosphäre. Dabei gibt es einige Ozeanbereich, die besonders effiziente CO2-Senken bilden, andere Meeresgebiete hingegen sind weniger aufnahmebereit. Im Folgenden begeben wir uns auf einen Streifzug durch die neuere Literatur zum Thema.

Am 12. September 2015 hatte der Tagesspiegel zur Abwechslung einmal gute Klima-Nachrichten:

Ozean als Gegenspieler des Treibhauseffekts Südpolarmeer bremst den Klimawandel
Rund um die Antarktis nimmt der Ozean mal mehr, mal weniger Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf. Seit 2002 wirkt der Effekt dem Treibhauseffekt entgegen.

Das Südpolarmeer nimmt seit 2002 wieder mehr Kohlendioxid auf, nachdem es in den 1980er Jahren deutlich langsamer arbeitete. Das berichten Peter Landschützer von der Eidgenössisch-Technischen Hochschule (ETH) in Zürich und seine Kollegen in der Zeitschrift „Science“. Die Weltmeere schlucken große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid aus der Luft, ein Viertel des Klimagasausstoßes der Menschheit verschwindet in ihren Tiefen. So bremsen die Ozeane den Klimawandel – aufgrund natürlicher Prozesse. Allerdings hat die Natur selten ein gleichmäßiges Tempo.

Weiterlesen im Tagesspiegel.

Auch Der Standard berichtete über die Science-Studie:

Das Südpolarmeer: Ein wankelmütiger Faktor im globalen Klimawandel
Das Meer rund um die Antarktis war bis zu den 1990ern – und ist wieder seit 2002 – die größte ozeanische Kohlenstoffsenke unseres Planeten. Was dazwischen geschah, konnten Forscher der ETH Zürich nun aufklären.

Weiterlesen im Standard

Wie funktionierts? Die Welt informierte am 21. September 2015 über eine Arbeit in ‘Current Biology’:

Kleine Tierchen futtern Kohlendioxid in Massen weg
Abschmelzendes Polareis hat auch eine gute Seite: Es trägt überraschenderweise dazu bei, der Luft Kohlendioxid zu entziehen. Weil in der westlichen Antarktis das Schelfeis zunehmend schrumpft, vermehrt sich das pflanzliche Plankton, von dem sich wiederum kleine Moostierchen (Bryozoa) am Meeresgrund ernähren. Letztere speichern somit große Mengen Kohlendioxid (CO2).

Seit den 80er-Jahren habe sich das Wachstum dieser Moostierchen (Bryozoa) in der Region fast verdoppelt, berichtet David Barnes vom British Antarctic Survey im Fachblatt „Current Biology“. Die durch diese und andere Bewohner des Meeresgrunds jährlich zusätzlich aufgenommene Menge des Treibhausgases entspreche der von 500 Quadratkilometern tropischen Regenwaldes, vermutet er.

Weiterlesen in der Welt.

Der September 2015 brachte wirklich einen großen Fortschritt in der Thematik. Am 18.9.2015 erschien nämlich auch ein Paper von David Munro und Kollegen in den Geophysical Research Letters, die den erfreulichen Trend zu verstärkter CO2-Aufnahme der antarktischen Meeresbereiche bestätigte. Auch die Drake Passage nimmt nun mehr CO2 auf als zuvor:

Recent evidence for a strengthening CO2 sink in the Southern Ocean from carbonate system measurements in the Drake Passage (2002–2015)
We present a 13 year (2002–2015) semimonthly time series of the partial pressure of CO2 in surface water (pCO2surf) and other carbonate system parameters from the Drake Passage. This record shows a clear increase in the magnitude of the sea-air pCO2 gradient, indicating strengthening of the CO2 sink in agreement with recent large-scale analyses of the world oceans. The rate of increase in pCO2surf north of the Antarctic Polar Front (APF) is similar to the atmospheric pCO2 (pCO2atm) trend, whereas the pCO2surf increase south of the APF is slower than the pCO2atm trend. The high-frequency surface observations indicate that an absence of a winter increase in total CO2 (TCO2) and cooling summer sea surface temperatures are largely responsible for increasing CO2 uptake south of the APF. Muted winter trends in surface TCO2 also provide temporary stability to the carbonate system that is already close to undersaturation with respect to aragonite.

Hier die Pressemitteilung der American Geophysical Union (AGU) zum Artikel:

Southern Ocean removing carbon dioxide from atmosphere more efficiently

Scientists compile densest carbon data set in Antarctic waters

Since 2002, the Southern Ocean has been removing more of the greenhouse gas carbon dioxide from the atmosphere, according to two new studies.

These studies make use of millions of ship-based observations and a variety of data analysis techniques to conclude that that the Southern Ocean has increasingly taken up more carbon dioxide during the last 13 years. That follows a decade from the early 1990s to 2000s, where evidence suggested the Southern Ocean carbon dioxide sink was weakening. The new studies appear today in the American Geophysical Union journal Geophysical Research Letters and the AAAS journal Science.

The global oceans are an important sink for human-released carbon dioxide, absorbing nearly a quarter of the total carbon dioxide emissions every year. Of all ocean regions, the Southern Ocean below the 35th parallel south plays a particularly vital role. “Although it comprises only 26 percent of the total ocean area, the Southern Ocean has absorbed nearly 40 percent of all anthropogenic carbon dioxide taken up by the global oceans up to the present,” says David Munro, a scientist at the Institute of Arctic and Alpine Research (INSTAAR) at the University of Colorado Boulder, and an author on the GRL paper.

The GRL paper focuses on one region of the Southern Ocean extending from the tip of South America to the tip of the Antarctic Peninsula (see Figure 1). “The Drake Passage is the windiest, roughest part of the Southern Ocean,” says Colm Sweeney, lead investigator on the Drake Passage study, co-author on both the GRL and Science papers, and a CIRES scientist working in the NOAA Earth System Research Laboratory in Boulder, Colorado. “The critical element to this study is that we were able to sustain measurements in this harsh environment as long as we have—both in the summer and the winter, in every year over the last 13 years. This data set of ocean carbon measurements is the densest ongoing time series in the Southern Ocean.”

The team was able to take these long-term measurements by piggybacking instruments on the Antarctic Research Supply Vessel Laurence M. Gould. The National Science Foundation-supported Gould, which makes nearly 20 crossings of the Drake Passage each year, transporting people and supplies to and from Antarctic research stations. For over 13 years, it’s taken chemical measurements of the atmosphere and surface ocean along the way.

By analyzing more than one million surface ocean observations, the researchers could tease out subtle differences between the carbon dioxide trends in the surface ocean and the atmosphere that suggest a strengthening of the carbon sink. This change is most pronounced in the southern half of the Drake Passage during winter (see Figure 2). Although the researchers aren’t sure of the exact mechanism driving these changes, “it’s likely that winter mixing with deep waters that have not had contact with the atmosphere for several hundred years plays an important role,” says Munro.

The Science paper, led by Peter Landschützer at the ETH Zurich, takes a more expansive view of the Southern Ocean. This study uses two innovative methods to analyze a dataset of surface water carbon dioxide spanning almost three decades and covering all of the waters below the 35th parallel south. These data—including Sweeney and Munro’s data from the Drake Passage—also show that the surface water carbon dioxide is increasing slower than atmospheric carbon dioxide, a sign that the Southern Ocean as a whole is more efficiently removing carbon from the atmosphere. These results follow previous findings that showed that the Southern Ocean carbon dioxide sink was stagnant or weakening from the early 1990s to the early 2000s.

In addition to the Drake Passage measurements, the Science paper uses datasets that represent a significant international collaboration, including carbon dioxide sampling from NOAA’s Ship of Opportunity Program. This program, led by Rik Wanninkhof of NOAA’s Atlantic Oceanographic and Meteorological Laboratory (AOML) who is also a coauthor of the Science paper, is the world’s largest coordinated ocean carbon dioxide sampling operation. Despite all these efforts, the Southern Ocean remains undersampled. “Given the importance of the Southern Ocean to the global oceans’ role in absorbing atmospheric carbon dioxide, these studies suggest that we must continue to expand our measurements in this part of the world despite the challenging environment,” says Sweeney.

Die Temperatur in der Südpolarregion hat einen starken Einfluss auf das CO2-Aufnahmevermögen des Südpolarmeeres. Hierauf wies die University of New South Wales am 28. September 2015 mit Hinweis auf ein Nature Geoscience Paper hin:

How ocean circulation changed atmospheric CO2

Scientists have struggled for the past few decades to understand why air temperatures around Antarctica over the past one million years were almost perfectly in synch with atmospheric CO2 concentrations. Both dipped down during glacial ice ages and back up again during warm interglacials. By contrast, temperature in the tropics and Northern Hemisphere was less closely tied to atmospheric CO2 concentrations. “This relationship between Antarctica temperature and CO2 suggested that somehow the Southern Ocean was pivotal in controlling natural atmospheric CO2 concentrations,” said Dr Maxim Nikurashin from the ARC Centre of Excellence for Climate System Science. “The key that unlocked the mystery was the colder atmosphere and extensive sea ice around Antarctica during the glacial period. Together they fundamentally changed top to bottom ocean circulation and enabled more CO2 to be drawn from the atmosphere.”

The researchers found in a paper published today in Nature Geoscience that during glacial periods when the atmosphere was colder and sea ice was far more extensive, deep ocean waters came to the surface much further north of the Antarctic continent than they do today. This meant that the nutrients brought up from the bottom of the ocean spent more time on the surface of the ocean as the currents moved them southwards before the flow encountered Antarctica and circled back down to the bottom of the ocean. Because the upwelled waters ran along the surface for a longer period of time, nutrients spent more time near the surface of the ocean where phytoplankton could feed on them for longer.

The biological processes that result from phytoplankton blooms directly take carbon out of the atmosphere. Some of this carbon then sinks to the bottom of the ocean when the phytoplankton die, locking it away in the deep sea for thousands of years. “The biological processes that take up carbon from the atmosphere even take place in and under the ice, if that ice is not too thick, which is why the biological processes persisted for a lot longer during cooler periods,” the authors said. “Our results suggest that this change in circulation and the consequent extended biological activity by itself took 30-60ppm of CO2 out of the atmosphere. That’s about one half of the glacial-interglacial change.”

However, when temperatures warm over the Antarctic regions, deep waters rise from the floor of the ocean much closer to the continent. This means nutrients are near the surface for a shorter time before returning to the deep ocean floor. With less time on the surface there is less time for the biological processes to take place and less carbon is taken out of the atmosphere. This is the situation we see today. “This finding is a major advance in understanding the natural carbon cycle, gained by applying a new understanding about how the “overturning circulation” of the Southern Ocean works,” said lead author Dr Andrew J Watson from the University of Exeter.

Paper: Southern Ocean buoyancy forcing of ocean ventilation and glacial atmospheric CO2. Nature Geoscience. doi:10.1038/ngeo2538.


Können wir uns das überhaupt leisten? Modellversagen bei den Ozeanzyklen

60-jährige Ozeanzyklen takten die globale Temperaturentwicklung. Klimamodelle können den empirisch gut belegten Zusammenhang jedoch nicht reproduzieren. Das ist natürlich peinlich und mittlerweile Gegenstand von Studien zur Ursachenforschung. Gerald Meehl und Kollegen beschäftigten sich im September 2014 in Nature Climate Change mit der Problematik. Die Autoren räumen freimütig Fehler ein und ärgern sich, dass man damals nicht auf bessere Hincast-Ergebnisse bestanden hatte. Nur wenn die Modelle die bekannte Entwicklung reproduzieren können, sind sie für den Prognose-Einsatz für die zukünftige Temperaturentwicklung tauglich. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, über die sich die Klimamodellierer jedoch im Überschwang der Klimawandelpanik einfach hinweggesetzt haben. Damit haben sie der Wissenschaft einen Bärendienst erwiesen, wie sich jetzt immer deutlicher herausstellt. Hier der Abstract von Meehl et al. 2014:

Climate model simulations of the observed early-2000s hiatus of global warming
The slowdown in the rate of global warming in the early 2000s is not evident in the multi-model ensemble average of traditional climate change projection simulations1. However, a number of individual ensemble members from that set of models successfully simulate the early-2000s hiatus when naturally-occurring climate variability involving the Interdecadal Pacific Oscillation (IPO) coincided, by chance, with the observed negative phase of the IPO that contributed to the early-2000s hiatus. If the recent methodology of initialized decadal climate prediction could have been applied in the mid-1990s using the Coupled Model Intercomparison Project Phase 5 multi-models, both the negative phase of the IPO in the early 2000s as well as the hiatus could have been simulated, with the multi-model average performing better than most of the individual models. The loss of predictive skill for six initial years before the mid-1990s points to the need for consistent hindcast skill to establish reliability of an operational decadal climate prediction system.

Nur einen Monat später, im Oktober 2014, dokumentierten Sergey Kravstov und Kollegen  in den Geophysical Research Letters den engen Zusammenhang der globalen Ozeanzyklen. Das Team um Judith Curry hatte dafür das Bild der Stadionwelle bemüht: Die Ozeanzyklen im Atlantik, Pazifik und Indien sind alle gleichzeitig aktiv, besitzen jedoch einen zeitlichen Verzug zueinander von einigen Jahren bis Jahrzehnten. Und wieder kritisieren die Autoren die Klimamodelle, die die Schwingungen nicht abbilden können. Hier der Abstract:

Two contrasting views of multidecadal climate variability in the twentieth century
The bulk of our knowledge about causes of twentieth century climate change comes from simulations using numerical models. In particular, these models seemingly reproduce the observed nonuniform global warming, with periods of faster warming in 1910–1940 and 1970–2000, and a pause in between. However, closer inspection reveals some differences between the observations and model simulations. Here we show that observed multidecadal variations of surface climate exhibited a coherent global-scale signal characterized by a pair of patterns, one of which evolved in sync with multidecadal swings of the global temperature, and the other in quadrature with them. In contrast, model simulations are dominated by the stationary—single pattern—forced signal somewhat reminiscent of the observed “in-sync” pattern most pronounced in the Pacific. While simulating well the amplitude of the largest-scale—Pacific and hemispheric—multidecadal variability in surface temperature, the model underestimates variability in the North Atlantic and atmospheric indices.

Siehe auch Diskussion zum Paper auf Judith Currys Webseite.

Zweieinhalb Jahre später, 15. Juni 2017, legte Sergey Kravtsov in den Geophysical Research Letters noch einmal nach. Er nahm die Klimasimulationen hinsichtlich der Temperaturoszillationen noch einmal genau unter die Lupe und fand Ernüchterndes: Die Modelle bekommen weder die Amplitude, noch die räumliche Verteilungsmuster in den Griff. Die unvermeidliche Konsequenz: Die Modelle sind in der heutigen Form kaum geeignet, den realen Temperaturverlauf zu reproduzieren, geschweige denn die zukünftige Entwicklung zu prognostizieren. Eine bittere Erkenntnis, die man in der Politik so gar nicht gerne hört. Hier der Abstract von Kravtsov 2017:

Pronounced differences between observed and CMIP5-simulated multidecadal climate variability in the twentieth century
Identification and dynamical attribution of multidecadal climate undulations to either variations in external forcings or to internal sources is one of the most important topics of modern climate science, especially in conjunction with the issue of human-induced global warming. Here we utilize ensembles of twentieth century climate simulations to isolate the forced signal and residual internal variability in a network of observed and modeled climate indices. The observed internal variability so estimated exhibits a pronounced multidecadal mode with a distinctive spatiotemporal signature, which is altogether absent in model simulations. This single mode explains a major fraction of model-data differences over the entire climate index network considered; it may reflect either biases in the models’ forced response or models’ lack of requisite internal dynamics, or a combination of both.

Plain Language Summary:
Global and regional warming trends over the course of the twentieth century have been nonuniform, with decadal and longer periods of faster or slower warming, or even cooling. Here we show that state-of-the-art global models used to predict climate fail to adequately reproduce such multidecadal climate variations. In particular, the models underestimate the magnitude of the observed variability and misrepresent its spatial pattern. Therefore, our ability to interpret the observed climate change using these models is limited.

Das Thema Ozeanzyklen ist in den Klimawissenschaft hochaktuell. Erst im Juni 2017 erschien in Nature Climate Change eine neue Arbeit von Shuai-Lei Yao und Kollegen, in der sich die Autoren die regionalen Muster während der Erwärmungs- und Hiatus-Phasen der letzten 150 Jahre anschauten. Das Resultat lässt sich leicht zusammenfassen: Während starker globaler Erwärmungsphasen arbeiten alle Ozeane zusammen und tragen alle zur Erwärmung bei. Wenn dann die globale Erwärmung stagniert, wie momentan, gleichen sich die Trends der verschiedenen Ozeane aus. Die Ozeane arbeiten dann sozusagen gegeneinander. Hier der Abstract:

Distinct global warming rates tied to multiple ocean surface temperature changes
The globally averaged surface temperature has shown distinct multi-decadal fluctuations since 19001, 2, 3, 4, characterized by two weak slowdowns in the mid-twentieth century and early twenty-first century and two strong accelerations in the early and late twentieth century. While the recent global warming (GW) hiatus has been particularly ascribed to the eastern Pacific cooling5, 6, causes of the cooling in the mid-twentieth century and distinct intensity differences between the slowdowns and accelerations remain unclear7, 8. Here, our model experiments with multiple ocean sea surface temperature (SST) forcing reveal that, although the Pacific SSTs play essential roles in the GW rates, SST changes in other basins also exert vital influences. The mid-twentieth-century cooling results from the SST cooling in the tropical Pacific and Atlantic, which is partly offset by the Southern Ocean warming. During the recent hiatus, the tropical Pacific-induced strong cooling is largely compensated by warming effects of other oceans. In contrast, during the acceleration periods, ubiquitous SST warming across all the oceans acts jointly to exaggerate the GW. Multi-model simulations with separated radiative forcing suggest diverse causes of the SST changes in multiple oceans during the GW acceleration and slowdown periods. Our results highlight the importance of multiple oceans on the multi-decadal GW rates.

Hier die dazugehörige Pressemitteilung der Chinesischen Akademie der Wissenschaften vom 13. Juni 2017:

Understanding Multi-decadal Global Warming Rate Changes

A long-standing mystery is that, despite the persistently increased greenhouse gases emissions throughout the twentieth and early twenty-first centuries, the globally-averaged surface temperature has shown distinct multi-decadal fluctuations since 1900, including two weak global warming slowdowns in the mid-twentieth century and early twenty-first century and two strong global warming accelerations in the early and late twentieth century. The multi-decadal global warming rate changes are primarily attributed to multiple ocean surface temperature changes, according to research by Institute of Atmospheric Physics and Australian Bureau of Meteorology. It is the net impact of multiple ocean surface temperature changes, rather than a single ocean basin change, that plays a main driver for the multi-decadal global warming accelerations and slowdowns. Understanding and quantifying the respective role of individual ocean basin in the multi-decadal global warming accelerations and slowdowns, under the forcing of the sustained increase in atmospheric greenhouse gas concentrations, could help achieve a more accurate estimate of the future global warming rate to better meet the global warming target of the Paris Conference reached in December 2015–no more than 1.5ºC above pre-industrial levels by 2100.

The new finding of the importance of multiple ocean surface temperature changes to the multi-decadal global warming accelerations and slowdowns is supported by a set of computer modeling experiments, in which observed sea surface temperature changes are specified in individual ocean basins, separately. The results are published in “Distinct global warming rates tied to multiple ocean surface temperature changes”, in the June 12 online issue of Nature Climate Change.

“Our results identify multiple ocean surface temperature change as a major driver for global mean surface temperature changes on multi-decadal timescales. The paramount importance of multiple ocean basins in determining the global warming rates provides a new insight to improving global and regional climate projections.” states the corresponding author Gang Huang from Institute of Atmospheric Physics, Chinese Academy of Sciences (CAS).

“The results elucidate the relative contributions of individual ocean surface temperature changes to the multi-decadal global warming rate changes, and could help improve our understanding of global warming fluctuations under steadily increased emissions of atmospheric greenhouse gases.” says Jing-Jia Luo, the corresponding author of the study and climate scientist at the Bureau of Meteorology in Australia. “It reveals a fact that we need to explore climate change in a more global perspective. This could stimulate an integrated strategy and coordinated effort toward understanding the causes of regional ocean changes.”

“Our study provides a novel perspective for understanding and projecting individual ocean basin’s impacts on global warming,” explains co-author Dr. Shuai-Lei Yao from CAS Institute of Atmospheric Physics. “While the tropical Pacific was generally regarded as a key contributor to the multi-decadal global warming rate changes, other ocean basins, including the Indian Ocean, the Atlantic and the Southern Ocean, also exert important effects. “

Ein Pionierpaper zu den Ozeanzyklen stammt übrigens von Klyashtorin & Lyubushin 2007 (pdf hier), in dem es um eine ganz praktische Anwendung ging, nämlich die Zyklik in den Fischbeständen:

CYCLIC CLIMATE CHANGES AND FISH PRODUCTIVITY

Zum guten Schluss hier noch der Hinweis auf ein ganz besonderes ocean (bi-) cycle (Bild hier).

 

Klimamodelle unterschätzen Rußmengen und deren Erwärmungswirkung in der Arktis

Ruß ist ein klimatisch wärmendes Aersol. Vor ein paar Jahren erkannte man, dass Ruß viel stärker wärmt als angenommen. Daraufhin hätte man eigentlich einen Teil der Erwärmung der letzten 150 Jahre vom CO2 abziehen und auf den Ruß übertragen müssen. Das war politisch natürlich nicht zu machen, also trickste man die Modelle so hin, dass am Ende das CO2 seine vermeintliche Klimakraft behielt. Ein fauler Kompromiss, den wir bereits in unserem Buch “Die kalte Sonne” vor 5 Jahren monierten.

Was gibt es Neues aus der Forschung zum Ruß? Bereits 2013 erschien in PNAS ein Paper von Thomas Painter und Kollegen, die den überaschend frühen und abrupten Gletscherrückzug in den Alpen untersuchten. Bei ihren Eisuntersuchungen stießen sie auf eine starke Zunahme des Ruß aus dieser Zeit, der mit dem Beginn der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts zu tun hatte. Die Autoren schlußfolgerten, dass das Abschmelzen der Alpengletscher stark vom Ruß-Anstieg mitgeprägt war. Hier der Abstract:

End of the Little Ice Age in the Alps forced by industrial black carbon
Glaciers in the European Alps began to retreat abruptly from their mid-19th century maximum, marking what appeared to be the end of the Little Ice Age. Alpine temperature and precipitation records suggest that glaciers should instead have continued to grow until circa 1910. Radiative forcing by increasing deposition of industrial black carbon to snow may represent the driver of the abrupt glacier retreats in the Alps that began in the mid-19th century. Ice cores indicate that black carbon concentrations increased abruptly in the mid-19th century and largely continued to increase into the 20th century, consistent with known increases in black carbon emissions from the industrialization of Western Europe. Inferred annual surface radiative forcings increased stepwise to 13–17 W⋅m−2 between 1850 and 1880, and to 9–22 W⋅m−2 in the early 1900s, with snowmelt season (April/May/June) forcings reaching greater than 35 W⋅m−2 by the early 1900s. These snowmelt season radiative forcings would have resulted in additional annual snow melting of as much as 0.9 m water equivalent across the melt season. Simulations of glacier mass balances with radiative forcing-equivalent changes in atmospheric temperatures result in conservative estimates of accumulating negative mass balances of magnitude −15 m water equivalent by 1900 and −30 m water equivalent by 1930, magnitudes and timing consistent with the observed retreat. These results suggest a possible physical explanation for the abrupt retreat of glaciers in the Alps in the mid-19th century that is consistent with existing temperature and precipitation records and reconstructions.

Dank Satellitenmessungen haben wir heute ein genaueres flächendeckenderes Bild der Gletscheralbedo. Allerdings gbt es auch hier einige “Fallen”, denen es auszuweichen gilt. So räumte das Dartmouth College im Oktober 2015 ein, dass vermeintliche Veränderungen der Albedo im nördlichen Grönland gar nicht real seien, sondern auf eine Verschlechterung der Satellitensensoren zuückging, sozusagen ein Messartefakt. Im März 2016 folgte dann eine genauere Auswertung eines Teams von Marco Tedesco und Kollegen in The Cryosphere. Sie fanden für den Zeitraum 1981-2012 einen leichten Rückgang der Albedo in Grönland, wobei für den Zeitraum 1981-1996 allerdings kein Trend auszumachen sei. Rußmessungen aus dem nördlichen Finnland geben Hoffnung. In den letzten 40 Jahren ist die Rußkonzentration in der Atmosphäre dank sinkender Emissionen stetig zurückgegangen.

Das japanische Forschungszentrum RIKEN bemängelte im Mai 2016, dass die Klimamodelle viel zu wenig Ruß in den arktischen Regionen annahmen. In der Realität gäbe es viel mehr Ruß:

Current atmospheric models underestimate the dirtiness of Arctic air

Black carbon aerosols—particles of carbon that rise into the atmosphere when biomass, agricultural waste, and fossil fuels are burned in an incomplete way—are important for understanding climate change, as they absorb sunlight, leading to higher atmospheric temperatures, and can also coat Arctic snow with a darker layer, reducing its reflectivity and leading to increased melting. Unfortunately, current simulation models, which combine global climate models with aerosol transport models, consistently underestimate the amount of these aerosols in the Arctic compared to actual measurements during the spring and winter seasons, making it difficult to accurately assess the impact of these substances on the climate.

To find out if these inaccuracies could be mitigated, a team of scientists decided to use the Japanese K computer to perform fine-grained simulations of how black carbon aerosols are transported to and distributed in the Arctic region. By using smaller grids—with spacing of just a few kilometers rather than several tens of kilometers as in conventional current models—they were able to show that they could more realistically model the amount of black carbon aerosols, mitigating the underestimation in more coarse-grained models. Their finest model used 3.5 kilometer grids broken up vertically into 38 layers, so that it required 1.6 billion grids to cover the globe. The simulation, done on the 10-petaflop K computer, still required 17 hours to perform the two week simulation.

According to Yousuke Sato of the RIKEN Advanced Institute for Computational Science (AICS), “this research shows that powerful supercomputers, by performing more fine-grained simulations, can help us to model weather and climate patterns in a more realistic way. We have to note, however, that while our model reduced the underestimation, it did not completely eliminate it. Further generations of even more powerful computers will allow us to run simulations that may be able to make even more realistic simulations and help us to understand the mechanism through which these aerosols are transported.”

“It is also known,” continues Sato, “that current models do not realistically model the vertical distribution of the aerosols, and we believe that finer measurements could help there as well. Unfortunately there were no vertical measurements taken in November 2011, the time we chose to model, so we plan in the future to do simulations for time periods for which actual measurement data exist.”

The research, published in Scientific Reports, was carried out by AICS in collaboration with the University of Tokyo, the National Institute of Environmental Studies, Kyushu University, and the Japan Aerospace Exploration Agency.

Reference: Yousuke Sato, Hiroaki Miura, Hisashi Yashiro, Daisuke Goto, Toshihiko Takemura, Hirofumi Tomita, and Teruyuki Nakajima, “Unrealistically pristine air in the Arctic produced by current global scale models”, Scientific Reports, doi: 10.1038/srep26561

Die Konsequenz dieser Modellfehlannahme ist klar: Weniger Ruß in den Modellen bedeutet auch weniger Erwärmung durch Ruß. So kann die beobachtete Arktis-Erwärmung bequem vor allem dem CO2 angelastet werden. Wenn man den Ruß jetzt in den Modellen erhöht, muss dem CO2 ein Teil der Erwärmungswirkung wieder abgenommen werden, die CO2-Klimasensitivität sinkt entsprechend. Wo man auch hinschaut, stets nimmt sich das CO2 mehr vom Klimakuchen als ihm eigentlich zusteht. Ein Fehler mit System.

 

In Grönland war es im Juli 2017 so kalt wie noch nie

Eugen Sorg machte sich am 11. Juli 2017 in der Basler Zeitung gute Gedanken:

Ab nach Grönland: In Grönland war es im Juli so kalt wie noch nie. Das bringt die Klima­katastrophiker in Erklärungsnot
[...] Die allermeisten Europäer lieben sommerliche Hochtemperaturen und die damit einhergehenden vitalen Leichtigkeiten und Entgrenzungen. Höchstens ältere Menschen mit Kreislaufschwächen und eine kleine Gruppe eingefleischter, prinzipieller Hitzehasser freuen sich nicht auf die wärmsten Tage des Jahres. Für Letztere hätte es heuer jedoch eine attraktive Ausweichdestination gegeben. Das staatliche Dänische Meteorologische Institut (DMI) veröffentlichte kürzlich die neuesten Messungen zu Grönland.

Die grösste Insel der Welt verzeichnete laut DMI mit –33 Grad Celsius die kälteste Juli-Temperatur, die in der nördlichen Hemisphäre je gemessen wurde (bisheriger Rekord –30,7 Grad). Gleichzeitig ist die Eisdecke auf fast ganz Grönland prächtig gewachsen. Paradiesische Verhältnisse für unsere leidenden Hitzeverächter also, die davon jedoch nichts erfahren haben. [...]

Ganzen Artikel in der Basler Zeitung lesen.

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Der ARD Bildungskanal liebt den Klimaalarm und sendete kürzlich den Film

Kiribati – Ein Südseeparadies versinkt im Meer

Es geht um Kiribati und dessen angebliche Betroffenheit durch den Klimawandel. Klimapropaganda in der Schule. Pro Minute 5 mal das Wort Klimawandel. Er ist schlichtweg an allem schuld. Die wissenschaftlichen Fakten zum Meeresspiegel in der Südsee stören nur, schaffen es nicht ins Programm. Wieder einmal muss das Bildungsblog ‘kalte Sonne’ einspringen.

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Michael Mann spielte eine unrühmliche Rolle in der Hockey Stick-Kontroverse. Er hatte kaum verlässliche Daten, ungeeignete statistische Methoden und schlechte Berater. Die Hockey Stick Kurve machte Geschichte, wurde vom IPCC mit Kußhand aufgenommen – und ist nun doch wieder Geschichte. Sie war fehlerhaft und wurde nach einigen Jahren wieder außer Dienst gestellt, und das nämlich von Michael Mann selbst, der 2008 eine stark verbesserte Temperaturrekonstruktion der letzten 2000 Jahre veröffentlichte. Er ist gereift. Vor kurzem war er sogar Co-Autor in einem Paper, dass die gebremste Erwärmung der letzten anderthalb Jahrzehnte anerkennt. Und nun stellte er sich in einem Facebook-Beitrag gegen einen übermäßig alarmistischen Artikel in auf nymag.com. Die Entwicklung ist hocherfreulich, vielleicht ist ihm klar geworden, dass es auch einen Mittelweg geben kann, abseits der extremen Alarm-Schiene. Jeder Mensch kann sich ändern, verdient eine zweite Chance. Ein gutes Beispiel dafür, wie sich die beiden Seiten der Klimadebatte annähern könnten.

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Und hier einige Schmankerl aus der schweizerischen Berichterstattung zum Klimawandel:

1) Der Beitrag der Radiosendung: “Echo der Zeit

Im 4. Beitrag der Sendung mit der folgenden Kernaussage im Schlusssatz:

“Die Antarktis erwärmt sich durch den Klimawandel, und zwar stärker als der Rest des Planeten…”

Diese Aussage ist klar eine Fake-News und gilt höchstens ansatzweise für die Antarktische Halbinsel (2% der Antarktis) in der zweiten Hälfte des 20 Jahrhunderts. Der Rest der Antarktis zeigt im Mittel keinen signifikant steigenden Temperaturtrend. Doch selbst auf der Antarktischen Halbinsel (an der das Larsen C Schelfeisfeld liegt), hat sich der Trend wieder umgekehrt. Und auch die Gletscher auf der Ostantarktis (der grösste Teil der Antarktis) sind stabil oder wachsen sogar.

2) Ein Beitrag auf der SRF.News Seite:

Gewaltiger Eisberg bricht in der Westantarktis ab

Im Schlusssatz heißt es dort:

“Die Antarktis ist besonders stark vom Klimawandel betroffen: Sie zählt zu den sich am schnellsten erwärmenden Gebieten unseres Planeten.”

Hatten wir ja schon unter (1), diesmal allerdings noch noch dreister formuliert.

 

3) Noch ein Beitrag auf SRF.News, diesmal von der Wissens-Redaktion:

Ein gigantischer Eisberg treibt durch die Antarktis

Schlusssatz:

“Klar ist aber, dass sie eine Region beobachten, in der die Temperatur über die letzten Jahrhunderte stark angestiegen ist und derzeit mehr Eis schmilzt, als neues hinzu kommt.”

Dieser Beitrag ist etwas ausgewogener und vorsichtiger, als die ersten beiden, aber hat mit dem Schlussatz immer noch Fake News Charakter, weil von einem “starken Temperatur-Anstieg über Jahrhunderte” keine Rede sein kann, und selbst die Antarktische Halbinsel eben nicht mehr wärmer wird und mit gerade mal 2% auch nicht “Die Antarktis” ist…  Falls es aber tatsächlich eine Anstieg “über Jahrhunderte” gewesen wäre, könnte das ohnehin nur durch eine natürliche Ursache erklärt werden, denn der CO2-Gehalt der Erdatmosphäre ist erst nach dem 2. Weltkrieg signifikant durch die menschliche Zivilisation beeinflusst worden.

 

4) SRF-Tageschau

Im Vergleich zu den Berichten 1) bis 3) war die SRF-Tagesschaumeldung dann am vorsichtigsten, und deutete nach der dramatisierenden Moderatoren-Einleitung nur vage einen “möglichen” Einfluss des Klimawandels an. Video gibt es hier. Vermutlich hatten die Tageschau-Redakteure noch rechtzeitig fachliche Warnungen erhalten, dass man Klima-Fake-News mit Bezug zur Antarktis besonders leicht widerlegen kann…